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23
Jan
WSV
14:00
SVL
Samstag, 19.12.2020 -

1. Mannschaft

0:3-Niederlage in Dortmund zum Jahresabschluss

Kampf und Einstellung brachten keine Punkte ein

Am letzten Spieltag der Hinrunde absolvierte unsere Mannschaft das letzte Punktspiel des Jahres 2020 bei der U23 von Borussia Dortmund. Gespielt wurde nicht wie gewöhnlich in der altehrwürdigen Kampfbahn Rote Erde, sondern auf Platz 1 des BVB-Trainingszentrums. Die Ausgangslage vor der Begegnung hätte kaum unterschiedlicher sein können: So hatte der BVB nach 17 absolvierten Saisonspielen schon vierzig Punkte auf dem Konto, erzielte die meisten Tore in der Regionalliga West und rangierte in Schlagdistanz zum Tabellenführer. Der WSV dagegen belegte nach 18 ausgetragenen Begegnungen mit 16 Zählern Tabellenplatz 18. Seitdem der neue Cheftrainer Björn Mehnert das Ruder an der Wupper übernommen hat, gab es einen Punkt beim Gastspiel in Bonn und am letzten Mittwoch reiste die Mannschaft mit leeren Händen aus Bergisch Gladbach zurück ins Tal.

Im Vergleich zum Spiel am Mittwoch ergaben sich vier Wechsel in der Startformation. Da Tjorben Uphoff, Kevin Rodrigues Pires und Tim Wendel sich jeweils die fünfte gelbe Karte eingehandelt hatten, musste Björn Mehnert reagieren und schickte Joey Paul Müller (der sich zuletzt in Quarantäne befand), Daniel Grebe und Tolga Cokkosan von Beginn an aufs Feld. Dazu nahm er noch einen Torwartwechsel vor und schenkte dem zwischenzeitlich verletzten Daniel Szczepankiewicz wieder das Vertrauen, während Niklas Lübcke auf der Bank Platz nehmen musste. Anstelle von Tjorben Uphoff führte dessen Stellvertreter, Daniel Grebe, die Mannschaft als Spielführer aufs Feld. Schiedsrichter der Partie war Patrick Holz aus Münster. Der WSV spielte in komplett blauer Ausrüstung - bis auf Torwart Daniel Szczepankiewicz, der komplett in orange auflief. Der Gastgeber spielte in gelben Trikots, schwarzen Hosen und hatte die erste Ballberührung beim Anstoß.

In den ersten Minuten schenkten sich beide Mannschaften im Mittelfeld nichts und so kam Daniel Grebe nach einem gewonnenen Zweikampf nach 10 Minuten zum ersten Torabschluss für den WSV, der allerdings am linken Pfosten vorbeiging und somit nichts einbrachte. Der WSV stand kompakt und ließ gegen eine Spitzenmannschaft wie die U23 von Borussia Dortmund kaum etwas zu - bis zur 23. Minute: Steffen Tigges kam zentral aus 18 Metern zum Abschluss. Daniel Szczepankiewicz ließ sich von dem Schuss überraschen und auf dem falschen Fuß erwischen. Mit der Fußspitze versuchte unsere Nummer 28 noch, den Ball zur Ecke zu lenken, musste die Kugel aber anschließend aus dem Netz fischen - 0:1. Nach der zweiten Ecke für die Bergischen kam Kapitän Daniel Grebe zum Schuss, setzte den Ball aber über das Tor (26.). In der 35. Minute bediente Torschütze Steffen Tigges den mitgelaufenen Kolbeinn Finnsson, der zum Abschluss im Strafraum kam, doch dieses Mal parierte Daniel Szczepankiewicz in letzter Sekunde mit einer Glanzparade zur zweiten Ecke für die Gastgeber. In der 44. Minute ein Freistoß für den WSV von der linken Außenbahn: Nachdem Beyhan Ametov sieben Minuten vorher noch mit einem Direktschuss das Tor verfehlt hatte, suchte er diesmal aus ähnlicher Position per Flanke einen Mitspieler, doch letztlich klärte ein Akteur in gelb-schwarzer Spielkleidung zur dritten Ecke für die Wuppertaler. Diese wurde von Semir Saric ausgeführt und sorgte nochmals kurz für Gefahr im Strafraum der Gastgeber, bis diese den Ball ins Seitenaus befördern konnten. Kurz darauf war Pause. Der WSV war gut in die Partie und in die Zweikämpfe gekommen, die Gastgeber hatten aber mehr vom Spiel und mehr Ballbesitz, so dass es letztlich nicht unverdient mit 1:0 für den BVB in die Halbzeit ging, wobei sich der WSV das Zwischenergebnis mit einem individuellen Fehler selbst zuzuschreiben hatte.

