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Sonntag, 26.09.2021 -

1. Mannschaft

WSV holt mit überzeugender Leistung ein 0:0 in Münster

Auch im 5. Auswärtsspiel ungeschlagen

Am 9. Spieltag kam es im altehrwürdigen Preußenstadion an der Hammer Straße zum Spitzenspiel zwischen dem SC Preußen Münster und dem WSV. In der vergangenen Spielzeit unterlag der WSV bei der besten Rückrundenmannschaft im Geisterspiel an gleicher Stelle mit 0:2. Der letzte Auswärtserfolg der Bergischen liegt schon einige Zeit zurück: Am 20. Mai 2006 siegte die Mannschaft des damaligen Trainers Uwe Fuchs durch Tore von Andreas Gensler und Stephan Bork mit 2:1. Interessante Randnotiz dabei, dass auf Seiten der Gastgeber unser heutiger Sportlicher Leiter Stephan Küsters und beim WSV unser heutiger Trainer Björn Mehnert als Spieler auf dem Rasen mitwirkten. Zurück in die Gegenwart: Auf Seiten der Rot-Blauen haben mit Marco Königs, Kevin Rodrigues Pires, Lion Schweers und Niklas Heidemann vier Akteure eine Münsteraner Vergangenheit. Im Vergleich zum 3:1-Heimsieg in der letzten Woche gegen den VfB Homberg nahm unser Trainer Björn Mehnert zwei Änderungen in der Startelf vor: Kevin Pytlik und Kevin Rodrigues Pires rückten nach Genesung für Durim Berisha und Jannis Kübler in die Mannschaft. Preußen-Trainer Sascha Hildmann musste nach dem 4:0-Auswärtserfolg beim SV Straelen ebenfalls zwei Wechsel in seiner Startformation vornehmen, da sich Dennis Daube einen Kreuzband- und Manuel Farrona Pulido einen Muskelfaserriss zugezogen hatten. Für die beiden Verletzten kamen Luke Hemmerich und Joshua Holtby in die Mannschaft.

Das Team von Björn Mehnert startete druckvoll in die Partie und holte in den ersten fünf Minuten drei Eckbälle heraus. Einer davon, getreten von Philipp Hanke von der rechten Seite, führte in der 5. Minute zur ersten großen Tormöglichkeit: Lion Schweers stieg zentral am höchsten, doch seinen Kopfball konnte der Münsteraner Torhüter Maximilian Schulze Niehues parieren. Es dauerte einige Minuten, bis auch die Gastgeber richtig im Spiel waren. Nach einem Eckball von Joshua Holtby verlängerte Simon Scherder per Kopf, traf aber nur die obere Torlatte (13.). Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes, kampfbetontes Spiel. Semir Saric setzte in der 23. und 24. Minute zwei Schüsse aus jeweils identischer, halbrechter Position aus 20 Meter Torentfernung nur knapp links neben das Münsteraner Gehäuse. Die Gastgeber kamen fast im Gegenzug durch Luke Hemmerich nach Flanke von Marvin Thiel und Kopfballablage von Gerrit Wegkamp zu einem Torabschluss aus elf Metern. Da Hemmerich den Ball nicht richtig traf, ging dieser weit neben das Gehäuse von Sebastian Patzler, der eine ruhige erste Halbzeit verbrachte. Vor 4.778 Zuschauern, darunter etwa 400 WSV-Anhängern, wurden torlos die Seiten gewechselt.

