MENÜ
13
Mr
SVR
14:00
WSV
Samstag, 23.01.2021 -

1. Mannschaft

Hochverdientes 3:1 gegen Lippstadt

WSV startet mit 6 Punkten in die Rückrunde

Nach dem 1:0-Sieg in Ahlen gelang es dem WSV heute, im zweiten „6-Punkte-Spiel“ innerhalb einer Woche nachzulegen. Auf einem tiefen, schwer zu bespielenden Rasen auf dem Sportplatz Uellendahl vergab der WSV mehrere Großchancen, sicherte sich kurz vor Schluss aber doch noch den verdienten Sieg.

Wegen des Ausfalls von Tolga Cokkosan musste WSV-Trainer Björn Mehnert seine Startelf auf einigen Positionen umbauen: Der in Ahlen als Linksaußen aufgebotene Moritz Römling rutschte nach hinten auf Cokkosans Linksverteidiger-Position. Burak Gencal rückte für Römling ins linke Mittelfeld. Neu in die Startelf kam Joey Paul Müller, der neben Kevin Rodrigues Pires im zentralen Mittelfeld spielte. Kapitän Tjorben Uphoff agierte wiederum als einziger Sechser vor der Abwehr. Lippstadts Trainer Felix Bechtold nahm nach dem 3:1-Sieg am letzten Samstag gegen den VfB Homberg zwei Änderungen an der Startelf vor: Florent Berisha begann für den rot-gesperrten Cinar Sansar, Anton Heinz ersetze Valentin Henneke. Viktor Maier war nach seinem Wechsel von Wuppertal nach Lippstadt noch nicht spielberechtigt. 

Jedem der wenigen Anwesenden musste beim Betreten des Sportplatzes Uellendahl sofort der Zustand des Rasens ins Auge gefallen sein. In das gewohnt satte Grün mischten sich überall braune Matschklumpen, die Spieler sanken beim Laufen tief ein. Der Rasen gab also die Marschrichtung vor: Kampf und auch mal hohe Bälle anstatt filigranem Kombinationsspiel standen auf der Tagesordnung. 

In den Anfangsminuten hatte der WSV den Gegner gut im Griff, ohne zunächst selber allzu torgefährlich zu werden. Angeführt von Königs wurden die Abwehrspieler der Gäste immer wieder früh angelaufen. Es gelang dem WSV, gut in die Zweikämpfe zu kommen oder die Lippstädter zu hohen Bällen zu zwingen, die Uphoff oder Schorch im Kopfballduell eroberten. Die rot-blaue Mannschaft verschob gut auf dem Platz, die Kommandos von den erfahrenen Neuzugängen Christopher Schorch und Sebastian Patzler waren nicht zu überhören. Mit einem Schuss von Gencal, der den Ball nicht richtig traf, und einem Distanzschuss von Römling aus 30 Metern näherte sich der WSV nach 10 Minuten dem gegnerischen Tor an. Nach 26 Minuten dann die erste große Möglichkeit: Obwohl der WSV in diesem Moment den Gegner nicht unter Druck setzte, spielten die Lippstädter Marco Königs den Ball im Spielaufbau zentral vor dem Tor in die Füße, der daraufhin nur noch ein paar Meter laufen musste, jedoch zu unplatziert abschloss, so dass Gästetorhüter Balkenhoff den Ball abwehren konnte. Das hätte das 1:0 sein müssen - aber es gab immerhin Ecke: Dieser flog von der rechten Seite über Freund und Feind hinweg, wurde von Christopher Schorch bis vor die Füße von Lars Bender an der gegenüberliegenden Ecke des Fünfmeterraums verlängert – und der nominelle Rechtsverteidiger schoss trocken ins lange Ecke zum 1:0 ein (27.) Kurz darauf verfehlte Saric das Tor der Gäste aus 16 Metern nur knapp und vor der Pause wurde ein guter Römling-Schuss im letzten Moment geblockt.  

