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WSV
Samstag, 14.11.2020 -

1. Mannschaft

WSV kehrt mit leeren Händen aus Köln zurück

Nach Platzverweis gegen Marco Königs 70 Minuten in Unterzahl

Der WSV unterlag am Samstagnachmittag bei bestem Fußballwetter im leeren Franz-Kremer-Stadion der U21 des 1. FC Köln mit 0:1. Nach der gelb-roten Karte gegen Marco Königs musste unsere Mannschaft 70 Minuten in Unterzahl spielen. Trotz kämpferisch einwandfreier Leistung gelang es nicht, das entscheidende Tor der Kölner zu verhindern.

WSV-Trainer Alexander Voigt nahm nach der 1:2-Niederlage vor zehn Tagen gegen Wegberg-Beeck drei Änderungen in der Startelf vor: Es begannen Kevin Pytik, Noah Salau und Beyhan Ametov für Daniel Grebe, Semir Saric und Gianluca Marzullo.

Kölns Trainer Mark Zimmermann, dessen Mannschaft nach zuvor sieben Punkten aus drei Spielen am letzten Wochenende mit 1:3 in Homberg verloren hatte, wechselte gleich viermal. Er schickte Sava-Arangel Cestic, Georg Strauch, Vincent Geimer und Kasra Ghawilu für Marvin Obuz, Lucas Musculus, Philipp Höffler und Mathias Olesen aufs Feld.

Gut ins Spiel gekommen

Anders als zuletzt war der WSV an diesem Nachmittag direkt im Spiel und versuchte, die Kölner früh unter Druck zu setzen. Nach einer Königs-Flanke von der rechten Seite faustete Kölns Torwart Krahl den Ball im letzten Moment vor Wendel aus der Gefahrenzone. Bei der folgenden Ecke war er diesmal knapp vor Königs am Ball (2. Minute). Der WSV versuchte in den ersten Minuten vor allem Königs zu finden, der zwischen Ametov auf links und Erwig-Drüppel auf rechts heute als einziger Mittelstürmer spielte. In den ersten zwanzig Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel ohne klare Torchancen auf beiden Seiten. Die beste Gelegenheit bot sich unserer Mannschaft nach einem Freistoß der Kölner: Über Erwig-Drüppel ging es schnell nach vorne - 2-gegen-1-Situation - doch bei Rodriguez Pires' Abspiel auf den durchstartenden Ametov stand dieser nach Meinung des Linienrichters hauchdünn im Abseits. Er wäre frei durch gewesen (17.).

70 Minuten in Unterzahl

Kurz danach verschoben sich die Kräfteverhältnisse am Geißbockheim entscheidend: Marco Königs hielt im Zweikampf mit Laux in der Kölner Hälfte den Schlappen drauf und sah innerhalb von vier Minuten die zweite gelbe Karte - Gelb-Rot! 70 Minuten in Unterzahl vor sich, zog sich der WSV nun weiter zurück und die Kölner übernahmen die Kontrolle über das Spiel. Organisiert von den erfahrenen Marius Laux (34) und Lukas Nottbeck (32) zogen die Gastgeber das Spiel in die Breite und machten es dem WSV im Mittelfeld von nun an schwer, in die Zweikämpfe zu kommen. Der WSV warf seinerseits kämpferisch alles in die Partie und schaffte es zunächst, klare Torchancen zu verhindern. Nicht nur einmal bekamen Tjorben Uphoff und Kevin Pytlik immer irgendwie einen Fuß dazwischen.

Die beste Chance hatte dann sogar der WSV: Erwig-Drüppels Schuss von der rechten Strafraumkante wäre eigentlich weit links am Tor vorbeigegangen, traf jedoch Ametov im Sechzehner, der den Ball im Tor unterbrachte - dabei aber im Abseits stand. Kurz darauf verfehlte ein Schuss aus dem Hintergrund den rechten Pfosten des WSV-Tores nur um Zentimeter. Szczepankiewicz wäre aber wohl dran gewesen. Es folgte die beste Chance für die Gastgeber: Tim Lemperle zog im Mittelfeld an, ging an zwei Gegenspielern vorbei und kam von der rechten Stafraumkante zum Abschluss. Szczepankiewicz konnte den strammen Schuss nur nach vorne abwehren, hielt dann aber den harten, jedoch zu unplatzierten Nachschuss aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex. Das hätte die Führung für die Kölner sein müssen. Im Anschluss stabilisierte sich der WSV und konnte die letzten Minuten vor der Pause wieder ausgeglichener gestalten.

