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WSV
Samstag, 16.01.2021 -

1. Mannschaft

WSV startet mit 1:0-Sieg in Ahlen in das Jahr 2021

Neuzugang Burak Gencal trifft kurz vor Schluss

Am heutigen Samstag, den 16. Januar 2021 startete der WSV seine „Mission Klassenerhalt“ mit dem Auswärtsspiel bei Rot Weiss Ahlen. Die Begegnung des Tabellenvorletzten Ahlen gegen den Achtzehnten Wuppertal wurde schlussendlich auf Naturrasen im Wersestadion ausgetragen, nachdem zwischenzeitlich der Kunstrasen-Nebenplatz im Gespräch gewesen war.

Beim WSV hat in der kurzen Winterpause ein Kaderumbau stattgefunden, der dazu führte, dass mit Sebastian Patzler (Torwart), Moritz Römling, Christopher Schorch, Lars Bender und Burak Gencal gleich fünf Neuzugänge in Ahlen von Beginn an in der Startformation standen. Kapitän Tjorben Uphoff agierte als Sechser vor der Viererabwehrkette mit Bender, Schorch, Salau und Cokkosan. Das Mittelfeld - hinter der einzigen Sturmspitze Königs - bildeten Gencal, Rodrigues Pires (der die Rückennummer 10 von Viktor Maier übernommen hat), Saric und Römling. Trainer Björn Mehnert, für den es bereits die vierte Auswärtspartie in Folge seit seiner Amtsübernahme beim WSV war, musste verletzungsbedingt auf Kevin Pytlik, Beyhan Ametov und Neuzugang Lars Holtkamp verzichten.

Während Mehnert zu Beginn der Saison noch Trainer in Ahlen gewesen ist, kam es heute auf der anderen Seite zu einem Wiedersehen mit Ex-WSV-Coach Andreas Zimmermann, der nunmehr an der Seitenlinie der Rot Weissen steht. Mittelfeldspieler Jan Holldack, der 2017 für ein halbes Jahr das rot-blaue Trikot trug, musste verletzungsbedingt passen. Bei frostigen Temperaturen wurde die Partie geleitet von Schiedsrichterin Vanessa Arlt. Ihr zur Seite standen die Assistenten Jörn Schäfer und Lasse Lütke-Kappenberg. Der WSV spielte komplett in blau, die Gastgeber in rot-weißen Trikots, roten Hosen und roten Stutzen.

Wer im Abstiegskampf zwischen Rot Weiss Ahlen und dem Wuppertaler SV vielleicht einen fußballerischen Leckerbissen erwartet hatte, der bekam von Beginn an durch den tiefen, matschigen Rasen im Wersestadion einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es entwickelte sich ein echtes Kampfspiel, schwerpunktmäßig im Mittelfeld, in dem sich beide Mannschaften weitestgehend neutralisierten und beide Abwehrreihen das Geschehen größtenteils im Griff hatten. Nach einer Phase des Abtastens zu Beginn gelang es Semir Saric in der 7. Minute, nach Zusammenspiel mit Marco Königs von links in den gegnerischen Strafraum einzudringen, doch sein Schuss aufs kurze Eck konnte von Ahlen-Keeper Bernd Schipmann zum Eckball geklärt werden. Nach etwa einer Viertelstunde war auf der anderen Seite WSV-Torwart Sebastian Patzler nach einem Schuss von Philip Aboabye aus knapp 18 Metern zur Stelle und lenkte den Ball ebenfalls um den Pfosten. Die Partie verlief unter dem Strich ausgeglichen. Beide Teams mussten feststellen, dass Kombinationen über mehrere Stationen nur schwer möglich waren, so dass relativ früh mit langen, hohen Bällen operiert wurde, die wiederum die beiden Innenverteidigungen kaum vor Probleme stellten. Die größte Torchance der gesamten ersten Halbzeit hatte der WSV in der 21. Minute: Kevin Rodrigues Pires führte einen Eckball kurz auf Semir Saric aus. Nach dessen Flanke stieg am Fünfmeterraum Moritz Römling relativ frei zum Kopfball hoch, konnte jedoch nicht ausreichend Druck hinter den Ball bringen, so dass Schipmann zur Ecke klären konnte. Ansonsten zeigten sich beide Abwehrreihen auch bei Freistößen und Eckbällen des Gegners dominant, so dass es ohne weitere Aufreger mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeit ging.

