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Dienstag, 27.04.2021 -

1. Mannschaft

„Für mich war der Wuppertaler SV schon immer ein sehr großer Verein“

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit Winterneuzugang Burak Gencal

Im Winter fanden nicht nur die bislang im „Eins zu Eins“ vorgestellten Akteure den Weg zu uns nach Wuppertal, sondern auch der offensive Mittelfeldspieler Burak Gencal. Im ersten Spiel bei Rot Weiss Ahlen sorgte der 26-jährige für den späten und viel umjubelten Siegtreffer für die Rot-Blauen. Auch in der zweiten Begegnung gegen den SV Lippstadt am Uellendahl traf der Neuzugang sofort ins gegnerische Tor und machte sich auf diese Weise schnell einen Namen bei uns im Tal. Bevor es ihn zum WSV verschlug, spielte Burak Gencal für den Ligakonkurrenten aus der ehemaligen Deutschen Hauptstadt Bonn.

Eigentlich schon in der A-Jugend zum WSV

Burak Gencal erblickte am 9. August 1994 in Leverkusen das Licht der Erde. Sein erster Fußballverein war ebenfalls am Rhein: Er spielte zunächst beim VfL Leverkusen und schloss sich anschließend dem TuSpo Richrath in Langenfeld an. Die letzte Station im Jugendbereich - und gleichzeitig der Verein, für den der Linksfuß erstmals die Schuhe im Seniorenbereich schnürte - war der TSV 05 Ronsdorf. Dort schoss unser Winterneuzugang in seiner letzten Saison im Jugendbereich neun Tore in achtzehn Spielen und durfte in derselben Saison noch fünf Einsätze in der Landesliga verzeichnen. Eigentlich hatte unsere Nummer 53 damals jedoch einen anderen Plan, wie er uns verrät: „Die Station beim TSV Ronsdorf hing bereits indirekt mit dem Wuppertaler SV zusammen. In der A-Jugend wollte ich eigentlich zum Wuppertaler SV wechseln und habe damals zur Probe mittrainiert, aber der Trainer hatte sich für einen Spieler aus der A-Jugend-Bundesliga entschieden und mich stattdessen Clark Schworm, dem Trainer in Ronsdorf, vorgeschlagen. Ein paar Tage später wurde ich dann kontaktiert und so kam der Wechsel zustande“, so der 26-jährige.

Nach den ersten Senioreneinsätzen für die „Zebras“ aus Ronsdorf wechselte Burak zurück nach Langenfeld und kam in der Hinrunde der Saison 2013/2014 auf fünfzehn Einsätze in der Landesliga für den TuSpo Richrath, ehe er in der Rückrunde für TuRU Düsseldorf - dort für die erste Seniorenmannschaft in der Oberliga Niederrhein und deren Reservemannschaft in der Landesliga - auflief. In der zweiten Spielzeit lief es für den Offensivspieler noch besser: Er kam auf 32 Partien in der Oberliga Niederrhein und schlug unter anderem mit seinem Team den Wuppertaler SV im Paul-Janes-Stadion mit 3:1. In der anschließenden Saison zog es Burak zurück in seine Heimatstadt Leverkusen und zum dortigen FC. In der Bezirksliga lief er 26 Mal auf und war an 16 Toren direkt beteiligt. Nach der erfolgreichen Spielzeit zog es ihn zurück in die Oberliga, wo der 1,72 Meter große Gencal fortan für Germania Windeck in der Oberliga Mittelrhein spielte. Nach überzeugenden Leistungen stand im Sommer 2017 der nächste Transfer an und Burak wechselte in die Oberliga Westfalen zum Siegener Stadtteilclub 1. FC Kaan-Marienborn.

Mit Kaan-Marienborn, Aalen und Bonn in der Regionalliga

In der ersten Saison bei den Siegerländern stand der gebürtige Rheinländer 30 Mal auf dem Feld und stieg am Ende mit seiner neuen Mannschaft in die Regionalliga West auf. Beim 1:1-Hinspiel in Wuppertal konnte sich Burak nicht in die Torschützenliste eintragen, allerdings erzielte er beim Rückspiel in Siegen das letzte Tor zum 3:0 für Kaan-Marienborn und ließ den Mannen um den damaligen WSV-Trainer Pascal Bieler das Nachsehen. Am Ende der Saison konnte der 3:0-Heimsieg gegen unsere Mannschaft jedoch nicht gekrönt werden und man stieg mit einem Punkt weniger als der erste Nichtabsteiger zurück in die Oberliga Westfalen ab. Allerdings galt das nicht für das gesamte Team: Burak wechselte im Sommer 2019 zum VfR Aalen nach Baden-Württemberg und spielte weiterhin in der vierthöchsten Liga in Deutschland. Dort traf er auf unseren ehemaligen Spieler Gino Windmüller, mit dem er auch über seinen heutigen Arbeitgeber sprach, wie er berichtet: „Mit Gino Windmüller habe ich beim VfR Aalen zusammengespielt. Zu der Zeit haben wir ein paar Mal über den WSV gesprochen, aber danach hatten wir keinen Kontakt mehr“, so der Winterneuzugang. Nach vierzehn Spielen in der Regionalliga Südwest war das Kapitel beendet und der Linksfuß wechselte zurück nach Nordrhein-Westfalen. In der Rückrunde lief Burak für den Ligakonkurrenten Bonner SC auf und traf dort auf seinen ehemaligen Coach aus Siegen, Thorsten Nehrbauer. Dieser setzte den Neuzugang in der Rückrunde acht Mal ein, bevor die Saison aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. Nach 19 Spielen und fünf Treffern - so auch beim Bonn-Gastspiel der Bergischen in der Hinrunde der laufenden Saison - schloss der gebürtige Leverkusener sich im Januar 2021 dem Wuppertaler SV an.

