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Jul
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15:00
WSV
Samstag, 05.06.2021 -

1. Mannschaft

1:2-Heimniederlage gegen den BVB

1:0-Halbzeitführung durch Kevin Hagemann - der Pfosten verhinderte das 2:0

Der WSV spielte heute lange gut mit und hatte in der ersten Halbzeit die besseren Torchancen. Durch den Sieg - ein Punktgewinn hätte gereicht - steigt der BVB in die dritte Liga auf, RWE bleibt viertklassig.

Nach dem Pokalsieg stand für den WSV heute das letzte Ligaspiel der Saison an. Doch gemütliches Auslaufen war aus mehreren Gründen nicht angesagt: Der WSV konnte mit einem Sieg in der Tabelle noch um einige Plätze klettern, für die Gäste und für RWE ging es im Finale des furiosen Aufstiegsrennens um alles - und seit dem 3. Oktober waren erstmals wieder Fans im Stadion. Dementsprechend hatten sich Mannschaft und die Verantwortlichen viel vorgenommen und wollten im Sinne der sportlichen Fairness noch einmal alles rauszuhauen.

Gleichzeitig war die Begegnung heute der letzte Auftritt für einige Spieler in Rot-Blau: Beyhan Ametov, Joey Müller, Lars Bender, Mateo Aramburu, Jonas Erwig-Drüppel, Niklas Lübcke, Moritz Römling, Lars Holtkamp, Daniel Nesseler, Tolga Cokkosan und unser Kapitän Tjorben Uphoff wurden vor dem Spiel verabschiedet. Wir wünschen euch auch an dieser Stelle noch mal alles Gute und viel Erfolg bei euren neuen Stationen!

Unser Trainer Björn Mehnert nahm im Vergleich zum Niederrheinpokalfinale eine Änderung an der Startelf vor: Lars Bender ersetzte Beyhan Ametov. Durch den Wechsel stellte Mehnert wieder auf eine Fünferkette mit Salau, Uphoff und Pytlik im Zentrum sowie Bender und Römling auf Außen um. Königs spielte wie gewohnt im Sturmzentrum, Saric und Hagemann auf den offensiven Außenbahnen. Dortmunds Trainerteam mit Cheftrainer Enrico Maaßen und Co-Trainer Pascal Bieler, der im letzten Sommer von uns nach Dortmund gewechselt war, vertraute nach dem 3:1-Sieg am Dienstag gegen Bergisch Gladbach derselben Startelf.

Der WSV kommt gut ins Spiel und geht in Führung

Die erste große Chance des Spiels hatte der WSV nach 10 Minuten: Über mehrere Stationen wurde schnell umgeschaltet, am Ende verpasste Königs die Führung mit seinem Kopfball nach einer Flanke von Saric nur knapp. Wenige Minuten später brannte es im Strafraum der Gäste erneut lichterloh: Hagemann hatte sich im Sechzehner gegen mehrere Gegenspieler durchgesetzt, doch sein Chip-Ball über den Keeper fand in der Mitte keinen Abnehmer. Die Dortmunder ließen in der Anfangsphase ihre technischen Fähigkeiten aufblitzen, hatten mehr Ballbesitz, doch der WSV stand hinten sicher und ließ keine nennenswerten Torchancen zu. Unsere Mannschaft kam ihrerseits immer wieder durch schnelles Umschalten über die Außen nach vorne. Die erste Gelegenheit hatte der BVB nach einer knappen halben Stunde, doch Bakir schoss - bedient von Tachie - relativ freistehend weit über das Tor. Anders der WSV: Zunächst konnte Finnsson gegen Königs noch auf der Linie klären, doch kurz darauf schob Hagemann nach einer Hereingabe von rechts am langen Pfosten zur viel umjubelten Führung ein (34.).

