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Dez
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WSV
Samstag, 31.10.2020 -

1. Mannschaft

1:2-Niederlage beim VfB Homberg

Der doppelte Pfosten verhindert in der 93. Minute den WSV-Ausgleich

Nach den beiden ausgefallenen Spielen beim SV Bergisch Gladbach und gegen den SV Straelen reiste der WSV am 12. Spieltag der Regionalliga West heute zum Tabellenletzten VfB Homberg, der bislang in neun Begegnungen einen 1:0-Sieg in Oberhausen und ein 2:2-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach U23 erzielen konnte.

Trainer Alexander Voigt änderte die Startformation im Vergleich zum letzten Ligaspiel, dem 0:0 gegen den SV Rödinghausen, auf einer Position: Marwin Studtrucker begann in der Offensive anstelle von Gianluca Marzullo. Neuzugang Tim Wendel stand nach seiner verletzungsbedingten Pause zum ersten Mal im Kader und nahm zu Beginn auf der Bank Platz.

Die Begegnung begann für den WSV zunächst denkbar schlecht - nämlich mit einem frühen Gegentor: Nach einem Angriff über die rechte Homberger Seite und einer scharfen Flanke in den Strafraum landete der abgewehrte Ball vor den Füßen von Samed Yesil, der freistehend keine Mühe hatte, in der 5. Minute das 1:0 für die Heimmannschaft zu erzielen. Der WSV antwortete jedoch postwendend: In der 7. Minute verlängerte Jonas Erwig-Drüppel einen Tjorben-Uphoff-Pass in den Lauf von Marco Königs und der Torjäger schloss eiskalt flach links unten zum 1:1 ab. Die Mannschaft von Alexander Voigt entwickelte im Anschluss an den Ausgleich ihre spielerisch vielleicht beste Phase des Spiels. In der 10. Minute lief Marwin Studtrucker über die rechte Seite, seinen Pass in die Mitte brachte Beyhan Ametov bedrängt von seinem Gegenspieler in Richtung VfB-Gehäuse, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Torhüter Philipp Gutkowski. Nur zwei Minuten später fast eine Kopie des vorangegangenen Angriffs. Diesmal kam Daniel Grebe über rechts, doch dessen Querpass in den Sechzehner wurde im letzten Moment von einem Homberger Verteidiger vor dem heranstürmenden Marco Königs geklärt. In der 17. Minute verpasste wiederum Marco Königs nach einem Zuspiel von Marwin Studtrucker mit der Fußspitze den Ball nur knapp und in der 21. Minute wurde Marwin Studtrucker nach Querpass von Beyhan Ametov im Strafraum abgeblockt. Der WSV war in dieser Phase gut im Spiel, hatte seine Chancen und darf sich darüber ärgern, den letzten Pass oder die letzte Aktion nicht konsequent zu einem Torerfolg umgesetzt zu haben. Nach ca. 25 Minuten verloren die Gäste jedoch etwas ihre spielerische Linie, während der VfB Homberg sich mit leidenschaftlichem Einsatz besser in die Begegnung kämpfte und plötzlich auch wieder zu einer guten Tormöglichkeit kam: WSV-Keeper Daniel Szczepankiewicz hielt in der 30. Minute einen Schuss von Pierre Nowitzki aus kurzer Distanz mit einer Glanzparade. Danach kam es zunächst auf beiden Seiten zu keiner nennenswerten Torgelegenheit mehr. Nachdem der WSV unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff noch mal einen 4-gegen-2-Angriff nicht erfolgreich zu Ende spielen konnte, gingen die Mannschaften mit einem 1:1 in die Pause.

Alexander Voigt brachte zu Beginn der zweiten Halbzeit zwei frische Spieler: Gianluca Marzullo ersetzte Beyhan Ametov und Neuzugang Tim Wendel feierte seinen ersten Einsatz im rot-blauen Trikot, für ihn blieb Kevin Pytlik in der Kabine. Gianluca Marzullo führte sich in der 48. Minute mit einem Schuss von der Strafraumkante ein, der jedoch letztlich keine echte Torgefahr bedeutete. Nur fünf Minuten später steuerte Marco Königs nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld auf das gegnerische Tor zu, doch sein verunglückter Lupfer landete in den Armen des herausstürmenden Philipp Gutkowski. Der Homberger Schlussmann hielt kurz danach auch noch einen Schuss von Gianluca Marzullo aus halblinker Position und kurzer Distanz. In Summe verflachte das spielerische Niveau in der zweiten Halbzeit nach und nach und es entwickelte sich ein echtes Kampfspiel mit einiger Hektik. Nach einem Eckball in der 70. Minute wurde ein Kopfball von Tim Wendel abgeblockt und der anschließende Schuss von Daniel Grebe landete in den Armen von Philipp Gutkowski. In der 74. Minute dann der Schock: Homberg führte auf der linken Seite einen Freistoß aus, Nicolas Hirschberger drang über links in den Strafraum ein und nach einem Querpass nach rechts standen gleich zwei VfB-Spieler völlig frei vor Daniel Szczepankiewicz. Letztlich war es Marvin Lorch, der dem WSV-Schlussmann keine Chance liess  und zum 2:1 für den Tabellenletzten traf. Es entwickelte sich eine hitzige Schlussphase. Der WSV rannte an, der VfB Homberg suchte die Entscheidung in Kontersituationen. So rauschte ein direkter Freistoß von Kevin Rodrigues Pires von der Stramraumkante knapp links am Tor vorbei (84.) und ein Schuss von Marco Königs aus halblinker Position ging rechts am Tor vorbei (90.). Auf der Gegenseite blockte Yannick Geisler einen Schuss von Necirwan Mohammad im letzten Moment ab (90.+1). Der große und aus WSV-Sicht höchst unglückliche Schlusspunkt dann in der 93. Minute: Nach einer Kopfballverlängerung von Marco Königs zog Gianluca Marzullo im Sechzehner aus halbrechter Position ab. Sein Schuss klatschte zunächst an den linken Innenpfosten, sprang von dort an den rechten Pfosten und anschließend zurück ins Feld. Wenig später pfiff Schiedsrichter Thibaut Scheer die Begegnung ab.

