MENÜ
Samstag, 08.05.2021 -

1. Mannschaft

WSV unterliegt im Derby mit 1:2

Anschlusstreffer von Moritz Römling kommt zu spät

Für RWE zählte heute im Kampf um den Aufstieg nur ein Sieg, der WSV wollte vor allem die gute Rückrunde mit einem Derbysieg vergolden. Unsere Mannschaft zeigte viel Einsatz, musste sich aber letztlich der guten Essener Mannschaft knapp geschlagen geben.

Pünktlich zum Derby meldete sich der Kapitän zurück: Nach seiner Verletzung in Aachen kehrte Tjorben Uphoff heute in die Startelf zurück. Trotzdem wurde die Verletztenliste beim WSV durch die Ausfälle von Marco Königs und Kevin Rodrigues Pires nicht kürzer und unser Trainer Björn Mehnert musste die Mannschaft auf einigen Positionen umstellen. Joey Müller startete im Mittelfeld für Lars Holtkamp, der nach seinem Starfelf-Einsatz in Düsseldorf wieder auf der Bank Platz nahm, Mateo Aramburu begann im Sturmzentrum. Defensiv agierte der WSV heute zunächst mal wieder mit einer Dreierkette aus Kevin Pytlik, Tjorben Uphoff und Noah Salau.

Gästetrainer Christian Neidhart hatte es etwas einfacher, seine Mannschaft war ohne Verletzungen durch die Trainingswoche gekommen. Er vertraute der Elf, die am letzten Sonntag mit 5:0 gegen den SV Lippstadt gewonnen hatte.

Der WSV mit gutem Beginn - RWE mit dem Tor

Der WSV begann mutig, setzte die Essener im Spielaufbau früh unter Druck und belohnte sich früh mit den ersten beiden Abschlüssen. Doch Semir Saric' Schuss aus 18 Metern wurde geblockt (7.), der mit einem weiten Ball freigespielte Beyhan Ametov zögerte kurz darauf aus spitzem Winkel zu lange (9.).

Danach kamen die Gäste besser ins Spiel und erspielten sich ein Übergewicht. Zwar gewann unsere Mannschaft hinten die entscheidenden Zweikämpfe und ließ keine zwingenden Chancen zu, doch RWE kam dem WSV-Tor durch einige Ecken und Freistöße näher. So war es dann auch ein Eckball, der zum Führungstreffer für die Gäste führte: Kevin Grund brachte den Ball herein, Innenverteidiger Daniel Heber sprang zentral höher als sein Gegenspieler und nickte zum 1:0 ein (20.).

Unsere Spieler kämpften weiter, doch die Essener ließen den Ball gekonnt durch das Mittelfeld laufen und verwalteten die Führung. 27-Tore-Mann Simon Engelmann, der schnelle Isaiah Young und der bewegliche Cedric Harenbrock banden unsere Defensive, sodass es der WSV nicht mehr wie in der Anfangsphase schaffte, Druck auf den Gegner auszuüben oder selbst torgefährlich zu werden. Richtig gefährlich wurde es aber erst kurz vor der Pause wieder: Noah Salaus Rückpass auf Sebastian Patzler geriet etwas zu kurz, doch der behielt im 1:1 gegen Oguzhan Kefkir die Oberhand (44.). Kurz darauf ließ Engelmann seine ganze Klasse aufblitzen: Sein Schuss aus dem Hintergrund landete jedoch nur am rechten Außenpfosten (45+1).