WSV-Trainer Björn Mehnert schickte seine Mannschaft personell unverändert in die zweiten 45 Minuten. Und auch der Spielverlauf blieb weitestgehend identisch zur ersten Hälfte. Die Mannschaften lieferten sich einen intensiven Abnutzungskampf auf schwerem Geläuf. Positiv aus Gästesicht: Der WSV stand hinten sicher und ließ so gut wie nichts zu. In der 64. Minute traf Ahlens Romario Wiesweg den Ball im Strafraum nicht richtig, so dass dieser flach links am Gehäuse vorbei ging. Hektik in der 68. Minute: Nach einem Foulspiel im Mittelfeld zeigte Schiedsrichterin Vanessa Arlt dem vorbelasteten Moritz Römling die gelbe Karte, was Gelb-Rot und einen Platzverweis zur Folge gehabt hätte. Doch der Neuzugang hatte das Foulspiel gar nicht begangen, wovon sich die Unparteiische nach einigen Diskussionen überzeugen ließ und die Verwarnung an Tolga Cokkosan weiterreichte. In der 69. Minute brachte Mehnert Jonas Erwig-Drüppel für Moritz Römling ins Spiel - eine folgenschwere Entscheidung, wie sich zeigen sollte. Beide Mannschaften kämpften bis zum Ende und lauerten auf den „Lucky punch“ - und den sollte es dann tatsächlich auf der „richtigen“ Seite geben: In der 87. Minute verlängerte Marco Königs einen hohen Ball auf den linken Flügel. Dort drehte sich der eingewechselte Jonas Erwig-Drüppel um seinen Gegenspieler und brachte die Flanke mit dem rechten Fuß in den Strafraum. Burak Gencal stand mit seinen 1,72 Metern Körperlänge zentral acht Meter vor dem Tor frei und hatte wenig Mühe, zur 1:0-Führung der Gäste einzuköpfen! In der dreiminütigen Nachspielzeit musste Sebastian Patzler noch einmal sein ganzes Können aufbieten und einen Kopfball von Kevin Kahlert aus dem Winkel kratzen. Dann war Schluss und großer Jubel brach bei allen aus, die es mit dem WSV hielten!

Das erste Regionalligaspiel des Jahres 2021 und damit der erste Schritt in der „Mission Klassenerhalt“ endete mit einem dreifachen Punktgewinn des WSV. Nach dem Schlusspfiff durfte man vor allem eine konzentrierte und überzeugende Defensivleistung konstatieren. Auf schwer bespielbarem Untergrund war ansonsten großer Kampf angesagt, an dessen Ende sich unsere Mannschaft mit dem „Lucky punch“ belohnt hat.

Matchwinner Burak Gencal äußerte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden über den Auftaktsieg im Jahr 2021: „Es war ein kampfbetontes Spiel und wir haben sehr gut gekämpft und dagegengehalten. Wir wussten, wenn wir hinten die Null halten, kommt irgendwann unsere Chance auf das 1:0, weil wir eine starke Offensive haben. Es ist ein wichtiger Sieg für uns. Wir haben jetzt noch 20 weitere Spiele vor uns und gehen in jede Begegnung, um sie zu gewinnen. Heute war es ein erster Schritt für uns.“ Die Torentstehung in der 87. Minute und die Platzverhältnisse sah unsere Nr. 53 wie folgt: „Die Flanke von Jonas war sehr gut getimed und so war es gegen Ahlen in dieser Saison schon mein zweites Kopfballtor. Die Platzverhältnisse waren sehr schwierig, es war kaum möglich, Fußball zu spielen. Das wussten wir natürlich vorher und mussten deshalb viel mit langen Bällen spielen. Aber darauf waren wir gut eingestellt und es hat funktioniert.“

„Ich bin sehr zufrieden, dass wir hinten die Null gehalten und einen sehr wichtigen Sieg gelandet haben", so Innenverteidiger Noah Salau, der am heutigen Nachmittag erstmals gemeinsam mit Neuzugang Christopher Schorch in der Abwehrzentrale auflief. „Darauf können wir nun aufbauen und positiv in die nächsten Spiele gehen, nachdem wir vorher sehr lange nicht gewonnen hatten. Wir wollten hinten stabil stehen und vorne haben wir immer die Qualität, einen eigenen Treffer zu erzielen", so unsere Nr. 21, die zu den Platzverhältnissen feststellte: „Es ist klar, dass der Rasen nicht so ist wie im Sommer und daher haben wir heute die für uns beste Lösung gefunden.“

