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Mittwoch, 25.08.2021 -

1. Mannschaft

„Deshalb bin ich im Zentrum auch schon ganz gut aufgehoben“

Neuzugang Felix Backszat im Gespräch mit neunzehn54

Kurz vor Beginn des Trainingslagers konnte Felix Backszat als Neuzugang des WSV vorgestellt werden. Der zentrale Mittelfeldspieler wechselte vom heutigen Ligagegner Rot-Weiss Essen (Anstoß 19 Uhr im Stadion am Zoo) zu uns ins Tal und kam mit der Erfahung von u.a. 170 Einsätzen in der Regionalliga West. Der 31-jährige schaffte es sofort in die Startelf, sein Debüt im rot-blauen Trikofeierte er im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum. Die neunzehn54-Redaktion hat sich für Ausgabe 2 des WSV-Stadionmagazins - das vor dem Rödinghausen-Heimspiel am 1. Spieltag erschienen ist - mit ihm über seine erfolgreiche sportliche Vergangenheit, seine Ziele beim WSV und seine neue Aufgabe als Kapitän unterhalten.

Hallo Felix, herzlich willkommen beim WSV. Wie ist dein Wechsel nach Wuppertal zustande gekommen?

Ich hatte mich schon im März mal locker mit Stephan Küsters darüber ausgetauscht, was seine Ideen für die neue Saison beim WSV sind. Damals ging es gar nicht mal um meine Person, sondern darum, wie der Weg in Wuppertal aussehen kann. Ende Juni hat sich der Austausch dann doch intensiviert, weil der WSV im Zentrum noch Bedarf hatte und ich auf dem Markt war.

Die letzte Saison in Essen war nicht leicht für dich, du warst oft verletzt.

Ich hatte zwar eine schwierige Saison, aber oft verletzt war ich eigentlich nicht. Ich hatte einen Corona-Ausfall von 14 Tagen, der mir natürlich nicht in die Karten gespielt hat, und eine Knieverletzung, die aber auch nur eine knappe Woche angehalten hat. Ich habe vielmehr nicht gespielt, weil der Trainer andere Vorstellungen hatte. Es lief sportlich die ganze Saison gut, sodass es wenig Gründe für Wechsel gab und ich letztlich verhältnismäßig wenig gespielt habe. Ich weiß nicht, warum es oft so dargestellt wurde, dass ich oft verletzt war. Tatsächlich bin ich mit meinen fast 32 Jahren bisher von schweren Verletzungen verschont geblieben.

Du bist bisher 170-mal in der Regionalliga aufgelaufen und hast in den letzten Jahren fast immer ungefähr 30 Spiele gemacht...

Das war eigentlich ein sehr ordentlicher Schnitt, der in der letzten Saison - zumindest was die Startelfeinsätze angeht - ein bisschen runtergezogen wurde. Ich glaube, dass ich meine Leistung in der Liga schon unter Beweis gestellt habe. So ein Jahr, in dem es nicht so funktioniert, kann mal passieren und es ist dann nicht zwangsläufig so, dass ich alt oder schlecht geworden bin.

Mit Viktoria Köln, Rödinghausen und RWE bist du ja auch dreimal in den letzten fünf Jahren Meister geworden...

Jo (lacht). Ich bin das sowieso nie alleine geworden, aber ich hatte in den meisten Fällen schon einen Anteil am Erfolg, weil ich eine zentrale Rolle gespielt habe.

Warum bist du mit Viktoria Köln nicht in die dritte Liga gegangen?

Wir haben damals leider auf der Zielgeraden deutlich geschwächelt, die Meisterschaft am letzten Spieltag dann aber doch noch geholt. Trotzdem hatte das einen Trainerwechsel zur Folge. In der sportlichen Leitung gab es dann unterschiedliche Auffassungen darüber, ob ich der Mannschaft noch weiterhelfen kann. Da mein Vertrag auslief, hat man sich dann dazu entschieden, auf neue Spieler zu setzen.

