MENÜ
Dienstag, 08.06.2021 -

1. Mannschaft

Verstärkung aus dem Löwenstall

Im Gespräch mit Niklas Fensky und Payam Safarpour-Malekabad

Mit Niklas Fensky (18 Jahre, Mittelfeld) und Payam Safarpour-Malekabad (18, Torwart) rücken zwei weitere Akteure aus dem Löwenstall in die erste Mannschaft auf und erhalten für die Saison 2021/22 einen Regionalliga-Vertrag. Niklas und Payam wechselten am 1. Juli 2020 in die U19-Bundesligamannschaft des WSV, machten in der gerade abgelaufenen Saison 2020/21 im Training des Regionalligateams auf sich aufmerksam und standen mehrere Male im Pflichtspielkader. Für Ausgabe 12 des WSV-Stadionmagazins hat sich die neunzehn54-Redaktion mit ihnen unterhalten.

Hallo Payam, hallo Niklas. Glückwunsch zum Regionalligavertrag für die Saison 2021/22! Bitte verratet uns zunächst, wie euer fußballerischer Werdegang in der Jugend verlief.

Payam: In der Jugend war ich zunächst in den unteren Ligen unterwegs, ich habe in erster Linie mit Freunden Fußball gespielt. Erst ab der U15, U16 fing es langsam an, dass ich in höhere Ligen gekommen bin. Das hat mich angespornt. Ab einem Alter von 16 Jahren habe ich Vollgas gegeben und wollte immer mehr machen. Bei der SG Unterrath, einem lokalen Verein in meiner Nähe, habe ich U17-Bundesliga und U19-Niederrheinliga gespielt und das hat mich dann in die U19 des WSV gebracht. Die Zeit in der Jugend hat mir viel Spaß gemacht und ich habe sehr viele schöne Erinnerungen. Ich bin sehr oft aufgestiegen.

Niklas: Meine ersten Schritte habe ich bei meinem Heimatverein, dem TuS Rheinland Dremmen, gemacht. Hier habe ich mit drei Jahren das Fußballspielen begonnen und mein Vater hat mich als Trainer viele Jahre begleitet. Im Sommer 2014 habe ich mein Umfeld mit meinen Freunden und meinem Vater als Trainer hinter mir gelassen und bin zum FC Wegberg-Beeck gewechselt, um dort den nächsten Schritt zu machen. Wegberg-Beeck hat in einer höheren Klasse gespielt, nämlich in der Bezirks- und Mittelrheinliga. Ich hatte dort verschiedene Trainer, die mir einiges beigebracht haben. Ich konnte mich so verbessern, dass ich das U18-Jahr übersprungen habe. Als Jungjahrgang wurde ich Stammspieler in der U19 des FC Wegberg-Beeck, wodurch der Kontakt zur U19 des WSV zustande kam. Mich hat natürlich besonders gereizt, hier A-Jugend-Bundesliga spielen zu können. Damit hätte ich vor zwei Jahren nicht gerechnet.

Am 1. Juli 2020 seid ihr in unsere U19 gewechselt und habt in der A-Jugend-Bundesliga West vier Spiele bestritten, ehe es zum coronabedingten Abbruch kam. Wie blickt ihr auf diese Etappe zurück?

Payam: Für mich war das auf jeden Fall ein Schritt nach vorne. Selbst in den vier Spielen konnte ich viele Erfahrungen sammeln. Das Trainerteam und alle Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, haben mir sehr geholfen.

Niklas: Ich bin vom WSV zum Probetraining eingeladen worden und konnte dort überzeugen, so dass ich den Schritt in die A-Jugend-Bundesliga machen durfte. Natürlich war der Saisonabbruch sehr schade, da ich mich besonders darauf gefreut hatte, zum ersten Mal auf Plätzen wie in Dortmund oder Schalke zu spielen. Immerhin hatte ich im Heimspiel gegen Schalke mein persönliches Highlight, als ich mein erstes Tor erzielen konnte. Als zu erkennen war, dass es mit der A-Jugend-Bundesliga coronabedingt nicht weiterging, wurde ich in den Herbstferien eingeladen, in der ersten Mannschaft mitzutrainieren. Im Spiel bei der U21 des 1. FC Köln stand ich dann zum ersten Mal im Regionalliga-Kader.

Wie würdet ihr euer Fußball- und Torwartspiel beschreiben? Was sind eure Stärken und Schwächen?

Niklas: Ich bin eher der spielstarke Mittelfeldspieler, der viel über Technik und Passspiel kommt. Ich würde sagen, dass ich ein sehr lauffreudiger Spieler bin, der viele Wege geht, sich oft anbietet und versucht, viele Bälle zu bekommen. Ich kann mich im Zweifkampfverhalten verbessern und muss sicherlich noch an meiner Körperstatur arbeiten, so dass ich eher die spielerischen Lösungen suche.

Payam: In meiner Jugend war ich mit meinen Freunden viel als Spieler auf dem Bolzplatz, sodass ich sagen würde, dass ich mit dem Ball am Fuß gut bin. Manchmal habe ich Ideen und denke wie ein Spieler. Als Stärke würde ich von mir sagen, dass ich im Spiel keine Angst habe. Natürlich kann ich auch Bälle halten. Aber ich weiß, und das ist mein Ziel und Anspruch, dass ich mein gesamtes Torwartspiel von A bis Z noch verbessern muss. Ich möchte mich und mein Torwartspiel auf das Maximum bringen - da bin ich noch nicht am Ende meiner Reise angelangt.