Torhüter Sebastian Patzler feierte sein Debüt für die Bergischen. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben die Platzverhältnisse angenommen, da ging nicht viel mit wunderschön Fußball spielen, das können wir sicherlich besser. Dafür haben wir die Tugenden auf den Platz gebracht, die wir gebraucht haben, um am Ende das Spiel zu gewinnen. In der ersten Halbzeit hatten wir schon durch Moritz Römling die große Möglichkeit, in Führung zu gehen, aber da ist der Ball leider noch nicht reingegangen. Hinten haben wir wenig zugelassen und nach dem 1:0 für uns ist es noch mal ein wenig kritisch geworden, weil Ahlen alles nach vorne geworfen hat", fiel sein Fazit zum Spiel aus. In der Nachspielzeit fischte unsere Nummer 31 einen Kopfball von Ahlens Kevin Kahlert aus dem Winkel und sicherte dem WSV die drei Punkte. „Ich kenne Kahlerts Kopfbälle noch aus Berliner Zeiten und wusste, dass ich da besonders aufpassen muss. Er hatte auch noch ein wenig die Schulter am Ball dran, so dass ich eine Chance hatte, dranzukommen. Insgesamt haben wir top verteidigt und am Ende auch aus meiner Sicht den Sieg verdient. Ich freue mich, dass ich helfen konnte, einen guten Start ins neue Jahr hinzulegen und hoffe natürlich, dass es jetzt so weiter geht", so „Patze“.

Trainer Björn Mehnert äußerte sich wie folgt zum Rückrundenauftakt: „Ich habe den Jungs schon in der Halbzeit gesagt, dass wenn wir die Null lange halten, ich überzeugt davon bin, dass noch ein Ball für uns reinfällt. Die Mannschaft hat sich für einen immensen Kampfgeist und viel Arbeit belohnt. Es war kein hochglücklicher, aber auch kein unverdienter Sieg, sondern ein Arbeitssieg.“ Die Defensive und endlich mal wieder ein Spiel ohne Gegentor waren der Garant für den ersten Auswärtsdreier seit über drei Monaten - damals war es ein 2:1 bei der U23 des FC Schalke 04. „Ich bin mit der gesamten Mannschaft zufrieden, wie sie gegen den Ball gearbeitet hat. Das fängt vorne bei Marco Königs an und hört hinten bei der Viererkette und Sebastian Patzler auf. Alle, die eingewechselt wurden, haben sich dann nahtlos eingefügt. Jonas Erwig-Drüppel gibt dann die Vorlage zum Siegtreffer. Das war eine tolle Aktion von ihm, eine tolle Flanke an den zweiten Pfosten, wo er gesehen hat, dass Burak Gencal da kommt. Und das „Kopfballungeheuer“ macht ihn weg", zeigte sich „Mehne“ mit dem Gesamtauftritt unserer Mannschaft zufrieden und stuft diesen wichtige Erfolg wie folgt ein: „Das war ein erster Schritt, den wir realistisch einschätzen. Wir heben jetzt nicht ab und es folgen noch 20 schwere Etappen!“

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV am kommenden Samstag, den 23. Januar 2021 gegen den SV Lippstadt. Anstoß im Stadion am Zoo ist um 14:00 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Rot Weiss Ahlen:

30 Bernd Schipmann - 7 Bennet Eickhoff, 31 Kevin Kahlert, 4 Rene Lindner, 32 Koray Kacinoglu – 15 Adrian Oeynhausen (46. 6 Yasin Altun), 23 Romario Wiesweg, 18 Sebastian Mai, 13 Ilias Anan (77. 19 Timon Schmitz), 29 Paolo Maiella (73. 26 Arda Nebi) - 2 Philip Aboagye (59. 8 Enes Güney)

Trainer: Andreas Zimmermann

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler - 28 Lars Bender, 15 Christopher Schorch, 21 Noah Salau, 22 Tolga Cokkosan - 5 Tjorben Uphoff (89. 6 Joey Paul Müller) - 53 Burak Gencal (93. 4 Daniel Nesseler), 7 Semir Saric (80. 13 Joelle Tomczak), 10 Kevin Rodrigues Pires, 3 Moritz Römling (69. 11 Jonas Erwig-Drüppel) - 48 Marco Königs

Trainer: Björn Mehnert

Zuschauer: 0

Tore: 0:1 Gencal (87.)

Gelbe Karten: Oeynhausen (11.) - Schorch (24.), Römling (33.), Cokkosan (68.), Küsters (Bank, 80.)

Eckenverhältnis: 5:8

Schiedsrichterin: Vanessa Arlt / Assistenten: Jörn Schäfer, Lasse Lütke-Kappenberg

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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