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Samstag, 24.04.2021 -

1. Mannschaft

WSV verliert 0:1 in Lotte

Kein Durchkommen gegen die Lotter Defensive

Nach dem überzeugenden 4:0 unter der Woche gegen Wegberg-Beeck genügte den Sportfreunden Lotte heute eine engagierte Leistung zum Sieg. Unserer Mannschaft fiel nicht genug ein, um das gegnerische Tor in Gefahr zu bringen. Im Vergleich zum vergangenen Spiel gegen den FC Wegberg-Beeck, bei der unser Trainer Björn Mehnert die beste WSV-Halbzeit unter seiner Leitung gesehen hatte, gab es zwei Änderungen in der Startelf: Marco Königs und Burak Gencal begannen für Mateo Aramburu und den gelb-gesperrten Semir Saric. Die Sportfreunde haben sich unter dem neuen Trainer Andy Steinmann, der im letzten Dezember Imke Wübbenhorst ablöste, stabilisiert und seitdem eine ausgeglichene Bilanz. Am letzten Wochenende verlor die Mannschaft jedoch mit 1:3 beim VfB Homberg. Steinmann nahm daraufhin vier Änderungen vor: Dino Bajric, Emre Aydin, Bennet van den Berg und Serafino Lacagnina begannen für Muhammed Terzi, Sertan Yigenoglu, Dimitrios Ioannidis und Exauce Andzouana.

Die Gastgeber waren mit viel Laufbereitschaft und Aggressivität von Beginn an besser im Spiel, erarbeiteten sich erste Chancen, blieben dabei aber zunächst unpräzise. Das heute entscheidende Tor fiel dann aber doch bereits nach 13 Minuten: Innenverteidiger Luca-Falk Menke setzte sich nach einem Eckball am kurzen Pfosten gegen seine Gegenspieler durch und köpfte humorlos zur Führung ein. Unsere Spieler wurden weiter früh angelaufen, kamen nicht zur Entfaltung und ließen sich zu vielen Fehlpässen zwingen. Erst nach 20 Minuten kam der WSV besser ins Spiel und erarbeitete sich Stück für Stück mehr Ballbesitz, ohne dabei allzu gefährlich zu werden. Marco Königs gelang es bei weiten Bällen auf ihn nicht, die Kopfballduelle gegen seine Gegenspieler zu gewinnen. Joey Müller und Kevin Hagemann waren auf der linken Seite bemüht, kombinierten sich hin und wieder nach vorne, konnten dann aber keine Chancen kreieren. Stattdessen verpassten die Gastgeber nach 28 Minuten das 2:0, als Mittelstürmer Bennet van den Berg eine gute Hereingabe von Timo Brauer nur knapp verpasste. Unsere Mannschaft hatte fünf Minuten später die erste Torchance, doch Marco Königs' Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei. Der WSV war bemüht, zeigte aber zu wenig klare Aktionen, sodass die Lotter Hintermannschaft nicht vor ernsthafte Probleme gestellt wurde.

Zur 2. Halbzeit versuchte Björn Mehnert mit der Hereinnahme von Mateo Aramburu für Burak Gencal in der Offensive neue Impulse zu setzen. Der WSV hatte dann auch von Beginn an das optische Übergewicht und mehr Ballbesitz. Doch Lotte hielt weiter mit viel Einsatz dagegen und unserer Mannschaft fiel nicht genug ein, um sich echte Torchancen zu erarbeiten. Die wenigen Gelegenheiten waren eher Zufallsprodukte: Ein Kopfball von Mateo Aramburu wurde erst durch einen fast missglückten Klärungsversuch mit dem Knie gefährlich, ging aber knapp über die Latte (62.). Eine Flanke von Lars Bender aus dem Halbfeld auf Marco Königs wurde immer länger und landete am Lattenkreuz (72.). Lotte stand nun immer tiefer und verteidigte die knappe Führung. Der WSV versuchte durch offensive Wechsel eine Schlussoffensive einzuläuten: Isaak Akritidis ersetzte Lars Bender, Kevin Pytlik kam für Lars Holtkamp und ging neben Marco Königs direkt nach vorne (82.), Daniel Nesseler machte für Daniel Grebe Platz (87.). Der WSV warf alles nach vorne, aber richtig gefährlich wurde es auch jetzt nicht. Stattdessen hatte Lotte, das in der zweiten Halbzeit nur noch auf Konter lauerte, zweimal die Chance alles klar zu machen. Doch Justin Plautz und Bennet van den Berg wurden von Noah Salau und Daniel Nesseler jeweils beim Abschluss entscheidend gestört (72.), Plautz setzte einen Lupfer über den herausgeeilten Sebastian Patzler nur knapp neben das Tor (90.). Die Angriffsbemühungen des WSV führten noch zu einer Gelegenheit von Beyhan Ametov, der - eingesetzt von Kevin Pytlik - aus kurzer Distanz, aber aus spitzem Winkel über das Tor schoss (90.+3). Bei der letzten Ecke kam sogar Sebastian Patzler mit nach vorne, doch auch das half heute nicht mehr.

