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Okt
WSV
14:00
RWO
Samstag, 12.09.2020 -

1. Mannschaft

WSV holt einen Punkt beim SV Lippstadt

Nach frühem Rückstand kämpft sich unsere Mannschaft zurück in die Partie

Nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Rot Weiss Ahlen fuhr der WSV am 2. Spieltag nach Lippstadt in die Liebelt-Arena. Auch der SV Lippstadt hatte letzte Woche mit einem 2:0 beim VfB Homberg einen dreifachen Punktgewinn feiern können.

Trainer Alexander Voigt vertraute derselben Startelf aus dem siegreichen Ahlen-Spiel, alldieweil u.a. Tim Wendel, Kevin Pytlik und Tolga Cokkosan weiterhin verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen.

Wie beim Saisonauftakt durften auch in der Liebelt-Arena aufgrund der bekannten Corona-Maßnahmen lediglich 300 Zuschauer anwesend sein, darunter keine Gästefans. Geleitet wurde die Partie durch den 38-jährigen Bundesliga-Schiedsrichter Dr. Robert Kampka. Der WSV lief erstmals in den neuen blauen Auswärtstrikots auf, dazu in roten Hosen und roten Stutzen.

Bei bestem Fußballwetter tasteten sich beide Mannschaften zunächst ab, ehe die Heimelf zu den ersten Angriffen kam und in der 7. Minute früh in Führung ging: Anton Heinz setzte sich auf dem linken Flügel durch, sein Pass in den Rückraum landete vor den Füßen von Cinar Sansar und die Nummer 19 des SV Lippstadt schoss den Ball flach links ins Tor. Niklas Lübcke streckte sich vergeblich. Nach dem frühen Rückstand zeigte das Team um Kapitän Tjorben Uphoff Reaktion, kam über den Kampf zu immer mehr Ballbesitz und setzte dann auch Akzente in der Offensive. Jonas Erwig-Drüppel konnte zunächst ein Anspiel in aussichtsreicher Position im 16er nicht unter Kontrolle bringen und scheiterte wenig später nach Flanke von Müller an Lippstadts Torhüter  Christopher Balkenhoff. In der 23. Minute die Belohnung für die Leistungssteigerung: Ein abgewehrter Freistoß von Kevin Rodrigues Pires landete auf dem linken Flügel bei Beyhan Ametov und dessen Flanke verwertete Gianluca Marzullo am langen Pfosten zum Ausgleich. Bis zum Halbzeitpfiff ließ Rot-Blau hinten nichts Wesentliches mehr zu und blieb insgesamt das aktivere Team. Mit einem 1:1 ging es in die Pause.

Mit dem Wiederanpfiff setzte sich die vorherige Tendenz zunächst fort und der WSV ging in der 49. Minute in Führung: Beyhan Ametov zog im linken Mittelfeld ein Dribbling an und bediente Jonas Erwig-Drüppel. Unser Rückkehrer ließ den Ball an der Strafraumgrenze für Marwin Studtrucker durch, der noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und flach rechts unten ins Tor abschloss. Keine Chance für Balkenhoff. Wenige Minuten später der nächste Aufreger: Beyhan Ametov schickte in einer Kontersituation Marwin Stuckrucker auf die Reise. Lippstadts Torhüter stürzte sich dem Stürmer außerhalb des Strafraums entgegen und brachte diesen zu Fall, nachdem Studtrucker den Ball bereits am Keeper vorbei gelegt hatte. Vereitelung einer klaren Torchance oder hätte noch ein Lippstädter Abwehrspieler eingreifen können? Bundesliga-Schiedsrichter Dr. Robert Kampka beantwortete die Fragen der Beteiligten mit „Gelb“ für Torwart Balkenhoff und Freistoß für den WSV, der nichts Zählbares einbrachte. Im weiteren Verlauf übernahm nun der SV Lippstadt unter den Anfeuerungen der Zuschauer die Initiative, während Rot-Blau auf gefährliche Umschaltaktionen nach Ballgewinn wartete. Die Folge: In der 71. Minute war es wiederum Anton Heinz, der sich auf der linken Angriffsseite durchsetzte. Sein Querpass in den Fünfmeterraum fand Gerrit Kaiser, der zum 2:2-Ausgleich einschob. Bis zum Ende lieferten sich beide Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe und waren gewillt, zum Siegtreffer zu kommen, nennenswerte Torchancen blieben jedoch aus.

Nach dem Schlusspfiff einer Partie, in der beide Teams im Wechsel überlegene Phasen hatten, durfte somit letztlich ein unter dem Strich für beide Seiten verdientes Unentschieden konstatiert werden.

Der sportliche Leiter des WSV, Stephan Küsters, zog nach der Begegnung folgendes Fazit: „Wir haben schwer ins Spiel gefunden und sind dadurch auch in Rückstand geraten. Danach hat sich die Mannschaft gewehrt und ist Mitte der ersten Halbzeit verdient zum Ausgleich gekommen. Im weiteren Verlauf hatten wir dann auch die größeren Spielanteile und den Gegner dominiert, wie schon letzte Woche zu Hause gegen Ahlen. Nach dem Seitenwechsel kommen wir sehr gut rein und machen direkt das 2:1. Die vielleicht entscheidende Szene war dann die Aktion von Marwin Studtrucker, als er alleine am Torwart der Lippstädter vorbeigehen will und zum 3:1 einschieben kann, aber von diesem gefoult wird. Für mich eine klare rote Karte. Der Schiedsrichter hat so argumentiert, dass Marwin vom Tor wegläuft anstatt auf das Tor zu. Das habe ich so auch noch nie gehört. Am Ende hat der Schiedsrichter so entschieden und wir haben uns danach zu passiv verhalten, wie schon in der letzten Woche. Wir wussten um die Qualität der Lippstädter Offensive und dass sie dort gute und gefährliche Leute haben. Daraus resultierte dann auch leider der Ausgleich zum 2:2. Danach haben wir uns wieder geschüttelt, waren erneut präsent und es war ein Spiel auf Augenhöhe. Wir können mit dem Punkt leben, wischen uns jetzt den Mund ab und freuen uns dann auf Mittwoch gegen Düsseldorf."

