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Dienstag, 24.11.2020 -

1. Mannschaft

„Mir gefällt es in Wuppertal sehr gut und die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen“

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit Kevin Rodrigues Pires

In der Unterbrechung, die sich aufgrund der Corona-Fälle in unserem Team und in dem des SV Straelen Mitte Oktober ergab, nahm die neunzehn54-Redaktion für Ausgabe 4 des WSV-Stadionmagazins Kontakt zu unserem Sommerneuzugang Kevin Rodrigues Pires auf, um ihn euch im „Eins zu Eins“ vorzustellen. Der 29-jährige wechselte Ende August vom Drittligaabsteiger Preußen Münster zum WSV. In den ersten neun Spielen der aktuellen Regionalliga West - Saison stand unsere Nummer 20 immer in der Startaufstellung, überzeugte sofort und fiel durch seine starken Standards sowie durch fünf Torvorlagen auf. Der gebürtige Kölner absolvierte insgesamt vier Spielzeiten in der 3. Liga, bringt sehr viel Erfahrung mit und möchte es jetzt noch mal wissen.

Kevin Rodrigues Pires erblickte 1991 in Köln das Licht der Erde und wohnt auch aktuell in der Rheinmetropole, so dass er von dort zu uns nach Wuppertal pendelt. Die erste Station des jungen Rheinländers war unser aktueller Ligakonkurrent Fortuna Köln. Anschließend wechselte „Piro“, wie er auch genannt wird, die Rheinseite und schloss sich der Werkself in Leverkusen an. Auf diese Station folgte der 1. FC Köln. Der letzte Verein im Jugendbereich war die Alemannia aus Aachen. Dort lief es für den quirligen Halb-Portugiesen so gut, dass er zu einem Trainingscamp der Nationalmannschaft mit insgesamt vierzig Spielern, die alle unter 18 Jahre alt waren, eingeladen wurde. „Dort habe ich die Chance genutzt, mich zu beweisen und zwei Wochen darauf gab es ein kleines Turnier mit Portugal, Deutschland, Finnland und den USA“, erinnert sich Kevin, der gerne an die Zeit zurückdenkt: „Das war ein unbeschreibliches Gefühl, denn sein Land zu präsentieren ist einfach der Wahnsinn. Da fehlen mir immer noch die Worte. Da war meine Familie aus Portugal vor Ort, meine Eltern und meine Tante aus Deutschland, die zugeschaut haben, und ich denke sehr gerne an die Zeit zurück.“

Nach der A-Jugend Bundesliga bei den Kaiserstädtern wechselte der 1,70 Meter große Mittelfeldspieler ins Ruhrgebiet und spielte für zwei Saisons beim Bundesliganachwuchs des FC Schalke 04. In den ersten beiden Spielzeiten im Seniorenfußball kam Kevin auf 45 Einsätze in der Regionalliga West und schoss fünf Tore für den „Knappennachwuchs“. Die folgenden zwei Spielzeiten blieb er dem Ruhrgebiet treu und trug fortan die rot-weißen Trikotfarben: Für Rot-Weiß Essen absolvierte „Piro“ 60 Spiele, schoss insgesamt zwölf Tore und legte weitere elf Treffer für seine Mitspieler auf.

Aufstiegsrelegation und unvergessene DFB-Pokalspiele

In der Saison 2014/2015 war der zentrale Mittelfeldspieler bei den Sportfreunden aus Lotte aktiv und kam dort auf 26 Einsätze, wobei er im Mittelfeld zusammen mit unserem Sommerneuzugang Tim „Wendler“ Wendel spielte. Nach einem Jahr in Lotte ging es für eine halbe Spielzeit zum TSV Steinbach-Haiger, wo Kevin 15 Begegnungen in der Hinrunde bestritt, ehe er im Januar 2016 zu den Sportfreunden aus Lotte zurückkehrte, mit denen er Meister in der Regionalliga West wurde. Nach einem 0:0 im Relegations-Hinspiel gegen Waldhof Mannheim und einem 2:0-Auswärtssieg in Baden-Württemberg stiegen die Westfalen auf und spielten ab Sommer 2016 in der eingleisigen 3. Liga.

