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Dienstag, 23.02.2021 -

1. Mannschaft

„Ich bin davon überzeugt, dass wir den Verein wieder in andere Regionen bringen können“

Winter-Neuzugang Christopher Schorch im Gespräch mit neunzehn54

In der U17 stand er gemeinsam mit Toni Kroos auf dem Platz, in der 1. Bundesliga spielte er für Hertha BSC und den 1. FC Köln. Er trug das Trikot von Real Madrid, feierte mehrere Aufstiege und stand mit dem 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayer Leverkusen. Was verschlägt Christopher Schorch nun zum Wuppertaler SV? Die neunzehn54-Redaktion hat ihn für Ausgabe 7 des WSV-Stadionmagazins gefragt und mit ihm über seine bewegte Karriere gesprochen.

Hallo Christopher. 23 Erst-, zehn Zweit- und 94 Drittligaspiele. Was verschlägt einen Spieler mit deiner Vita zum Wuppertaler SV und wie ist der Wechsel zustande gekommen?

Ich wurde angerufen, ob ich mir den Wechsel vorstellen kann. Ich bin hierher gefahren, weil ich mir das Angebot auf jeden Fall mal anhören wollte. Die Gespräche mit den Verantwortlichen, Stephan Küsters und Björn Mehnert, waren sehr gut. Ich bin davon überzeugt, dass wir den Verein wieder in andere Regionen bringen können.

Der WSV hat im Winter einen deutlichen Kaderumbau vorgenommen. Wie sind deine ersten Eindrücke von der neu formierten Mannschaften?

Wenn du in einer solchen Situation nach der Winterpause mit zwei Siegen startest, dann ist das natürlich hilfreich. Es hätte auch anders laufen können. Fußball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Aber ich weiß, dass hier eine riesige Qualität in der Mannschaft herrscht, denn das sehe ich in jedem Training. Letztendlich muss einfach diese Hinrunde aus den Köpfen der Spieler, dann ist hier einiges möglich.

Mit welchen Stärken kannst du der Mannschaft am meisten weiterhelfen?

Ich glaube, dadurch dass ich im Fußball schon viel gesehen habe, kann ich den Jungs den einen oder anderen Tipp geben. Ich bin ein lautstarker Spieler, der über die Mentalität kommt und die Jungs nach vorne pusht. Ich gehe immer ans Maximum, sowohl im Training als auch im Spiel. In der Defensive kann ich sicherlich den einen oder anderen Zweikampf gewinnen, womit ich der Mannschaft Stabilität biete.

Was bedeutet Mentalität für dich?

Es gibt nichts Schöneres im Fußball, als mit seiner Truppe auf dem Platz Siege zu feiern, zu gewinnen und aufzusteigen. Ich hatte das Glück, dass ich bereits fünf oder sechs Mal aufgestiegen bin und weiß deshalb, dass das etwas ganz Besonderes ist. Diese Mentalität lebe ich auf dem Platz vor. Klar ist aber: In diesem Jahr müssen wir uns diesbezüglich über nichts unterhalten. Es geht einzig und allein um den Klassenerhalt. Wir wollen die notwendigen Punkte holen, damit der WSV sicher in der Regionalliga West bleibt. Danach schauen wir, wie die Verantwortlichen die neue Saison planen und was passieren kann.

Du bist fußballerisch in der Jugend von Hertha BSC groß geworden. Eine aufregende Generation um Spieler wie Kevin-Prince Boateng, Jerome Boateng, Ashkan Dejagah und Patrick Ebert, die für Aufsehen gesorgt hat. Was war das Besondere der damaligen Hertha-Nachwuchsausbildung?

Ich habe damals bei der Hertha mit den ganzen Jungs im Internat geschlafen. „Ebi“, also Patrick Ebert, war mit dabei, ebenso Sejad Salihovic. Die Boatengs und Ashkan Dejagah kamen aus Berlin. Man muss sagen, das war einfach eine geile Band! Die 89er- bis 86er-Jahrgänge bei Hertha BSC waren schon eine brutal gute Jugend. Du konntest gut leben im Internat und warst den ganzen Tag mit deiner großen Leidenschaft, dem Fußball, konfrontiert. Training, Schule, Training - das war dein Ablauf. Selbst nach dem Training hast du immer weitergemacht, denn du hast dich nie müde gefühlt. Du hast gesehen, wie die Großen in die Profikabine gegangen sind und dir zum Ziel gesetzt, das auch zu tun - noch dazu so schnell wie möglich. Dass es bei mir dann so schnell ging, hätte ich jedoch auch nicht für möglich gehalten.