Der Pfosten rettet für den BVB

Kurz vor der Pause kam Tigges im Strafraum noch mal zum Abschluss, doch sein zentraler Schuss war kein Problem für Patzler. Direkt im Anschluss hielt der rechte Pfosten des Tores vor der Südtribüne die Dortmunder Aufstiegsträume am Leben: Saric' Schuss nach schöner Einzelaktion prallte zurück ins Feld. Danach ging es mit einer verdienten Führung in Pause. Dortmund hatte in den ersten 45 Minuten mehr Ballbesitz, jedoch kaum Torchancen, dem WSV gelang es dagegen immer wieder nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu spielen.

Dortmund trifft nach der Pause

Der BVB startete mit Makreckis und Thaqi für Weigel und Bakir in die zweite Halbzeit und spielte direkt mit mehr Geschwindigkeit nach vorne. Trotzdem hätte zunächst der WSV bei einem 3-gegen-1-Konter die Führung ausbauen können, wenn Salaus Pass den mitgelaufenen Hagemann gefunden hätte. Im direkten Gegenzug war es dann Steffen Tigges, der mit einem strammen Flachschuss zum 1:1-Ausgleich traf (47.). Der BVB machte zunächst weiter Druck und schaffte es, anders als in der ersten Halbzeit, die Abwehr des WSV in Bewegung zu bringen. Die nächste gute Chance hatten die Gäste dann aber auch erst nach 65 Minuten, als eine flache Hereingabe im Fünfer keinen Abnehmer fand. Dem BVB reichte das 1:1 zum Aufstieg - dementsprechend gingen die Gäste bei ihren Angriffen nicht mehr das ganz große Risiko ein. Trotzdem wäre unsere Mannschaft fast wieder in Führung gegangen, doch Römling scheiterte nach Doppelpass mit Hagemann aus wenigen Metern an Unbehaun (68.). Der WSV versuchte weiter nach vorne zu spielen, die Gäste konterten. Zunächst verpasste Tigges die Führung, als sein Schuss auf das leere WSV-Tor - Patzler hatte zuvor im Feld geklärt - nur den linken Pfosten traf (84.). Kurz darauf machte es der eingewechselte Knauff dann besser, als er nach einem Konter in Überzahl nur noch einzuschieben brauchte - 1:2 (89.).

Danach war Schluss. Dortmund steigt als Meister der Regionalliga West in die Dritte Liga auf. Unsere Mannschafft hatte noch mal alles gegeben, musste sich am Ende nur knapp geschlagen geben und hätte mit etwas mehr Glück bei Saric' Pfostenschuss heute beinahe für eine Überraschung gesorgt.

WSV-Kapitän Tjorben Uphoff absolvierte nach dreieinhalb Jahren sein vorerst letztes Spiel im rot-blauen Trikot, da er im Sommer zu Ligakonkurrent Alemannia Aachen wechselt. Wie sah unsere Nummer 5 die heutige Partie? „Erst einmal war es sehr schön, dass mal wieder Leute im Stadion waren und etwas Atmosphäre ins Stadion am Zoo gebracht haben. Selbst mit 500 Zuschauern hat man gemerkt, dass es hier nicht so übel ist. Da kann man sich schon gut vorstellen, wie es ist, wenn hier mal wieder fünf-, sechsttausend dabei sind - da wird es für jeden Gegner unangenehm.“ Auf der Nordtribüne verabschiedeten die Ultras Wuppertal „Uppe“ mit einem Spruchband (Danke für 3,5 Jahre Kampf & Leidenschaft), was bedeutete dies für ihn? „Ich habe es den Jungs bereits vor dem Spiel gesagt, dass mir diese Wertschätzung ganz viel bedeutet. Hut ab! Mit sowas habe ich nicht gerechnet. Es zeigt mir aber auch, dass ich in den dreieinhalb Jahren wohl nicht so viel falsch gemacht habe. Das ist einfach riesig.“ Über das Spiel wollten wir dann auch noch sprechen. Wie sah Tjorben die starke erste Halbzeit seiner Mannschaft? „Es ist am Ende bitter, dass wir verloren haben, aber hintenraus ist uns etwas die Luft ausgegangen. Jetzt ist heute auch noch so ein drückendes Wetter hier. Wenn wir zur Halbzeitpause mit 2:0 oder 3:0 führen, kann sich hier keiner beschweren.“ Trotzdem überwog bei Uppe die Freude über die gezeigten Leistungen seiner Mannschaft im Kalenderjahr 2021: „Wir haben eine Riesen-, Riesenrückrunde mit dem Pokalsieg am Ende gespielt und ich bin sehr stolz, ein Teil davon gewesen zu sein. Man hat auch heute wieder gesehen, was mit dieser Truppe möglich ist.“

