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Samstag, 07.08.2021 -

1. Mannschaft

WSV unterliegt Bundesligist VfL Bochum erst nach Verlängerung 1:2

Bärenstarke Vorstellung der Mehnert-Elf

Am heutigen Samstag traf der WSV vor 4.990 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Zoo in der 1. Runde des DFB-Pokals auf den Bundesligisten VfL Bochum. Erstmals seit 14 Jahren erreichte unser Verein wieder diesen lukrativen Wettbewerb. Nach 120 Minuten hieß es bei Abpfiff nach Verlängerung 1:2.

Die beiden heutigen Kontrahenten trafen am 23. April 1994 an gleicher Spielstätte zum bislang letzten Pflichtspiel aufeinander. Damals fand diese Begegnung in der 2. Bundesliga statt. Während sich der WSV im (am Ende der Spielzeit leider erfolglosen) Kampf um den Klassenerhalt befand, kamen die Ruhrstädter am 30. Spieltag als Tabellenführer ins Tal. Nach 90 tollen Minuten hieß es vor 13.000 Zuschauern beim Schlusspfiff überraschend deutlich 3:1 für Rot-Blau. Mit Christian Broos und Knut Hartwig waren auch zwei ehemalige VfLer unter den Wuppertaler Torschützen. Das zwischenzeitliche 2:0 erzielte Frank Schön, Bochums Kai Michalke gelang in der Schlussphase lediglich der Ehrentreffer.

WSV-Trainer Björn Mehnert hatte sich etwas einfallen lassen und überraschte den Bundesligaaufsteiger in der ersten Halbzeit sichtlich. In der Defensive mit einer Fünferkette agierend setzte unsere Mannschaft nach Ballgewinn auf schnelle Gegenstöße. In der 20. Minute führte dies fast zur Führung: Kevin Hagemann ging über die linke Seite Richtung Grundlinie und passte in die Strafraummitte, wo Torjäger Marco Königs aus zehn Metern per Direktabnahme an Bochums Schlussmann Manuel Riemann scheiterte. Drei Minuten später dann das 1:0 für unsere Farben: Niklas Heidemann setzte sich wieder über die linke Seite durch und passte flach in die Mitte, wo Semir Saric per Direktabnahme aus kurzer Distanz links unten an Riemann vorbei einschoss. Auch danach war unser Torhüter Sebastian Patzler weiterhin beschäftigungslos. Mit einer hochverdienten 1:0-Führung, die durchaus auch höher hätte ausfallen können, wurden die Seiten gewechselt.

Bochums Trainer Thomas Reis wechselte mit Beginn der zweiten Halbzeit zweimal und brachte dabei auch Christopher Antwi-Adjei für die linke Außenbahn. Diese Einwechslung sollte sich bereits in der 53. Minute auszahlen. Im Aufbauspiel verlor der WSV noch in der eigenen Hälfte den Ball, Antwi-Adjei wurde steil auf der linken Außenbahn geschickt. Er ging in den Strafraum und passte flach in die Mitte, wo Simon Zoller per Direktabnahme aus drei Metern den 1:1-Ausgleich erzielen konnte. Der Bundesligist war nun spielbestimmend, unsere Mannschaft kam kaum noch zu eigenen Offensivaktionen. Als sich wieder Antwi-Adjei über die linke Seite durchsetzen konnte und in die Mitte passte, stockte den WSV-Anhängern kurzzeitig der Atem, als Takuma Asano aus kurzer Distanz den Ball unter die Querlatte setzte. Nach fast 97 Minuten pfiff Schiedsrichter Patrick Alt ab und es ging in die Verlängerung.

In dieser merkte man beiden Mannschaften das kräftezehrende Spiel an, wobei der Bundesligist in der ersten Hälfte der Verlängerung einmal durch Pantovic (100.) und der WSV durch Phillip Aboagye (102.) den Abschluss suchte. Dann die Entscheidung: Nach einem Eckball von Milos Pantovic verlängerte Simon Zoller auf Robert Tesche, der Sebastian Patzler aus sieben Metern keine Abwehrmöglichkeit ließ und zum 1:2-Endstand traf (111.). Der VfL Bochum zieht durch den 2:1-Sieg in die 2. Runde des DFB-Pokals ein.

Der WSV wurde von den Zuschauern mit einem Riesenapplaus für eine tolle Leistung verabschiedet. Gerade in der ersten Halbzeit waren die Rot-Blauen dem Bundesligisten sogar überlegen und erspielten sich die besseren Tormöglichkeiten. Hintenraus fehlten dann aber etwas die Körner.