Mit unveränderten Mannschaften ging es in der zweiten Halbzeit bei Sonnenschein und bestem Fußballwetter weiter. Der WSV versuchte nun, das Spielgeschehen mehr in die Hand zu nehmen, doch oftmals fehlte der letzte Pass in die Spitze. So kamen die Gäste zwar nicht zu etwas Zählbarem, allerdings schafften sie es besser, die Dortmunder vom eigenen Tor fernzuhalten. In der 55. Minute kam das gestrige Geburtstagskind Joelle Tomczak für Jonas Erwig-Drüppel aufs Spielfeld. Der WSV setzte die Gastgeber immer besser und vor allem eher unter Druck und hatte mehr Ballbesitz als noch in der ersten Halbzeit. In der 64. Minute ergaben sich zwei Halbchancen nach zwei scharf hereingetretenen Ecken von Semir Saric, die jedoch letztlich nicht zum Torjubel führten. Die gute Phase des WSV endete abrupt in der 71. Minute: Keeper Daniel Szczepankiewicz verpasste die Chance, den Ball klar zu klären und über Umwege landete das Spielgerät beim zuvor eingewechselten Aday Ercan, der überlegt und sehr platziert im linken unteren Eck des WSV-Gehäuses einnetzte - 0:2. Dies hatte sich nicht unbedingt angedeutet, war der WSV zuvor doch gut im Spiel und stand solide in der Defensive. Auf den Nackenschlag reagierte Björn Mehnert in der 73. Minute mit der Einwechslung von Gianluca Marzullo für den heute glücklosen Marco Königs. Die Wuppertaler ließen sich nicht hängen, kämpften und versuchten - gerade über die Außen mit Beyhan Ametov sowie dem eingewechselten Joelle Tomczak - noch einmal zum Anschlusstreffer zu kommen. In der 81. Minute wechselte der WSV zum letzten Mal: Der gut spielende und zweikampfstarke Joey Paul Müller verließ das Feld und in den letzten Minuten kam mit Marwin Studtrucker ein weiterer Offensivspieler zum Zuge. Doch leider passierte nun in der Offensive beim WSV bis zum Schlusspfiff nicht mehr viel und als sich die meisten schon auf ein 2:0 für die Gastgeber eingestellt hatten, verlor der ansonsten sehr zweikampfstarke Daniel Nesseler ein entscheidendes Duell, so dass der BVB in einem Vier-gegen-zwei-Angriff den Weg in Richtung WSV-Gehäuse suchte und die Situation wie eine Spitzenmannschaft ausspielte. Am Ende bediente der Torschütze zum 1:0, Steffen Tigges, den zuvor eingewechselten Ansgar Knauff, dieser behielt die Nerven und erhöhte auf 3:0 für die Gastgeber. Kurz darauf war auch Schluss.

Der WSV zeigte eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Mittwoch-Spiel in Bergisch Gladbach, agierte kompakt, aggressiver und spielerisch verbessert. Die Dortmunder wurden ihrer eingangs erwähnten Favoritenrolle jedoch gerecht: Im Stile einer Spitzenmannschaft bestraften sie jeden Fehler des Gegners und brachten ihre Angriffe konsequent zu Ende, so dass es unter dem Strich für den WSV nichts zu holen gab.

