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Dienstag, 02.03.2021 -

1. Mannschaft

„Der Klassenerhalt steht über allem“

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit Neuzugang Lars Bender

Nicht nur in der Sommertransferperiode können Fußballvereine und -spieler sich verändern, sondern auch in der Winterpause. So stellte der Wuppertaler SV am 12. Januar 2021 den erfahrenen Defensivspieler Lars Bender als Neuzugang vor, der kurz vor der Vertragsunterschrift 33 Jahre jung geworden war und für mehr Sicherheit auf der rechten Verteidigerposition sorgen soll. Lars bringt von seiner letzten Station beim Ligakonkurrenten Fortuna Köln reichlich Regionalliga West-Erfahrung mit, kennt aber auch die höheren Ligen Deutschlands aus seiner Karriere. In den Spielen nach der Winterpause stand unsere Nummer 28 jeweils in der Startelf und trug sich im Heimspiel gegen den SV Lippstadt direkt in die Torschützenliste ein.

Der gebürtige Koblenzer Lars Bender fing bereits im Kindesalter mit dem Fußballspielen an. Seine ersten Stationen waren der FC Germania Urbar und der SV Niederwerth. Da unser Winterneuzugang dort gute Leistungen brachte, schloss er sich dem größten Club in seiner Heimatstadt an: Die TuS Koblenz dürften die meisten noch aus der 2. Bundesliga kennen - der eine oder andere erinnert sich vielleicht sogar an die direkten Duelle mit unseren Rot-Blauen im Stadion Oberwerth und bei uns am Zoo. Inzwischen spielt die TuS Koblenz nur noch in der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar und ist hinter den TuS Rot-Weiß Koblenz, die in der Regionalliga Südwest mit unserem ehemaligen Spieler Ali Ceylan auf Torejagd gehen, nur noch die zweite Macht in einer der ältesten Städte Deutschlands. Nach den letzten sieben Jahren im Jugendfußball, die er fortan im Nachwuchs der Koblenzer absolvierte, schaffte der Rechtsfuß zur Saison 2008/09 den Sprung in die erste Mannschaft der Rheinländer. Diese spielte zu diesem Zeitpunkt in der 2. Bundesliga und wurde von Uwe Rapolder trainiert. Lars erinnert sich auch heute noch gerne an sein erstes Spiel in der 2. Bundesliga zurück: „Ich erinnere mich immer noch gerne an mein erstes Spiel gegen den FSV Frankfurt in der Arena von Eintracht Frankfurt, wo wir damals gespielt haben. Das war mein Debüt.“ Ein ebenso schönes Erlebnis, an das sich der 1,86 Meter große Koblenzer heute noch erinnert, ist der Erfolg im Derby gegen den großen 1. FC Kaiserslautern: „Der 1. FC Kaiserslautern kam damals als unangefochtener Tabellenführer zum Rheinland-Pfalz-Derby nach Koblenz. Wir gewannen mit 5:0, es war mein erstes Spiel von Beginn an und das Stadion war voll. Für mich als gebürtigen Koblenzer im Heimspiel den 1. FC Kaiserslautern mit 5:0 aus dem Stadion zu schießen, das war schon eine coole Sache.“ Aus Sicht von unserem Neuzugang lief die Saison 2008/09 aber nicht so gut weiter, wie sie begonnen hatte. Im Training zog er sich einen Knöchelbruch zu und musste lange pausieren. In der darauffolgenden Spielzeit stiegen die Rheinländer mit 31 Punkten zusammen mit unserem Ligakonkurrenten aus Ahlen in die 3. Liga ab. Dort lief es für Lars besser und er kam in 34 Spielen zum Einsatz. Trotz eines Platzes im gesicherten Mittelfeld am Ende der Saison, der den sportlichen Klassenerhalt bedeutete, musste sich die TuS Koblenz aus finanziellen Gründen aus der 3. Liga zurückziehen. Lars blieb der Liga jedoch treu und schloss sich den Kickers aus Offenbach an. Nach zwei Jahren am Main wechselte der Rechtsfuß nach Rheinland-Pfalz zurück und spielte in der Saison 2013/14 für Eintracht Trier. Nach 30 Einsätzen in der Regionalliga Südwest für die Mannschaft aus dem Moselstadion schloss sich Lars Bender im Sommer 2014 dem frischgebackenen Aufsteiger in die 3. Liga, Fortuna Köln, an. Dort war er für mindestens eine Person kein Unbekannter, war nämlich sein alter Coach Uwe Koschinat inzwischen beim Drittligisten Fortuna Köln Trainer und kannte Benders Stärken noch aus gemeinsamen Koblenzer Zeiten.