Unser Torschütze zum 1:0, Kevin Hagemann, nach dem Spiel auf die Frage, woran es nach der starken ersten Halbzeit gelegen hat: "Woran hat es gelegen, das fragt man sich nach dem Spiel immer (lacht). Ich glaube, heute war der Schlüssel das mögliche 2:0. Wenn wir das 2:0 nach der Pause machen, dann läuft das Spiel ganz anders. Wir hatten auch in der ersten Halbzeit noch die eine oder andere Gelegenheit, das Spiel vielleicht vorzeitig ein bisschen deutlicher zu gestalten. Das haben wir nicht gemacht und am Ende hat dann Dortmund die Qualität, so ein Spiel auch noch zu drehen."

Goalgetter Marco Königs sah insbesondere eine starke erste Halbzeit und trauerte den vergebenen Chancen hinterher: "Ich glaube, in der ersten Halbzeit spielen wir ein super Spiel. Wir müssen die Tore machen. Ich habe auch eine gute Kopfballchance, die ich machen muss. Semir schießt noch an den Pfosten. Ich glaube, wir waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft und man hat gesehen, dass sehr viel Druck auf den Dortmundern lastete. Dann kriegen wir leider dumm das 1:1. Wir haben noch mal alles vorne reingeworfen und können uns nichts vorwerfen."

Das Fazit des eingewechselten Burak Gencal fiel wie folgt aus: "Wir haben eigentlich sehr gut angefangen und sehr viele Torchancen herausgespielt. Wir gehen auch verdient in Führung, hätten aber noch das eine oder andere Tor mehr machen können. In der zweiten Halbzeit waren wir auch gut und hatten eine sehr gute Chance. Wir hätten kurz vor dem 1:1 in der Drei-gegen-eins-Situation das Tor machen müssen. Dann war Dortmund durch das 1:1 wieder im Spiel. Wir haben alles gegeben und können uns keinen Vorwurf machen. Der einzige Vorwurf könnte sein, dass wir die Tore nicht gemacht haben. Wir waren auf Augenhöhe. Wenn wir in der Situation, als Noah Salau eigentlich rechts durch ist, das 2:0 machen - kurz bevor das 1:1 fällt - wäre so ein Spiel eigentlich gegessen gewesen. Aber wenn du die Tore vorne nicht machst, bekommst du die hinten rein."

