MENÜ
31
Okt
VfB
14:00
WSV
Samstag, 19.09.2020 -

1. Mannschaft

WSV verpasst Punktgewinn beim Spitzenreiter nur knapp

Königs und Ametov treffen bei 2:3-Niederlage beim SC Fortuna Köln

Am heutigen Samstag reiste unsere Mannschaft ins Südstadion zum SC Fortuna Köln, der mit drei Siegen aus drei Spielen zum Saisonstart eine optimale Punkteausbeute eingefahren hatte und somit von der Tabellenspitze grüßte. Nachdem die Fortuna im Vorfeld durch das fristgerecht eingereichte Hygienekonzept von einer Zulassung von bis zu 1000 Zuschauern ausgegangen war, erreichte den Verein erst am heutigen Vormittag, gegen 10:30 Uhr, die schlechte Nachricht: Aufgrund der angestiegenen Inzidenzzahl hatte das Gesundheitsamt Köln die Entscheidung verkündet, dass das Spiel im Südstadion ohne Zuschauer stattfinden musste.

WSV-Trainer Alexander Voigt musste neben den Verletzten Tolga Cokkosan, Kevin Pytlik und Tim Wendel zusätzlich auf den rotgesperrten Yannick Geisler - und damit vier potentielle Stammspieler - verzichten. Daniel Grebe, Isaak Akritidis und Marco Königs rückten neu in die Startelf, Marwin Studtrucker und Jonas Erwig-Drüppel nahmen zunächst auf der Bank Platz. Taktisch wurde auf eine 4-4-2-Formation mit der Doppelspitze Königs und Marzullo umgestellt.

Mit dem Anpfiff von Schiedsrichter David-Markus Koj suchten beide Teams die Zweikämpfe, um die Begegnung auf die eigene Seite zu ziehen. Den ersten zählbaren Erfolg feierte unsere komplett in blau gekleidete Mannschaft in der 12. Minute: Nach einer Ecke von Kevin Rodrigues Pires setzte sich Marco Königs ca. sechs Meter vor dem Tor mit all seiner körperlichen Präsenz stark durch und traf per Kopf zur 1:0-Führung. Erwartungsgemäß verstärkte der Tabellenführer anschließend seine Bemühungen, das Spiel in den Griff zu bekommen, doch der WSV hielt in einer weiterhin körperbetonten Partie mit hoher mannschaftlicher Geschlossenheit dagegen, so dass zunächst wenig ganz klare Torchancen des Gegners zugelassen wurden. Erst in der 30. Minute musste Niklas Lübcke all sein Können aufbieten und parierte gegen den frei vor ihm auftauchenden Mike Owusu. Nur zwei Minuten später zwang auf der Gegenseite Gianluca Marzullo den Ex-WSV-Keeper Kevin Rauhut im Kasten der Fortuna per Gewaltschuss von der Strafraumkante zu einer starken Parade und wiederum eine Minute danach setzte Joey Paul Müller einen Eckball von Kevin Rodrigues Pires per Direktabnahme mit vollem Risiko knapp links neben das Kölner Tor. Nachdem Niklas Lübcke in der 37. Minute einen gefährlichen Kopfball von Nico Brandenburger entschärft hatte, stand es nach Ablauf der regulären Spielzeit der ersten Hälfte 1:0 für den WSV. Doch in der Nachspielzeit erhielt die Fortuna noch einmal einen Eckball. Dieser landete unglücklich im Getümmel vor den Füßen von Jannik Löhden, der die Kugel zum 1:1-Ausgleich ins Netz bugsierte. Schiedsrichter David-Markus Koj sah keine Behinderung von WSV-Torwart Niklas Lübcke, der beim Eckball zu Boden gegangen war.

Zur zweiten Halbzeit brachte Trainer Alexander Voigt mit Jonas Erwig-Drüppel und Marwin Studtrucker für Semir Saric und Isaak Akritidis eine frische rechte Seite ins Spiel. Die Fortuna verstärkte ihre Bemühungen und startete mehrere Angriffe über ihre schnellen Spieler, doch der WSV zeigte weiterhin hohen Einsatz, um das Unentschieden zu verteidigen. Nach einem Laufduell zwischen Mike Owusu und Noah Salau stürzte Owusu im Strafraum zu Boden und Schiedsrichter David-Markus Koj entschied in der 58. Minute auf Elmeter für Fortuna Köln. Niklas Lübcke parierte den nicht gerade schlecht geschossenen Strafstoß von Franko Uzelac mit einer starken Parade und hielt unser Team somit weiter im Spiel. Die Rot-Blauen konnten sich anschließend auch wieder besser vom Druck der Gastgeber befreien. Umso ärgerlicher war es, dass ein Schuss von Hamza Salman in der 69. Minute durch ein WSV-Abwehrbein unhaltbar für Niklas Lübcke zum 2:1 für die Fortuna abgefälscht wurde. Doch der Treffer war nur der Auftakt der wohl aufregendsten Phase des Spiels: Der WSV zeigte Reaktion, Kevin Rodrigues Pires bediente in der 71. Minute mit einem Traumpass Beyhan Ametov, der von halb links in den gegnerischen Strafraum eindrang und Kevin Rauhut souverän zum 2:2-Ausgleich überwandt. Auch der Spitzenreiter ließ nicht locker und fand kurze Zeit später eine Antwort: Nachdem die WSV-Abwehr im eigenen Strafraum den Ball nicht klären konnte, landete dieser letztlich bei Mike Owusu, der etwa eine Viertelstunde vor Schluss den dritten Kölner Treffer besorgte. Bis zum Ablauf der Spielzeit blieb es eine intensive Partie, in der der WSV gegen einen starken Tabellenführer alles in die Waagschale warf, sich aber nicht mehr mit dem Ausgleich belohnen konnte. Kurz vor dem Ende ging ein Kopfball von Tjorben Uphoff über das Kölner Tor.