Bis zum Abschluss der Saison 2017/18 kam „Labo“, wie ihn seine Mitspieler auch nennen, auf insgesamt 110 Einsätze für die Domstädter. Im Sommer 2018 wechselte der gebürtige Koblenzer in den Osten und spielte fortan für Energie Cottbus. Doch sowohl für den Neuzugang als auch für den Verein lief es nicht wirklich rund in der Saison und so mussten die Lausitzer den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten - mit genauso vielen Punkten auf dem Konto wie Eintracht Braunschweig und die SG Sonnenhof-Großaspach, jedoch mit dem schlechteren Torverhältnis. Lars wechselte zur Saison 2019/20 zurück zur Kölner Fortuna, die ebenfalls aus der 3. Liga abgestiegen war, und spielte als Ligakonkurrent unseres WSV in der Regionalliga West, die bekanntermaßen aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. Lars erinnert sich wie folgt an das Aufeinandertreffen der beiden Vereine am 26. Oktober 2019: „Ich wurde Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt und es ist direkt das 1:0 für Wuppertal gefallen. Wir konnten dann mit Fortuna Köln kurz vor Schluss noch einen Punkt aus dem Stadion am Zoo mitnehmen, es war auf jeden Fall kein leichtes Spiel.“ Unser Neuzugang fügt hinzu: „Es war vielleicht ein Spiel, so wie wir in Zukunft auch auftreten wollen - nämlich als eine eklig zu bespielende Mannschaft.“ An das Hinspiel der laufenden Saison hat unser Winterneuzugang trotz des knappen 3:2-Sieges seines damaligen Teams Fortuna Köln ebenfalls nicht die besten Erinnerungen: „Da habe ich leider nur zehn Minuten gespielt, weil ich direkt am Anfang einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen habe. Danach habe ich leider sieben Spiele verpasst, deswegen habe ich an das Hinspiel nicht so gute Erinnerungen.“ Doch unser Torschütze aus dem Heimspiel gegen den SV Lippstadt fügt an: „Ich bin ja jetzt auf Wuppertaler Seite und gesund, von daher ist alles in Ordnung.“

Von Zielen, Verwechslungen und Bildern, die in Erinnerung bleiben

Doch nicht nur durch seinen Treffer zum 1:0 im Heimspiel gegen den SV Lippstadt zeigte der Rheinländer, was seine Stärken sind: Die komplette WSV-Hintermannschaft legte mit Rechtsverteidiger Lars Bender mit guten Leistungen den Grundstein für einen guten Rückrundenstart der Rot-Blauen, die mit zwei Siegen gegen Mitkonkurrenten starten und die „Big Points“ einsammeln konnten. Doch nicht nur mit den ersten Spielen in unserem Trikot war der Rechtsfuß zufrieden, sondern auch das Drumherum und sein neues Team gefallen ihm auf Anhieb: „Ich wurde, auch wenn das vielleicht nach einer Floskel klingt, gut aufgenommen von der Mannschaft. Es wurde mir natürlich erleichtert durch die zwei Siege zu Beginn. Das tut einer Mannschaft gut und deswegen fühle ich mich zur Zeit sehr wohl hier“, so der 33-jährige, der über sich selbst sagt: „Ich glaube, ich habe mich gut integriert in die Mannschaft.“ Für die verbleibenden Spiele in der aktuellen Saison nimmt er sich folgendes vor: „Das oberste Ziel ist natürlich der Klassenerhalt, der steht über allem. Persönlich möchte ich natürlich meinen Teil dazu beitragen, dass ich die maximale Anzahl an Spielen bestreite und so der Mannschaft helfen kann, die gesteckten Ziele, eben den Klassenerhalt, zu erreichen. Das steht erst mal über allem.“