Nach Wiederanpfiff drängte der WSV zunächst weiter auf das 2:0, verpasste es aber, den Sack zuzumachen: Königs, mit einem weiten Ball von Schorch in Szene gesetzte, legte genau im richtigen Moment auf den von hinten einlaufenden Joey Paul Müller ab, dem der Ball bei der Annahme 10 Meter vor dem Tor aber um die entscheidenden Zentimeter versprang (47.). Fünf Minuten später traf Gencal, eingesetzt von Königs und Saric, frei vor dem Tor nur den Gästekeeper. In der Folge dümpelte das Spiel etwas vor sich hin und Lippstadt kam nach und nach besser in die Begegnung, bis Heinz das WSV-Tor nur knapp verfehlte und alle daran erinnerte, dass hier noch nichts entschieden war. Doch der Weckruf half nichts: Eine Lippstädter Flanke flog flach vor das Tor, Torjäger Kaiser hielt den Fuß rein - Ausgleich (75.). Es sah jetzt danach aus, als würde sich die schlechte Chancenverwertung des WSV rächen. Doch unserer Mannschaft gelang es, den Schalter sofort wieder umzulegen. Die beste Chance hatte zunächst Uphoff, der den Ball nach einem Freistoß aus drei Metern nicht im Tor unterbringen konnte und danach ungläubig zusammensackte. Wenig später scheiterte Königs mit einem Seitfallzieher am gut reagierenden Balkenhoff. Der WSV spielte weiter nach vorne und belohnte sich dann doch noch: Wieder legte Königs per Kopf auf Gencal ab, der sich gegen seine Gegenspieler auf engstem Raum technisch sehenswert durchsetze und den Ball aus 18 Metern mit links neben den linken Pfosten setzte - 2:1 (87.). Doch es war noch nicht Schluss. Der eingewechselte Jonas Erwig-Drüppel zog mit viel Tempo in Richtung Tor und wurde von Schubert am Elfmeterpunkt mit einem Foul gestoppt. Für Schubert gab es Rot und für den WSV Elfmeter: Rodrigues Pires verwandelte souverän zum 3:1-Endstand (90. +1.). 

Insgesamt zeigte der WSV heute über 90 Minuten eine sehr konzentrierte Leistung und gewann am Ende verdient mit 3:1. Der WSV verpasste es lediglich, nach der 1:0-Führung den Sack zuzumachen, und Lippstadt nutze eine von nur zwei Chancen zum Ausgleich. Wegen der schlechten Platzverhältnisse war spielerisch für beide Mannschaften nicht viel möglich. Doch mit Marco Königs hatte der WSV vorne eine Anspielstation für die hohen Bälle. Immer wieder gelang es ihm, Bälle zu halten und auf die nachrückenden Saric und Gencal abzulegen. Auf der anderen Seite ließ die gut organisierte und kopfballstarke WSV-Defensive kaum etwas zu, weswegen Rot-Blau völlig zu Recht als Sieger vom Platz ging. 

Trainer Björn Mehnert zog nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel nach der Winterpause ein positives Fazit: „Ich denke, aufgrund der Chancen war es ein verdienter Sieg. Es wäre schon bitter gewesen, wenn wir das Ding heute nicht gewonnen hätten. Wir haben auf einem schwierigen Platz viel investiert. Wie die Jungs heute angelaufen sind, gerade in der vordersten Reihe, da muss ich schon sagen: Hut ab! Wir haben Lippstadt zu Fehlern gezwungen, denn wir wussten, dass sie Fußball spielen wollen. Wir hatten eine Riesenchance durch Marco Königs, machen kurz danach das 1:0 und hätten eigentlich nach der ersten Halbzeit schon mit 2:0 führen müssen. Aber man weiß, dass Lippstadt Qualität hat und mit Beginn der zweiten Halbzeit waren sie besser im Spiel, wir haben aber keine wirklichen Chancen zugelassen. Dann fällt ein kurioses Ping-Pong-Tor zum 1:1, das wir einfach besser klären müssen. Anschließend ging das Spiel zunächst ein bisschen hin und her, aber dann haben wir mehr investiert und haben aus diesem Grund, sowie aufgrund der Chancen, am Ende verdient gewonnen.“ Auf die Frage, ob sich die beiden Trainer - die als beste Freunde ein besonderes Verhältnis pflegen - heute mit irgend etwas überraschen konnten, erläuterte „Mehne“: „Ich weiß nicht, ob ich ihn (Anm.: Lippstadt-Trainer Felix Bechtold) mit der Aufstellung auf ein, zwei Positionen überraschen konnte. Ich wusste natürlich, dass er eine gute Mannschaft hat, mit der er Fußball spielen will - und das hat er auch gemacht. Man sieht beim SV Lippstadt einen klaren Plan und so wie sie Fußball spielen, werden sie die Klasse auch halten. Es würde mich schon wundern, wenn es nicht so wäre. Wir werden heute Abend ein virtuelles Gin-Tasting zusammen machen, das schon lange vorher geplant war, und dabei werde ich ihn ein bisschen trösten.“ 