Nach der Partie durfte unsere Mannschaft für sich in Anspruch nehmen, eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Mittwoch-Spiel gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf auf den Platz gebracht zu haben. Leider fehlte gegen einen starken Spitzenreiter etwas Spielglück, um möglicherweise mit einem Punktgewinn die Rückreise ins Tal antreten zu können.

„Es war mehr drin für uns als eine 2:3-Niederlage", befand Angreifer Marwin Studtrucker nach dem Abpfiff. „Wir sind verdient mit 1:0 in Führung gegangen, haben uns dann ein wenig zu sehr nach hinten reindrücken lassen und Fortuna hat die Spielkontrolle übernommen. Wir haben aber immer wieder versucht, dagegen zu halten und vorne hat ein, zwei Mal der letzte Pass gefehlt. Um hier zu punkten, muss der halt kommen", so unsere Nummer 18. Das 2:2 sah Marwin in der Entstehung wie folgt: „Wir hatten in dieser Situation endlich einmal den Mut, hinten zwei, drei Passstafetten zu spielen, wo wir vorher nur lange Bälle gespielt haben, die wir direkt wieder verloren haben. Uppe spielt mich an der Mittelinie außen an, ich mache den Ball fest und stecke ihn auf Piro, der perfekt auf die andere Seite Beko in den Lauf passt, der dann alleine vor dem Tor die Ruhe behält. Vorher hatten wir aber eine fast identische Situation. Als es noch 1:1 stand, kam ein Pass nicht genau zu mir, sondern etwas zu lang nach außen, sonst hätte ich eine hundertprozentige Torchance haben können." Letztlich war Studti vom Ausgang des Spiels beim Spitzenreiter etwas bedient: „Es darf dann aber nicht passieren, egal gegen welchen Gegner, dass wir nur drei Minuten später nach unserem Ausgleich wieder ein Gegentor fressen. Jetzt haben wir in zwei Auswärtsspielen vier Tore geschossen, aber nur einen Punkt geholt."

Marco Königs feierte sein Startdebüt und sah seinen Führungstreffer zum zwischenzeitlichen 1:0 für den WSV so: „Es war eine Top-Ecke von Piro und ich mache ihn dann einfach mit dem Kopf rein." Den weiteren Spielverlauf bewertete unsere Nummer 48 wie folgt: „Wir haben nach der Führung gut weitergespielt und hatten durch Gianni eine Superchance auf das 2:0 für uns. Dann läuft das Spiel wohl anders. In der Nachspielzeit bekommen wir dann kurz vor der Halbzeitpause ein dummes Tor nach einer Ecke. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit alles reingeworfen, kommen sogar nach dem 2:1-Rückstand noch einmal wieder, was top ist, und dürfen uns dann natürlich nicht gleich wieder ein Tor einfangen. Im Gegensatz zum letzten Mittwoch war es ein gutes Spiel von uns, es fehlen am Ende natürlich die Punkte." Dem kommenden Spiel gegen seinen Ex-Club sieht Marco wie folgt entgegen: „Eigentlich ist es kein besonderes Spiel für mich, obwohl ich natürlich noch ein paar Jungs dort kenne. Ich möchte das Spiel gewinnen und drei Punkte holen."

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV bereits am kommenden Mittwoch, den 23. September 2020 gegen Preußen Münster. Anstoß im Stadion am Zoo ist um 19:30 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Fortuna Köln:

1 Kevin Rauhut – 28 Lars Bender (10. 29 Jean-Marie Nadjombe), 6 Franko Uzelac, 30 Jannik Löhden, 17 Dan-Patrick Poggenberg – 31 Nico Brandenburger, 27 Nico Ochojski, 14 Mike Owusu (87. 19 Batuhan Özden), 20 Julian Günther-Schmidt (84. 9 Roman Prokoph), 11 Francis Ubabuike (76. 3 Jan-Luca Rumpf) – 10 Hamza Salman

Trainer: Alexander Ende

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Niklas Lübcke – 7 Semir Saric (46. 11 Jonas Erwig-Drüppel), 5 Tjorben Uphoff, 21 Noah Salau, 6 Joey Paul Müller – 8 Daniel Grebe (85. 42 Mike Osenberg), 20 Kevin Rodrigues Pires, 24 Isaak Akritidis (46. 18 Marwin Studtrucker), 9 Beyhan Ametov – 48 Marco Königs (76. 10 Viktor Maier), 26 Gianluca Marzullo

Trainer: Alexander Voigt

Zuschauer: 0

Tore: 0:1 Königs (12.), 1:1 Löhden (45.), 2:1 Salman (69.), 2:2 Ametov (71.), 3:2 Owusu (74.)

Gelbe Karten: Ubabuike (32.), Brandenburger (92.) - Rodrigues Pires (45.), Grebe (46.), Salau (57.)

Eckenverhältnis: 7:5

Bes. Vorkommnis: Lübcke hält Foulelfmeter von Uzelac (58.)

Schiedsrichter: David-Markus Koj / Assistenten: Martin Tietze, Richard Geyer

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

×