MENÜ
26
Sep
SCP
14:00
WSV
Anzeige
Samstag, 13.03.2021 -

1. Mannschaft

WSV mit 1:1 in Rödinghausen

Unser Team kassiert Ausgleichstreffer in Unterzahl in der Nachspielzeit

Nach 15 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Begegnungen ging es für den WSV am 30. Spieltag der Regionalliga West zur längsten Auswärtsreise der Saison zum SV Rödinghausen ins Wiehengebirge, um nach Möglichkeit die gute Bilanz im Jahr 2021 fortzusetzen. Im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen die U23 des FC Schalke 04 in der Vorwoche nahm Trainer Björn Mehnert lediglich eine Änderung in der Startelf vor: Jonas Erwig-Drüppel begann anstelle des erkrankten Lars Bender. Ansonsten agierte der WSV taktisch wie zuletzt mit der Dreierkette Noah Salau, Christopher Schorch und Kevin Pytlik, die bei gegnerischem Ballbesitz von Jonas Erwig-Drüppel (rechts) und Moritz Römling (links) zu einer Fünferkette ergänzt wurde. Marco Königs und Mateo Aramburu bildeten wie gegen Schalkes U23 den Doppelsturm.

Der SV Rödinghausen ist im heimischen Wiehenstadion eine Macht. Dort verlor die Mannschaft von Trainer Nils Drube in 13 Partien erst ein einziges Mal - dies allerdings erst vor zwei Wochen durch einen Strafstoß in letzter Minute gegen Aufsteiger SV Straelen (0:1). Ein zweifaches Wiedersehen gab es mit Daniel Flottmann und Enzo Wirtz im Trikot der Gastgeber, während ein weiterer Ex-WSVer, Angelo Langer, beim SVR nicht im Kader stand.

Mitten im Sturmtief LUIS - bei vereinzelten Sturmböen von über 80 km/h und nasskaltem Schauerwetter um 9 Grad Celsius, die sich deutlich kälter anfühlten - lief der WSV in roten Trikots, roten Hosen und roten Stutzen auf, die Gastgeber in schwarzen Trikots, schwarzen Hosen und schwarzen Stutzen. In der 8. Spielminute setzte sich Jonas Erwig-Drüppel im zentralen Mittelfeld gegen mehrere Gegenspieler im Dribbling durch, passte weiter auf Joey Paul Müller, der auf Marco Königs durchsteckte. Alleine im Strafraum scheiterte unser Torjäger im Eins-gegen-Eins an Rödinghausens Schlussmann Sebald - das hätte der Führungstreffer für Rot-Blau sein können. Auch in der Folgezeit spielte unsere Mannschaft mehr als gut mit und hielt Rödinghausen von unserem Tor weg. Verletzungsbedingt musste bereits Mitte der ersten Halbzeit ein Wechsel vorgenommen werden: Christopher Schorch verspürte sichtbar ein Ziehen im Oberschenkel und musste den Platz verlassen, für ihn kam Semir Saric in die Partie und Kapitän Tjorben Uphoff rückte für Schorch in die Dreierkette zurück (22.). Die Mannschaft ließ sich von der Umstellung jedoch nicht verunsichern, im Gegenteil: Es kamen starke zwei Minuten der Bergischen. Zunächst scheiterte Königs mit einem zentralen Abschluss aus 20 Metern an Sebald (28.). Nur eine Minute später köpfte er nach einem Eckball von Kevin Rodrigues Pires den Ball auf das Tor der Gastgeber, Sebald war geschlagen, doch Seungwon Lee rettete am zweiten Pfosten stehend auf der Linie. Die erste gute Möglichkeit für die Gastgeber vergab dann Enzo Wirtz, der am Fünfmeterraum einen Kopfball nach Eckstoß von Ba-Muaka Simakala links am Tor von Sebastian Patzler vorbeisetzte (32.). Wenig später setzte sich Joey Paul Müller auf der rechten Seite durch und bediente den eingewechselten Semir Saric an der Strafraumgrenze, doch dessen sehenswerte Direktabnahme wehrte Sebald im Tor der Gastgeber zur Ecke ab (35.). Als „Uppe“ im Mittelfeld einen Zweikampf verlor, liefen die Gastgeber in Überzahl auf das Gehäuse von Patzler zu, doch der Abschluss von Yassin Ibrahim ging rechts am Tor vorbei (37.). Pünktlich bat der Schiedsrichter die Teams zum Pausentee. In einem trotz der schwierigen Platzverhältnisse guten Fußballspiel, in dem sich beide Mannschaften auf dem Platz nichts schenkten, ging es torlos in die Kabinen.

