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Samstag, 27.02.2021 -

1. Mannschaft

WSV unterliegt bei RWO mit 0:3

Erste Niederlage nach zuletzt drei Siegen in Folge

Nach drei Siegen in Folge ging der WSV heute zum ersten Mal in diesem Jahr wieder als Verlierer vom Platz. Unsere Mannschaft stand defensiv gut, ohne dabei jedoch selbst gefährlich zu werden.

Nach wie vor musste WSV-Trainer Björn Mehnert auf die Verletzten Kevin Hagemann, Beyhan Ametov, Tolga Cokkosan, Niklas Lübcke und Lars Holtkamp verzichten. Er nahm eine Änderung in der Startelf vor: Joey Paul Müller kam für Jonas Erwig-Drüppel in die Mannschaft. Müller rückte für Saric, der rechts vorne auflief, ins zentrale Mittelfeld neben Kevin Rodrigues Pires. Uphoff agierte wie zuletzt als einziger Sechser vor der Viererkette. RWO ist nach dem schlechten Saisonstart und der Rückkehr von Trainer Mike Terranova wieder gut in Form und schiebt sich Woche für Woche in der Tabelle weiter nach oben vor. Seit Ende Oktober verloren die Kleeblätter nur zwei Spiele, in diesem Jahr wurden vor dem heutigen Spiel 13 von 18 möglichen Punkten geholt. Nach dem 1:0-Sieg unter der Woche gegen den SV Straelen ersetzte Adam Lenges den gelb-rot-gesperrten Tanju Öztürk.

Nach dem Anpfiff entwickelte sich bei strahlendem Sonnenschein ein ausgeglichenes Spiel ohne große Höhepunkte. Der WSV versuchte, den Spielaufbau der Oberhausener früh zu stören, besonders der umtriebige Müller war zu Beginn überall zu finden. Die Oberhausener reagierten darauf mit hohen Bällen, so dass Schorch und Uphoff viele Kopfballduelle zu bestreiten hatten, aus denen sie meistens als Sieger hervorgingen. Doch bei eigenem Ballbesitz agierte der WSV im Mittelfeld oft zu ungenau, selten gelang es, die offensiven Außen Gencal und Saric in Szene zu setzten. In der 19. Minute machte es der WSV gut: Nach einem Einwurf tief in der eigenen Hälfte leitete Königs schnell in den Lauf von Saric weiter, doch der letzte Oberhausener Verteidiger klärte kurz vor dem Strafraum mit einer sauberen Grätsche. Den einzigen WSV-Torschuss in der ersten Halbzeit gab kurz darauf Rodrigues Pires nach Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte ab. Doch sein Schuss aus 14 Metern ging rechts vorbei. Nach 30 Minuten gelang es Oberhausen immer besser, Lücken in der Defensive des WSV zu finden. Nach einem gefährlichen Schuss aus 20 Metern, den Patzler nur nach vorne abklatschen konnte, landete der Ball wieder bei einem Oberhausener, der erneut vor das Tor flankte. Doch der Winkel war für den am langen Pfosten freistehenden Propheter zu spitz (36. Minute). Nur wenig später dann die Führung für die Gastgeber: Eine gut getretene Ecke von Müller auf den langen Pfosten fand Winter, der gegen die Laufrichtung von Patzler ins lange Ecke einköpfte. Wenig später ging es nach einer an Höhepunkten armen erste Halbzeit in die Pause, nach der Jonas Erwig-Drüppel den heute unauffälligen Saric ersetzte.

Nach dem Seitenwechsel gelang es dem WSV zunächst, das Spiel wieder ausgeglichener zu gestalten. In der 51. Minute landete ein Schuss von Kreyer aus 18 Metern auf dem Tornetz und kurz drauf verpasste Königs eine gute Flanke von Gencal nur knapp. In der 61. Minute gab es Elfmeter für RWO, nachdem Müller den einschussbereiten Lenges gefoult hatte. Doch Sebastian Patzler ahnte die richtige Ecke und hielt den WSV mit einer schönen Parade im Spiel. Im Anschluss zeigte der WSV seinen schönsten Angriff: Nils Römling setzte sich auf der linken Seite schön durch, über mehrere Stationen landete der Ball dann bei Bender auf der anderen Seite, dessen Flanke RWO erst im letzten Moment zur Ecke klären konnte. Doch die Hoffnungen auf einen Punktgewinn waren im nächsten Moment dahin: Patzler rutsche ein eigentlich ungefährlicher Rückpass von Römling so unglücklich über den Spann, dass dieser hinter ihm im eigenen Tor landete - 2:0 für RWO (76. Minute). Danach verlor der WSV für einige Minuten die Ordnung, Oberhausen kam innerhalb von drei Minuten zu drei Großchancen. Die letzte nutze der kurz zuvor eingewechselte Shun Terada in der 86. Minute zum 3:0-Endstand. Trotz der drei Gegentore zeigte der WSV heute über weite Strecken eine gute Defensivleistung und durfte sich bis zum 2:0 gegen einen starken Gegner noch Hoffnungen auf einen Punktgewinn machen. Besonders Uphoff gewann vor der Abwehr wichtige Zweikämpfe und Kopfbälle, half überall mit seiner Zweikampfstärke aus. Offensiv trat der WSV jedoch kaum in Erscheinung. Besonders im Mittelfeld gelangen wenige Kombinationen, im Spielaufbau tat sich unsere Mannschaft schwer. Wenn es der Mannschaft gelingt, im Spiel nach vorne zuzulegen, sollte sie schon bald wieder drei Punkte einfahren.

