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Dez
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WSV
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Samstag, 16.10.2021 -

1. Mannschaft

1:1 im Verfolgerduell gegen RWO

In einem Spiel auf Augenhöhe reicht das 1:0 durch Semir Saric nicht zum Sieg

Am 12. Spieltag der Regionalliga West empfing der Wuppertaler SV am heutigen Nachmittag den SC Rot-Weiß Oberhausen zum Verfolgerduell im Stadion am Zoo. Der Tabellenzweite WSV (22 Punkte aus 11 Spielen) und der Tabellendritte RWO (21 Zähler aus 10 Partien) waren bislang nahezu im Gleichschritt unterwegs: Beide Teams hatten seit acht Ligaspielen nicht mehr verloren und in der Saison 2021/22 überhaupt nur einmal als Verlierer den Platz verlassen müssen.

Trainer Björn Mehnert nahm im Vergleich zum 2:2 beim SV Lippstadt zwei Änderungen in der Startelf vor: Kevin Pytlik kehrte nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück. Da nunmehr Lion Schweers aufgrund seiner Roten Karte vom 11. Spieltag fehlte, lief weiterhin Durim Berisha in der Dreierkette auf. Phillip Aboagye wurde für seinen starken Pokalauftritt gegen den SC Werden-Heidhausen mit drei erzielten Toren belohnt und stand auch heute in der Startformation. Für ihn nahm Marco Königs zu Beginn auf der Bank Platz.

Der WSV begann elanvoll, hatte in den ersten 20 Minuten mehr Ballbesitz und versuchte immer wieder, mit schnellen Kombinationen am gegnerischen Sechzehner gefährlich zu werden. Ein Abschluss von Roman Prokoph aus halblinker Position im Strafraum landete zentral in den Armen von Justin Heekeren und stellte den Oberhausener Keeper vor keine größeren Probleme (10. Minute). Anders sieben Minuten später: Semir Saric griff über die rechte Seite an, legte im Sechzehner ab auf Phillip Aboagye und dessen Flachschuss in Richtung linke untere Torecke konnte Heekeren noch so gerade mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken.

Nach etwa 20 Minuten glichen sich die Spielanteile mehr und mehr aus und in der Folge gab es Torchancen auf beiden Seiten. In der 23. Minute rutschte eine Kopfballverlängerung zu Nils Winter durch, der am linken Pfosten stehend aus spitzem Winkel den Ball nicht richtig traf, sodass dieser ans Außennetz ging, während Sebastian Patzler nicht eingreifen musste. Vier Minuten später ging Semir Saric im Strafraum gegen seinen Gegenspieler ins Dribbling, der Abpraller fiel Roman Prokoph vor die Füße, der sofort abzog, aber in Justin Heekeren seinen Meister fand, der den Ball per Glanzparade um den Pfosten lenkte. Auf der Gegenseite konnte sich auch Sebastian Patzler auszeichnen, der einen Schuss von Oberhausens Toptorjäger Sven Kreyer abwehrte, während Kevin Pytlik den von Patzler abgelenkten Ball im letzten Moment von der Linie kratzte (29.). Sieben Minuten später war Sebastian Patzler bei einem Schuss von Shaibou Oubeyapwa erneut auf dem Posten. Erst in den letzten Minuten der ersten Halbzeit beruhigte sich die Begegnung ein wenig, sodass es in einem spielerisch und kämpferisch gutklassigen Regionalligaspiel, in dem beide Mannschaften Möglichkeiten für einen Treffer hatten, torlos in die Pause ging.

Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts ersetzte Moritz Montag Niklas Heidemann, der verletzt in der Kabine bleiben musste. Der WSV startete mit einem echten Paukenschlag - nämlich dem Führungstreffer: Phillip Aboagye setzte sich über den rechten Flügel im Laufduell gegen seinen Gegenspieler durch, passte flach in die Mitte, wo Semir Saric frei vor Justin Heekeren die Nerven behielt und eiskalt vollstreckte - 1:0 (50.). In der 55. Minute musste auch Kevin Rodriguges Pires verletzt das Spielfeld verlassen - für ihn kam Dominik Bilogrevic in die Partie. Die Qualität der Torraumszenen nahm im Vergleich zu den ersten 45 Minuten nun etwas ab, die Begegnung blieb jedoch jederzeit spannend, da beide Mannschaften mit großer Leidenschaft zu Werke gingen. Sebastian Patzler hielt einen Fernschuss der Gäste (64.), ein weiterer Abschluss ging abgefälscht links am WSV-Tor vorbei (66.).

RWO erhöhte mit fortlaufender Uhr immer mehr den Druck, um zum Ausgleich zu kommen, während Rot-Blau in Umschaltmomenten die Entscheidung suchte - so auch in der 76. Minute: Moritz Montag und Phillip Aboagye liefen in einem 2-gegen-1-Konter in Richtung Gästetor, doch Montag blieb an seinem Gegenspieler hängen, sodass die Situation verpuffte. Wenig später kam RWO zum Ausgleich: Maik Odenthal nahm nach einem abgewehrten Eckball von der Strafraumkante Maß und liess Sebastian Patzler mit einem satten Schuss keine Chance - 1:1 (79.). Oberhausen spielte nun sogar auf Sieg, doch der WSV hielt bis zum Schlusspfiff voll dagegen. Bis auf einen etwas verunglückten Schuss des eingewechselten Kingsley Sarpei ans Außennetz (88.) ergaben sich jedoch auf beiden Seiten keine weiteren nennenswerten Abschlüsse mehr.