Daniel Nesseler, der zum ersten Mal seit seiner langen Verletzungspause zu einem 90-minütigen Einsatz kam und die zentrale Position in der Fünfer-Abwehrkette spielte, sah den Spielverlauf wie folgt: „Wir haben zu Beginn gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten kompakt stehen mit der Fünferkette und davor noch einmal vier Leuten. Wir haben super vorgeschoben und gut verteidigt. Das erste Gegentor ist natürlich sehr unglücklich für uns und den muss der Torwart auch halten. Wir bleiben aber im Spiel. Aus unseren eigenen Standards haben wir dann jedoch zu wenig gemacht, da müssen wir einfach sehen, dass wir aus solchen Situationen mehr herausholen. Bis zum 0:2-Rückstand kann man unserer Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die Fehler, die zu unseren Gegentoren führten, darfst du so in der Regionalliga einfach nicht machen.“ Den Knackpunkt in der zweiten Halbzeit sah „Nesso“ so: „Wir wussten ganz genau: Gegen den Wind und gegen die Sonne, da musst du einfach spielen, gerade gegen einen Gegner, der so hoch presst. Ich suche die Fehler eigentlich nicht bei meinen Mitspielern, aber in der Situation hat unser Torhüter viel Zeit und muss den Ball einfach weghauen. Solche individuellen Fehler müssen wir einfach vermeiden. Nach der kurzen Winterpause müssen wir dranbleiben und uns da unten rauskämpfen.“

Die Analyse von Trainer Björn Mehnert nach dem Schlusspfiff fiel so aus: „Von der Einstellung her war es ein richtig gutes Spiel von uns. Auch von der Kompaktheit her haben wir es gut gemacht. Dortmund hatte zunächst keine guten Chancen und keine Ideen gegen unser 5-4-1. Der erste Schuss des BVB, der gar kein richtiger Schuss war, geht dann direkt rein. Dieser Fehler, den man so auch klar benennen muss, wirft uns dann natürlich zurück. Wir haben bewusst Dortmund den Ballbesitz überlassen, hatten aber auch selbst einige Standardsituationen, bei denen uns einfach das Quäntchen Glück, das Spielglück gefehlt hat, um erfolgreich zu sein - da treffen wir eigene Bälle aus 12, 13 Metern nicht richtig. Natürlich war Dortmund spielbestimmend, aber läuferisch haben wir das top gemacht, da stand eine andere Mannschaft als in Bergisch Gladbach auf dem Platz. Fakt ist aber auch, dass wir unsere Fehler abstellen müssen: Fußball ist ein Fehlerspiel und wer weniger Fehler macht, gewinnt das Spiel. Und da machen wir einfach zu viele von.“ Auf die kleine Druckphase Mitte der zweiten Halbzeit angesprochen, die mit einem Defensivfehler und dem Gegentor zum 0:2 abrupt endete, erläuterte „Mehne“: „Sachen, die wir besprochen hatten, wurden in dieser Situation nicht umgesetzt, an klare Absprachen wurde sich nicht gehalten und mit dem 0:2 war das Spiel dann fast gegessen. Da leisten wir uns eine Fehlerkette und damit ist man dann gegen Dortmund raus. Bis dahin habe ich immer dran geglaubt, dass wir bei 0:1-Rückstand zum Schluss noch einmal aufkommen und vielleicht die ein, zwei Situationen bekommen, um auszugleichen. Letztendlich ist es ein verdienter Sieg für die Gastgeber. Wenn wir aber die Fehler nicht machen, können wir hier vielleicht einen Punkt mitnehmen.“ Den Torwartwechsel von Niklas Lübcke zu Daniel Szczepankiewicz begründete Björn Mehnert so: „Der Plan war, dass wir mit seinen Bällen in die Halbräume hinter die fünf Dortmunder kommen, weil die auf der einen Seite alleine besetzt sind. Das haben wir zwei, drei Mal gut gemacht, hinterher dann aber auch gerade beim 0:2 nicht mehr.“ Auf die Pläne für die kurze Winterpause angesprochen, antwortete unser Trainer: „Wir werden uns mit den sportlich Verantwortlichen zusammensetzten. Bei meinem Antritt habe ich davon gesprochen, dass ich die zwei Wochen benötige, um mir einen Überblick zu verschaffen. Einen sehr guten Überblick habe ich jetzt und nun werden wir mit der sportlichen Leitung die Maßnahmen umsetzen, um ab dem 2. Januar zu resetten - auch für mich. Die drei Spiele habe ich dazu genutzt und dann legen wir richtig los.“

