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Apr
WSV
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BMG
Mittwoch, 24.03.2021 -

1. Mannschaft

Unglückliche Auswärtsniederlage in Münster

Nach 0:2-Rückstand in Unterzahl chancenlos

Gegenüber dem 2:0-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen Bergisch Gladbach änderte Trainer Björn Mehnert seine Startelf auf zwei Positionen: Für Lars Bender und Burak Gencal begannen Jonas Erwig-Drüppel und Mateo Aramburu. Der SC Preußen Münster, im letzten Sommer aus der 3. Liga abgestiegen, hatte sich in den letzten Wochen gefangen und seine Leistungen mit zehn ungeschlagenen Spielen am Stück stabilisiert. Folge war der dritte Tabellenplatz mit 54 Punkten - so wartete heute ein harter Brocken auf den WSV.

Zum ersten Abschluss des Spiels kamen die ganz in Rot gekleideten Gäste von der Wupper nach sechs Minuten: Jonas Erwig-Drüppel scheiterte mit seinem Abschluss nach schöner Vorarbeit von Semir Saric jedoch am Preußen-Keeper Maximilian Schulze-Niehues. In der 9. Minute hatten die Gastgeber ihre erste Möglichkeit. Ein Pass von der linken Seite fand erst Gerrit Wegkamp und dann Alexander Langlitz, doch bei beiden Schüssen warfen sich Christopher Schorch sowie Noah Salau noch in den Ball und konnten diesen zur Ecke blocken. Nach der dritten Ecke für die Preußen kam Marcel Hoffmeier zum Schuss, der nach Sicht des Schiedsrichtergespanns an die Hand von Moritz Römling prallte - so gab es Elfmeter für die Gastgeber. Gerrit Wegkamp ließ sich die Chance nicht nehmen und platzierte seinen Ball scharf in die rechte untere Ecke zum 1:0 (17.). Fünf Zeigerumdrehungen später zeigte sich der WSV wieder vor dem gegnerischen Tor. Der Freistoß von Tjorben Uphoff aus knapp 20 Metern war jedoch zu unplatziert, um für größere Gefahr zu sorgen. Doch was die Rot-Blauen beim Tabellendritten am frühen Abend auf doch schwer zu bespielendem Rasen zeigten, sah in einigen Aktionen wirklich gut aus. Aggressiv versuchten sie zu pressen, was dem Team des früheren Wuppertalers Niklas Heidemann nicht immer zusagte. In der 26. Minute prüfte Semir Saric mit einem Schussversuch Maximilian Schulze-Niehues, der zur ersten WSV-Ecke klären konnte. Doch auch Münster hatte seine Chancen. Alexander Langlitz scheiterte aus kurzer Distanz an Sebastian Patzler. Im direkten Gegenzug schoss Marco Königs knapp über das Preußen-Tor. Da sich das Spiel in den Folgeminuten beruhigte, blieb es bei der knappen 1:0-Führung der Gastgeber bis zur Pause.

Mit Kevin Hagemann für Tjorben Uphoff begann der zweite Durchgang. Die erste Möglichkeit nach der Pause besaßen jedoch wieder die Gastgeber in Person von Joel Grodowski, der auf den kurzen Pfosten zielte, wo Sebastian Patzler jedoch zur Stelle war (49.). Leider musste kurz darauf Christopher Schorch verletzt ausscheiden, für ihn kam Daniel Nesseler in die Partie. Die Phase der Neusortierung rächte sich schon zwei Zeigerumdrehungen später, als ein schöner Pass von Joshua Holtby auf Alexander Langlitz gespielt wurde, der frei vor Sebastian Patzler zum zweiten Treffer für Münster vollstreckte (54.) - in diesem Moment wirkte die Wuppertaler Hintermannschaft nach der Auswechslung doch ein wenig unorganisiert. Zu allem Überfluss holte sich Kevin Pytlik innerhalb von wenigen Minuten die Ampelkarte ab (61.). Zwei Minuten später hatte Mateo Aramburu die erste Torchance der zweiten Halbzeit, aber auch sein Abschluss fand nicht sein Ziel. Wenige Augenblicke später kam Furkan Tasdemir für den ebenfalls leicht angeschlagenen Jonas Erwig-Drüppel ins Spiel. Die Gastgeber beherrschten in der Folgezeit Ball und Gegner. Dem WSV konnte man in Unterzahl das Bemühen nicht absprechen, zum Anschlusstreffer kommen zu wollen, allerdings scheiterten die Versuche zumeist bereits an der Strafraumkante - gefährlich für das Tor von Münster wurde es nicht mehr. So blieb es bei der am Ende unglücklichen, aber nicht unverdienten 0:2-Niederlage.

