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Mittwoch, 12.05.2021 -

1. Mannschaft

WSV nach 3:1 im Niederrheinpokal-Halbfinale

Harter Pokalkampf gegen den VfB Homberg

Der Niederrheinpokal ist vor gut einem Monat aufgrund der Corona-Pandemie neu organisiert worden. Ursprünglich sollte der WSV in der ersten Runde bei Landesligist SV Scherpenberg antreten, doch die Gastgeber waren seit Ende Oktober 2020 ohne Trainings- oder gar Spielmöglichkeit. So entschied der Fußballverband Niederrhein im April, nur Dritt- und Viertligisten zuzulassen. Aus diesen sieben Teams wird der Niederrheinpokalsieger und somit DFB-Pokalteilnehmer der Saison 2021/22 ermittelt. Im heute ausgetragenen Viertelfinale traf Rot-Weiß Oberhausen auf Rot-Weiß Essen, der KFC Uerdingen auf den MSV Duisburg und der WSV auf Ligakonkurrent VfB Homberg, während der SV Straelen ein Freilos für das Halbfinale erhielt. Somit stand bereits vor der Partie im Stadion am Zoo fest, dass der Sieger des heutigen Spiels auf den Drittligisten MSV Duisburg treffen wird, der am Nachmittag in Velbert gegen die Krefelder klar mit 5:0 gewann.

An die letzte Partie gegen den VfB Homberg hatte der WSV gute Erinnerungen, gewann er das Spiel in der Regionalliga West vor einigen Wochen am Ostersamstag im Stadion am Zoo doch nach Rückstand zur Pause am Ende noch mit 2:1. Im Vergleich zur knappen Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Essen nahm Björn Mehnert zwei Änderungen in der Startelf vor. Für Tjorben Uphoff und Semir Saric begannen der wiedergenesene Kevin Rodrigues Pires und Burak Gencal. Marco Königs nahm nach seiner verletzungsbedingten Unterbrechungspause zunächst auf der Ersatzbank Platz. Der WSV trat heute in seinen neongelben Pokaltrikots an, die Duisburger Gäste spielten in schwarz.

Den ersten Torabschluss des Spiels hatte Joey Paul Müller, der sich in der vierten Minute durch den Strafraum dribbelte, aber an Hombergs Keeper Felix Buer scheiterte. Nur wenige Sekunden später zielte Beyhan Ametov bei seinem Versuch von der halbrechten Seite etwas zu hoch. Die Gäste hatten nach der ersten Ecke des Spiels ihre erste Möglichkeit: Cottrell Ezekwem kam zum Kopfball, dieser ging jedoch deutlich über den Torbalken (14.). Auf der Gegenseite dann die Führung des WSV: Müller bediente Ametov auf der rechten Seite und dieser passte zu Mateo Aramburu, der zum 1:0 vollstreckte (15.). Nach dem Tor wurden die Gäste deutlich aktiver. Den nächsten gefährlichen Abschluss hatte Nicolas Hirschberger in der 27. Minute, sein Schuss von halblinks strich, noch leicht abgefälscht, über das Wuppertaler Tor. Eine weitere Chance vergab der frühere Wuppertaler Said Harouz, der nach einer Kombination über mehrere Stationen das Tor nur sehr knapp verfehlte (34.). Der WSV hatte in dieser Phase Probleme, das Spiel zu beruhigen. Fast schon folgerichtig fiel in der 41. Minute der Ausgleich, als Hirschberger den Ball, von Müller abgefälscht, zum 1:1 in die Maschen setzte. Derselbe Spieler versuchte sein Glück mit einem Freistoß aus ähnlicher Position erneut, doch Sebastian Patzler packte sicher zu. So ging es mit dem 1:1 in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Semir Saric für Lars Bender in die Partie. Für Saric war es der 100. Pflichtspieleinsatz im rot-blauen Trikot. Doch die nächsten dicken Chancen hatte wieder Homberg. Zunächst rettete Patzler gegen Marvin Lorch, wenige Sekunden später auch noch einmal gegen den Schuss des eingewechselten Justin Walker (50.). Noch klarer war die Möglichkeit für Hirschberger in der 53. Minute, der an Patzler schon vorbei war, jedoch das Kunststück fertigbrachte, die Kugel am leeren Tor vorbei zu schießen. Der WSV hingegen reagierte mit einem Doppelwechsel: Für Aramburu und Ametov kamen Marco Königs und Daniel Grebe in der 57. Minute in die Partie. Die nächsten Minuten schaffte es der WSV nun, das Spiel ein wenig souveräner zu gestalten. Nach 72 Minuten dann ein weiterer Wechsel: Isaak Akritidis betrat für Burak Gencal das Spielfeld. Eine Auswechslung, die sich lohnen sollte. Denn Akritidis flankte fünf Minuten später in die Mitte, wo Kevin Hagemann den Ball an Moritz Römling weiterleitete, der trocken zum 2:1 in die kurze Ecke vollstreckte. Genauso gut machte es Joey Paul Müller in der 90. Minute, als er sich den Ball schnappte und frei vor dem gegnerischen Tor zum dritten WSV-Treffer vollendete - und damit den Sieg und den Halbfinaleinzug sicherstellte.