Vorstand Peter Neururer zur starken ersten Halbzeit: „Es hätte durchaus klarer als 1:0 für uns stehen müssen. Wir hatten Chancen, die wir toll herausgespielt haben, und bei ein bisschen mehr Qualität im Abschluss hätte es 2:0 oder 3:0 stehen können.“ Daraus resultierte dann auch sein Fazit zum weiteren Spielverlauf: „In der zweiten Halbzeit waren die Dortmunder leider zielstrebiger und haben nicht unbedingt verdient, aber glücklicher die Partie gewinnen können.“ Auf die Frage, ob er in der Umschaltaktion der Gäste kurz nach dem Seitenwechsel, die zum 1:1-Ausgleich führte, die Schlüsselszene sah, sagte Peter Neururer: „Das ist natürlich unglücklich, dass ich aus einer Überzahlsituation im eigenen Angriff hinten in Probleme komme und in einen Konter laufe. Wenn ich die Überzahlsituation nicht zu Ende spielen kann, muss der Ball zumindest im Seitenaus und niemals beim Gegner landen. So haben wir automatisch hinten die rechte Seite aufgemacht, waren entblößt und so ist das Gegentor gefallen.“ Unser Vorstand sah in Borussia Dortmunds U23 am Ende den verdienten Aufsteiger: „Das muss man zweifelsfrei anerkennen, das ist überhaupt keine Frage. Das ganze Geplänkel mit den Einsprüchen, ob berechtigt oder nicht, hat schon einen faden sportlichen Beigeschmack und musste aus meiner Sicht nicht sein. Dortmund ist der verdiente Aufsteiger. Wer in 40 Spielen 93 Punkte erzielt und dabei ein solches Torverhältnis hat, hat es absolut verdient." Wie fällt aus seiner Sicht das Saisonfazit für die eigene Mannschaft aus? „Wir haben eine gute Basis für die neue Saison gelegt - und zwar dahingehend, dass wir etwas mitnehmen können. Dass wir die erste Runde im DFB-Pokal erreicht haben, ist eine überragende Leistung. Den Tabellenplatz selber muss man umbewerten. Die Rückrunde war überragend gut, aber aus einem bestimmten Grund haben wir nur den 12. Platz belegt. Und in Zukunft wollen wir nicht irgendwo im Mittelfeld versinken, sondern Schritte nach oben und nach vorne machen. Da müssen wir noch einiges für tun. Leider verlassen uns einige Spieler, die diese Saison großartige Leistungen in der Rückrunde gezeigt haben. Das müssen wir ausgleichen - und wenn wir das ausgleichen, können wir uns über Ziele unterhalten, die hoffentlich anders aussehen, als dieses Jahr."

Der WSV beendet die Regionalligasaison 2020/21 mit 54 Punkten und 57:62 Toren auf dem 12. Tabellenplatz. Die Regionalligasaison 2021/22 startet mit dem 1. Spieltag am Wochenende vom 13. bis 15. August. Der Trainingsstart zur neuen Spielzeit wird voraussichtlich am 3. / 4. Juli sein. Am 4. Juli wird zudem in der ARD-Sportschau die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals ausgelost. Die neunzehn54-Redaktion wünscht allen WSVern bis dahin eine gute Zeit und vor allem: Bleibt gesund!

Spieldaten:

Aufstellung Wuppertaler SV:

31 Sebastian Patzler – 21 Noah Salau (88. 24 Isaak Simion Akritidis), 5 Tjorben Uphoff, 27 Kevin Pytlik – 28 Lars Bender (65. 9 Beyhan Ametov), 10 Kevin Rodrigues Pires (82. 53 Burak Gencal), 6 Joey Paul Müller 3 Moritz Römling – 7 Semir Saric, 48 Marco Königs, 30 Kevin Hagemann. 

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung Borussia Dortmund U23:

25 Luca Unbehaun – 13 Henri Weigelt (46. 27 Cebrail Makreckis), 30 Niklas Dams, 20 Kolbeinn Birgir Finnsson – 39 Dominik Wanner, 8 Marco Hober (88. 24 Florian Krebs), 37 Tobias Raschl, 23 Franz Pfanne, 9 Alaa Bakir (46. 16 Albin Thaqi) – 14 Steffen Tigges, 11 Richmond Tachie (73. 36 Ansgar Knauff).

Trainer: Enrico Maaßen

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 500

Tore:1:0 Hagemann (34.), 1:1 Tigges (47.), 1:2 Knauff (89.)

Gelbe Karten: Pytlik (63.), Rodrigues Pires (78.), Römling (90.+1) – Dams (24.), Knauff (90.)

Rote Karte: Küsters (78.)

Ecken: 6:7

Schiedsrichter: Jonathan Lautz / Assistenten: Waldemar Stor, Felix Weller 

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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