Nach dem Wechsel ging es ähnlich weiter. Der WSV stand sehr kompakt und den Gastgebern fehlten - bis auf Standardsituationen - die Ideen, um torgefährlich zu werden. Alexander Langlitz verpasste nach Einwurf und Kopfballverlängerung knapp per Kopf (54.). In der 65. Spielminute lag der Ball dann einmal im Tor von Münsters Maximilian Schulze Niehues, nachdem Kevin Hagemann ihn aus zehn Metern versenkt hatte. Doch "Hage" hatte die Kugel zuvor an die Hand bekommen, weswegen dem Treffer die Anerkennung durch Schiedsrichter Marc Jäger versagt wurde. Danach die größte Tormöglichkeit des gesamten Spiels: Semir Saric versetzte mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler und schlenzte anschließend halblinks vom Strafraumeck auf das Tor der Gastgeber. Der Ball, der Richtung Toreck des zweiten Pfostens flog, wäre sehr gefährlich geworden, doch Schulze Niehues konnte mit einer Glanzparade zur Ecke klären. In der 72. Minute schließlich noch einmal die Gastgeber, als Nicolai Romberg mit einem Flachschuss Sebastian Patzler prüfte, der den Ball aber noch um den Pfosten lenken konnte. Bis zum Schlusspfiff schenkten sich beide Mannschaften auf dem Rasen nichts. Nach zwei Minuten Nachspielzeit endete das Spiel 0:0-Unentschieden.

Der WSV bleibt auch im fünften Auswärtsspiel der laufenden Saison ungeschlagen und reist mit einem leistungsgerechten 0:0 zurück ins Tal. Heute konnte man die Entwicklung der Mannschaft von Björn Mehnert gut beobachten, die einen weiteren Schritt nach vorne gemacht hat.

Kevin Rodrigues Pires sah das Spiel an alter Wirkungsstätte wie folgt: „Wir sind sehr, sehr gut reingekommen und haben Münster direkt unter Druck gesetzt. Sie haben über die gesamten 90 Minuten keine spielerische Lösung gegen uns gefunden. Jeden Ball haben sie lang gespielt und sind nur auf die zweiten Bälle gegangen. In der zweiten Halbzeit habe ich uns auch näher an einem eigenen Tor gesehen. Klar hat Münster zum Schluss auch noch einmal alles versucht, schließlich hatten sie ein Heimspiel. Den Punkt nehmen wir gerne mit und wollen nun am Mittwoch im Pokal eine Runde weiterkommen.“

In der 77. Minute musste Kevin Hagemann nach Foulspiel gegen ihn verletzt vom Platz. „Es war ein sehr intensives Spiel bei hohen Temperaturen und drückendem Wetter. Beide Mannschaften können am Ende gut mit dem einen Punkt leben. Was ich genau habe, kann ich noch nicht sagen und muss abwarten. Ich hatte das Gefühl, umgeknickt zu sein", so „Hage“ zum Spiel und seinem Ausscheiden.

Torhüter Sebastian Patzler verbrachte eigentlich einen geruhsamen Nachmittag im Preußenstadion und sah das Spiel so: „Es ist ein verdienter Punktgewinn für uns. Mit etwas mehr Glück hätten sowohl Münster als auch wir das Spiel für sich entscheiden können. Wir haben über 90 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht, sowohl individuell als auch als Mannschaft. Über unsere Leistung sind wir froh und glücklich. Ich hoffe, dass wir darauf in den kommenden Wochen weiter aufbauen können und werden.“

Das Fazit von  Roman Prokoph fiel wie folgt aus: „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht. Es war ein Spitzenspiel. Uns muss bewusst sein, dass ein Tor hier zu drei Punkten reichen würde. Das haben wir ein wenig vermissen lassen im letzten Drittel. Nichtsdestotrotz wussten wir, dass Münster körperlich sehr stark ist und besonders bei Standardsituationen seine Stärken hat. Wir nehmen jetzt aber den Punkt mit und sind seit mehreren Spielen ungeschlagen. Gegen Schalke holen wir die drei Punkte wieder für uns."

Innenverteidiger Noah Salau sah eine Partie mit viel Einsatz: „Es war ein sehr kampfbetontes Spiel. Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften sehr viel Qualität haben. Wir haben gut Fußball gespielt. Leider hat es am Ende nicht für ein Tor gereicht, aber wir haben dagegengehalten und mutig nach vorne gespielt. Mit ein klein bisschen mehr Wille hätten wir die eigenen Chancen noch besser ausspielen und ein Tor erzielen können. Am Ende ist es aber ein verdienter Punkt und wir gehen positiv in die nächsten Spiele. Zunächst konzentrieren wir uns auf den Pokal - da ist es das Wichtigste, eine Runde weiterzukommen, danach gucken wir auf Schalke."

