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Okt
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14:00
WSV
Freitag, 25.09.2020 -

1. Mannschaft

Im Gespräch mit Alexander Voigt

„Das wird für alle Mannschaften eine ganz schwere Saison“

Für Ausgabe 2 des WSV-Stadionmagazins, das seit Mittwoch erhältlich ist, sprach die neunzehn54-Redaktion vor dem Heimspiel gegen Drittligaabsteiger SC Preußen Münster mit unserem Trainer Alexander Voigt über den Saisonstart in der Regionalliga West, den WSV-Kader und die Belastungssteuerung bei 40 Spielen.

Hallo Alexander. Der Saisonstart in die Regionalliga West ist nach halbjährlicher Corona-Pause erfolgt. Wie fällt dein Fazit nach den Auftaktspielen deiner Mannschaft aus?

Im Großen und Ganzen bin ich damit einverstanden, wie die Mannschaft bisher aufgetreten ist. Das Spiel gegen Düsseldorf kann man meiner Meinung nach nicht hundertprozentig werten, weil wir fast 90 Minuten in Unterzahl waren und somit kein reguläres Spiel auf Augenhöhe mehr möglich gewesen ist. Düsseldorf ist eine spielerisch starke Mannschaft und hat uns am Ende gut ausgespielt. Das war eher eine Konditionseinheit für uns, als ein Fußballspiel. Mit den vier Punkten aus den ersten beiden Spielen gegen Ahlen und in Lippstadt war ich zufrieden. Wir haben hoffentlich eine ewig lange Saison vor uns, da sucht aktuell noch jede Mannschaft nach der Art und Weise, wie sie Fußball spielen will. Das dauert auch noch einige Spiele, bis wir so weit sind.

Aktuell stehen dir aus dem 24er Kader verletzungsbedingt nur 19 Spieler zur Verfügung. Zudem sah Yannick Geisler gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf die rote Karte. Auf welcher Position würdest du noch nachlegen, wenn du einen Wunsch frei hättest?

Darum geht es nicht. Ich wäre einfach nur froh, wenn alle verletzten Spieler schnell zurückkommen. Dann wären wir viel flexibler und könnten auf den einzelnen Positionen noch verschieben. Wir haben den Kader extra so zusammengestellt, dass wir Spieler haben, die mehrere Positionen spielen können. Dass es uns vor Saisonbeginn so erwischt hat und drei potentielle Stammspieler wegbrechen, plus der gesperrte Yannick Geisler, das ist schon sehr bitter. Man darf auch nicht vergessen, dass wir zuletzt drei ehemalige und aktuelle U19-Spieler auf dem Rasen hatten. Die Kadergröße mit 24 Spielern hört sich erst einmal viel an, ist aber momentan wirklich eng.

In dieser Saison ist vieles anders. Durch die Ligagröße mit 21 Mannschaften werdet ihr 40 Spiele absolvieren. Wie musst du die Belastungssteuerung bei den vielen englischen Wochen angehen?

In den englischen Wochen ist nicht wirklich viel Training möglich. Da bleibt nur noch Nachbereitung des letzten Spiels und die Vorbereitung auf die nächste Begegnung übrig. Zudem müssen wir schauen, dass die Jungs regenerieren. Alles Körperliche haben wir bereits in der Vorbereitung gemacht, dafür haben wir mit Sven Steup einen Athletiktrainer dazu geholt, der sich sehr gut auskennt. Diese Sachen hat er eigenständig übernommen und gesteuert und meine Jungs sind sehr gut da durchgekommen. Die letzten paar Prozent holst du dir aber immer über die Spiele und das sieht man auch gerade. Man kann noch so viel trainieren, noch so viele Testspiele machen, die Spielfitness holt man sich nur über Meisterschaftsspiele, was noch einmal etwas ganz anderes ist.

Du hast selbst eine lange Zeit aktiv gespielt. Als Spieler hast du doch lieber mehr Spiele mit englischen Wochen als Trainingseinheiten, oder?

Als Spieler spielst du natürlich lieber als dass du trainierst. Es ist aber auch in einer normalen Trainingswoche nicht mehr so, dass wir die Spieler in den Keller trainieren. Klar ist aber auch, dass es schon angenehmer ist, wenn du alle drei Tage ein Spiel hast.

Was können die WSV-Anhänger für einen Auftritt deiner Mannschaft erwarten?

Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie zu Hause selbstbewusst auftritt. Es gibt zu diesem Zeitpunkt der Saison sicherlich keinen Grund, die Schultern oder den Kopf hängen zu lassen. Wir haben gegen einen guten Aufsteiger Rot Weiss Ahlen ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Wir haben natürlich in fast neunzigminütiger Unterzahl gegen Düsseldorf verloren, aber wenn man gerade die erste Halbzeit mit zwei eigenen Aluminiumtreffern sieht, hätte das Spiel auch durchaus anders laufen können, auch mit zehn Mann. Die Zuschauer können heute Abend eine Mannschaft erwarten, die bis zum letzten Schweißtropfen kämpft.

Wo soll es in dieser Spielzeit für deine Mannschaft in der Regionalliga West hingehen?

Schwierige Frage zum jetzigen Zeitpunkt. Ich glaube, da sind wir jetzt noch etwas zu früh dran. In einer regulären Saison hat man zehn, elf, zwölf Spiele absolviert, ehe du erkennen kannst, wo es so langsam hingeht. Jetzt ist diese Spielzeit noch länger, viele Spiele fallen aus, die Tabelle ist verzerrt, gerade auch wegen der Corona-Geschichte. Das wird für alle Mannschaften eine ganz schwere Saison, wo man erst im nächsten Jahr sehen kann, in welche Richtung es tatsächlich geht. Wir haben noch so viele Ansetzungen bis zum Winter und wir wissen nicht, wie viele Spiele stattfinden. Dann kommen irgendwann noch die witterungsbedingten Spielausfälle dazu. Das wird auf jeden Fall eine spannende Sache.

Nach der neuen NRW-Coronaschutzverordnung dürfen endlich mehr als 300 Zuschauer den Spielen beiwohnen. Freust du dich auf mehr Unterstützung von den Rängen?

Ja, weil ich glaube, dass unsere Mannschaft gerade zu Hause diese Unterstützung braucht. Ich habe schon im letzten Jahr gemerkt, wenn die Leute da sind und die Unterstützung kommt, dann geht noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Das ist normal, wenn du ein Verein bist, der großes Zuschauerpotential hat. Ich glaube nicht, dass die aktuelle Situation in Homberg oder Straelen so große Auswirkungen hat. Bei uns wirkt sich das schon aus, da doch deutlich mehr Zuschauer zu den Spielen gekommen sind und bestimmt auch wieder kommen würden. Es wäre super, wenn wir es schaffen, mit unserem Konzept wenigstens 1.000 Zuschauer ins Stadion am Zoo zu bekommen.

Vielen Dank für das Gespräch, Alexander!

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