Beide Teams kamen bei Sonnenschein personell unverändert aus der Kabine, der WSV hatte nun aber den Wind im Rücken. Unsere Mannschaft übernahm zunächst die Initiative, während die Gastgeber kaum noch zur Entfaltung kamen. In der 59. Spielminute dann der verdiente Führungstreffer für Rot-Blau: Einen Freistoß von halblinks zirkelte Semir Saric auf das Tor von Rödinghausen. Mit Windunterstützung wurde der Ball immer länger und senkte sich hinter Sebald zum 0:1 in den rechten oberen Torwinkel. Mitte der zweiten Halbzeit hatte die Mannschaft von Björn Mehnert das Spiel gefühlt komplett unter Kontrolle. Doch die Partie erhielt noch eine unverhoffte Wendung: Im Mittelfeld schubste Joey Paul Müller seinen Gegenspieler in einer hitzigen Situation mit beiden Händen zu Boden und Schiedsrichter Lars Aarts bewertete die Aktion als rotwürdig (71.). In Unterzahl geriet der WSV nun etwas mehr unter Druck, verteidigte das Tor aber leidenschaftlich, so dass die Gastgeber zunächst zu keiner klaren Tormöglichkeit kamen. Dann brach die Nachspielzeit an, in der ein Schuss von Arkenberg wie Ping-Pong durch den WSV-Strafraum ging. Den Abpraller schob schließlich Yassin Ibrahim zum 1:1 Endstand ein (90.+1).

Die Mannschaft von Björn Mehnert darf für sich in Anspruch nehmen, eine überzeugende Leistung abgeliefert zu haben. Bei einem sehr guten Gegner gewann man einen Punkt, der sich aufgrund des unglücklichen Spielverlaufs am Ende aber sogar eher wie ein zweifacher Punktverlust anfühlte. Fraglich bleibt, wie die Begegnung mit Elf gegen Elf beendet worden wäre. Der positive Aufwärtstrend der letzten Wochen setzte sich aber sichtbar fort. Mit nunmehr 32 Punkten aus 26 Spielen haben sich die Rot-Blauen deutlich Richtung Tabellenmittelfeld bewegt.

Den Spielern war nach dem Schlusspfiff der Frust und die Enttäuschung über das späte Gegentor anzusehen. Kevin Hagemann brachte es auf den Punkt: „Um ehrlich zu sein ist es am Ende total ärgerlich, in der letzten Minute den Ausgleich zu kassieren. Wir hätten uns heute mehr verdient gehabt als das Unentschieden. Manchmal hat man das Pech, dass man in der letzten Minute noch einen reinbekommt. Dann müssen wir eben beim nächsten Mal wieder die drei Punkte einfahren.“ Zu seinem ersten Einsatz in Rot-Blau diese Saison nach seiner Verletzungspause sagte unser Rückkehrer: „Ich bin froh, dass ich mal wieder einen Fuß auf dem Fußballplatz hatte und freue mich auf das nächste Mal.“

Ersatztorhüter Payam Safarpour-Malekabad sah es ähnlich: „Das war sehr ärgerlich, wir waren deutlich besser. Zum Schluss war es sehr unglücklich, aber wir machen weiter und schauen nach vorne.“