„Wenn wir die 90 Minuten sehen, haben wir keine eigene Torchance gehabt, der Torwart von Lotte musste keinen Ball halten und so kann man kein Spiel gewinnen", fasste Sportdirektor Stephan Küsters das Spiel kurz nach dem Abpfiff zusammen. Und merkt weiter an: „Man sollte das jetzt auch nicht überbewerten. Wir haben in den letzten Wochen merklich Körner gelassen und immer alles rausgehauen. Heute waren wir einfach von Beginn an nicht im Spiel und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Wir haben nach hinten raus zwar alles versucht, doch es hat am Ende nicht mehr für uns gereicht, sodass wir verloren haben. Wir wischen uns heute einmal den Mund ab und man muss uns auch einmal einen schlechten Tag eingestehen.“ Nachdem der Haken an die heutige Partie gemacht war, blickte Stephan Küsters auf die Auslosung des Niederrheinpokals am kommenden Montag und die Frage nach einem Freilos: „Ein Freilos möchte natürlich jeder der sieben teilnehmenden Vereine haben. Wir müssen es so nehmen wie es kommt und dann in dieser Viertelfinalbegegnung wieder alles investieren. Es sind alles gute Gegner und es wird von daher auch ein schwieriges Spiel werden. Jeder, der es mit dem Fußball zu tun hat, weiß natürlich, dass es nur drei Siege bis zum Einzug in den DFB-Pokal sind. Da wird natürlich jeder Verein versuchen, dabei zu sein. Auf gar keinen Fall werden wir die Saison austrudeln lassen.“

Innenverteidiger Noah Salau schaute auf das heutige Spiel wie folgt zurück: „Wir haben von Beginn an nicht gut gespielt und haben viel zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht. Dadurch haben wir den Gegner gestärkt.“ Das Tor des Tages für die Sportfreunde Lotte fiel bei einem Eckenverhältnis von am Ende 8:1 für den WSV ausgerechnet durch den einzigen Lotter Eckstoß. „Ein Gegentor bei einer Standardsituation ist immer blöd, weil es am Ende auch die einzige Ecke für Lotte war. Da stehen wir einfach nicht gut und müssen es einfach besser verteidigen", so unsere Nummer 21. Lotte stand zudem über 90 Minuten gut gestaffelt und ließ nichts zu. „Wir haben zu wenig Ideen gehabt im Spiel nach vorne und konnten dadurch nicht so viele Chancen kreieren. Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitz hatten - wenn man keine Tormöglichkeiten herausspielt, kann man auch kein Spiel gewinnen", so Noah. Unter die Saison bereits jetzt einen Schlusspunkt setzen will er auf gar keinen Fall: „Wir haben noch ein paar Spiele vor uns und die wollen wir positiv bestreiten. Deswegen werden wir in der kommenden Trainingswoche wieder Gas geben und wollen das nächste Spiel in Düsseldorf gewinnen.“ Unser Defensivspieler warf dann auch noch einen Blick auf die anstehende Auslosung im Pokal. „Der Pokal ist ein Bonus für uns und es wird uns bestimmt ein starker Gegner und ein spannendes Spiel erwarten. Und dann schauen wir einmal, was für uns dabei herumkommt.“

Mittelfeldspieler Lars Holtkamp zog folgendes Fazit: „Heute war das keine gute Leistung von uns, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben heute zu wenig investiert, um drei Punkte mitzunehmen. Das müssen wir nächste Woche im Training aufarbeiten und nächstes Spiel wieder versuchen, komplett - vor allem über 90 Minuten - durchzumarschieren." Auf das Eckenverhältnis von 8:1 für Rot-Blau angesprochen: „Am Ende kommen wir mehr nach vorne, weil der Gegner sich mehr nach hinten fallen lässt. Richtige Chancen konnte wir uns nicht kreieren. Deshalb hatten wir es nicht verdient, heute zu gewinnen."

Der eingewechselte Isaak Simion Akritidis hatte zum heutigen Spiel die gleiche Meinung wie seine Mannschaftskollegen: „In der ersten Halbzeit sind wir ganz schlecht reingekommen, haben viel zugelassen und konnten kaum Akzente nach vorne setzen. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Gas gegeben, aber es hat am Ende dann doch nicht gereicht, dass wir noch ein Tor erzielen konnten. Aber Kopf hoch, weiter geht's."

