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Sep
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14:00
VfB
Samstag, 28.11.2020 -

1. Mannschaft

WSV verliert auch gegen Wiedenbrück

Zwei Szenen nach einer Viertelstunde entscheiden das Spiel

Nach der bitteren 1:6-Niederlage in Essen hat der WSV am Samstagnachmittag die Wiedergutmachung verpasst. Nach der frühen Führung für die Gäste und der roten Karte gegen Kevin Pytlik reichte den Gästen eine mittelmäßige Leistung, um die drei Punkte mit nach Ostwestfalen zu nehmen.

WSV-Trainer Alexander Voigt stellte nach der Niederlage am Mittwoch in Essen um: Tjorben Uphoff spielte erstmals im defensiven Mittelfeld und sollte neben Tim Wendel für zusätzliche Stabilität sorgen. Noah Salau nahm Uphoffs Platz in der Innenverteidigung ein, Joey Müller rückte für den verletzten Tolga Cokkosan auf die Linksverteidigerposition. Gianluca Marzullo begann rechts offensiv, Jonas Erwig-Drüppel rechts defensiv und Semir Saric nahm zunächst auf der Bank Platz. Wiedenbrücks Trainer Daniel Brinkmann, dessen Mannschaft mit 27 Toren offensiv zu den gefährlichsten, mit 23 Gegentoren aber auch zu den anfälligsten Mannschaften der Liga gehört, nahm nach dem 0:0 am Mittwoch gegen den VfB Homberg nur eine Änderung vor: Leon Tia ersetzte David Hüsing auf der Rechtsverteidiger-Position.

Der WSV vergab die Chance zur Führung, Wiedenbrück nicht

Nach einer umkämpften Anfangsphase mit leichten Feldvorteilen für Wiedenbrück kam der WSV in der achten Minute zur ersten guten Chance des Spiels: Nach einer Ecke der Gäste kam der Ball zu Marwin Studtrucker, der sofort umschaltete und nach einem schönen Doppelpass mit Jonas Erwig-Drüppel links in den Strafraum der Gäste eindrang. Nur noch einen Gegenspieler vor sich, schlug Studtrucker einen Haken und schlenzte den Ball in Richtung lange Ecke - doch Marcel Hölscher konnte auf Kosten eines Eckballs klären. Das war die große WSV-Chance auf eine frühe Führung! Stattdessen Wiedenbrück: Nach einem Einwurf auf Höhe der Strafraumkante bekam der WSV den Ball nicht unter Kontrolle, Kaptan genoß zu viel Platz und zog trocken aus dem Hintergrund ab, Lübcke hatte keine Chance - 0:1 (15. Minute).

Wieder in Unterzahl

Den fälligen Anstoß vertändelte der WSV dann gleich wieder, Tabaku eroberte den zu kurz geratenen Pass im Mittelfeld und sprintete direkt in Richtung WSV-Tor. Kevin Pytlik setzte zur Grätsche an, kam zu spät und traf nur den Gegenspieler - Notbremse, rote Karte (16.). Dadurch hatte sich der Plan, mit Uphoff im Mittelfeld für zusätzliche Stabilität zu sorgen, schon nach einer Viertelstunde erledigt und der WSV musste wie vor zwei Wochen in Köln wieder 75 Minuten in Unterzahl dagegenhalten. Uphoff rückte in der Folge für Pytlik zurück in die Innenverteidigung, kurz darauf kam Daniel Grebe für Beyhan Ametov ins Spiel. Wiedenbrück zog sich jetzt etwas zurück, der WSV versuchte mit viel Lauf- und Kampfbereitschaft die zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen. Spielerisch funktionierte jedoch nicht viel, die hohen Bälle auf Königs waren zumeist leichte Beute für die Wiedenbrücker Defensivspieler. Trotzdem kam der WSV vor der Pause zu Möglichkeiten: Nach einer Flanke von Erwig-Drüppel in den Rückraum nahm Ametov den Ball direkt, schoss aber weit über das Tor. Einige Minuten später ergrätschte Königs einen schon im Aus geglaubten Ball auf der rechten Seite und spielte diesen auf den einlaufenden Marzullo, der - noch fünf Gegenspieler vor sich - aus 25 Metern abzog, mit seinem platzierten Schuss aber leider nur den linken Pfosten traf. Eine weitere Flanke von Erwig-Drüppel traf Studtrucker wenige Meter vor dem Tor in aussichtsreicher Position nicht komplett.

Nach der Pause schwanden beim WSV die Kräfte

In der zweiten Hälfte schwanden beim WSV mit zunehmender Zeit die Kräfte. Wiedenbrück bekam dadurch immer mehr die Kontrolle über das Spiel und gelangte zu einigen Möglichkeiten, agierte jedoch nicht zielstrebig genug oder scheiterte am gut reagierenden Lübcke. Erst in der Schlussphase gelang es dem WSV wieder, das Spiel in die Hälfte der Gäste zu verlagern. Außer einem Schuss des eingewechselten Semir Saric aus 16 Metern, der wohl genau gepasst hätte, aber abgefälscht wurde, ergaben sich jedoch keine klaren Gelegenheiten mehr. Am Ende verlor der WSV das fünfte der letzten sechs Spiele und ist jetzt mitten im Abstiegskampf angekommen.

