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Mittwoch, 19.05.2021 -

1. Mannschaft

WSV fegt Drittligist MSV Duisburg mit 6:2 aus dem Stadion am Zoo

FINALE OHO !!!!!

Der absolute Pokalwahnsinn! Mit 6:2 (!!!) fegte der WSV am heutigen Abend den favorisierten Drittligisten MSV Duisburg aus dem Stadion und zog sowas von verdient in das Finale des Niederrheinpokals ein. Ein Tor war schöner als das andere! Was wäre das für ein Abend gewesen, wenn das Spiel vor den eigenen Anhängern hätte stattfinden dürfen...

Im Halbfinale des Niederrheinpokals traf unsere Mannschaft am heutigen Abend auf Drittligist MSV Duisburg. Die Gäste von der Wedau reisten mit einer 1:5-Niederlage gegen den Aufstiegskandidaten FC Ingolstadt an die Wupper. Durch die Ergebnisse der Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt war der Ligaverbleib aber seit dem letzten Wochenende gesichert. Der WSV erreichte die Vorschlussrunde durch ein 3:1 gegen den Ligakonkurrenten VfB Homberg, die Zebras setzten sich in Velbert gegen den Drittligisten KFC Uerdingen 05 klar mit 5:0 durch, wobei MSV-Kapitän Moritz Stoppelkamp alleine dreimal traf. Mit 294 Einsätzen in der 1. und 2. Bundesliga ist der 34-jährige zugleich der erfahrenste Akteur in der Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev. Bundesweite Bekanntschaft erlangte er am 20. September 2014 im Spiel des SC Paderborn gegen Hannover 96 in der dritten Minute der Nachspielzeit mit seinem Tor zum 2:0-Endstand aus 83 Metern - und damit aus der größten Distanz, aus der bis dato ein Treffer in der Bundesliga erzielt worden war.

Der letzte Pflichtspielsieg gegen den MSV Duisburg gelang dem WSV am 13. Mai 1989. Damals, vor fast genau 32 Jahren, trafen die Rot-Blauen im letzten Saisonspiel in einer Nachholbegegnung des 28. Spieltags im Stadion am Zoo vor 1.500 Zuschauern auf den bereits feststehenden Meister der Oberliga Nordrhein. In einer Partie um die "goldene Ananas" gewann die Mannschaft von Trainer Rolf Müller durch Tore von Ralph Gülden (2), „Pico“ Menzler und Matyas Juracsik mit 4:1. In der anschließenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga setzten sich die Meidericher durch und stiegen auf.

Im Vergleich zum 5:3-Auswärtserfolg am vergangenen Wochenende in der Regionalliga West beim SC Wiedenbrück nahm unser Trainer Björn Mehnert heute eine Änderung in der Startelf vor. Für Lars Holtkamp rückte Beyhan Ametov in die Mannschaft. Gäste-Coach Pavel Dotchev nahm im Gegensatz zur letzten Partie in der 3. Liga fünf Wechsel vor: Torhüter Steven Deana sowie die Feldspieler Connor Krempicki, Ahmet Engin, Stefan Velkov und Orhan Ademi ersetzten Leo Weinkauf im Tor, sowie Maximilian Sauer, Dominik Schmidt, Max Jansen und Federico Palacios. Der WSV trat in seinen neongelben Pokaltrikots an, die Duisburger Gäste spielten in ihrem gewohnten blau-weiß-gestreiften Dress.