Am Ende trennten sich der WSV und RWO somit in einem intensiven, leidenschaftlichen Regionalligaspiel auf Augenhöhe leistungsgerecht 1:1-Unentschieden. Dass Rot-Blau in einer offenen ersten Halbzeit mehr Spielanteilte, aber Oberhausen im Verlauf der zweiten 45 Minuten das Heft des Handelns immer mehr in die Hand genommen hatte, spiegelte sich auch in der Tatsache wieder, dass sich die zwischenzeitliche Eckenbilanz von 4:0 am Ende in ein 4:9 gewandelt hatte. Durch das Unentschieden bleibt der WSV auf Rang 2 der Regionalliga West.

Ein Unentschieden, mit dem Mannschaftskapitän Felix Backszat nicht zufrieden war: "Wir lagen wieder lange in Führung, von daher fühlt es sich nach zwei verlorenen Punkten an. Ein in der ersten Halbzeit offen geführtes Spiel haben wir auf unsere Seite gezogen und es leider zum wiederholten Male nicht geschafft, die Führung auszubauen oder das 1:0 über die Runden zu bringen." Bis auf das Spiel gegen RWE lag der WSV in der gesamten Saison nie in Rückstand, was Felix zu folgender Feststellung führte: "Die Liga zeigt, wie eng es zugeht. Wenn man dann ein Tor zur Führung erzielt, muss man sich bewusst sein, dass dieses auch verteidigt werden muss, um die drei Punkte mitzunehmen." Auf das Spiel in der kommenden Woche bei Abstiegskandidat Uerdingen blickt unsere Nummer 5 wie folgt voraus: "Wir haben einen Anspruch an uns selbst - völlig egal, auf welchem Tabellenplatz wir stehen oder wer vor uns oder hinter uns steht. Wir wollen für uns die Ergebnisse einfahren. Dazu gehört dann natürlich auch, nächste Woche gegen Uerdingen unsere Leistung zu bestätigen und zu zeigen, dass wir zurecht gerade dort stehen, wo wir stehen." Unter der Woche wurde "Backa" im Pokal angeschlagen ausgewechselt und kehrte erst am Freitag wieder ins Mannschaftstraining zurück. Nachdem er heute das gesamte Spiel durchgehalten und wie gewohnt viele Akzente gesetzt hatte, wollten wir wissen, ob er noch unter Beeinträchtigungen litt: "Die gab es schon, waren aber überschaubar, sonst hätte ich es nicht gemacht. Ich war im Stande, meine Leistung abzurufen." In den Schlussminuten wäre unser Mittelfeldspieler bei einem Konter fast noch in eine gute Position gekommen, doch die Flanke auf ihn geriet zu lang: "Wenn man Glück hat, rutscht der Ball richtig durch, aber kein Vorwurf an dieser Stelle nach so einem intensiven Spiel."

Verteidiger Kevin Pytlik zog nach dem Spiel folgendes Fazit: "Wenn ich versuche, mich in den Zuschauer hineinzuversetzen, war es sicherlich ein ordentliches Regionalligaspiel und am Ende ein gerechtes Unentschieden. Trotzdem hätten wir nach unserer 1:0-Führung den Deckel draufmachen können, bevor wir durch einen Standard den Ausgleich bekommen. Wir standen im Verlauf der zweiten Halbzeit etwas zu tief, es ist aber auch schwierig gegen eine gute Mannschaft wie Oberhausen. Nichtsdestotrotz sind wir jetzt lange ungeschlagen und nehmen auch aus dieser Partie das Positive mit."

Am 13. Spieltag der Regionalliga West trifft unsere Mannschaft in einer Woche (Samstag, 23. Oktober 2021) auf den KFC Uerdingen. Anstoß im Stadion Velbert ist um 14:00 Uhr.

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Sebastian Patzler - 27 Kevin Pytlik, 22 Durim Berisha, 21 Noah Salau - 14 Philipp Hanke, 5 Felix Backszat, 10 Kevin Rodrigues-Pires (55. 26 Dominik Bilogrevic), 33 Niklas Heidemann (46. 2 Moritz Montag) - 7 Semir Saric, 23 Phillip Aboagye (77. 29 Kingley Sarpei) - 18 Roman Prokoph (70. 48 Marco Königs)

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung Rot-Weiß Oberhausen:

1 Justin Heekeren - 30 Nils Winter, 5 Tim Stappmann, 16 Adam Lenges (62. 18 Hüseyin Bulut), 3 Pierre Fassnacht - 4 Jerome Propheter, 15 Maik Odenthal, 10 Shaibou Oubeyapwa, 6 Fabian Holthaus (75. 13 Nico Buckmaier), 17 Tugrul Erat (78. 19 Vincent Boesen) - 11 Sven Kreyer

Trainer: Mike Terranova

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 2.639

Tore: 1:0 Saric (50.), 1:1 Odenthal (79.)

Gelbe Karten: Backszat (6.), Aboagye (45.+1), Königs (85.), Pytlik (86.), Bilogrevic (90.+4) - Propheter (48.), Stappmann (69.), Winter (90.+1)

Ecken: 4:9

Schiedsrichter: Niklas Dardenne / Assistenten: Francisco Lahora Chulian, Lukas Fischer

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

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