Unserem dienstältesten Spieler, Daniel Grebe, stand nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: „Von Beginn an hat unsere Einstellung nach dem Essen-Spiel gestimmt und dann fallen wir eine Minute in einen Tiefschlaf, wo wir erst in Rückstand und dann in Unterzahl geraten. Kämpferisch war unsere Leistung auch danach in Ordnung, wir befinden uns aber im nackten Überlebenskampf, da wir einfach keine Punkte holen.“ Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen gestand unsere Nummer 8 ein: „Wir befinden uns in einer ganz schlimmen Krise, aus der wir schnellstmöglich wieder herauskommen müssen. Wir arbeiten tagtäglich daran und sind selbst unzufrieden. Dass auch unser Umfeld und unsere Fans unzufrieden sind, kann ich absolut nachvollziehen, auch wenn wir heute mit zehn Mann auf Augenhöhe agiert und alles rausgehauen haben. Aber das ist einfach zu wenig.“ Der 33-jährige sah in der zweiten Halbzeit weniger Offensivaktionen als noch vor dem Pausentee: „Die Halbzeitpause hat uns nicht gutgetan. Wiedenbrück hat sich besser auf das Spiel gegen zehn Mann eingestellt und es dann auch in der zweiten Halbzeit gut gemacht. Sie haben dann nicht mehr viel von uns zugelassen."

Torhüter Niklas Lübcke attestierte seinen Vorderleuten einen großen Kampf: „Wir kommen denkbar schlecht in das Spiel rein. Bekommen mit dem ersten Schuss direkt das Gegentor und direkt im Anschluss die rote Karte. Da haben wir uns einfach nicht schlau angestellt. Danach haben wir uns gut gefangen und wir haben auch in Unterzahl gut Fußball gespielt. Wir haben uns in der ersten Halbzeit Chancen erarbeitet, diese aber nicht genutzt. In der zweiten Halbzeit haben wir total gekämpft und alles reingeworfen. Ich tue mich schwer damit, zu sagen, dass es nicht sein sollte, weil wir es immer in der eigenen Hand haben. Wir haben alles gegeben, wir haben gekämpft, der Ball ist nicht reingeflogen. Wir müssen am Mittwoch dreifach punkten."

Kevin Pytlik sah die Szene, die zu seinem Platzverweis führte, wie folgt: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Ball von Uppe auf mich so kurz kommt. So war der Wiedenbrücker Stürmer näher zum Ball als ich. Somit muss ich meinem Gegenspieler hinterher und gehe zum Ball, weil ich denke, dass ich ihn spielen kann. Leider treffe ich dabei auch den Spieler, so dass die rote Karte schon gerechtfertigt ist.“

Mittelstürmer Gianluca Marzullo musste vor der Halbzeitpause verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. Kurz nach dem Rückstand hatte er sogar die Ausgleichschance, traf mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze aber nur den linken Torpfosten. „Das war schon ärgerlich. Ich schieße direkt und mit etwas Glück geht der Ball ins Tor,“ so unsere Nummer 26. Zu seiner Auswechslung sagte Gianluca: „Ich habe einen Schlag gegen die Hüfte bekommen und konnte mich danach nicht mehr bewegen."

Das nächste Ligaspiel, ebenfalls im Stadion am Zoo, bestreitet der WSV am kommenden Mittwoch, den 2. Dezember 2020 gegen den SV Straelen. Anstoß zur Nachholbegegnung des 11. Spieltags ist um 19:30 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Niklas Lübcke – 11 Jonas Erwig-Drüppel (75. 13 Joelle Tomczak), 27 Kevin Pytlik, 21 Noah Salau, 6 Joey Paul Müller – 5 Tjorben Uphoff, 30 Tim Wendel (57. 4 Daniel Nesseler), 26 Gianluca Marzullo (45. 7 Semir Saric), 18 Marwin Studtrucker, 9 Beyhan Ametov (21. 8 Daniel Grebe) – 48 Marco Königs

Trainer: Alexander Voigt

Aufstellung SC Wiedenbrück:

1 Marcel Hölscher – 20 Leon Tia, 13 Oliver Zech (82. 15 Robin Twyrdy), 4 Durim Berisha, 11 Daniel Latkowski – 26 Hendrik Lohmar (76. 5 Tim Geller), 22 Lukas Demming, 14 Saban Kaptan (64. 3 Bjarne Pudel) – 17 Niklas Szeleschus, 7 Xhuljo Tabaku, 10 Phil Beckhoff (58. 23 David Hüsing)

Trainer: Daniel Brinkmann

Zuschauer: 0

Tor: 0:1 Kaptan (14.)

Gelbe Karten: Marzullo (38.), Wendel (45.) - Kaptan (24.), Szeleschus (45.)

Rote Karte: Pytlik (15.)

Eckenverhältnis: 3:5

Schiedsrichter: Jonathan Lautz / Assistenten: Tobias Severins, Waldemar Stor

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

WSV - SC Wiedenbrück 20/21

Fotos von: Gunnar Frankenberg

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