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Okt
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WSV
Mittwoch, 23.09.2020 -

1. Mannschaft

1:1-Unentschieden gegen Preußen Münster

WSV liegt gegen den Drittligaabsteiger bis zur 88. Minute in Führung

Zehn Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen empfing der WSV am heutigen Abend im Stadion am Zoo den Drittligaabsteiger SC Preußen Münster. Die Gäste waren mit drei Siegen und einem Unentschieden als Tabellenzweiter erfolgreich in die Regionalligasaison gestartet. Münsters Trainer Sascha Hildmann musste auf den Ex-WSVer Niklas Heidemann verzichten, der beim 2:1-Heimsieg gegen den VfB Homberg am letzten Samstag die gelb-rote Karte gesehen hatte.

Demgegenüber standen beim WSV mit Kevin Rodrigues Pires und Marco Königs beide Sommerneuzugänge von Preußen Münster von Beginn an in der Startformation. Trainer Alexander Voigt änderte die erste Elf im Vergleich zum letzten Spiel bei Fortuna Köln auf mehreren Positionen: Tolga Cokkosan kehrte nach Verletzungspause wieder auf seine angestammte Linksverteidigerposition zurück, während Joey Paul Müller von dort anstelle von Daniel Grebe ins defensive Mittelfeld wechselte. Joelle Tomczak begann für Semir Saric als Rechtsverteidiger und Marwin Studtrucker für Isaak Akritidis im rechten Mittelfeld.

Der Gast aus Münster startete etwas besser ins Spiel, so dass der WSV kleinere Tormöglichkeiten abwehren musste. In der 5. Minute wurde ein Kopfball von Alexander Langlitz am langen Pfosten nach Ecke von Joshua Holtby mit vereinten Kräften abgeblockt und in der 14. Minute klärte Kapitän Tjorben Uphoff am Fünfmeterraum, als Joel Grodowski dort auf einen scharfen Querpass von Julian Schauerte wartete. In der 16. Minute dann die erste Duftmarke der Heimmannschaft: Ein Schuss von Marco Königs ging am rechten oberen Torwinkel des Preußen-Tores vorbei. Der WSV kam nun immer besser ins Spiel. Nachdem Marco Königs in der 19. Minute eine Freistoßhereingabe von Kevin Rodrigues Pires noch knapp verpasst hatte, erzielte unser Neuzugang nur zwei Minuten später die Führung: Marwin Studtrucker dribbelte über links in den Sechzehner, bediente Königs im Rückraum und der ließ Maximilian Schulze-Niehues im Gästetor keine Chance – 1:0 für den WSV unter dem Jubel der 575 Dauerkarteninhaber! Rot-Blau war nun bis zum Halbzeitpfiff die überlegene Mannschaft und hatte Chancen, die Führung auszubauen: Beyhan Ametov setzte einen Schlenzer knapp über das Tor (26. Minute), ein Kopfball von Gianluca Marzullo nach Flanke von Marwin Studtrucker wurde im letzten Moment von Simon Scherder zur Ecke abgeblockt (33. Minute) und ein weiterer Schuss von Gianluca Marzullo landete bei Gästetorwart Schulze-Niehues (43. Minute). So ging die Elf von Trainer Alexander Voigt gegen den Drittligaabsteiger verdient mit einer 1:0-Führung in die Halbzeitpause und durfte sich vielleicht sogar darüber ärgern, nicht noch nachgelegt zu haben.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten suchte Preußen Münster dann direkt mal den Weg in Richtung WSV-Tor. Niklas Lübcke parierte zweimal stark gegen Joel Grodowski (49. und 54. Minute). Mit fortlaufender Spielzeit ließ sich der WSV tiefer fallen und versuchte, mit schnellen Umschaltsituationen für Entlastung zu sorgen. Münster übernahm nun mehr die Initiative, doch unsere Abwehr stand lange sicher und ließ kaum klare Chancen zu. Erst in der 62. Minute musste Niklas Lübcke einen Schuss des eingewechselten Ousman Touray mit einer Glanzparade zur Ecke abwehren. Im Gegenzug drang Beyhan Ametov in einer Kontersituation nach Steilpass von Joey Paul Müller über links in den Preußen-Strafraum ein, blieb im Zweikampf mit seinem Gegenspieler auf den Beinen und scheiterte schließlich an Gästetorwart Schulze-Niehues. In der 70. Minute wiederum ging ein Schuss von Alexander Langlitz knapp links am Tor von Niklas Lübcke vorbei. Bis kurz vor Schluss war Preußen Münster zwar spielbestimmend, echte Torchancen konnten jedoch nicht notiert werden, ehe sich eine turbulente Schlussphase ereignete: In der 88. Minute traf der eingewechselte Nicolai Remberg nach Flanke von rechts von Alexander Langlitz per Kopf zum 1:1-Ausgleich und in der Nachspielzeit hatte der Drittligaabsteiger sogar die große Chance auf einen weiteren Treffer, aber diesmal ging ein erneuter Kopfball von Nicolai Remberg knapp links am Tor vorbei.