Die meisten Fußballkenner und neunzehn54-Leser haben sicherlich den Namen Lars Bender schon mal im Zusammenhang mit Fußball gehört - allerdings geht es dann meistens um die Zwillinge Sven und Lars Bender aus dem bayrischen Rosenheim und nicht um „unseren“ Lars Bender. Dass dies schon zu lustigen Anekdoten geführt hat, berichtet unser Neuzugang ebenfalls: „Ich finde eigentlich mittlerweile witzig, was damit gemacht wird oder passiert. Wenn die Bender-Zwillinge Geburtstag haben, gratulieren mir Leute. Als sie ihr Karriereende verkündet haben, haben mir Leute geschrieben, ich soll doch meine Karriere bei 1860 München beenden oder solche Geschichten.“ Der Namensvetter des ehemaligen deutschen Nationalspielers Lars Bender berichtet von einem Treffen nach einem Freundschaftsspiel: „Ich habe ihn auch schon mal persönlich getroffen und dann haben wir auch einmal in einem Testspiel zwischen Fortuna Köln und Leverkusen die Trikots getauscht.“

Wenn Lars Bender nicht auf dem Fußballplatz steht oder bei Social Media mit seinem Namensvetter verwechselt wird, hat er eine Menge zu tun. So verbringt er sehr gerne und viel Zeit mit dem Familienhund. „Er ist noch keine zwei Jahre alt, lebt bei meinen Eltern und ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe und er freut sich auch, wenn er mich sieht. Das ist ein Hobby von mir, wenn ich nach Hause komme. Dann gehe ich gerne mit ihm raus und übe Sachen ein, weil er noch sehr sehr klein und aktiv ist“, so der gebürtige Koblenzer über den Familienhund Landy und seine Freizeitgestaltung. Nicht nur bei unserer Mannschaft laufen bei jedem Spiel zig Fotografen an den Seitenlinien auf und ab, sondern auch bei der Fortuna aus Köln und so entwickelte Lars seinerzeit ein neues Hobby: „Da wurde ich ein bisschen inspiriert, auch durch einen Fotografen, der uns bei Fortuna Köln begleitet hat und wirklich super Bilder macht“, so der Hobbyfotograf, der sich inzwischen selber ein Equipment zugelegt hat. Sein Lieblingsplatz, neben dem Fußballfeld, ist das Rheinufer am Deutschen Eck in seiner Geburtsstadt Koblenz. Nicht nur dort kann man sicherlich super Fotos schießen, sondern auch an seinem Lieblingsreiseziel Kuba. Welches Bild Lars sicherlich auch nicht mehr vergessen wird, ist das der Mannschaftskabine seines Lieblingsklubs und aktuellen Champions League-Siegers Bayern München. „Wir haben mal in der Allianz Arena gegen 1860 München gespielt und uns in der Kabine von Bayern München umgezogen. In so einer großen Arena zu spielen, bleibt auf alle Fälle in Erinnerung“, so der Bayern-Fan.

Wir bedanken uns bei unserem Winterneuzugang Lars Bender, dass er sich die Zeit für die neunzehn54-Redaktion genommen hat und uns Rede und Antwort stand. Wir drücken ihm sowohl auf als auch neben dem Platz die Daumen und wünschen - gerade in der aktuellen Phase - Gesundheit sowie eine verletzungsfreie und erfolgreiche Zeit bei uns im Tal. Viel Spaß weiterhin im Stadion am Zoo und im rot-blauen Trikot!

Quelle: neunzehn54

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