Die Schlagzeilen über die „jungen Wilden“ bei der Hertha waren damals nicht immer positiv. Welche Ratschläge würdest du aus heutiger Sicht dem jungen Christopher Schorch geben?

Natürlich ist das eine oder andere, das man aus der Emotion heraus sagt, im Nachhinein nicht richtig. Aber letztendlich stehe ich dazu, denn ich bin eben ein emotionaler Typ und ein Stück weit gehört das aus meiner Sicht auch dazu. Wie manche mit solchen Dingen umgehen, ob sie sie ausschlachten oder nicht, das müssen sie dann mit sich selbst ausmachen. Diese Leute haben von mir eben nie mehr ein Interview bekommen, es sei denn, mein Verein hat mich dazu angehalten. Ich verhalte mich meinem Verein gegenüber immer loyal, da er mein Arbeitgeber ist. Vielleicht würde ich mit der heutigen Erfahrung nicht mehr auf den ersten Berater hören, der um die Ecke kommt, sondern ihn mir zwei oder drei Mal anschauen und mit meiner Familie darüber sprechen. Denn die Familie möchte immer dein Bestes, ihr kannst du vertrauen. Ansonsten würde ich sagen, es gibt nicht vieles, das ich bereuen würde.

Eine Meinung besagt, dass sich heutzutage keine echten „Typen“ mehr im Nachwuchs herausbilden können wie es bspw. in der damaligen Hertha-Jugend der Fall war. Ein Klischee oder zutreffend?

Ich sehe es tatsächlich, dass die hoch kommenden jungen Spieler immer ruhiger und sachlicher werden. Natürlich sind das ohne Frage alles sehr gut ausgebildete Spieler, aber letztendlich hatten wir diese Ausbildung damals auch. Wir haben alles genossen, hatten bei Hertha BSC die größtmöglichen Erfolge und waren in der Jugend wirklich eine Macht, was heute leider in Berlin nicht mehr der Fall ist. Aber klar ist doch auch folgendes: Du wirst nicht ein „Typ“, sondern du bist es und trägst es in dir. Je nach Situation entwickelst du es dann oder eben nicht. Der eine Trainer möchte es mehr sehen, der andere weniger.

Als du gerade volljährig geworden warst, hast du am 23.02.2007 im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart und am 03.03.2007 im Heimspiel gegen Bayern München im Hertha-Trikot deine ersten Bundesliga-Minuten bestritten. Welche Erinnerungen hast du daran?

Es ist irgendwo immer noch schön zu hören, dass ich der zweitjüngste Erstligaspieler der Hertha-Geschichte bin. Ich habe große Erfahrungen bei einem tollen Verein gemacht. Falko Götz hat mir damals das Vertrauen geschenkt und mich zum Bundesligaspieler gemacht. Ich blicke gerne auf diese für mich riesige Zeit zurück und weiß noch heute, wie nervös ich bei meinem Bundesliga-Debüt war. Freude, Nervosität - alles kam zusammen und ich wusste gar nicht wohin mit meinen Gefühlen. Es war schlichtweg ein Mega-Erlebnis.

Im Juli 2007 bist du von Hertha BSC zu Real Madrid B gewechselt. Was macht es mit einem 18-jährigen, das Trikot von Real Madrid über zu streifen?