Abwehrchef Christopher Schorch sah zunächst eine ausgeglichene erste Halbzeit: „In den ersten 30 Minuten waren wir aus meiner Sicht gut im Spiel. Wir hatten dann aber einfach zu viele und zu schnelle Ballverluste. Beim Gegentor laden wir Oberhausen bei einem Standard zur Führung ein, was total ärgerlich ist.“ Für die zweite Halbzeit waren somit zunächst noch alle Möglichkeiten offen. Unsere Nummer 15 analysierte den weiteren Spielverlauf wie folgt: „Dann kommen wir aus der Pause raus und hätten ein Feuer entfachen müssen, was wir heute einfach nicht geschafft haben. Dann laden wir den Gegner zu den weiteren Gegentoren ein, was er ausnutzt, so dass wir der verdiente Verlierer sind." "Schorchi" freut sich, dass die Pause bis zur nächsten Begegnung nur kurz ausfällt: „Das heutige Spiel müssen wir mit Blick auf die englische Woche schnell abhaken. Wir haben jetzt nach der Winterpause aus vier Spielen neun Punkte geholt. Gegen Fortuna Köln heißt es nun, ein gutes Spiel zu machen und an die Zweikampfstärke aus dem Aachen-Spiel anzuknüpfen, dann kommt das Spielerische von selbst. Aber erst einmal müssen wir ein ganz anderes Niveau als heute erreichen."

„Wir wussten natürlich, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen werden, sondern dass auch mal eine Niederlage dazwischenkommen kann. Wir haben aber am nächsten Mittwoch die Chance, wieder alles reinzuhauen und die drei Punkte zu holen," so Spielmacher Kevin Rodrigues Pires. Zum zweiten unglücklichen Gegentor sagte Piro: „Das gehört leider zum Sport dazu. Patze kann das wieder gut auffangen."

Der eingewechselte Isaak Simion Akritidis zog folgendes Fazit: „Wir sind ganz gut aufgetreten in den ersten Minuten. Aber als das erste Gegentor fiel, haben wir es nicht mehr hinbekommen, uns zu fangen. Dass das Ergebnis so hoch ausfällt, muss nicht sein. Wir hatten schon versucht, vorne Druck zu machen, aber das hat leider nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir wollten vorne die Bälle erobern, damit wir einen kurzen Weg zum Tor haben. Wir haben die ersten drei Spiele 2021 gewonnen, daran müssen wir wieder anknüpfen und nach vorne schauen."

Unsere Nr. 11, Jonas Erwig-Drüppel, der zur 2. Halbzeit ins Spiel kam, verriet den Matchplan: „Der Plan war, ein bisschen umzustellen, Joey Paul Müller sollte das Zentrum stärken, Burak Gencal und Semir Saric sollten über Außen anlaufen, Marco Königs hat den Zehner übernommen. Wir wussten, dass RWO oft lange auf Jerome Propheter spielt, das wollten wir damit verhindern. Die langen Bälle sind auch wie erwartet gekommen, wir waren aber nicht so richtig im Spiel und konnten unsere Angriffe nicht so durchspielen. Wir hatten Glück, dass Sebastian Patzler den Elfmeter hält. Danach leider sein Fehler, der zum 2:0 führt - aber das passiert mal, wenn der Ball verspringt. Dafür hält er uns davor im Spiel. Einen Konter spielen wir dann nicht aus, wo wir drei gegen zwei in Überzahl spielen. Unter dem Strich lief heute nicht so viel zusammen. Dass es jetzt immer mit Siegen weitergehen würde, damit konnten wir auch nicht rechnen. Das war heute leider kein guter Tag für uns, aber wir werden am kommenden Mittwoch wieder richtig angreifen und eine bessere Leistung bringen, so dass wir dann wieder Punkte holen."