Marwin Studtrucker, Torschütze zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung, zeigte sich nach dem Spiel nicht ganz zufrieden: „Ich bin erst mal enttäuscht, dass wir - in Anführungszeichen - „nur“ mit einem Punkt nach Hause fahren. Wir hatten uns vorgenommen zu gewinnen. Das hat leider nicht geklappt, obwohl wir in Führung lagen. Wir sind im Endeffekt selber schuld. Wir hätten die zwei, drei Kontersituationen, die wir hatten, einfach besser ausspielen müssen. Dann hätten wir auch den Deckel drauf machen können.“ Die Szene kurz nach dem 2:1, als er alleine aufs Tor zulief und durch den Torhüter gefoult wurde, bewertete unsere Nummer 18 wie folgt: „Der Torwart zögert eine Sekunde. Dadurch habe ich die Möglichkeit, an den Ball zu kommen. Ich lege den Ball am Torwart vorbei, der Torwart rutscht rein und trifft mich. Jetzt kann man darüber streiten, aber meiner Meinung nach ist das eine rote Karte. Der Schiedsrichter hat gesagt, weil ich mir den Ball nach außen lege, wäre die Regel so, dass es keine rote Karte ist. Wie ich ihn innen vorbei legen soll, weiß ich nicht. Aber es ist müßig darüber zu reden. Im Endeffekt gibt es jede Woche irgend etwas und während der Saison gleicht sich das immer wieder aus. Wir hatten vielleicht auch ein bisschen Glück. Wenn der Lippstädter sich in einer anderen Situation fallen lässt, hätte es Elfmeter geben können.“

Unser Kapitän Tjorben Uphoff ordnete das Spiel und den bisherigen Saisonstart wie folgt ein: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen. Am Anfang hatte Lippstadt, auch mit dem Tor, seine beste Phase. Ab der zehnten Minute sind wir dann immer besser reingekommen und hätten mit ein bisschen Glück vielleicht schon vor der Pause das 2:1 machen können. Im Mittelfeld hat Lippstadt das gut gespielt. Der kleine Platz kommt ihnen entgegen. Bei uns zu Hause sieht das vielleicht ein bisschen anders aus. Aber ich glaube schon, dass der eine oder andere hier noch Punkte verlieren wird. In der Summe haben wir drei, vier Schüsse auf unser Tor bekommen. Davon waren zwei drin. Das ist für die Mannschaft, besonders für die Verteidiger, natürlich immer kein schönes Gefühl. Wir haben dann unsere Chancen zu schlecht ausgespielt. Meiner Meinung nach hätten wir noch ein, zwei klare Chancen haben müssen. Nichtsdestotrotz haben wir in der zweiten Halbzeit aber auch ein bisschen weniger Druck nach vorne gemacht. Ich will jetzt nicht sagen, dass es unverdient ist, aber für uns wäre mehr drin gewesen. Mit vier Punkten zum Start sind wir im Soll. Am Mittwoch, wie man in englischen Wochen immer so schön sagt, können wir das vergolden.“

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV bereits am kommenden Mittwoch, den 16. September 2020 gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf. Anstoß im heimischen Stadion am Zoo ist um 19:30 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung SV Lippstadt:

1 Christopher Balkenhoff – 5 Janik Steringer, 7 Kevin Hoffmeier, 8 Valentin Henneke (86. 9 Marvin Mika), 11 Anton Heinz, 15 Simon Schubert, 19 Cinar Sansar (76. 18 Jonathan Kyeremateng), 23 Finn Heiserholt, 26 Mustafa Dogan (46. 14 Zoltan Pataki), 28 Gerrit Kaiser, 31 Jan-Lukas Liehr

Trainer: Felix Bechtold

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Niklas Lübcke – 7 Semir Saric, 5 Tjorben Uphoff, 21 Noah Salau, 6 Joey Paul Müller – 33 Yannick Geisler, 20 Kevin Rodrigues Pires (87. 10 Viktor Maier), 11 Jonas Erwig-Drüppel (94. 24 Isaak Akritidis), 18 Marwin Studtrucker (83. 13 Joelle Tomczak), 9 Beyhan Ametov (74. 8 Daniel Grebe) – 26 Gianluca Marzullo

Trainer: Alexander Voigt

Zuschauer: 300

Tore: 1:0 Sansar (7.), 1:1 Marzullo (23.), 1:2 Studtrucker (49.), 2:2 Kaiser (71.)

Gelbe Karten: Heiserholt (37.), Balkenhoff (53.), Hoffmeier (90.) - Ametov (51.), Geisler (53.)

Eckenverhältnis: 3:2

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka / Assistenten: Mario Heller, Ivan Mrkalj

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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