Der Torschütze zum 1:0, Lars Bender, freute sich nach dem Schlusspfiff über den Start mit zwei Siegen in das Jahr 2021: „Wir haben uns alle gewünscht, dass es so läuft, von daher können wir sehr zufrieden sein.“ Bei seinem Führungstreffer in der 27. Minute hielt er sich einmal nicht an die Absprache, wie unsere Nummer 28 verriet: „Eigentlich war abgesprochen, dass ich auf den ersten Pfosten gehe. Da mich aber keiner gedeckt hat, habe ich am zweiten Pfosten gelauert. „Schorchi“ verlängert dann genau dorthin, wo ich stehe und ich kann den Ball lang ins Tor schießen. Das war gut für uns und so ein wenig der Dosenöffner für unser Spiel.“ Ebenso wie Trainer Björn Mehnert sah unser neuer Rechtsverteidiger die vergebenen Torchancen nach der Führung: „Das müssen wir uns ein wenig ankreiden lassen, dass wir nicht schon vorher den „Sack zugemacht“ haben. Chancen dafür hatten wir. In der zweiten Halbzeit waren wir zunächst nicht mehr so präsent wie vorher und haben Lippstadt etwas ins Spiel kommen lassen. Dann haben wir uns aber noch einmal „hochgeschraubt“ und am Ende auch verdient gewonnen.“ 

Auch der Torschütze zum 2:1, Burak Gencal, sah am Ende einen verdienten Sieg des WSV: „Es war wieder ein schwieriges Spiel. Ein Kampfspiel, in dem wir gut dagegen gehalten haben. Wir gehen verdient in Führung. Danach lassen wir einige Chancen liegen, die wir machen müssen. Das trifft auch auf mich zu: Ich hatte beim Stand von 1:0 eine Situation, in der ich das Tor eigentlich machen muss, als ich alleine auf das Tor zulaufe. Wir kassieren stattdessen ein unnötiges Gegentor, sind aber drangeblieben und haben gekämpft. Dann sind wir kurz vor Schluss zurückgekommen, haben das 2:1 und 3:1 gemacht und haben verdient gewonnen.“ Burak Gencal erzielte bereits am letzten Samstag in Ahlen in der 87. Minute den entscheidenden Treffer zum 1:0. Sein heutiges Tor zum 2:1, erneut in der 87. Minute, sah unsere Nummer 53 wie folgt: „Es kam ein langer Ball von Sebastian Patzler. Marco Königs geht gut hoch und ich spekuliere auf den zweiten Ball. Ich kann aufdrehen und schieße ihn rein.“ 

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV am kommenden Mittwoch, den 27. Januar 2021 gegen Alemannia Aachen. Anstoß im Stadion am Zoo ist um 18:00 Uhr. 

Spieldaten: 

Aufstellung Wuppertaler SV: 

31 Sebastian Patzler – 28 Lars Bender, 15 Christopher Schorch, 21 Noah Salau, 3 Moritz Römling – 5 Tjorben Uphoff – 7 Semir Saric (90. 4 Daniel Nesseler), 6 Joey Paul Müller (74. 11 Jonas Erwig-Drüppel), 10 Kevin Rodrigues Pires, 53 Burak Gencal (90.+1 13 Joelle Cavit Tomczak) – 48 Marco Königs.  

Trainer: Björn Mehnert 

Aufstellung SV Lippstadt: 

1 Christopher Balkenhoff – 24 Florent Berisha (61. 17 Dardan Karimani), 5 Janik Steringer, 15 Simon Schubert, 23 Finn Heiserholt (87. 9 Marvin Mika) – 31 Jan Lukas Liehr, 6 Kai-Bastian Evers (61. 8 Valentin Henneke) – 10 Lucas Arenz (73. 26 Mustafa Dogan), 7 Kevin Hoffmeister, 11 Anton Heinz – 28 Gerrit Kaiser 

Trainer: Felix Bechthold 

Stadion: Sportplatz Uellendahl 

Zuschauer:

Tore: 1:0 Bender (27.), 1:1 Kaiser (75.), 2:1 Gencal (87.), 3:1 Rodrigues Pires (90. +1) 

Gelbe Karten: Müller (36.), Gencal (38.) – Evers (36.), Liehr (72.), Hoffmeister (81.) 

Rote Karte: Schubert (90., Notbremse gegen Erwig-Drüppel) 

Eckenverhältnis: 9:0 

Schiedsrichter: Martin Ulankiewicz / Assistenten: Fasihullah Habibi, Andre Berger 

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion 


×