In der 11. Spielminute die erste Chance des Spiels. Nach einer Freistoßhereingabe von der rechten Strafraumgrenze köpfte MSV-Innenverteidiger David Fleckstein knapp neben den rechten Torpfosten. Die erste Torannährung des WSV dann in der 13. Minute: Semir Saric startete über den rechten Flügel und passte an den Fünfmeterraum, wo Marco Königs lauerte, sein Gegenspieler den Schuss aber noch über das Tor zur ersten Ecke des Spiels abwehren konnte. In der 20. Minute der Führungstreffer für die Gäste. Bei einem Gewühl im Fünfmeterraum konnte Orhan Ademi den Ball Richtung WSV-Tor befördern. Noah Salau versuchte noch zu retten, doch sein Klärungsversuch endete erst kurz hinter der eigenen Torlinie - 0:1. In der 28. Minute die nächste Möglichkeit für die Gäste. Moritz Stoppelkamp spielte Orhan Ademi an, der mit dem Rücken zum WSV-Tor den Ball annahm, sich drehte, dann aber zu schwach links neben das Gehäuse von Sebastian Patzler abschloss. Wenig später der 1:1-Ausgleich für unsere Farben: Beyhan Ametov passte von rechts in die Strafraummitte, Duisburg klärte zu kurz und über Semir Saric und Joey Paul Müller kam der Ball zu Marco Königs, der sich die Kugel zurechtlegte und trocken aus 17 Metern halblinks neben den Torpfosten traf (31.). Kurz darauf war der Doppelschlag des WSV perfekt: Beyhan Ametov nahm eine Flanke von der linken Seite von Moritz Römling halbrechts im Strafraum stehend in der Luft an und schloss volley halbhoch in die linke Ecke zum 2:1 ab (36.). Im Gegenzug zog Marlon Frey aus knapp 20 Metern ab, doch der Ball ging flach knapp am linken Torpfosten vorbei. Der WSV zeigte weitere gute Offensivaktionen und hatte sich mittlerweile die Führung hochgradig verdient. In der 44. Minute die nächste Großchance für Rot-Blau: Semir Saric schickte Marco Königs in den Duisburger Strafraum, doch sein Schuss wurde gerade noch zur Ecke abgewehrt. Die Halbzeitführung für den WSV war folgerichtig, mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss hätte es auch gut und gerne 3:1 stehen können. Nach dem unglücklichen 0:1-Rückstand zeigte unsere Elf Nehmerqualitäten und arbeitete sich gut in die Partie hinein.

Der Pokalwahnsinn ging direkt nach Wiederbeginn weiter. Eine neue Eckenvariante brachte den nächsten WSV-Treffer: Kevin Hagemann führte von links aus und spielte den Ball flach an den kurzen Pfosten zu Kevin Rodrigues Pires, der die Kugel wieder zurück auf Außen zu unserer Nummer 30 gab. „Hage“ ging in den Strafraum und schoss Richtung MSV-Gehäuse, Lukas Scepanik fälschte ins eigene Tor ab - 3:1 (48.). In der 50. Minute dann die Möglichkeit zum Anschlusstreffer für die Zebras. Aziz Bouhaddouz köpfte eine Flanke in zentraler Position von der rechten Seite knapp links vorbei. Nach knapp einer Stunde traf Moritz Römling an der Strafraumgrenze unglücklich Ahmet Engin, so dass Schiedsrichter Robin Delfs auf den Elfmeterpunkt zeigte. Kapitän Moritz Stoppelkamp verwandelte den Strafstoß sicher zum 3:2-Anschlusstreffer (59.), obwohl Sebastian Patzler in der richtigen Ecke gewesen war. Die Duisburger wollten direkt danach den Druck erhöhen und zum Ausgleich kommen. Doch nicht mit dem WSV: Kevin Rodrigues Pires fand mit einer gut getimten Flanke den Kopf von Marco Königs am Fünfmeterraum und der netzte den Ball in die rechte Ecke zum 4:2 ein (61.). In der 67. Minute die erneute Möglichkeit zum Anschlusstreffer für die Gäste, doch Moritz Stoppelkamp setzte den Ball zum Glück völlig freistehend im WSV-Strafraum rechts vorbei. In der 76. Minute parierte „Patze“ einen Distanzschuss des eingewechselten Leroy-Jaques Mickels. Auch beim nächsten Distanzschuss von David Tomic war Patzler zur Stelle (78.). Unsere Mannschaft hielt weiter voll dagegen und nahm jeden Zweikampf an. Sicherlich versuchte der Drittligist, seine Erfahrung und höhere Spielklasse auf dem Platz zu zeigen, doch kein Zentimeter auf dem Rasen wurde preisgegeben. Dann der schönste Angriff des gesamten Spiels in der 84. Minute. Die Rot-Blauen trieben den Ball aus dem Mittelfeld nach vorne, Noah Salau spielte einen Doppelpass mit Isaak Simion Akritidis und schloss aus etwa 12 Metern aus halbrechter Position zum 5:2 ab. Doch es kam noch besser: In der 87. Minute setzte Kevin Rodrigues Pires den Schlusspunkt unter einen tollen Pokalabend, als er aus gut und gerne 25 Metern einen Freistoß zum 6:2-Endstand unter die Duisburger Torlatte platzierte. Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Robin Delfs blickte man überall in glückliche Gesichter!