So durfte sich der WSV am Ende darüber ärgern, trotz guter Leistung das 1:0 nicht über die Zeit gebracht bzw. in der überzeugenden ersten Halbzeit oder in einzelnen Situation der zweiten es versäumt zu haben, die Führung sogar auszubauen. Letztlich fiel der 1:1-Ausgleichstreffer für den Drittligaabsteiger zwar spät, aber auch nicht ganz unverdient, hatte der Gast doch in der zweiten Hälfte mehr Aufwand betrieben. Ein zweiter Preußen-Treffer, der in der Nachspielzeit bei einer großen Tormöglichkeit sogar auch noch möglich gewesen wäre, wäre aber sicher des Guten zu viel gewesen.

Nach dem Schlusspfiff sprachen wir mit Linksverteidiger Tolga Cokkosan, der nach seiner Verletzung in der Saisonvorbereitung zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz gekomm war und 81 Minuten durchgehalten hatte: „Ich habe versucht, der Mannschaft so lange zu helfen, wie meine Kräfte reichten. Dann ging nichts mehr und meine Beine haben zu gemacht.“ Das Spiel sah unsere Nr. 22 wie folgt: „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um in das Spiel reinzukommen. Danach waren wir sehr gut drin und hatten ein sehr gutes Umschaltspiel. Bis zur Halbzeitpause hatte Preußen Münster gar keine Tormöglichkeit und musste viel mit langen Bällen agieren. Wir gehen dann durch Marco Königs mit 1:0 in Führung und hatten auch danach noch die eine oder andere Möglichkeit, um diese auszubauen. Da ist das 1:1 am Ende schon enttäuschend für uns, da wir wirklich sehr viel investiert haben und gelaufen sind.“ Für die kommenden Spiele sieht Tolga besonders in der Endphase der Spiele noch Luft nach oben: „Wir müssen bis zum Schlusspfiff hochkonzentriert bleiben und dann auch endlich einmal die Führung nach Hause bringen.“

Torjäger Marco Königs kam in seinem zweiten Spiel von Beginn an gegen seinen Ex-Verein zu seinem zweiten Treffer in rot-blau. Heute reichten die Kräfte für 72 Minuten: „Wir haben viel Aufwand betrieben und da ist es schon ärgerlich, so spät den Ausgleich zu bekommen. Ich finde, dass wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Nach dem 1:0 müssen wir das 2:0 nachlegen, dann sieht es am Ende anders aus.“ Seinen zwischenzeitlichen Führungstreffer sah unsere Nr. 48 so: „Ich habe darauf spekuliert, dass Studti den Ball zu mir rüber legt und dann lege ich ihn eiskalt hinten rein. Den Ball habe ich wirklich perfekt mit der Innenseite erwischt und in die lange Ecke getroffen. Am Samstag geht es in Gladbach weiter und dann wollen wir am Ende die drei Punkte holen.“

Ein Heimkehrer an alter Wirkungsstätte war Niklas Heidemann. Unser ehemaliger Linksverteidiger spielt seine dritte Saison im Trikot der Preußen. Nach seiner gelb-roten Karte am letzten Samstag gegen den VfB Homberg musste er mit einem Sitzplatz auf der Haupttribüne Platz nehmen: „Ich hätte mich wirklich in den Hintern beißen können, da ich mich so auf dieses Spiel gefreut habe. Zum Glück gibt es aber noch ein Rückspiel“, so Niklas. „Wir sind gut in das Spiel reingekommen, aber nach dem 0:1-Rückstand war Wuppertal schon voll da und hatte Oberwasser. In der zweiten Halbzeit hinten heraus haben wir viel den Ball laufen gelassen und man konnte sehen, dass der WSV platt war. Mit ein bisschen Glück machen wir am Ende sogar noch den Lucky Punch, aber das 1:1 geht schon in Ordnung“, so sein Fazit zur Begegnung. Zu den Saisonzielen der Münsteraner befragt sagte Niklas: „Wir gucken von Spiel zu Spiel und es wäre schon schön, wenn wir oben dranbleiben würden. Dann schauen wir mal, was über die lange Saison möglich ist."

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV bereits am kommenden Samstag, den 26. September 2020 gegen Borussia Mönchengladbach U23. Anstoß im Grenzlandstadion ist um 14:00 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Niklas Lübcke – 13 Joelle Tomczak, 5 Tjorben Uphoff, 21 Noah Salau, 22 Tolga Cokkosan (81. 7 Semir Saric) – 18 Marwin Studtrucker (58. 11 Jonas Erwig-Drüppel), 20 Kevin Rodrigues Pires (60. 8 Daniel Grebe), 6 Joey Paul Müller, 9 Beyhan Ametov – 48 Marco Königs (71. 10 Viktor Maier), 26 Gianluca Marzullo

Trainer: Alexander Voigt

Aufstellung Preußen Münster:

35 Maximilian Schulze-Niehues – 23 Alexander Langlitz, 15 Simon Scherder, 30 Marcel Hoffmeier, 5 Julian Schauerte – 10 Justin Möbius (76. 22 Okan Erdogan), 18 Dominik Klann, 14 Joshua Holtby, 8 Jules Schwadorf (69. 21 Nicolai Remberg) – 32 Gianluca Przondziono (60. 27 Ousman Touray), 9 Joel Grodowski

Trainer: Sascha Hildmann

Zuschauer: 575

Tore: 1:0 Königs (21.), 1:1 Remberg (88.)

Gelbe Karten: Cokkosan (30.) - Scherder (66.)

Eckenverhältnis: 5:10

Schiedsrichter: Markus Wollenweber / Assistenten: Marco Lechtenberg, Dalibor Guzijan

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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