Verteidiger Noah Salau zog nach der Begegnung folgendes Fazit: „Wir waren heute gut im Spiel. Wir haben hinten gut gespielt und wenig Chancen zugelassen. Die Situation mit der roten Karte war natürlich blöd. Dadurch waren wir mit einem Mann in Unterzahl, aber wir haben trotzdem gut dagegengehalten. Wir haben am Ende ein blödes Tor kassiert, was sehr bitter für uns ist, aber wir machen weiter, nehmen das Positive mit und dann geht es schon nächste Woche weiter.“

Der eingewechselte Daniel Grebe fand versöhnliche Worte und hat insbesondere die Gesamtentwicklung der Mannschaft im Blick: „Ich habe der Mannschaft heute lange von der Bank aus zugesehen und das hat einfach Spaß gemacht. Sie hat gekämpft und Gas gegeben. Meiner Ansicht nach haben wir uns seit der Winterpause extrem weiterentwickelt und können jedem Team Paroli bieten. Ich glaube, wir waren heute auch klar die bessere Mannschaft und ein Sieg wäre mit Sicherheit verdient gewesen. Leider gab es die unglückliche rote Karte. Joey hat geschubst, das darf er nicht machen, aber meiner Meinung nach muss man dafür nicht Rot zeigen. Der Schiedsrichter hat so entschieden und man muss das akzeptieren. Dann sind wir in Unterzahl gegen eine sehr gute Mannschaft immer mehr unter Druck geraten und haben das Tor bekommen. Trotz des unglücklichen Spielverlaufs: Wenn mir vorher einer gesagt hätte, dass wir einen Punkt in Rödinghausen holen, dann wäre das gar nicht so verkehrt gewesen.“ Unsere Nummer 8 sah eine hohe Intensität in den Zweikämpfen: „Das ist grundsätzlich gegen Rödinghausen so. Sie haben ein paar routinierte Spieler im Team, die mit allen Wassern gewaschen sind und ordentlich Theater auf dem Platz machen. Aber das ist immer so und da müssen wir uns eben gegen wehren. Aber auch diesbezüglich sind wir meiner Meinung nach in unserer Entwicklung einen Schritt nach vorne gekommen. Ich glaube, wir haben mehr als dagegengehalten.“

Das nächste Spiel bestreitet der WSV bereits am kommenden Mittwoch, den 17. März 2021 bei der U23 von Fortuna Düsseldorf. Anstoß im Paul-Janes-Stadion ist um 18:30 Uhr.

Spieldaten:

Aufstellung SV Rödinghausen: 

27 Alexander Sebald - 34 Tobias Reithmeir, 8 Sebastian Haut, 3 Daniel Flottmann - 11 Patrick Kurzen (86. 6 Fynn Arkenberg), 10 Seungwon Lee (82. 25 Rick Ten Voorde), 29 Lukas Kunze, 23 Yassin Ibrahim, 39 Jonathan Riemer - 19 Ba-Muaka Simakala (73. 17 Christian Derflinger), 9 Enzo Wirtz

Trainer: Nils Drube

Aufstellung Wuppertaler SV: 

31 Sebastian Patzler - 27 Kevin Pytlik, 15 Christopher Schorch (22. 7 Semir Saric), 21 Noah Salau - 11 Jonas Erwig-Drüppel (90.+2 30 Kevin Hagemann), 6 Joey Paul Müller, 10 Kevin Rodrigues Pires, 5 Tjorben Uphoff, 3 Moritz Römling - 14 Mateo Aramburu (73. 8 Daniel Grebe), 48 Marco Königs

Trainer: Björn Mehnert

Stadion: Wiehenstadion

Zuschauer: 0

Tore: 0:1 Saric (59.), 1:1 Ibrahim (90.+1)

Gelbe Karten: Flottmann (7.), Kurzen (59.), Kunze (71.) – Erwig-Drüppel (42.), Saric (87.), Küsters (88.)

Rote Karte: Müller (71.)

Eckenverhältnis: 5:4

Schiedsrichter: Lars Aarts / Assistenten: Bastian Lang, Lukas Luthe

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion


SV Rödinghausen - WSV 20/21

Fotos von: Gunnar Frankenberg

×