Im Finale des Niederrheinpokals trifft der WSV am Samstag, den 29.Mai 2021 auf Ligakonkurrent SV Stralen, der sich am Abend im Elfmeterschießen bei Rot-Weiss Essen durchsetzen konnte. Spielort und Anstoßzeit stehen noch nicht fest.

Beyhan Ametov, der mit seinem wichtigen Treffer zum 2:1 den WSV erstmalig im Spiel in Führung gebracht hatte, war nach dem Spiel glücklich: "Ich glaube, vor dem Spiel hat keiner mit so einem Verlauf gerechnet. Kompliment an die ganze Mannschaft, das war ein Topspiel von uns! In den ersten 10 Minuten waren wir vielleicht ein bisschen ängstlich, aber nach dem 1:1 sind wir richtig gut ins Spiel gekommen und wurden mutig. Durch das 2:1 haben wir viel Selbstvertrauen bekommen. Am Ende schiessen wir sechs Tore gegen einen Drittligisten - das ist einfach eine überragende Leistung! Wir stehen verdient im Finale, freuen uns alle darüber, müssen das Finale aber genauso konzentriert angehen.“ Sein Tor sah unsere Nummer 9 wie folgt: "Das war ein guter Ball von Mo, der die Flanke von links geschlagen hat. Als ich das gesehen habe, habe ich mich bereits ein wenig abgesetzt. Joey hat mir den Weg frei gemacht. Dann nehme ich den Ball eigentlich relativ schlecht an, aber dafür habe ich ihn per Dropkick richtig gut getroffen. Aber wenn der Ball am Ende drin ist, fragt keiner mehr nach der Art und Weise. Durch das Tor hat sich mein eigenes Spiel dann auch noch mal verbessert. Ich bin heute sehr zufrieden!“

Unser Goalgetter Marco Königs traf heute nicht nur doppelt, sondern auch in durchaus kniffligen Phasen zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sowie zum 4:2, als der Drittligist zwei Minuten zuvor den Anschlusstreffer erzielt hatte. Unsere Nummer 48 stellte aber das Team in den Vordergrund: "Wir haben ein überragendes Spiel gemacht. Wir waren die klar bessere Mannschaft. Die ersten 20 Minuten haben wir ein bisschen gebraucht, aber danach waren wir klar überlegen. Ich glaube, es hätte heute auch höher ausgehen können. Jeder in der Mannschaft war heute überragend drauf. Ein großes Kompliment an jeden."

Noah Salau, der von der Mannschaft nach seinem Tor zum 5:2 vor dem Hintergrund der unglücklichen Aktion beim 0:1 besonders gefeiert wurde, hob die besondere Mentalität des Teams hervor: "Es ist auf jeden Fall ein geiles Gefühl, gerade wenn man bedenkt, dass man so komisch in Rückstand geraten ist, wo ich das Ding sogar selber reinhaue. Daran, wie stark wir danach zurückgekommen sind, sieht man, was für eine Qualität und Mentalität wir in der Mannschaft haben. Wir lassen uns nicht hängen, machen immer weiter und glauben an uns." Auf Nachfrage, was wir nun im Finale erwarten können, sagte unsere Nummer 21: "Das Gleiche wie heute: Wir werden wieder alles raushauen. Wir kommen zum Finale, um das Spiel  zu gewinnen und das wird man dann auch auf dem Platz sehen."

Auch Kevin Hagemann strahlte über das ganze Gesicht: "Es war mega! Erst mal ein großes Kompliment an die komplette Mannschaft. Sie hat über 90 Minuten ein wahnsinniges Spiel gezeigt und ich glaube fast, am Ende auch in der Höhe aufgrund der Chancen verdient gewonnen."