Im ersten Jahr in der 3. Liga schenkte Trainer Ismail Atalan dem Mittelfeldspieler 25 Mal das Vertrauen und Kevin Rodrigues Pires dankte es ihm mit jeweils drei Toren und drei Vorlagen. Doch nicht nur in der 3. Liga machten die Sportfreunde durch das Erreichen des Klassenerhalts in der ganzen Republik auf sich aufmerksam, sondern auch im DFB-Pokal, wo sie die Bundesligisten Werder Bremen und Bayer Leverkusen sowie den Zweitligisten 1860 München ausschalteten. Der Traum vom Pokalfinale in Berlin platzte erst im Viertelfinale gegen den damaligen Champions League - Teilnehmer und anschließenden DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund. Die Siege im DFB-Pokal zählt Kevin - zusammen mit dem Drittliga-Aufstieg mit den Sportfreunden Lotte - zu seinen größten Erfolgen.

Nach zwei Jahren in der 3. Liga bei den Sportfreunden Lotte schloss sich Kevin Rodrigues Pires im Sommer 2018 dem Drittligisten Preußen Münster an. Dort schlug er ebenfalls ein und kam auf 35 Spiele für den SCP. In der abgelaufenen Saison 2019/2020 absolvierte Kevin 31 Partien, doch seine drei Tore und drei Vorlagen reichten nicht zum Klassenerhalt und so stand am Ende der Saison für Preußen Münster der bittere Gang in die Regionalliga an.

Sehr guter Zusammenhalt und eine brutale Gemeinschaft

Durch Stephan Küsters, den Kevin schon lange kennt, entstand der Kontakt zum WSV. Der Mittelfeldspieler erzählt, dass er sich im letzten Sommer im Training beim WSV zunächst eigentlich lediglich fit halten wollte, doch schließlich gefiel es ihm im Tal so gut und die kurze Entfernung zu seinem Wohnort war ebenfalls ein Pluspunkt, so dass sich alles anders entwickelte als geplant: Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb an der Hubertusallee einen Vertrag.

Über die ersten Wochen im Training mit der neuen Mannschaft berichtet er folgendes: „Mir gefällt es in Wuppertal sehr gut und die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, wie auch der Verein allgemein. Ich habe gemerkt, dass in der Mannschaft eine brutale Gemeinschaft steckt, dass der Zusammenhalt sehr, sehr gut ist und dass es so etwas nicht überall gibt.“ Nicht nur von seinen Mitspielern und den Verantwortlichen im Verein schwärmt er, sondern auch die Fans haben es ihm angetan: „Man hat gemerkt, was für unglaubliche Fans Wuppertal hat. Alleine die 500 Zuschauer, die zuletzt im Stadion waren - das war schon top, wie die uns gepusht haben. Da freue ich mich auf mehr, wenn irgendwann mal wieder mehr Zuschauer ins Stadion dürfen.

Im November wird Nachwuchs erwartet

Über den Saisonstart erzählt er: „Zurzeit spielen wir einen sehr guten Fußball und holen die nötigen Punkte. Am Anfang der Saison haben wir leider ein paar Punkte liegen gelassen, wenn man zum Beispiel das Spiel gegen Münster mit dem 1:1 am Schluss nimmt oder das Spiel in Lippstadt, in dem wir 2:1 führen. Am Anfang hat uns vielleicht die Konstanz gefehlt, die wir mittlerweile in unserem Spiel haben und ich hoffe, dass es so weitergeht.“ Sein Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen und weiterhin gesund zu bleiben.

Kevins Lieblingsverein ist der 37-malige portugiesische Meister Benfica Lissabon. Sein sportliches Vorbild ist der 94-malige Nationalspieler Portugals, Rui Costa, der ebenfalls für Benfica Lissabon spielte. Wenn der Linksfuß nicht auf dem Fußballplatz steht, verbringt er sehr gerne und viel Zeit mit seiner Familie. „Ich bin sehr, sehr gerne mit meiner Familie unterwegs. Ich bin schon immer ein Familienmensch gewesen und deswegen wird das auch immer so bleiben“, so der dribbelstarke Sommerneuzugang. Trotz Corona wird das Jahr 2020 im Hause Rodrigues Pires immer in positiver Erinnerung bleiben, denn der 29-jährige und seine Freundin Lara erwarten im November ihr erstes Kind.

Wir bedanken uns bei Kevin Rodrigues Pires, dass er sich die Zeit für unsere Fragen genommen hat und drücken ihm die Daumen für die Zukunft, sowohl auf als auch neben dem Fußballplatz. Dazu gerade in der aktuellen schweren Phase Gesundheit, alles erdenklich Gute für die Geburt seines ersten Kindes und eine erfolgreiche Zeit im Dress des Wuppertaler Sportvereins. Viel Spaß weiterhin bei uns im Bergischen Land!

Quelle: neunzehn54

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