Beginn der 2. Halbzeit verschlafen

Das änderte sich nach der Pause jedoch schlagartig. Die Kölner brachten mit Lucas Musculus einen weiteren Stürmer, suchten direkt den Weg nach vorne und gelangten sofort gefährlich in den Wuppertaler Strafraum. Nach einer Kombination über mehrere Stationen landete der Ball schließlich bei Kasra Ghawilu, der viel zu unbedrängt aus kurzer Distanz überlegt rechts oben einnetzte – 1:0 für Köln (46.). Der FC kombinierte in der Folge weiter ansehnlich, jedoch ohne dabei zu Großchancen zu kommen. Der WSV hielt weiterhin kämpferisch dagegen und versuchte, mit hohen Bällen nach vorne zu kommen - schaffte es aber nur selten, für Entlastung zu sorgen.

Schlussoffensive des WSV

15 Minuten vor dem Ende - nachdem Trainer Alex Voigt einige offensive Wechsel vorgenommen hatte - gelang es dem WSV nach und nach, auch offensiv wieder ins Spiel zu finden. Die beste Chance hatte jedoch zunächst Lucas Musculus, dessen Schuss aus 22 Metern an den linken Außenpfosten klatschte. In den Schlussminuten hatte der WSV dann durchaus noch die Möglichkeit, einen Punkt mitzunehmen: Saric kam nach einer guten Flanke von Osenberg, bedrängt von zwei Gegenspielern, zwar an den Ball, konnte seinen Kopfball aber nicht aufs Tor bringen (86.). Zwei Minuten später steckte Studtrucker auf Marzullo durch, doch Torwart Krahl bekam die Arme gerade noch rechtzeitig hoch, um den strammen Schuss aus 16 Metern abzuwehren. In der Nachspielzeit war es Uphoff, der zweimal zum Kopfball kam, sich aber ebenfalls Krahl geschlagen geben musste.

Dann war Schluss in einem Spiel, in dem der WSV kämpferisch in Unterzahl alles gab, um die Kölner vom eigenen Tor fernzuhalten, letztlich aber keine Mittel mehr hatte, um selbst zu größeren Chancen zu kommen.

Sportdirektor Stephan Küsters sprach der Mannschaft nach dem Spiel ein Kompliment für ihre kämpferisch starke Leistung aus: „Ich glaube, man hat heute nicht gesehen, wer in Unterzahl und wer in Überzahl ist. Kompliment an die Mannschaft, die alles rausgehauen hat. Zum Schluss haben wir noch einen Pfostenschuss zugelassen, ansonsten haben wir uns hintenraus selber in Unterzahl noch Torchancen erarbeitet. Ich denke, auf der Leistung kann man aufbauen. Bis zur gelb-roten Karte haben wir das Spiel dominiert und versucht, diesem unseren Stempel aufzudrücken - so wie wir es uns vorgenommen hatten. Leider haben wir uns dann durch eine unnötige gelb-rote Karte selber geschadet. Marco darf da mit seiner Erfahrung nicht so hingehen, wenn er schon gelb hat. Er weiß das selber und kann das einschätzen. Bitter für uns, aber letztlich müssen wir jetzt schnell das Spiel abhaken, die positiven Dinge mitnehmen und dann am Mittwoch gegen Straelen wieder anders auftreten.“