Unser sportliche Leiter, Stephan Küsters, zog nach dem Spiel folgendes Fazit: „Ich denke, heute haben wir eine Mannschaft gesehen, die 90 Minuten Vollgas gegeben hat - also genau das, was wir uns vorgestellt und vorgenommen haben. Aber wenn unser Torwart dann der beste Vorbereiter für Dortmund ist, dann ist das bitter und Torwartfehler werden eben bestraft von so einer Top-Mannschaft wie Dortmund. Vorher hat Dortmund glaube ich kein einziges Mal aufs Tor geschossen, dann waren das zwei Schüsse, zwei Tore. Ich denke, insgesamt kann man den Jungs absolut keinen Vorwurf machen. Sie haben alles rausgehauen, aber leider sich nicht belohnt." Auf die Frage, ob bei der eigenen Druckphase unmittelbar vor dem 0:2 vielleicht der letzte "Punch" in der Offensive gefehlt haben könnte, erklärte "Küste": „Gegen Dortmund gut zu verteidigen sowie dafür zu sorgen, dass sie nicht zu viele Räume haben - und gleichzeitig noch nach vorne zu spielen, das ist in unserer jetzigen Situation natürlich schwer und es ist nicht einfach, da die richtige Mischung zu finden. Es ist uns letztendlich nicht gelungen, vielleicht die ganz großen Torchancen herauszuspielen, aber Dortmund ist wie gesagt eine Top-Mannschaft, die sehr stark im Konter ist, deshalb war heute der Fokus, ihnen keine großen Lücken zu lassen und das hat die Mannschaft sehr, sehr gut gemacht. Ich bin froh, dass die Pause jetzt kommt und dass wir die Köpfe zusammenstecken und dann müssen wir zusehen, dass wir gestärkt aus der Winterpause kommen."

Der Wuppertaler SV und die neunzehn54-Redaktion wünschen allen WSVern trotz der derzeit schwierigen Umstände eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund!

Das erste Ligaspiel nach der Pause bestreitet der WSV am Samstag, den 16. Januar 2021 gegen Rot-Weiss Ahlen. Anstoß im Wersestadion - zum Wiedersehen mit Ex-Trainer Andreas Zimmermann - ist um 14:00 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Borussia Dortmund U23:

25 Luca Unbehaun - 5 Maximilian Hippe, 30 Niklas Dams, 4 Lennard Maloney - 2 Haymenn Bah-Traore (79. 11 Richmond Tachie), 31 Patrick Osterhage (57. 6 Aday Ercan), 23 Franz Pfanne, 20 Kolbeinn Finnsson (67. 36 Ansgar Knauff) - 19 Philipp Harlass (57. 37 Tobias Raschl), 14 Steffen Tigges, 9 Alaa Bakir

Trainer: Enrico Maaßen

Aufstellung Wuppertaler SV:

28 Daniel Szczepankiewicz - 11 Jonas Erwig-Drüppel (55. 13 Joelle Tomczak), 27 Kevin Pytlik, 4 Daniel Nesseler, 21 Noah Salau, 22 Tolga Cokkosan - 8 Daniel Grebe, 6 Joey Paul Müller (81. 18 Marwin Studtrucker), 7 Semir Saric, 9 Beyhan Ametov - 48 Marco Königs (73. 26 Gianluca Marzullo)

Trainer: Björn Mehnert

Zuschauer: 0

Tore: 1:0 Tigges (23.), 2:0 Ercan (71.), 3:0 Knauff (88.)

Gelbe Karten: Bakir (74.) - Grebe (85.)

Eckenverhältnis: 4:4

Schiedsrichter: Patrick Holz / Assistenten: Selim Erk, Cengiz Kabalakli

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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