MENÜ
26
Sep
SCP
14:00
WSV
Anzeige
Mittwoch, 25.11.2020 -

1. Mannschaft

WSV kassiert hohe Niederlage in Essen

1:0-Führung durch Beyhan Ametov und gute erste Halbzeit am Ende wertlos

Westschlager am 17. Spieltag der Regionalliga West! Der WSV war am Mittwochabend zu Gast an der Essener Hafenstraße und die Ausgangslage war einigermaßen deutlich: Rot-Weiss Essen grüßte vor dem Spiel mit 34 Punkten aus 14 Spielen von der Tabellenspitze, wobei die U23 von Borussia Dortmund auf Rang 2 bei zwei Punkten Rückstand ein Spiel weniger absolviert hatte. Ganze 19 Punkte trennten RWE und den WSV vor der Begegnung, so dass die Rot-Blauen als Außenseiter nach Essen fuhren.

WSV-Trainer Alexander Voigt nahm lediglich eine Änderung im Vergleich zum Lotte-Heimspiel vor: Marco Königs kehrte nach seiner abgesessenen Gelb-Rot-Sperre in die Startformation zurück, für ihn nahm Gianluca Marzullo zunächst auf der Bank Platz. Ansonsten begann dieselbe Elf, die gegen die Sportfreunde Lotte zuletzt einen 2:0-Heimsieg eingefahren hatte. Bei Gastgeber Rot-Weiss Essen wurde vor dem Anpfiff verkündet, dass Stammtorhüter Daniel Davari aufgrund eines positiven Corona-Tests zu Hause in Quarantäne verbleiben musste, so dass das Tor von Jakob Golz gehütet wurde. Der WSV spielte in blauen Trikots, roten Hosen sowie blauen Stutzen und trug Trauerflor zu Ehren der am 20. November im Alter von 88 Jahren verstorbenen Sturmlegende Erich „Sonny“ Haase. Die Gastgeber liefen komplett in weiß auf.

Der WSV begann ähnlich couragiert wie schon im letzten Heimspiel gegen Lotte - und belohnte sich diesmal früh: Nach einem Pass aus dem Mittelfeld drang Marwin Studtrucker halb rechts in den gegnerischen Sechzehner ein und fand den links mitgelaufenen Beyhan Ametov. Dieser behielt frei vor Jakob Golz die Nerven - 1:0 für Rot-Blau in der 5. Minute! Der WSV hielt im Folgenden giftig dagegen, doch der Tabellenführer fand die schnelle Antwort. Nach einer Kombination über rechts wurde der Ball im Sechzehner zurückgelegt auf Simon Engelmann und der Essener Torjäger verwandelte in der 10. Minute sicher zum 1:1-Ausgleich. Der WSV blieb aber mutig und suchte die Umschaltaktionen. Beyhan Ametov dribbelte halb links in den gegnerischen Sechzehner, bediente Joey Paul Müller, doch dessen Schuss auf die kurze Ecke wurde von Jakob Golz pariert (17. Minute). In der 23. Minute die dritte Ecke der Gastgeber: Nachdem einige Rot-Blaue die Gelegenheit verpassten, den Ball zu klären, landete die Kugel erneut bei Simon Engelmann - 2:1 für den Tabellenführer, der bis dahin eine beeindruckende Effektivität an den Tag gelegt hatte. Es entwickelte sich im Folgenden eine Partie, in der Rot-Weiss Essen zwar mit spielerischer Qualität bemüht war, das Spiel zu bestimmen, doch da der WSV den Gegner weitestgehend vom eigenen Tor fern hielt, blieb es bei drei Essener Schüssen von außerhalb des Strafraums (25., 32., 43. Minute), die Niklas Lübcke allesamt stark parierte, zwei davon zur Ecke. Der WSV hielt kämpferisch voll dagegen und suchte seinerseits Akzente in der Offensive. In der 43. Minute setzte Jonas Erwig-Drüppel einen Kopfball knapp rechts am Tor vorbei. Dann war Halbzeit. Der WSV hatte sich auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer präsentiert und man hatte das Gefühl, dass etwas mehr als der knappe 1:2-Pausenrückstand möglich gewesen wäre.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte wiederum den Gästen. Marwin Studtrucker marschierte zentral mit Ball Richtung gegnerisches Tor und wurde von Daniel Heber an der Strafraumkante zu Fall gebracht. Beyhan Ametov schoss den fälligen direkten Freistoß auf die Torwartecke, Jakob Golz konnte den Ball nicht klären und Marwin Studtrucker setzte den schwierigen Abpraller über das Tor. Essen blieb weiter brutal effektiv. Die siebte Ecke der Hausherren landete auf dem Kopf von Dennis Grote, der den Ball in die lange Ecke verlängerte - 3:1 in der 52. Minute. Mehrere Spieler in rot-blau hatten in der Szene ein Schieben gesehen, Torhüter Niklas Lübcke bekam von Schiedsrichter Fasihullah Habibi wegen Reklamierens die gelbe Karte gezeigt. In der 58. Minute nahm Trainer Alexander Voigt einen Doppelwechsel vor. Noah Salau kam als neuer Rechtsverteidiger ins Spiel, Semir Saric rückte dafür nach rechts vorne und Gianluca Marzllo unterstützte fortan Marco Königs als zweiter Stürmer. In der 66. Minute der nächste Doppelwechsel beim WSV: Daniel Grebe und Viktor Maier ersetzten Marwin Studtrucker und Marco Königs. Auch Rot-Weiss Essen brachte einen frischen Spieler. Und der Stadionsprecher hatte die Wechsel noch nicht vollstädnig durchgegeben, da nahm Simon Engelmann erneut Maß - 4:1 in der 67. Minute. Nun war es natürlich schwierig für unsere Jungs, gegen einen immer stärker werdenden Gegner zurück ins Spiel zu kommen. Eine flache Hereingabe von Tolga Cokkosan von links setzte Gianluca Marzullo im Strafraum per Direktabnahme links neben das Tor (69. Minute). Je länger das Spiel dauerte, desto mehr spielte Rot-Weiss Essen nun seine ganze Klasse aus, ließ Ball und Gegner laufen und kombinierte sich immer wieder gefährlich vor das Tor. In der 82. Minute zielte der eingewechselte Oguzhan Kefkir mit einem Flachschuss an den rechten Pfosten, beim Abpraller stand wiederum Simon Engelmann goldrichtig - 5:1. Und noch bitterer wurde es, als der eingewechselte Marcel Platzek in der 89. Minute sogar auf 6:1 erhöhte.