In Wuppertal leben viele Verwandte und Freunde

Über sein neues Team und das Umfeld - was für unsere Nummer 53 gar nicht so neu ist - sagt Burak folgendes: „Ich habe mich im Tal schon recht gut eingelebt. Da sehr viele Verwandte und Freunde von mir in Wuppertal leben, war ich früher schon sehr oft in der Stadt. Die Mannschaft hat mich von Anfang an sehr gut aufgenommen, es sind alles charakterlich super Jungs, von daher war es auch für mich einfach, mich einzuleben und wohlzufühlen.“ Nicht nur die ersten Eindrücke von der Stadt und den neuen Mitspielern überzeugten ihn, sondern auch unser Trainer Björn Mehnert und der sportliche Leiter Stephan Küsters. So beschreibt der 26-jährige seinen Wechsel im Winter wie folgt: „Ich bin damals nach Bonn mit dem Ziel gewechselt, mich wieder in den Fokus spielen zu können. Nach einer für mich guten Hinrunde hatte ich dann im Winter sehr gute Gespräche mit Stephan Küsters und Trainer Björn Mehnert, die mich vom Wuppertaler SV überzeugt haben. Für mich war der Wuppertaler SV schon immer ein sehr großer Verein und eine sehr gute Adresse.“

Damit der Wuppertaler SV auch weiterhin eine „gute Adresse“ bleibt, nimmt sich Burak für sich und den Verein für die Zukunft einiges vor: „Das Wichtigste im Moment ist der Klassenerhalt. Das wollen wir so schnell wie möglich schaffen. Nächste Saison wollen wir dann eine gute Rolle in der Regionalliga spielen. Für mich persönlich hoffe ich, in erster Linie gesund und verletzungsfrei zu bleiben und dann mit möglichst vielen Toren, Vorlagen und guten Spielen der Mannschaft zu helfen“, so der flinke Offensivspieler über seine ambitionierten Ziele bei seinem neuen Verein. Was ihm aktuell im Stadion am Zoo fehlt, so berichtet Burak, sind die Zuschauer und die fanatischen WSV-Fans: „Es ist auf jeden Fall ein komisches Gefühl, wenn keine Fans im Stadion sind. Die Fans fehlen einem schon sehr. Sie sind es, die eine Mannschaft immer noch mal pushen können und am liebsten feiert man die Siege natürlich zusammen mit den eigenen Anhängern.“ Burak fügt an: „Ich habe schon einige Spiele gegen den WSV gehabt. Für mich war es immer ein Highlight, vor so einer Kulisse spielen zu dürfen. Ich hoffe sehr, dass es bald wieder möglich ist, Spiele vor Zuschauern zu bestreiten.“

Das Thema hohe Rückennummern

Einst trug Ercan Aydogmus die Nummer 58 auf dem Trikot des Wuppertaler SV. Zu der Frage, was es mit der Rückennummer 53, die Burak seit der Rückrunde in Rot-Blau trägt, auf sich hat, erklärt der Deutsch-Türke folgendes: „In der Türkei ist es so, dass die Kennzeichen der Städte - anders als in Deutschland - keine Buchstaben, sondern Zahlen haben. Und die Heimatstadt meiner Eltern, Rize, hat die Zahl 53, deshalb auch meine hohe Trikotnummer.“ Eine eher „kleine“ Nummer - im Vergleich mit der Rückennummer von Burak - ist die seines Lieblingsspielers, der kein Geringerer als der Franzose Karim Benzema ist. Anders als der Stoßstürmer, der seit Jahren für Real Madrid auf Torejagd geht, sieht Burak sich jedoch nicht als klassischen Stürmer und meint folgendes: „In der Offensive kann ich eigentlich jede Position spielen. Ich fühle mich aber auf der 10er Position hinter dem Stürmer am wohlsten und denke, dass ich auf der Position auch am besten meine Stärken einbringen kann.“

Wir bedanken uns bei Burak Gencal, dass er sich die Zeit für die neunzehn54-Redaktion genommen hat und uns Rede und Antwort stand. Wir drücken ihm sowohl auf als auch neben dem Platz die Daumen und wünschen - gerade in der aktuellen Phase - Gesundheit sowie eine verletzungsfreie und erfolgreiche Zeit bei uns im Tal. Viel Spaß weiterhin im Stadion am Zoo und im rot-blauen Trikot!

Quelle: neunzehn54

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