Cheftrainer  Björn Mehnert sah das erste Spiel nach seiner Vertragsverlängerung so: „Es war ein Spiel mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten, eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Bei der einzigen Ecke für die Gastgeber sind wir dann nicht wachsam genug gewesen. Entscheidend war heute, dass man gesehen und gemerkt hat, dass die letzten Wochen für uns kräftezehrend waren und uns ein paar Alternativen fehlten, um noch mehr Frische hereinzubringen. Aus diesem Grund haben wir das heutige Spiel auch nicht unverdient verloren, weil wir auch in der ersten Hälfte zu wenig investiert haben, unkonzentriert waren in der Spieleröffnung und -fortsetzung sowie zu viele Fehler gemacht haben. Wir haben kaum zweite Bälle gewonnen und die Aggressivität in den Zweikämpfen fehlte. Wir müssen das aber auch einfach heute mal akzeptieren. Wenn man auf die letzten Wochen zurückblickt, waren es schon sehr kraftraubende Zeiten mit fast ausschließlich englischen Wochen im 3-4-Tage-Rhythmus. Jetzt werden wir ein, zwei Tage regenerieren und haben dann bis Düsseldorf eine fast normale Trainingswoche." Fast hätte es durch die Bogenlampe von Lars Bender ans Lattenkreuz (72.) doch noch zu einem Punktgewinn gereicht: „Das hätte zu diesem Tag heute noch gepasst, dass eine verunglückte Flanke reinfliegt. In der ersten Halbzeit spielte Lottes Innenverteidiger einen verunglückten Rückpass auf seinen Torhüter, der knapp neben das Tor geht", so unser Trainer. Den Spannungsbogen will „Mehne“ daher auch weiter hochhalten: „Wir sind weiterhin in unserer Pokalrunde, haben jetzt einmal verloren, spielen aber in der „Trostrunde“ weiter. Die andere wichtige Pokalserie steht dann auch noch an. Wir haben auch im Niederrheinpokal das Ziel, möglichst weit zu kommen, auch wenn dort starke Gegner wie die beiden Drittligisten, Rot-Weiss Essen oder die anderen Regionalligisten vertreten sind. Da gibt es keinen Gegner, den man einfach mal so im Vorbeigehen schlägt. Das werden alles interessante Spiele. Aber auch in der Meisterschaft wollen wir noch den einen oder anderen Sieg holen. Deswegen wird die Spannung definitiv bei uns nicht abfallen. Wir akzeptieren die heutige Niederlage, schütteln uns kurz und greifen dann wieder an.“

Das nächste Spiel bestreitet der WSV am kommenden Freitag, den 30. April 2021 um 18:30 Uhr bei der U23 von Fortuna Düsseldorf. Dabei wird Björn Mehnert auf Joey Paul Müller verzichten müssen, der heute seine 5. Gelbe Karte sah.

Spieldaten:

Aufstellung Sportfreunde Lotte: 

24 Jhonny Peitzmeier – 27 Filip Lisnic, 5 Luca-Falk Menke, 2 Jesse Edem Tugbenyo, 12 Serafino Nino Lacagnina (87. 4 Sertan Yigenoglu) – 6 Timo Brauer, 8 Dino Bajric – 14 Emre Sabri Aydinel (61. 22 Muhammed Emir Terzi), 10 Leon Demaj (83. 7 Ryoya Ito), 31 Justin Plautz – 19 Bennet van den Berg (75. 18 Selim Ajkic)

Trainer: Andy Steinmann

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler – 28 Lars Bender (75. 24 Isaak Simion Akritidis), 4 Daniel Nesseler (87. 8 Daniel Grebe), 21 Noah Salau, 6 Joey Paul Müller - 16 Lars Holtkamp (82. 27 Kevin Pytlik), 10 Kevin Rodrigues Pires – 9 Beyhan Ametov, 53 Burak Gencal (46. 14 Mateo Aramburu), 30 Kevin Hagemann – 48 Marco Königs

Trainer: Björn Mehnert

Stadion: Stadion am Lotter Kreuz

Zuschauer: 0

Tor: 1:0 Menke (13.)

Gelbe Karten: Tugbenyo (27.), Menke (41.) – Müller (20.), Aramburu (48.)

Eckenverhältnis: 1:8

Schiedsrichter: Julian Engelmann / Assistenten: Timo Gansloweit, Claas Steenebrügge

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion 


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