In der Saison 2020/21 haben mit Joelle Tomczak, Furkan Tasdemir und Isaak Akritidis Spieler ihre Einsatzzeiten in der Regionalliga bekommen, die aus dem WSV-Löwenstall stammen. Warum habt ihr euch für den Sprung beim WSV entschieden und was sind eure Hoffnungen und Ziele für 2021/22?

Niklas: In erster Linie steht für mich das Ziel, Spielzeit zu bekommen, was als junger Spieler natürlich wichtig ist. Darüber hinaus wird es mich alleine schon nach vorne bringen, auf diesem Niveau hier in einer Herrenmannschaft zu trainieren. Man entwickelt sich durch das Training weiter und lernt viel von den erfahrenen Spielern im Kader des WSV, die schon viel erlebt und bereits eine Karriere hingelegt haben.

Payam: Ich habe bereits seit dem Winter die Chance bekommen, in der ersten Mannschaft mitzutrainieren. Ich freue mich, dass ich meine Chance nutzen konnte und mich dies zu dem Vertrag gebracht hat. Ich erhoffe mir, dass ich mich und mein Spiel hier beim WSV bestmöglich entwickeln kann. Mal schauen, wie die Reise weitergeht. Ich möchte der Mannschaft auf jeden Fall so gut helfen wie es geht, möchte viele Erfahrungen sammeln, und andererseits einfach den Fußball genießen und Spaß haben.

Ihr habt bereits in dieser Saison mehrere Male im Kader gestanden. Wie sehr hat es gekribbelt, bei einem Regionalligaspiel auf der Bank zu sitzen und auf den ersten Einsatz zu hoffen?

Payam: Bei einem Regionalligaspiel auf der Bank sitzen zu dürfen war auf jeden Fall eine schöne Erfahrung für mich. Wenn es so weit gewesen wäre, hätte ich keine Angst und keinen Nervenkitzel gehabt. Ich wäre rausgegangen und hätte mein Spiel gespielt.

Niklas: Weil ich eigentlich nur in den Herbstferien konstant in der Regionalliga-Mannschaft mittrainiert hatte, kamen für mich die Plätze im Kader anfangs eher überraschend und waren vielleicht auch etwas den Personalproblemen geschuldet. Man kann schon sagen, dass ich ziemlich aufgeregt war, das erste Mal bei den Profis dabei zu sein. Natürlich kribbelt es und man hat bei jedem Spiel die Hoffnung, mal reinzukommen. Es war immer ein gutes Gefühl und ich hoffe, dass ich das künftig in Spielzeit ummünzen kann.

Niklas, du hast im Januar 2021 im Testspiel beim Südwest-Regionalligisten Hessen Kassel deine erste Halbzeit für die 1. Mannschaft des WSV gespielt. Wie war‘s?

Niklas: Wir hatten am Vormittag noch eine Trainingseinheit und sind dann zum Spiel nach Kassel gefahren. Für mich war es der erste Einsatz überhaupt seit dem U19-Spiel im Oktober 2020 gegen Duisburg. Aus diesem Grund war ich froh, wieder Spielpraxis zu bekommen, aber es war ehrlicherweise nach dreimonatiger Spielpause schwer, wieder reinzukommen. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und ich war natürlich heiß darauf, alles zu geben.

Payam, mit Sebastian Patzler hat der WSV einen dritt- und viertligaerfahrenen Torwart im Kader. Was kannst du von ihm lernen?

Payam: Mit „Patze“ verstehe ich mich sehr gut. Er hilft mir im Training und gibt mir viele Tipps. Auch abseits des Platzes hilft er mir enorm weiter. Wir sehen uns sehr oft im Kraftraum. Ich glaube, er schätzt mein Potenzial, was mir sehr guttut.

Wie verbringt ihr eure Freizeit und wie sieht euer schulischer Werdegang aus?

Payam: Wenn ich nicht Fußball spiele, gehe ich gerne mit meinen Freunden raus - natürlich immer entsprechend der geltenden Corona-Regeln. Ich mag jegliche sportliche Aktivitäten, fahre zum Beispiel gerne Fahrrad. Ansonsten gucke ich mir vielleicht mal eine Serie an. Ich hatte Ende Mai meine letzte Abitur-Prüfung und hoffe natürlich, dass ich im Sommer mein Abitur in der Tasche haben werde. Eigentlich hatte ich überlegt, ein duales Studium anzufangen, aber mit dem Regionalligavertrag beim WSV ist das nicht so gut vereinbar. Somit möchte ich zunächst abwarten, wohin mich dieses eine Jahr im Fußball hinführt, und werde vielleicht ein normales Studium bevorzugen.

Niklas: Ich bin gerne mit Freunden unterwegs, was in der Corona-Pandemie nur eingeschränkt möglich war, sodass ich zuletzt viele Serien geguckt habe. Aber generell bin ich gerne an der frischen Luft, spiele auch hobbymäßig Fußball mit Freunden und gehe laufen. Ende Mai hatte ich ebenfalls meine letzte Abiturprüfung. Homeschooling lag mir nicht in allen Fächern gut, wie zum Beispiel in Mathe, aber soweit ich das bereits einschätzen kann, sollte das schon passen, da habe ich ein gutes Gefühl. Ich möchte mich zunächst einmal ein Jahr auf den Fußball konzentrieren und schauen, wie weit ich komme. Zusätzlich möchte ich mich im September in der Wuppertaler Uni - nach bestandenem Eignungstest - für ein Sportstudium einschreiben, um einen Studienplatz in der Hinterhand zu haben und für den Fall der Fälle jederzeit anfangen zu können.

Vielen Dank für das Gespräch, viel Erfolg und Freude im rot-blauen Trikot!

Quelle: neunzehn54

×