Damals sind nach und nach die jungen Spieler, über die wir gerade gesprochen haben, aus Berlin weggegangen. In dieser Situation habe ich mich hinterfragt, welcher Schritt für mich der richtige ist. Als das Angebot von Real Madrid kam, habe ich mir alles vor Ort angeschaut und wollte für mich die Gelegenheit nutzen, um mit den besten Spielern der Welt zu trainieren. Meine Devise war: Jedes Training bei Real gibt mir mehr als die eine oder andere Spielminute in der Bundesliga. Ich habe zwar in der zweiten Mannschaft gespielt, war aber vier bis fünf Mal in der Woche oben bei den Profis. Es war eine Riesenzeit, die mich hat reifen lassen und die gut für meine Entwicklung war. Ich habe die spanische Mentalität kennengelernt und eine andere Sichtweise des Fußballs erlebt, die ich mit der deutschen verbinden konnte. Außerdem habe ich die Sprache erlernt und Dank unseres Neuzugangs Mateo Aramburu habe ich jetzt sogar wieder die Möglichkeit, mein Spanisch auszupacken (lacht).

Im Juli 2009 kamst du zurück nach Deutschland. Der 1. FC Köln wurde unter Trainer Zvonimir Soldo am Ende Dreizehnter der 1. Bundesliga und du hast bis zu deiner Verletzung 17 Mal auf dem Platz gestanden. Für dich so etwas wie die sportlich herausragendste Saison deiner Karriere?

Wenn nicht das Angebot von Real Madrid gekommen wäre, wäre ich wohl schon eher nach Köln gewechselt, denn ich war mit dem Club bereits so gut wie einig. Ich erinnere mich daran, wie ich mir in der 2. Bundesliga ein Montagabend-Spiel im Kölner Stadion gegen Aue angesehen habe und absolut fasziniert davon war, dass das Stadion - bis auf ein paar Plätze im Gästeblock - mit fast 50.000 Fans komplett ausverkauft war. Ich hatte während meiner Zeit in Madrid weiterhin Kontakt nach Köln. Bereits nach dem ersten Jahr wollten sie mich unbedingt haben, aber zu diesem Zeitpunkt ging es mir bei Real blendend. Im zweiten Jahr kam dann ein Umschwung, als Bernd Schuster weg war, so dass es mit dem Wechsel nach Köln geklappt hat. Ich konnte mich dort etablieren und die Mannschaft holte statistisch die meisten Punkte, wenn ich auf dem Platz stand, so dass bereits geschrieben wurde, nicht Poldi sei der wichtigste Spieler, sondern ich. Das hat mich natürlich gefreut, ist in der Rückbetrachtung aber eine Randnotiz, denn ich hätte gerne gewusst, wo die Reise für mich ohne die Verletzungen hingegangen wäre. Die Zeit in Köln ist für mich aber unvergessen - es gab einige Aktionen, die zwar teuer, aber schön waren (lacht).

Beim FC spielten u.a. Podolski, Novakovic, Maniche, Petit, Geromel, Mohamad und Mondragon. Welchen Platz hat man als 20-jähriger in der Kabine neben solch erfahrenen Profis?

Maniche kam von Atletico Madrid und wir hatten uns in Spanien schon persönlich kennengelernt, so dass ich mich über seinen Wechsel nach Köln gefreut habe. Unter dem Strich konnte ich mich in dieser Mannschaft gut etablieren und meinen Platz finden. Ich wurde von allen voll akzeptiert und gepusht. Poldi hat für uns junge Spieler viel in die Hand genommen und uns gezeigt, wie der Weg sein kann. Zvonimir Soldo war als Trainer der ruhenden Pol. Ich war sehr traurig, als er entlassen wurde, denn unter ihm war ich Stammspieler und es hatte alles gepasst. Aber am Ende treffen bekanntlich die Verantwortlichen die Entscheidung, so ist das im Fußball.

Du hast mehrere Jahre in den Kabinen in Berlin, Köln und Madrid verbracht. Wie unwirklich ist es für dich, in Corona-Zeiten auf dem Sportplatz Uellendahl ein Pflichtspiel zu bestreiten?