Unter dem Strich hat der WSV, so ehrlich muss man sein, gegen den Tabellenletzten VfB Homberg nicht sein bestes Saisonspiel abgeliefert und das vorhandene spielerische Potenzial nicht komplett abrufen können. Dennoch waren ausreichend Tormöglichkeiten vorhanden, um zumindest nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.

Gianluca Marzullo zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht: „Wir haben in der ersten Halbzeit versäumt, das Ergebnis für uns in die richtige Richtung zu stellen. Nach dem Seitenwechsel laufen wir wie die Bekloppten an, aber es hat immer der letzte Pass gefehlt, der nie angekommen ist. Das lag heute einfach daran, dass wir zu schlecht waren. Es ist dann trotzdem sehr bitter, dass wir das Ding hier heute verlieren, wenn man sich das gesamte Spiel anschaut.“ In der Nachspielzeit hätte unsere Nr. 26 wenigstens noch den Ausgleich erzielen können: „Der Ball von mir muss dann ausgerechnet Ping Pong machen und geht nicht über die Linie. Im Endeffekt sind wir heute aber selbst schuld."

Torschütze Marco Königs analysierte das Spiel ähnlich: „Wir gehen schläfrig rein ins Spiel und kriegen dumm das 0:1. Ich mache dann das 1:1 und ich glaube, danach sind wir klar die bessere Mannschaft und haben echt viele Chancen. Wir müssen die Konter besser ausspielen. Meiner Meinung nach hatten wir in der ersten Halbzeit drei, vier richtig gute Chancen, in der zweiten Halbzeit auch. Dann ist es eben, wie so ein Spiel läuft: Wir haben die guten Chancen, verlieren aber das Spiel noch am Ende. Das ist einfach nur ärgerlich, aber es muss jetzt weitergehen."

Laut Spielplan bestreitet der WSV das nächste Ligaspiel am kommenden Mittwoch, den 4. November 2020 beim FC Wegberg-Beeck. Anstoß im Waldstadion ist um 19:30 Uhr. Der Wuppertaler SV informiert über seine üblichen Kanäle, ob und wie es mit dem Spielbetrieb in der Regionalliga West weitergehen wird.

Spieldaten:

Aufstellung VfB Homberg:

26 Philipp Gutkowski – 21 Clinton Asare (73. 22 Ricardo Antonaci), 4 Jeffrey Malcherek, 16 Harris Kaltak, 13 Mike Koenders – 11 Marvin Lorch, 5 Pierre Nowitzki (87. 15 Necirwan Mohammad), 6 Ahmad Jafari, 8 Nicolas Hirschberger – 2 Samed Yesil (66. 10 Pascale Talarski), 7 Danny Rankl (90.+4 20 Said Harouz)

Trainer: Sunay Acar

Aufstellung Wuppertaler SV:

28 Daniel Szczepankiewicz – 11 Jonas Erwig-Drüppel, 5 Tjorben Uphoff, 27 Kevin Pytlik (46. 30 Tim Wendel), 22 Tolga Cokkosan – 33 Yannick Geisler, 8 Daniel Grebe (78. 19 Furkan Tasdemir), 20 Kevin Rodrigues Pires, 9 Beyhan Ametov (46. 26 Gianluca Marzullo) – 18 Marwin Studtrucker (66. 7 Semir Saric), 48 Marco Königs

Trainer: Alexander Voigt

Zuschauer: 0

Tore: 1:0 Yesil (5.), 1:1 Königs (7.), 2:1 Lorch (74.)

Gelbe Karten: Asare (25.), Lorch (33.), Nowitzki (83.), Mohammad (85.) - Geisler (16.), Cokkosan (33.), Uphoff (90.+5)

Eckenverhältnis: 4:7

Schiedsrichter: Thibaut Scheer / Assistenten: Bastian Lang, Lukas Luthe

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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