Kevin Pytlik schloss sich seinen Mitspielern an: „In Münster einen Punkt zu holen und kein Gegentor zu kassieren ist natürlich super, auch für mich als Verteidiger. Mit ein bisschen mehr Glück machen wir hier ein Tor, mit ein bisschen mehr Glück aus ihrer Sicht aber auch Münster. Deswegen ist der Punkt, glaube ich, in Ordnung. Wir bleiben erneut ungeschlagen, unsere Serie führt sich fort. Ich bin zufrieden, wir haben ein gutes Spiel gemacht, darauf können wir aufbauen. Im nächsten Spiel wollen wir wieder für drei Punkte spielen. Man muss den Punkt aber schätzen, den wir hier geholt haben. Das ist in Münster nicht einfach." Zu seiner gelben Karte: „Ich muss nur das Tempo aufnehmen, komme leider einen Moment zu spät. Daran werde ich arbeiten. Trotzdem habe ich das Spiel gut beendet und bin nicht vom Platz geflogen." Zu den nächsten Spielen: „Den Pokalgegner darf man nicht unterschätzen, aber man muss sich auch nicht kleiner machen. Wir wollen natürlich weiterkommen. Grundsätzlich wollen wir zu Hause jede Mannschaft schlagen und drei Punkte holen."

Mannschaftskapitän Felix Backszat: „Ein sehr intensives Spiel. Auf beiden Seiten gab es Chancen. Ich hatte das Gefühl, dass wir in der zweiten Halbzeit etwas Übergewicht hatten. Ein paar Räume hätten wir besser und zielstrebiger nutzen können. Mit einem Tor hätten wir vielleicht einen dreckigen Sieg mitnehmen können. Aber das zeigt, dass wir als Mannschaft definitiv auf Augenhöhe sind."

Am kommenden Mittwoch geht es in der 1. Runde des Niederrheinpokals im Stadion am Zoo gegen Bezirksligist VfL Viktoria Jüchen-Garzweiler weiter. Anstoß ist um 19:30 Uhr.

Aufstellung SC Preußen Münster: 

35 Maximilian Schulze Niehaus – 17 Luke Hemmerich (69. 32 Henok Teklab), 5 Julian Schauerte (90.+1 40 Robin Ziegele), 15 Simon Scherder, 30 Marcel Hoffmeier, 13 Marvin Thiel –21 Nicolai Remberg, 25 Gerrit Wegkamp (78. 26 Deniz-Fabian Bindemann), 14 Joshua Holtby - 23 Alexander Langlitz (63. 8 Jules Schwadorf), 9 Jan Dahlke

Trainer: Sascha Hildmann

Aufstellung Wuppertaler SV: 

1 Sebastian Patzler - 4 Philipp Hanke, 27 Kevin Pytlik, 25 Lion Schweers, 21 Noah Salau, 33 Niklas Heidemann - 5 Felix Backszat, 10 Kevin Rodrigues Pires (90.+1 23 Phillip Aboagye), 7 Semir Saric, 9 Kevin Hagemann (77. 11 Xhuljo Tabaku) - 18 Roman Prokoph (62. 48 Marco Königs)

Trainer: Björn Mehnert

Stadion: Preußenstadion

Zuschauer: 4.778 (400 WSV-Anhänger)

Tore: keine

Gelbe Karten: Holtby (83.), Hoffmeier (89.) – Schweers (8.), Pytlik (17.), Heidemann (59.)

Ecken: 7:7

Schiedsrichter: Marc Jäger / Assistenten: Sven Landgraf, Marvin Knoll

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

Preußen Münster - WSV | Regionalliga 21/22

Fotos von: Benjamin Lenz

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