Unser sportlicher Leiter Stephan Küsters zog nach dem Spiel bei seinem früheren Club folgendes Fazit: "Mit Punkten wäre ich lieber nach Hause gefahren. Ich komme immer gerne hierhin, denn hier ist immer eine gute Atmosphäre - heute leider ohne Zuschauer. Letztendlich geht es aber um Fußball und da sind wir heute nicht an unsere Grenzen gekommen. Wir haben über die neunzig Minuten, glaube ich, keine richtige Torchance gehabt und dann wird es natürlich schwer, ein Spiel zu gewinnen. Zum Spielverlauf: Ob es ein Elfmeter war, konnte ich leider von unten nicht sehen. Ich habe gehört, dass die Meinungen auseinandergehen. Wenn der Elfmeter nicht gepfiffen wird, dann wäre das Spiel anders gelaufen - es wäre lange offen gewesen. Ich würde nicht sagen, dass die Münsteraner so dominant waren - vor allem auch nicht in Überzahl, bis auf die eine oder andere Kontersituation natürlich. Letztlich musste Patzler heute auch nicht viel halten. Im Endeffekt haben wir gegen eine Spitzenmannschaft mit 0:2 verloren, die zurecht dort oben steht. Jetzt müssen wir uns den Mund abwischen. Wir hätten gerne etwas mitgenommen und so müssen wir uns jetzt auf Straelen konzentrieren, dann geht es weiter."

Der eingewechselte Daniel Nesseler sah Licht und Schatten: "Wir haben es heute in der eigenen Hand gehabt, ein besseres Spiel daraus zu machen. Am Ende des Tages haben wir dumme Fehler gemacht und leider verdient verloren. Aber wir können das mitnehmen und darauf aufbauen, was wir in den letzten 20 bis 30 Minuten gezeigt haben: Mit Mut auch in Unterzahl weiterzuspielen. Es kommen jetzt wieder Gegner, wo wir auf jeden Fall wieder punkten müssen."

Furkan Tasdemir freute sich über seine Einwechslung: "Es hat mich sehr gefreut, dass ich reingekommen bin und die Chance vom Trainer bekommen habe. Aber trotzdem ist es ärgerlich, dass wir heute verloren haben. Wir waren zwar einen Mann weniger, haben aber trotzdem gekämpft. Weiter geht's!"

Der neue Torwarttrainer Maurice Gillen ordnete das Spiel wie folgt ein: "Ich fand es etwas schade, dass wir ein bisschen mutlos agiert haben und ohne Selbstbewusstsein. Es wäre zumindest in der ersten Halbzeit mehr drin gewesen. Wir waren ganz gut drin mit den zweiten Bällen. Dann bekommt man den Elfmeter und es sieht hintenraus schlecht aus. So ist der Fußball halt - das ist alles etwas schwierig." Zur Torwartleistung: "Wir haben uns nichts Großes vorzuwerfen, damit bin ich zufrieden." Zum Elfmeter: "Das hatten wir vorher sogar noch besprochen. In Wiedenbrück hatte Münster auch einen Elfmeter, da war es genau das gleiche. Vielleicht hätte er ein bisschen mutiger noch in die linke Ecke gehen sollen. Doch es war heute insgesamt wohl nicht mehr drin."

Niklas Heidemannn fand nach seinem Trikottausch mit Semir Saric Worte in Richtung seines Ex-Vereins: "Ich habe immer noch Kontakt zur Mannschaft, insbesondere zu Semir durch die Fahrgemeinschaft, die wir früher hatten. Wir sind immer mit Gaetano Manno und Joshua Mroß gefahren. Aber auch zu den anderen, mit denen ich zusammengespielt habe, habe ich immer noch Kontakt. Ich musste mich nach meiner Verletzung erst einmal zurückkämpfen, habe dann auf meine Chance gewartet und nun ist es natürlich umso schöner, dass ich direkt bei so einem Spiel wieder dabei war. Ein, zwei Späßchen haben wir auf dem Feld gemacht, das gehört dazu, aber insgesamt zählt während des Spiels natürlich erstmal die Arbeit und erst dann etwas anderes. Es hat mich aber sehr gefreut, die Jungs wiederzusehen!"

Weiter geht es für die Rot-Blauen bereits am kommenden Samstag, den 27.03.2021 um 14:00 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim SV Straelen.

Spieldaten:

Aufstellung SC Preußen Münster: 

35 Maximilian Schulze-Niehues – 5 Julian Schauerte, 15 Simon Scherder, 30 Marcel Hoffmeier, 33 Niklas Heidemann – 21 Nicolai Remberg (79. 18 Dominik Klann), 7 Dennis Daube (72. 22 Okan Erdogan) – 23 Alexander Langlitz, 14 Joshua Holtby (86. 26 Deniz-Fabian Bindemann), 9 Joel Grodowski – 25 Gerrit Wegkamp (33. 17 Osman Atilgan)

Trainer: Sascha Hildmann

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler – 27 Kevin Pytlik, 15 Christopher Schorch (52. 4 Daniel Nesseler), 21 Noah Salau, 3 Moritz Römling – 11 Jonas Erwig-Drüppel (64. 19 Furkan Tasdemir), 7 Semir Saric, 10 Kevin Rodrigues-Pires, 5 Tjorben Uphoff (46. 30 Kevin Hagemann) - 14 Mateo Aramburu (75. 9 Beyhan Ametov), 48 Marco Königs

Trainer: Björn Mehnert

Stadion: Preußenstadion

Zuschauer: 0

Tore: 1:0 Wegkamp (17., Handelfmeter), 2:0 Langlitz (54.)

Gelbe Karten: Römling (16.), Pytlik (48.), Aramburu (69.), Königs (77.)

Gelb-Rote Karte: Pytlik (61.)

Ecken: 7:1

Schiedsrichter: Timo Gansloweit / Assistentinnen: Sina Diekmann, Annika Paszehr

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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