Torhüter Sebastian Patzler hatte im heutigen Spiel wenig zu halten, aber dennoch viele entscheidende Szenen. Freute er sich dennoch wenigstens über den Sonnenschein im Stadion Niederrhein an der Emscher? „Fünf Grad mehr heute wären schon angenehmer gewesen. Es war ja nicht so, dass ich heute 17 Bälle halten musste", hatte er nach dem Schlusspfiff seinen Humor nicht verloren. Sein Fazit zur ersten Halbzeit fiel so aus: „In der ersten Halbzeit haben wir es gegen den Ball sehr ordentlich gemacht. Oberhausen hatte sicherlich mehr vom Spiel, aber auch nicht die zwingenden, großen Torchancen. Aus zwei guten Möglichkeiten machen sie dann leider nach einem Standard das Tor. Mit dem Ball haben wir es nicht gut genug gemacht. Der Ball war einfach immer zu schnell wieder weg, so dass wir viel hinterherrennen mussten.“ Mit dem 0:1-Pausenrückstand sah aber auch „Patze“ noch alle Möglichkeiten, etwas Zählbares aus Oberhausen mitzunehmen: „Wir kommen besser aus der Kabine und haben etwas mehr Spielkontrolle, ohne dass wir drückend überlegen waren.“ In der 61. Minute hielt unsere Nummer 31 die Mannschaft im Spiel, als er nach einem Foul von Joey Paul Müller den anschließenden Strafstoß von RWO-Mittelfeldakteur Bastian Müller parierte: „Da habe ich Glück, dass ich die richtige Ecke ahne, so bleibt die Partie noch etwas länger offen.“ Anschließend bewarb er sich in der 76. Minute für die Auszeichnung zum „Kacktor des Monats“, welches im WDR bei "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" verliehen wird: „Da brauchen wir nicht drüber reden, dass das mein Ding ist. Als Torwart hast du nun einmal nur noch das Tor im Rücken und wenn der Ball einem dann mal verspringt... Das darf nicht passieren, aber es kann passieren.“ Einen Platzfehler machte er nicht für das Malheur zum 0:2 verantwortlich: „Ich traue mir schon zu, den Ball kontrolliert anzunehmen und wegzuschlagen, sonst würde ich es nicht versuchen. In der Situation hätte ich es einfach besser lösen müssen.“ Wie sah unser Schlussmann die erste Niederlage im Jahr 2021? „Das heutige Spiel muss natürlich analysiert werden und dann geht es schon weiter in der Liga. Es war zu erwarten, dass die Niederlage irgendwann kommt. Schon gegen Aachen war es kein Glanzspiel von uns, wo es hätte passieren können. Das 0:3 heute ist aber nichts, was uns jetzt komplett aus der Bahn werfen würde. Wir werden die Dinge ansprechen, die wir besser machen können - zum Beispiel, dass wir nicht wieder ein Standard-Gegentor kassieren und dass wir mit Ballbesitz mehr anfangen. Dann bin ich guter Dinge, dass wir weiter unsere Punkte holen werden.“ Defensiv steht die Mannschaft mittlerweile sehr gut. Ob das zu Lasten der Offensive geht, wollten wir noch von Sebastian wissen: „Das ist schwierig zu erklären. Es war halt so, dass wir im Ballbesitz nicht die richtigen Entscheidungen getroffen haben und dann wieder hinterherlaufen mussten. Ich glaube aber, dass beides geht - dass wir gut defensiv stehen, aber unser Spiel mit Ball verbessern können und weniger Fehler machen. Dann wird es auch offensiv wieder klappen.“ Dann richtet unser Schlussmann den Blick wieder nach vorne: „Es ist jetzt das Beste, was es gibt, dass es direkt am Mittwoch gegen Fortuna Köln weitergeht. Wir müssen uns nicht eine ganze Trainingswoche darüber den Kopf zermartern, sondern wollen und werden zeigen, dass wir es besser als heute können. Auch wenn der Gegner sicherlich keine blinde Mannschaft ist. Wir sind 2021 noch ohne Gegentor und ungeschlagen in unserem Stadion", so „Patze“ ein wenig augenzwinkernd.

Das nächste Ligaspiel bestreitet der WSV bereits am kommenden Mittwoch, den 3. März 2021 gegen Fortuna Köln. Anstoß im Stadion am Zoo zur Nachholbegegnung des 25. Spieltags ist um 18:00 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung Rot-Weiß Oberhausen:

36 Robin Benz - 27 Jeffrey Obst, 15 Maik Odenthal, 3 Pierre Fastnacht - 30 Nils Winter, 8 Bastian Müller, 4 Jerome Propheter (87. 6 Leander Goralski), 16 Adam Lenges (79. 22 Jan Wellers), 17 Tugrul Erat (89. 24 Jan Marpe) – 11 Sven Kreyer (83. 9 Shun Terada), 10 Shaibu Oubeyapwa

Trainer: Mike Terranova

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler – 28 Lars Bender, 15 Christopher Schorch, 21 Noah Salau, 3 Moritz Römling – 5 Tjorben Uphoff, 6 Joey Paul Müller (83. 24 Isaak Simion Akritidis) – 7 Semir Saric (46. 11 Jonas Erwig-Drüppel), 10 Kevin Rodrigues Pires (87. 8 Daniel Grebe), 53 Burak Gencal (59. 14 Mateo Aramburu) – 48 Marco Königs

Trainer: Björn Mehnert

Stadion: Stadion Niederrhein

Zuschauer: 0

Tore: 1:0 Winter (39.), 2:0 Patzler (76., Eigentor), 3:0 Terada (86.)

Bes. Vorkommnis: Patzler hält Foulelfmeter von Müller (61.) 

Gelbe Karten: - / Saric (20.), Müller (61.)

Eckenverhältnis: 4:2

Schiedsrichter: Tobias Severins / Assistenten: Waldemar Stor, Jonathan Lautz

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

Rot Weiß Oberhausen - WSV 20/21

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