Du bist zentraler Mittelfeldspieler. Bist du mehr Abräumer oder Kreativspieler?

Ich bin eher ein Kreativspieler, habe mit einer gewissen Routine aber auch ein Auge dafür, hinten mal abzuräumen oder das Zentrum zu halten und den defensiveren Part zu spielen.

Braucht eine Mannschaft einen reinen defensiv denkenden Sechser?

Das ist immer vom Spielermaterial und von der Zusammenstellung des Kaders abhängig. Wir haben jetzt keinen reinen Abräumer in der Mannschaft. Dominik Bilogrevic spielt am ehesten vornehmlich den defensiveren Part auf der Sechs. Aber ansonsten muss sich das einfach ergänzen und die Spieler im Zentrum müssen sich gegenseitig den Rücken freihalten. Wenn der eine nach vorne geht, übernimmt der andere den defensiven Part.

Was sind deine Stärken und deine Schwächen auf dem Platz?

Ich denke, dass mein Tempo ganz klar meine Schwäche ist. Ich bin kein schneller Spieler und auf den ersten Metern nicht schnell. Deshalb bin ich im Zentrum auch schon ganz gut aufgehoben. Aber mit meiner Routine, Cleverness und Spielintelligenz kann ich viel wettmachen. Ich versuche, Situationen zu antizipieren und kann so vielleicht den einen oder anderen Schritt gutmachen, der mir genetisch fehlt.

Wie war das Trainingslager aus deiner Sicht?

Die Jungs sind in der erfolgreichen Rückrunde ein eingeschworener Haufen geworden. Da hat man ein Gefühl für und das merkt man schnell. Es war eine coole Harmonie, alle waren gut dabei und gut drauf. Das Trainingslager war dementsprechend angenehm, mit vielen intensiven Einheiten und Momenten, in denen wir auch mal Gas rausgenommen haben. Wir haben zum Beispiel Fußballtennis gespielt - da hat jeder Fußballspieler Spaß dran. Das tat gut für die Knochen und den Kopf. Mit dem Sieg gegen Kaan-Marienborn haben wir uns noch mal ein gutes Gefühl für die kommenden Aufgaben geholt.

Du bist zusammen mit Kevin Rodrigues Pires Kapitän. Seid ihr beide gleichberechtigt?

Im Endeffekt ist es, glaube ich, nicht so wichtig, wie das nach außen dargestellt wird. Wir beide sind als Kapitäne benannt worden, die Verantwortung tragen wir mit weiteren Spielern alle zusammen. Wer dann am Ende die Binde trägt ist eher sekundär. Ich denke, dass wir ein gutes Geflecht haben und vieles auf mehrere Schultern verteilen können. Sicherlich tauscht man sich mit dem Trainer noch etwas mehr aus. Aber auch das ist nicht unbedingt abhängig von der Binde, sondern von Erfahrung, Routine und vom Charakter. Deshalb werde ich nicht der Einzige sein, der sich mit dem Trainer bespricht. Es geht darum, sich mit mehreren Köpfen in der Mannschaft regelmäßig auszutauschen. Wichtig ist, dass jeder Spieler Verantwortung im Rahmen seiner Möglichkeiten übernimmt.

Was möchtest du sportlich mit dem WSV in diesem Jahr erreichen und was erwartest du von deinem ersten Meisterschaftsspiel für den WSV gegen Rödinghausen?

Ich denke, dass hier spätestens ab der letzten Winterpause ein super Weg eingeschlagen wurde - sportlich, aber auch was die verschiedenen Charaktere innerhalb der Mannschaft angeht. Die Rückrunde war mit Platz fünf sehr erfolgreich. Ich denke, dass wir den Weg weitergehen und über eine ganze Saison bestätigen wollen. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Gegen Rödinghausen freue ich mich darauf, einige bekannte Gesichter wiederzusehen und hoffe natürlich auf einen guten Start in die Saison.

Vielen Dank für das Gespräch, Felix!

Quelle: neunzehn54

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