Der Torschütze zum 3:1, Joey Paul Müller, zog nach dem Spiel folgendes Fazit zum hart umkämpften Sieg: „Ich finde, die ersten 20 bis 25 Minuten haben wir es sehr gut gemacht und sehr gut gespielt. Danach hat nicht mehr so viel geklappt. Wir haben uns auch in der zweiten Halbzeit zwischen den Reihen nicht mehr so gut bewegt. Das war heute nicht unser bestes Spiel, aber am Ende haben wir 3:1 gewonnen. Das Ergebnis ist vielleicht deutlicher als das Spiel zwischenzeitlich war - aber am Ende sind wir froh, dass wir eine Runde weiter sind.“

Unser Mittelfeldmotor Kevin Rodrigues Pires sah die eigenen Gesetze eines K.O.-Spiels: „Es war ein typisches Pokalspiel und ich glaube, jeder weiß, was ein Pokalspiel bedeutet. Wir haben die ersten 15 bis 20 Minuten gut gespielt, machen das Tor und werden dann zu passiv. Daraufhin machen wir nicht mehr das, was wir uns vorgenommen haben und kriegen dann das 1:1. Ich glaube trotzdem, wir haben bis zum Gegentor eigentlich sehr gut gespielt in der ersten Halbzeit. Aber was wir uns ankreiden müssen, ist, dass wir einfach weiter hätten machen müssen - auch nach dem 1:0, denn im Pokal ist man sofort raus, da gibt es kein Rückspiel oder sonst irgendwas. Aber wir haben gewonnen und das ist die Hauptsache."

Isaak Akritids, der die Flanke schlug, aus der das wichtige 2:1 resultierte, sah ebenfalls Licht und Schatten: „Die ersten 20 Minuten sind wir sehr gut ins Spiel gekommen. Dann hat Homberg ein bisschen Druck aufgebaut, da sind wir etwas zusammengebrochen. In dieser Phase hätten wir uns auch ein, zwei Tore fangen können. Dann haben wir uns in der zweiten Halbzeit peu à peu herangekämpft und den Sieg nach Hause geholt." Zum nächsten Pokalgegner MSV Duisburg befragt, sagte unsere Nummer 24: „In diesem Spiel müssen wir alles reinwerfen und alles geben. Das wird ein schwieriger Gegner, aber es ist alles machbar."

Die Analyse von Torhüter Sebastian Patzler fiel wie folgt aus: „Bis zum Tor waren wir sehr gut, bis dahin ist der Plan sehr gut aufgegangen. Das Tor hat uns dann irgendwie ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. Danach haben wir keine zweiten Bälle und keine Zweikämpfe mehr gewonnen. Durch einen abgefälschten Schuss kassieren wir das 1:1 und bringen den Gegner wieder ins Spiel. Nach der Halbzeit hatten wir noch ein paar Probleme, die haben wir dann aber auch überstanden. Am Ende waren wir effektiv: Mit dem ersten Schuss aufs Tor machen wir das 2:1 und dann fällt das 3:1. In diesem Moment war der Deckel dann drauf. Es war ein hartes Stück Arbeit. Ich bin froh, dass wir nach drei Spielen endlich wieder gewonnen haben. Jetzt kann Duisburg kommen!"

Trainer Björn Mehnert auf die Frage, warum der WSV heute als Gewinner vom Feld gegangen ist: „Weiß ich nicht (lacht). Nein, im Ernst: Es war ein Pokalfight. Wir haben zehn, fünfzehn Minuten gut gespielt, den Gegner unter Druck gesetzt, ein, zwei Chancen gehabt und sind dann verdient in Führung gegangen. Aber anschließend haben wir den Faden verloren, haben uns auf die Hektik eingelassen und waren dann keinen Deut besser. Letztendlich zählt der Pokalsieg, wir sind eine Runde weiter und mehr zählt heute Abend nicht."

Sport-Vorstand Peter Neururer nach dem Glückwunsch zum Einzug in die nächste Runde: „Genau das zählt und nichts anderes. Gut spielen und gewinnen kann jeder. Heute waren wir mit Sicherheit nicht gut, haben aber drei Tore gemacht. Von daher: Mund abputzen und gucken, was nächsten Mittwoch gegen Duisburg möglich ist. Fußballerisch muss es wesentlich besser werden, aber das Ergebnis kann bleiben."

Im Halbfinale trifft der WSV am voraussichtlichen Spieltermin am Mittwoch, den 19. Mai 2021, im heimischen Stadion am Zoo auf Drittligist MSV Duisburg. Das nächste Meisterschaftsspiel in der Regionalliga West bestreiten die Rot-Blauen am kommenden Samstag, den 15. Mai 2021 um 14 Uhr beim SC Wiedenbrück.

Spieldaten:

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler – 28 Lars Bender (46. 7 Semir Saric), 21 Noah Salau, 27 Kevin Pytlik, 3 Moritz Römling – 6 Joey Paul Müller, 10 Kevin Rodrigues Pires – 9 Beyhan Ametov (57. 8 Daniel Grebe), 53 Burak Gencal (72. 24 Isaak Akritidis), 30 Kevin Hagemann – 14 Mateo Aramburu (57. 48 Marco Königs)

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung VfB Homberg:

1 Felix Buer – 22 Ricardo Antonaci, 25 Cottrell Ezekwem, 14 Thorsten Kogel, 13 Mike Koenders - 11 Marvin Lorch, 5 Pierre Nowitzki (83. 21 Clinton Asare), 15 Necirwan Mohammad (87. 27 Luca Palla), 8 Nicolas Hirschberger – 10 Pascale Talarski, 20 Said Harouz (46. 19 Justin Walker)

Trainer: Oliver Adler

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 0

Tore: 1:0 Aramburu (15.), 1:1 Hirschberger (41.), 2:1 Römling (77.), 3:1 Müller (90.)

Gelbe Karten: Hagemann (45.), Grebe (82.), Salau (86.) – Mohammad (45.)

Ecken: 0:6

Schiedsrichter: Cedric Gottschalk / Assistenten: Torsten Schwerdtfeger, Jonathan Becker

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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