VfL-Trainer Thomas Reis: „Erst einmal möchte ich sagen, dass es ein schönes Gefühl war, endlich wieder vor so einer stimmungsvollen Kulisse zu spielen. Dann mein Respekt für die Leistung des WSV, gerade in der ersten Halbzeit. Wir haben da zu viel zugelassen, Wuppertal war uns überlegen, wollte mehr die Zweikämpfe gewinnen und hat auch mehr die Zweikämpfe gewonnen. Ab der 46. Minute hat man dann endlich gesehen, dass wir auch in der Lage sind, gut Fußball zu spielen. Am Ende bin ich froh, dass wir die 1. Runde im DFB-Pokal überstanden haben. Man hat gesehen, dass wir noch sehr, sehr viel Arbeit vor uns haben. Wuppertal als Traditionsverein wünsche ich viel Glück für die kommende Saison. Man hat gesehen, was in der Mannschaft steckt.“

WSV-Trainer Björn Mehnert zog folgendes Fazit: „Auf 120 Minuten gesehen, ist der Erfolg der Bochumer am Ende nicht unverdient. Heute möchte ich auch als erstes die stimmungsvolle Atmosphäre erwähnen, die uns in dieser Pandemie etwas Lebensfreude zurückgibt und uns allen Spaß gemacht hat. Zum Spiel: In der ersten Halbzeit haben meine Jungs ein unfassbar gutes Spiel gemacht. Klar, Bochum hatte mehr Ballbesitz und wir wussten, dass sie außen über flotte Spieler verfügen. Dafür hatten wir uns einen Plan zurechtgelegt, der in der ersten Halbzeit ganz ordentlich funktioniert hat. Mit der Einwechslung von Antwi-Adjei hat das Spiel dann eine Wendung genommen, da wir ihn nicht in den Griff bekommen haben. Wir haben aber auch in der zweiten Halbzeit mit Leidenschaft dagegengehalten. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Wir haben bis zum Saisonstart auch noch etwas aufzuarbeiten, gehen aber positiv gestimmt in die Meisterschaft.“

Co-Trainer Samir El-Hajjaj: „Wir sind glücklich mit dem Spiel, mit dem Ergebnis nicht. Man kann auf die Jungs sehr stolz sein. Wir haben alles in die Waagschale geworfen. Trotz Krämpfen, trotz schwindenden Kräften haben wir alles gegeben. Wir können auf die Jungs, auf die Fans und auf den Verein stolz sein. Die Fans haben uns super unterstützt. Es war sehr schön, endlich einmal wieder vor Fans zu spielen, besonders vor den Wuppertaler Fans. Das hat uns auch getragen. Schade, dass wir verloren haben, aber den Jungs kann man nichts vorwerfen. Es war ein gutes Spiel und ich freue mich auf die Regionalligasaison. Darauf kann man aufbauen, wir werden uns jetzt regenerieren und dann auf Rödinghausen vorbereiten.“

Der noch verletzte Spieler Isaak Simion Akritidis zur Partie: „Wir haben sehr gut gespielt, Druck gemacht nach vorne und auch mit dem Ball haben wir sehr gute Aktionen gestartet. Mit der 2. Halbzeit ist ein kleiner Bruch reingekommen. Die Kräfte haben etwas nachgelassen, es ging hin und her, aber wir konnten leider nicht mehr den Abschluss setzen.“

Weiter geht es für den WSV am kommenden Samstag um 14:00 Uhr im Stadion am Zoo zum Saisonauftakt in der Regionalliga West gegen den SV Rödinghausen.

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Sebastian Patzler - 14 Philipp Hanke (63. 2 Moritz Montag), 21 Noah Salau, 26 Dominik Bilogrevic, 27 Kevin Pytlik, 33 Niklas Heidemann - 5 Felix Backszat (90.+6 Lion Schweers), 10 Kevin Rodrigues Pires - 7 Semir Saric (90.+5 11 Xhuljo Tabaku), 9 Kevin Hagemann (90.+5 23 Phillip Aboagye) - 48 Marco Königs (80., 18 Roman Prokoph)

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung VfL Bochum:

1 Manuel Riemann - 2 Christian Gamboa Luna, 37 Armel Bella Kotchap (46. 24 Vasileios Lampropoulos), 29 Maxim Leitsch, 3 Danilo Soares - 23 Robert Tesche, 8 Anthony Losilla - 10 Takuma Asano (73. 35 Silvere Ganvoula Mboussy), 20 Elvis Rexhbecaj (91. 27 Milos Pantovic), 17 Gerrit Holtmann (46. 22 Christopher Antwi-Adjei) - 9 Simon Zoller

Trainer: Thomas Reis

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 4.990 (ausverkauft; 800 Gäste)

Tore: 1:0 Saric (23.), 1:1 Zoller (53.), 1:2 Tesche (111.)

Gelbe Karten: Mehnert (71.), Salau (100.) – Tesche (44.), Leitsch (71.), Zoller (71.), Pantovic (118.)

Gelb-Rote Karte: Rodrigues Pires (119.)

Rote Karte: El Hajjaj (90.+3)

Ecken: 3:14

Schiedsrichter: Patrick Alt / Assistenten: Nikolai Kimmeyer, Christian Gittelmann / 4. Offizieller: Tom Bauer

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

WSV - VfL Bochum | Teil 2

Fotos von: Benjamin Lenz

WSV - VfL Bochum | Teil 1

Fotos von: Monika Gajdzik

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