Kevin Pytlik fand schwer Worte: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll... Sechs Tore gegen einen Drittligisten zu schießen ist unfassbar! Wir haben ein Elfmetertor kassiert und leider eins mit Pech, ein Eigentor. Aber das ist egal. Wir haben sechs Tore gemacht und hätten sogar mehr machen können. Ich bin sehr stolz auf die Jungs! Mit dem Ergebnis haben wir auf jeden Fall ein Statement gesetzt für das Finale. Wenn man 6:2 gegen Duisburg gewinnt, dann kann man auf jeden Fall mit Selbstvertrauen ins Finale gehen. Wir werden uns auf jeden Fall im Finale zerreißen und alles geben. Ich bin sehr stolz und jetzt wird erst einmal gefeiert!"

Isaak Akritidis: "Heute war es eine super Leistung vom ganzen Team. Von der ersten Minute an waren wir sehr griffig in den Zweikämpfen und haben gut Dampf gemacht. Zum Ende hin haben wir denen dann die Hose ausgezogen! 6:2 ist schon sehr deutlich! Gute Teamleistung!"

Trainer Björn Mehnert brachte es auf den Punkt: "Das Spiel war geil - es hat sehr viel Spaß gemacht! Die Jungs haben alles rausgehauen. Ich glaube, es war auch in der Höhe gar nicht unverdient, wenn man die Torchancen sieht. Wir haben guten, tollen Fußball gespielt und ich glaube, wir haben uns das Finale verdient."

Unser sportlicher Leiter, Stephan Küsters, sparte nicht mit Lob für die Mannschaft: "Ich habe immer gesagt, in einem einzigen Spiel ist alles möglich. Aber man muss ganz ehrlich sagen: Ein Riesenkompliment an unsere Truppe! Wir haben genau das umgesetzt, was der Trainer verlangt hat, nämlich Leidenschaft und dass wir gut stehen. Wir wollten nicht so naiv sein und die Duisburger anlaufen, weil sie natürlich vorne zwei unfassbare Spieler haben. Das haben unsere Spieler - jeder einzeln und insgesamt als Mannschaft - gut gelöst und von daher, was soll man da jetzt noch sagen? Noch mal: Ein Riesenkompliment! Ich glaube, wir haben noch mal ein I-Tüpfelchen draufgesetzt und das nächste Ziel erreicht. Das Finale ist unser drittes Etappenziel und das nehmen wir jetzt an. Mit so einer Leistung muss man sich vor keinem verstecken."

Spieldaten:

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler – 21 Noah Salau, 5 Tjorben Uphoff, 27 Kevin Pytlik, 3 Moritz Römling – 10 Kevin Rodrigues Pires, 7 Semir Saric (79. 24 Isaak Simion Akritidis), 6 Joey Paul Müller – 9 Beyhan Ametov (56. 16 Lars Holtkamp), 48 Marco Königs (88. 14 Mateo Aramburu), 30 Kevin Hagemann (86. 53 Burak Gencal)

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung MSV Duisburg:

30 Steven Deana – 28 David Tomic, 15 Tobias Fleckstein, 14 Stefan Velkov, 7 Lukas Scepanik – 9 Ahmet Engin (62. 20 Leroy-Jacques Mickels), 6 Connor Krempicki (62. 31 Federico Palacios), 37 Marlon Frey (84. 36 Wilson Kamavuaka),10 Moritz Stoppelkamp – 39 Aziz Bouhaddouz, 29 Orhan Ademi (62. 19 Sinan Karweina)

Trainer: Pavel Dotchev

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 0

Tore: 0:1 Salau (20., Eigentor), 1:1 Königs (31.), 2:1 Ametov (36.), 3:1 Hagemann (48.), 3:2 Stoppelkamp (59., Foulelfmeter), 4:2 Königs (61.), 5:2 Salau (84.), 6:2 Rodrigues Pires (87.)

Gelbe Karten: Pytlik (11.) – Frey (76.), Velkov (87.)

Ecken: 6:5

Schiedsrichter: Robin Delfs / Assistenten: Andre Berger, Sven Heinrichs

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

WSV - MSV Duisburg | Halbfinale Niederrheinpokal

Fotos von: Jochen Classen

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