Knapp 55 Minuten lang auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer agiert zu haben, war am heutigen Abend letztlich nicht ausreichend. Der WSV musste zunächst der beeindruckenden Effektivität des Gegners, insbesondere von Torjäger Simon Engelmann, Tribut zollen und hatte es nach dem 1:4 dann schwer, dagegen zu halten und ins Spiel zurück zu finden.

Beyhan Ametov, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, zog nach der Partie folgendes Fazit: „Ich glaube, wir haben richtig gut angefangen und waren direkt gut drin im Spiel. Dann machen wir das 1:0, das auch richtig gut herausgespielt war. Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir erstmal kompakt stehen wollen, dass wir aber auch mutig sein und Nadelstiche nach vorne setzen wollen. Das hat in der ersten Halbzeit auch gut funktioniert. Aber wir kassieren das 1:1, was genauso unnötig war wie das 1:2. In der zweiten Halbzeit sind wir leider komplett eingesunken. Ich weiß nicht, wieso, denn wir waren eigentlich gut drin im Spiel. Am Ende verlieren wir meiner Meinung nach viel zu hoch. Wir verteidigen nicht konsequent und müssen vorne einfach mutiger spielen, dann hätten wir in der zweiten Halbzeit nicht so viele Tore kassiert. Es bringt jetzt nichts, wir müssen weitermachen und Samstag ist das nächste Spiel, das müssen wir gewinnen."

Auch Kevin Pytlik sah in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel der Rot-Blauen: „Bis zum 1:2 und auch danach haben wir ein ordentliches Spiel gemacht und zur Halbzeitpause ist noch alles drin für uns. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wird Tim Wendel beim Eckball vor dem Gegentreffer zum 1:3 geschubst. Nichtsdestotrotz dürfen wir uns danach nicht so abschlachten lassen, da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen. Es tut mir unheimlich leid für unsere Fans, da wir wissen, wie wichtig Spiele gegen RWE sind.“

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV am kommenden Samstag, den 28. November 2020 gegen den SC Wiedenbrück. Anstoß im Stadion am Zoo ist um 14:00 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Rot-Weiss Essen:

22 Jakob Golz – 21 Sandro Plechaty, 14 Daniel Heber, 24 Alexander Hahn, 7 Kevin Grund – 6 Dennis Grote (73. 18 Amara Conde), 5 Marco Kehl-Gomez (78. 9 Marcel Platzek), 33 Joshua Endres (73. 29 Jan Neuwirt) – 8 Cedric Harenbrock, 11 Simon Engelmann, 30 Isaiah Young (66. 38 Oguzhan Kefkir)

Trainer: Christian Neidhart

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Niklas Lübcke – 7 Semir Saric, 5 Tjorben Uphoff, 27 Kevin Pytlik, 22 Tolga Cokkosan – 30 Tim Wendel (58. 26 Gianluca Marzullo), 6 Joey Paul Müller, 11 Jonas Erwig-Drüppel (58. 21 Noah Salau), 18 Marwin Studtrucker (66. 8 Daniel Grebe), 9 Beyhan Ametov – 48 Marco Königs (66. 10 Viktor Maier)

Trainer: Alexander Voigt

Zuschauer: 0

Tore: 0:1 Ametov (5.), 1:1 Engelmann (10.), 2:1 Engelmann (23.), 3:1 Grote (52.), 4:1 Engelmann (67.), 5:1 Engelmann (82.), 6:1 Platzek (89.)

Gelbe Karten: Heber (47.) - Saric (13.), Lübcke (53.)

Eckenverhältnis: 11:4

Schiedsrichter: Fasihullah Habibi / Assistenten: Dr. Thomas Dickmann, Michael Menden

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

Rot-Weiss Essen - WSV 20/21

Fotos von: Gunnar Frankenberg

×