Du musst die Situation so annehmen, wie sie ist. Ich hatte im Übrigen schon schlimmere Kabinen, zum Beispiel in Uerdingen, und trotzdem sind wir aufgestiegen. Was ich damit sagen will: Auf die Kabine kommt es nicht an, sondern auf die Mannschaft. Entscheidend ist, was eine Mannschaft aus- und von sich weghalten kann. Ehrlich gesagt interessiert mich das überhaupt nicht, denn ich saß noch nie auf einem goldenen Thron. Man zieht sich um und freut sich einfach darauf, auf den Platz zu gehen. Klar sind die Stadien in Madrid und in der ersten Bundesliga besser und größer und es lohnt sich, dafür zu kämpfen, dort spielen zu können. Aber speziell in der jetzigen Corona-Situation ist es doch so, dass du auf einem Fußballfeld stehst und es kommt sowieso keine Stimmung auf, egal ob es ein großes Stadion ist oder nicht. In erster Linie können wir glücklich darüber sein, unseren Beruf weiter auszuüben. Das ist ein Privileg und nicht selbstverständlich. Nochmal: Wo ich mich umziehe, ist mir eigentlich egal.

Kreuzbandriss im März 2010, Muskelfaserriss im Januar 2011, Sehnenriss im März 2011, Knorpelschaden im Dezember 2011, Patellasehnenriss im September 2012. Eine beängstigende Verletzungshistorie. Wie sehr schmerzen einen jungen, ehrgeizigen Spieler solche Rückschläge?

Mit dem Kreuzbandriss ging die „Seuche“ los. Wir hatten samstags mit dem 1. FC Köln ein Spiel in Leverkusen (0:0 am 27.02.2010 - Anm. d. Red.). Dann wurde mir gesagt, ich soll zum Freundschaftsspiel der U20 gegen die Schweiz fahren (1:1 am 03.03.2010 - Anm. d. Red.), obwohl ich eigentlich schon für die U21 hätte spielen können. In Absprache mit dem Verein sollte ich nur in der ersten Halbzeit auf dem Platz stehen, doch Trainer Ralf Minge hat mich trotzdem weiterspielen lassen und in der 56. Minute ist es dann passiert: Kreuzbandriss! Ganz ehrlich: Es ärgert mich, dass ich bis heute nichts von ihm gehört habe. Wäre ich absprachegemäß nach der ersten Halbzeit ausgewechselt worden, wäre für mich möglicherweise alles anders gelaufen, auch wenn man natürlich keine Garantie hat. Mir geht aber einfach grundsätzlich auf die Nerven, dass im Fußball manchmal das Menschliche fehlt. Wenn man einen Fehler gemacht hat, kann man dazu stehen und sich entschuldigen. Vielleicht wollte ich nach dem Kreuzbandriss auch zu schnell wieder zurück auf den Platz und habe mir deshalb die Sehne gerissen. Letztendlich gehören Verletzungen grundsätzlich zum Sport dazu und sie sind nun eben Teil meines Lebens. Natürlich hätte ich mir das anders gewünscht, aber es bringt mir nichts, zurückzublicken. Ich habe noch ein paar schöne Jahre vor mir, die ich erfolgreich gestalten möchte.

Du hast danach mehrere Stationen in der 3. Liga und Regionalliga durchlaufen. Der KFC Uerdingen ist der Verein, für den du die meisten Pflichtspiele deiner Karriere bestritten hast, nämlich 58. Aus diesem Grund für dich eine besondere Station?

Für mich ist die Station aus dem Grund etwas Besonderes, da wir mit dem Aufstieg eine Geschichte geschrieben haben. Das ist etwas Bleibendes in der Vereinshistorie, von dem viele Leute reden. Genauso war es in Saarbrücken, wo wir den Verein direkt zum Aufstieg geführt haben, nachdem es drei, vier Jahre zuvor nicht geklappt hatte. Ich muss sagen, das Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinals mit dem 1. FC Saarbrücken (0:3 gegen Bayer Leverkusen am 09.06.2020 - Anm. d. Red.) ist mein größter sportlicher Erfolg. All diese Erlebnisse haben für vieles entschädigt.

2018 hast du mit dem KFC Uerdingen den Aufstieg in die 3. Liga gefeiert, nach zwei Siegen in der Relegation gegen Waldhof Mannheim. Wie groß war für euch Spieler der Druck und danach die Erleichterung, durch diesen engen „Flaschenhals“ die Regionalliga in Richtung 3. Liga zu verlassen?

