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Donnerstag, 14.10.2021 -

1. Mannschaft

„Das Stadion ist der Wahnsinn“

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit Neuzugang Moritz Montag

Dass die Wuppertaler Verantwortlichen im Sommer mit Moritz Montag nicht nur einen gut ausgebildeten Spieler aus der Düsseldorfer Reserve ins Tal geholt haben, sondern dazu noch einen absoluten Publikumsliebling, bestätigten am Rande der Regionalliga-Partie der Rot-Blauen im Paul-Janes-Stadion nicht wenige Heimfans nur all zu gerne. Immerhin hat der Rechtsverteidiger bei der Fortuna seit seinem 15. Lebensjahr alle Jugendmannschaften durchlaufen. Doch nach acht Jahren war dort Schluss. „Ich brauchte einen Tapetenwechsel“, sagt der 23-Jährige.

Bei Fortunas Zweiter Stammspieler, hat Montag beim Wuppertaler Sportverein starke Konkurrenz auf der Position des Rechten Verteidigers und liefert sich seit der Saisonvorbereitung einen Zweikampf mit Philipp Hanke. Ein Konkurrenzdruck, den Montag aus dem Jugendbereich so nicht kannte: „Ich war in den vergangenen Jahren gesetzt, wenn ich fit war, habe dann immer gespielt. Aber an Konkurrenzkämpfen wächst man“, erzählt der Rechtsfuß. Deshalb fühlt er sich beim WSV auch so richtig wohl, er kann sich hier als Spieler weiterentwickeln. Denn: „Es ist schon anderer Fußball, es ist alles teambezogener. Ich habe jetzt noch mehr erfahrene Mitspieler, von denen ich lernen kann, wie Roman Prokoph, Marco Königs, Kevin Pires Rodrigues, Felix Backszat oder auch Sebastian Patzler.“ Und ganz speziell von Philipp Hankes Erfahrung profitiere er, sagt Montag. Der Teamgedanke ist für Momo, wie Moritz Montag auch genannt wird, beim WSV übrigens einer der größten Unterschiede zum U23-Bereich. Ein weiterer Unterschied: „Es ist körperlich robuster und es geht alles immer etwas schneller.“

Die Eingewöhnung in den „richtigen Männerfußball“ aber läuft bestens: „Ich wurde von Tag eins an gut aufgenommen und habe mich überragend eingelebt. Ich hatte Glück, dass ich Kevin Hagemann und Sebastian Patzler aus Düsseldorf schon kannte“, erzählt der 1998 geborene Kölner, der von der Rheinmetropole ins Tal pendelt und dabei ebenfalls aufs Team zählen kann – in Form einer Fahrgemeinschaft mit Roman Prokoph und Felix Backszat. „Wir treffen uns bei mir und fahren zu dritt weiter. Dabei wechseln wir uns immer ab. Das spart Sprit und man ist nicht alleine unterwegs“, berichtet der Rechtsfuß.

Ein Kölner in Düsseldorf

Am Anfang seiner Fußballlaufbahn musste Moritz Montag noch nicht mit dem Auto zum Training fahren, da spielte unsere Nummer 2 nämlich zunächst in seinem Heimatstadtteil in Köln-Worringen. Danach ging es zum TSV Bayer Dormagen, dort blieb sein Talent nicht unentdeckt und mit 15 ging es dann eben zur Fortuna nach Düsseldorf. Und nicht nur auf dem Platz mit dem Bundesliganachwuchs lief es gut für den 1,78 Meter großen Verteidiger: „Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik, die ich angefangen hatte, während ich in der U16 war.“ Zwei Jahre arbeitete er als Teilzeitkraft in dem Bereich, begann dann noch eine Weiterbildung Technischen Systemplaner, die er derzeit noch absolviert.

„Ich habe für mein Ziele schon viel investiert“, sagt Montag. Während andere Jugendliche in seinem Alter nach der Berufsschule frei hatten oder am Wochenende feiern gingen, hatte er noch Training oder am nächsten Tag halt ein Spiel. Das sei schon manchmal nicht leicht gewesen, erinnert er sich. Aber trotz aller Disziplin, die immer im Vordergrund steht: „Mein 16. Geburtstag fiel auf einen Spieltag, aber zufällig hatten ausgerechnet wir spielfrei. Das habe ich dann direkt einmal richtig ausgenutzt.“ Eigentlich sei er aber „nicht so der Feiertyp“, der Fußball stehe immer im Vordergrund. Das wisse auch seine Familie und habe ihn immer unterstützt. „Ohne meine Familie hätte das alles nicht funktioniert, vor allem die Ausbildung nicht“, sagt Montag und verrät, dass seine Eltern bis heute so viele Spiele wie möglich von ihm verfolgen.

Und da sollen die Eltern so viele Siege wie möglich sehen: Mit seinem neuen Team möchte der Rheinländer nicht im Nirgendwo der Tabelle landen: „Das Ziel mit der Mannschaft ist es, solange wie möglich oben mitzuspielen. Die Mannschaft hat ein unglaubliches Potenzial, nicht nur die erste Elf, sondern auch in der Breite. Da können wir fast jeden Spieler eins zu eins ersetzen. Ich glaube schon, dass wir eine gute Rolle spielen können. Ich habe mir als Ziel die Top 5 gesetzt. Und das ist realistisch, wenn wir unser gesamtes Potenzial abrufen.“

Ziel ist ein Stammplatz beim WSV

Aber nicht nur die Mannschaft überzeugt Moritz Montag: „Das Stadion ist der Wahnsinn. Es ist etwas vollkommen anderes, wenn man da von den Fans nach vorne gepusht wird. Das macht natürlich auch Spaß, dafür spielt man Fußball und trainiert sein ganzes Leben. Und am Ende ist es der Support der Fans, der es uns möglich macht, noch ein paar Prozentpunkte obendrauf zu legen.“ Für den WSV und für sich selbst hat er sich für die kommende Zeit also einiges vorgenommen. Irgendwann einmal 2. Bundesliga spielen, das könnte sich Moritz Montag durchaus vorstellen. „Mein aktuelles Ziel ist aber erst einmal, mir einen Stammplatz zu erobern.“

Es scheint so, als würde es für Moritz Montag nur der richtigen Motivation bedürfen, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Schlägt das Herz des gebürtigen Kölners selbstverständlich für den Effzeh, habe er laut seiner Eltern gegen die Teams des 1. FC Köln in der Jugend-Bundesliga oder der Regionalliga seine besten Spiele gemacht. „Das war immer noch ein extra Schub Motivation, den ich abrufen konnte“, erklärt er. Montags Lieblingsspieler spielte allerdings nie für den „Effzeh“, sondern bei sämtlichen Vereinen, die für Jahr zu Jahr in der „Königsklasse“ vertreten sind. So ist „Momo“ ein Fan von Christiano Ronaldo und Dani Alves, der ebenfalls rechter Verteidiger ist. „Man soll sich ja immer an den besten orientieren“, sagt Montag über seine beiden Vorbilder.

Wir bedanken uns bei Moritz Montag für die genommene Zeit, wünschen ihm für die Zukunft auf und neben dem Platz nur das Beste, dass all seine Wünsche in Erfüllung gehen, sowie weiter viel Spaß bei uns im Stadion am Zoo!

Quelle: neunzehn54

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