Wuppertaler Druckphase nach der Pause

Zur zweiten Halbzeit stellte Björn Mehnert mit der Hereinnahme von Lars Holtkamp für Kevin Pytlik auf Viererkette um - und das half. Der WSV machte jetzt ordentlich Druck, drängte die Essener in die eigene Hälfte und kam zu einigen Chancen: Nach einem Doppelpass mit Kevin Hagemann brachte Lars Römling den Ball scharf vor das Tor, Mateo Aramburu verpasste zunächst, doch der Nachschuss aus der zweiten Reihe von Holtkamp wurde brandgefährlich, ging aber knapp vorbei (49.). Wenig später konnte Felix Herzenbruch Ametov nur mit einem Handspiel stoppen. Dem folgenden Freistoß folgte ein Gewühl im Strafraum der Gäste, an dessen Ende Saric Daniel Davari mit einem Heber aus 20 Metern prüfte (51.). Eine Minute später konnte Davari einen Saric-Freistoß mit etwas Mühe zur Ecke abwehren.

Sebastian Patzler hält den WSV im Spiel

Doch wie in der ersten Hälfte gewann RWE auch jetzt wieder die Kontrolle über das Spiel zurück und hätte das Spiel spätestens jetzt entscheiden müssen. Doch unser Torwart hielt unsere Mannschaft mit starken Paraden im Spiel: Zunächst fischte Patzler einen Kopfball von Heber aus der Ecke (58.), wehrte dann einen strammen Schuss von Konde ab und zeigte auch gegen Marco Kehl-Gomez, der frei vor ihm auftauchte, die stärkeren Nerven (75.).

Der WSV versuchte zu kontern, doch Herzenbruch und Heber zeigten mit ihrer Zweikampfführung und gutem Stellungsspiel, warum sie die beste Defensive der Liga bilden. Björn Mehnert reagierte und brachte Isaak Akritids und Burak Gencal für Aramburu und Ametov. Der WSV versuchte, eine Schlussoffensive zu starten und schaffte es noch einmal, die Kräfte zu mobilisieren. Das Spiel bewegte sich wieder mehr in Richtung Essener Tor. Doch Römlings Schuss nach beherztem Antritt wurde abgeblockt (80.). Der WSV brachte Unordnung in die Essener Hintermannschaft, kam aber zu selten zum Abschluss. So war es letztlich der eingewechselte Steven Lewerenz, der mit einem Schuss an den Innenpfosten für die Entscheidung sorgte - 2:0 (88.). Der WSV steckte zwar nicht auf und kam nach einer Ecke durch einen Kopfball von Moritz Römling in der Nachspielzeit noch zum Anschlusstreffer, doch danach war Schluss.

Torhüter Sebastian Patzler fand, dass Nuancen das Spiel entschieden haben: „Es war gut, was wir gemacht haben, aber Kleinigkeiten haben entschieden. Die Kleinigkeiten sind halt zu deren Gunsten ausgefallen, deswegen stehen wir heute leider mit einer bitteren Niederlage hier zu Hause da. Die zweite Hälfte war besser als die erste. Wir haben da mehr Druck auf den Ball bekommen und wussten auch mehr mit ihm anzufangen. Deswegen sah das besser aus und war auch besser. Ich glaube, wenn direkt nach der Halbzeit das 1:1 gefallen wäre, dann hätten wir noch mal ein ganz anderes, interessantes Spiel gesehen.“ Gänzlich unzufrieden war „Patze“ aber nicht mit der Leistung seines Teams: „Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Selbst nach dem 0:2, wo man dann sagt 'na gut, jetzt ist der Deckel drauf' erarbeiten wir uns eine Ecke, aus der wir auch mal ein Tor machen. Deshalb ein wirklich großes Lob an die Mannschaft.“

Der eingewechselte Joelle Cavit Tomczak beschrieb den Spielverlauf wie folgt: „Ich finde, wir haben eigentlich gut begonnen. In der ersten Halbzeit haben wir leider ein, ich sag mal, unglückliches Tor bekommen. Nichtsdestotrotz waren wir in der zweiten Halbzeit auf einem Level mit Rot-Weiss Essen. Wir waren am Drücker, nah dran am 1:1 und selbst nach dem 0:2 waren wir noch nah dran. Wir machen das 1:2 und haben immer noch die Option bzw. die Möglichkeit auf das 2:2.“ Anschließend ging Joelles Blick schon voraus: „In der zweiten Halbzeit war es auf jeden Fall ein Spiel auf Augenhöhe. Das müssen wir mitnehmen für die nächste Woche und das Pokalspiel gegen Homberg.“