Es war eine spannende Saison und ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Viktoria Köln. Es waren Spiele dabei, die ich mein Leben nicht vergessen werde, wie zum Beispiel ein 6:2-Sieg in Dortmund nach 1:2-Rückstand. Die Relegation war für mich ein Bonbon. Ich habe uns schon in der 3. Liga gesehen und war total darauf fokussiert. Das abgebrochene Rückspiel in Mannheim war außergewöhnlich, aber du nimmst im Spiel nur die Mannschaft auf dem Platz und die Bank wahr. Das ist in dem Moment dein Halt. Der Druck war mit der Vertragsunterschrift vorhanden. Du musstest liefern, sonst wirst du ausgetauscht. Aber ich habe nie daran gezweifelt, dass wir den Aufstieg schaffen.

In der Saison 2017/18 hast du mit dem KFC Uerdingen zwei Siege gegen den WSV eingefahren (1:0 im Stadion am Zoo und 4:0 in Krefeld). Welche Erinnerungen hast du?

In Krefeld habe ich den WSV ganz schwach gesehen. Aber in Wuppertal war es ein echter Fight, in dem Mario Erb kurz vor Schluss das Tor gemacht hat. Der WSV war eine eklige Truppe mit Messer zwischen den Zähnen - da müssen wir auch jetzt wieder hinkommen.

Du hast in Deutschlands U-Nationalmannschaften gespielt und standest u.a. mit späteren Nationalspielern wie Ron-Robert Zieler, Sven Bender, Lars Bender und Toni Kroos gemeinsam auf dem Platz. Wie oft hast du dir die „was hätte sein können“-Frage gestellt?

Es lohnt sich nicht, sich darüber Gedanken zu machen. Ich stand mit ihnen in der Jugend auf dem Platz und wir haben alles gewonnen, aber letztendlich kann ich mir davon nichts kaufen, denn ich bin heute nicht da, wo sie sind. Ich verarbeite Dinge, indem ich mir jedes Jahr Zeit nehme und etwas über mein Leben aufschreibe. Im Hier und Jetzt ist mein Ziel, dass wir schnellstmöglich die Punkte für den Klassenerhalt sammeln und dass ich dem WSV meinen Stempel aufdrücken kann.

Wo trifft man dich in deiner Freizeit an? Gibt es für dich ein Leben ohne Fußball?

Bei uns ist das tatsächlich schwer. Da meine Lebensgefährtin ebenfalls Fußball spielt, ist dieser Sport für uns allgegenwärtig. Zum Ausgleich haben wir unseren Labrador „Ronny“, mit dem wir sehr viel unterwegs sind, um einfach rauszugehen und abzuschalten. Irgendwie kommen wir aber immer wieder automatisch auf das Thema Fußball zu sprechen, denn wir leben diesen Sport von beiden Seiten.

Wie habt ihr euch in eurer derzeitigen Situation organisiert?

Wir haben hier eine Wohnung gefunden, die ich zum 1. März beziehe. Meine Lebensgefährtin möchte ihren Vertrag in Saarbrücken erfüllen, kommt dann nach und wird sich einem neuen Verein aus der Region anschließen.

Planst du bereits dein Leben nach dem Fußball?

Ich werde im September ein Sportmanagement-Studium beginnen, das ich zum Abschluss bringen möchte. Weiterhin möchte ich alle Trainerscheine machen. Dann schaue ich mal, ob es direkt im Fußball weitergeht oder im weiteren Umfeld. Zunächst einmal möchte ich Erfahrungen sammeln, aber ich denke schon, dass ich dem Fußball irgendwie treu bleiben werde. Das wird ein ganz neues Leben sein, auf das ich mich bereits freue, um ehrlich zu sein. Viele sagen, sie sehen mich als Trainer. Wenn sie Recht haben, ist das auch okay (lacht).

Was erwartest du von den Heimspielen gegen die U23-Mannschaften von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04?

Das sind spielstarke Jungs, die gerade in der Regionalliga das Profigeschäft kennenlernen. Sie können meistens alle kicken, vertragen aber wenig Härte. Deswegen muss man solchen Mannschaften mit einer extremen Aggressivität - im positiven Sinne - entgegentreten und sie zu den nötigen Fehlern zwingen. Ich denke, das ist der Plan, den wir haben werden.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch, Christopher, und viel Erfolg!

Quelle: neunzehn54

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