Torjäger Gianluca Marzullo hob die hohe Laufbereitschaft und den Willen des Teams hervor: „Ich finde, dass wir in Unterzahl sehr, sehr gut dagegengehalten haben. Die Laufbereitschaft, der Kampf und der Wille waren auf jeden Fall da. In der ersten Minute nach der Halbzeit waren wir leider noch nicht so ganz auf dem Platz. Warum? Keine Ahnung. Aber ich denke, dass wir uns heute sehr, sehr gut verkauft und es mit einem Mann weniger sehr ordentlich gemacht haben. Es ist dann nicht so leicht, die Räume zu belaufen. Der Gegner hat halt, wenn man rüberschiebt, immer einen Mann frei. Dann ist es deutlich einfacher und angenehmer, den Ball laufenzulassen. Wir hatten sehr viel Laufarbeit. Vor der roten Karte waren wir besser im Spiel und hatten gute Aktionen. So eine rote Karte ist einfach immer blöd. Da muss man sich dann wirklich dagegenstemmen. Das haben wir heute gemacht und wir wären am Ende ja auch beinahe belohnt worden. Aber es sollte nicht sein. Wir müssen die positiven Dinge aus der Partie ziehen. Dann wird das in den nächsten Spielen auch wieder Punkte bringen.“

Mittelfeldspieler Joey Müller zog ein ähnliches Fazit: „Es ist natürlich doof, dass wir verloren haben. Aber ich finde, dass wir trotz der frühen roten Karte in der ersten Halbzeit bis zum Ende gekämpft haben – und auch mit einem Mann weniger immer noch gedrückt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es zu Zehnt gut gemacht. Alle haben gekämpft und man hat gesehen, dass alle wollten. Wir haben versucht, die Lücken zu schließen. Dass das mit einem Mann weniger ab und zu mal nicht klappt, ist klar."

Auch der ausgewechselte Beyhan Ametov zeigte sich nach dem Spiel versöhnlich: „Ich denke schon, dass wir gut in das Spiel reingekommen sind. Schade mit der gelb-roten Karte, das hat uns schlecht in die Karten gespielt. Nichtsdestotrotz haben wir eine gute Leistung gezeigt, wie ich finde. Wir haben alles gegeben, aber leider mit 0:1 unnötig verloren. Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl. Wir haben jetzt Mittwoch die Chance weiterzumachen.“

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV planmäßig am kommenden Mittwoch, den 18. November 2020 gegen den SV Straelen. Anstoß im Stadion am Zoo ist um 19:30 Uhr. Das heutige Gastspiel des SV Straelen bei Rot-Weiss Essen war wegen eines Coronafalls beim Aufsteiger abgesagt worden.

Spieldaten:

Aufstellung 1. FC Köln U21:

1 Julian Krahl – 5 Sava-Arangel Cestic, 6 Georg Strauch (46. 10 Lucas Musculus), 7 Vincent Geimer (46. 20 Ricardo Henning), 8 Tim Sechelmann, 9 Oliver Schmitt (66. 17 Marvin Obuz), 11 Marius Laux, 13 Lukas Nottbeck, 19 Tim Lemperle, 21 Luca Schlax, 23 Kasra Ghawilu (77. 3 Erkan Akalp)

Trainer: Mark Zimmermann

Aufstellung Wuppertaler SV:

28 Daniel Szczepankiewicz – 21 Noah Salau, 5 Tjorben Uphoff, 27 Kevin Pytlik (83. 42 Mike Osenberg), 22 Tolga Cokkosan – 6 Joey Paul Müller, 30 Tim Wendel (65. 7 Semir Saric), 11 Jonas Erwig-Drüppel (74. 18 Marwin Studtrucker), 20 Kevin Rodrigues Pires, 9 Beyhan Ametov (40. 26 Gianluca Marzullo) – 48 Marco Königs

Trainer: Alexander Voigt

Zuschauer: 0

Tor: 1:0 Ghawilu (46.)

Gelbe Karten: Laux (14.), Cestic (58.), Nottbeck (90.) - Königs (16.), Wendel (30.), Rodrigues Pires (34.), Pytlik (50.), Studtrucker (74.)

Gelb-Rote Karte: Königs (21.)

Eckenverhältnis: 2:6

Schiedsrichter: Patrick Holz / Assistenten: Lasse Lütke-Kappenberg, Armin Sieber

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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