Mittelfeldspieler Lars Holtkamp zog nach dem Schlusspfiff folgendes Fazit: „Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und vorne hatten wir auch einige Möglichkeiten. Wenn wir das ein bisschen besser ausspielen... Mit mehr Glück machen wir das 1:1 und dann schwimmt Essen auch. Beim zweiten Tor wissen die selber nicht, wie sie da durchkommen. Der fliegt halt rein. Dann machen wir noch das 1:2 am Ende. Aber alles in allem wäre mindestens ein Punkt drin gewesen. Ein paar Aktionen waren unglücklich. Mit ein bisschen mehr Glück geht es Unentschieden aus.“ Wie sein Mitspieler Joelle Cavit Tomczak blickt auch unsere Nummer 16 bereits voraus: „In der zweiten Halbzeit haben wir gut gearbeitet. Das nehmen wir mit für das wichtige Pokalspiel am Mittwoch."

Torschütze Moritz Römling sah die stärkere Leistung in Halbzeit zwei in der Umstellung begründet: „Wir sind in der ersten Halbzeit nicht so gut in die Zweikämpfe reingekommen. Dann haben wir aber zur zweiten Halbzeit umgestellt und sind besser reingekommen. Wir hatten Torchancen und haben auch ein Tor gemacht, aber leider eines zu viel kassiert. Ich finde, wir haben alles reingeworfen und hatten halt vorne das Glück nicht. Wir hatten auch selbst ein, zwei Großchancen vorne in der zweiten Halbzeit.“ Auch die Unterstützung von den Rängen fehlte unserem Linksverteidiger: „Das Traurige ist dann dabei noch, dass wir das Derby ohne Fans machen mussten. Von der Mentalität her und auch wenn nicht alles geklappt hat, haben wir aber alles in das Derby reingeworfen."

Am Mittwoch, den 12. Mai 2021, um 19:00 Uhr, empfängt der WSV im Stadion am Zoo den VfB Homberg zum Niederrheinpokal-Viertelfinale.

Spieldaten:

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler - 27 Kevin Pytlik (46. 16 Lars Holtkamp), 5 Tjorben Uphoff, 21 Noah Salau - 28 Lars Bender (88. 13 Joelle Cavit Tomczak) , 6 Joey Paul Müller, 7 Semir Saric, 3 Moritz Römling - 9 Beyhan Ametov (82. 53 Burak Gencal), 14 Mateo Aramburu (77. 24 Isaak Simion Akritidis), 30 Kevin Hagemann

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung Rot-Weiß Essen:

1 Daniel Davari - 5 Marco Kehl-Gomez, 14 Daniel Heber, 3 Felix Herzenbruch, 7 Kevin Grund - 6 Dennis Grote - 30 Isaiah Young (83. 10 Jan-Lucas Dorow), 8 Cedric Harenbrock (71. 23 Maximilian Pronichev), 18 Amara Condé, 38 Oguzhan Kefkir (79. 17 Steven Lewerenz) - 11 Simon Engelmann (86. 21 Sandro Plechaty)

Trainer: Christian Neidhart

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 0

Tore: 0:1 Heber (20.), 0:2 Lewerenz (88.), 1:2 Römling (90.+1.)

Gelbe Karten: Uphoff (54.), Hagemann (68.), El Hajjaj (72.), Mehnert (78.), Saric (90.+2) - Herzenbruch (50.), Grote (76.), Davari (90.)

Eckenverhältnis: 4:13

Schiedsrichter: Florian Visse / Assistenten: Patrick Holz, Jörn Schäfer

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

WSV - Rot-Weiss Essen

Fotos von: Benjamin Lenz

×