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Samstag, 27.11.2021 -

1. Mannschaft

2:1-Sieg gegen Lotte nach großem Kampf in Unterzahl

Semir Saric und Marco Königs treffen, der WSV spielt die komplette 2. Halbzeit mit 10 Mann

Am 18. Spieltag der Regionalliga West empfing der WSV im heimischen Stadion am Zoo die Sportfreunde Lotte. Die Ausgangslage vor der Partie war vermeintlich klar: Der Tabellendritte Wuppertaler SV war zuvor seit 14 Ligaspielen ungeschlagen und die letzten fünf Begegnungen ohne Gegentor geblieben. Den Sportfreunden Lotte war als Tabellenachtzehnter in acht Auswärtspartien der Saison bislang noch kein einziger Punkt gelungen, bei einem Torverhältnis von 3:21. Cheftrainer Björn Mehnert nahm im Vergleich zum Gladbach-Spiel vor einer Woche drei personelle Änderungen in der Startelf vor: Niklas Heidemann und Felix Backszat kehrten ins Team zurück - für sie blieben Philipp Hanke (5. gelbe Karte) und Dominik Bilogrevic (Rotsperre) draußen. Zudem spielte Kingsley Sarpei anstelle von Roman Prokoph.

Beide Teams gingen von Beginn an engagiert zu Werke, der WSV wirkte dabei zunächst etwas gefährlicher als der Gast. So hatte Rot-Blau auch die beste Chance der Anfangsphase: In der 10. Minute wurde Kingsley Sarpei von Kevin Rodrigues Pires über rechts steil geschickt, legte im Strafraum quer, doch ein Lotter Abwehrspieler konnte im letzten Moment vor dem im Zentrum einlaufenden Marco Königs zur Ecke klären. Beim anschließenden Eckball fiel die Kopfballabwehr Moritz Montag vor die Füße, der 17 Meter vor dem Tor aus der zweiten Reihe abzog, doch Gästekeeper Michael Luyambula konnte den Ball mit den Fingerspitzen noch so gerade um den Pfosten lenken. Auch bei dem nächsten Eckball brannte es im Gästestrafraum zunächst lichterloh, ehe der Ball geklärt werden konnte. Als der WSV nun immer stärker wurde, fiel folgerichtig die Führung: Kevin Pytlik setzte aus dem Mittelfeld Kingsley Sarpei in Szene, der sich über rechts an der Grundlinie stark gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und mit Übersicht in die Mitte auf Semir Saric ablegte, der nahezu mühelos vollendete - 1:0 (16.). Doch nun kamen auch die Sportfreunde gefährlich vor das WSV-Tor. In der 20. Minute entschied Schiedsrichter Tobias Severins auf indirekten Freistoß im Strafraum, weil Felix Backszat den Ball im Laufduell mit seinem Gegenspieler aus Sicht des Unparteiischen absichtlich zu Sebastian Patzler gespielt und dieser ihn mit den Händen aufgenommen hatte - doch unsere Nummer 1 hielt den von Adrian Goransch ausgeführten Freistoß aus 12 Metern mit einer Glanzparade. Wenige Minuten später fiel dann doch der Ausgleich: Nach einer Ecke bekam der WSV den Ball nicht weg und am Ende fand die Kugel den Kopf von Dominik Minz, der Sebastian Patzler keine Chance ließ - 1:1 (24.). Die Mannschaft von Björn Mehnert zeigte eine bemerkenswerte Reaktion und suchte postwendend den Weg vor das gegnerische Tor. Semir Saric behauptete den Ball im Gästestrafraum, legte kurz vor dem heranrauschenden Abwehrspieler ab auf Marco Königs und unser Torjäger traf zur erneuten Führung - 2:1 (28.). Beide Mannschaften kamen bis zum Halbzeitpfiff noch vereinzelt vor das gegnerische Tor. Moritz Montag zielte mit einem Schuss auf das lange Eck knapp vorbei (30.) und Gästekeeper Michael Luyambula hielt einen Kopfball von Marco Königs nach Flanke von Semir Saric (32.). Auf der Gegenseite war Sebastian Patzler bei einem Abschluss von Emre Aydinel auf dem Posten (42.). Erst kurz vor der Pause gab es den nächsten großen Aufreger: Schiedsrichter Tobias Severins zeigte dem bereits verwarnten Semir Saric nach einem Zweikampf im Mittelfeld die gelb-rote Karte (44.), sodass der WSV mit 2:1-Führung und in Unterzahl in die Kabinen ging.

In den zweiten 45 Minuten sahen die 978 Zuschauer im Stadion am Zoo dann mit 10 gegen 11 ein anderes Spiel. Der WSV verteidigte im 5-3-1-System kompakt und lauerte auf Konter - zunächst mit Marco Königs als einziger Sturmspitze, während Kingsley Sarpei weiter ins Mittelfeld gezogen wurde, später sollten die eingewechselten Phillip Aboagye (für Kingsley Sarpei) sowie Roman Prokoph (für Marco Königs) für die nötige Entlastung sorgen. Die Rot-Blauen warfen sich in jeden Zweikampf und verteidigten die Führung mit großem Kampf und Einsatz, was die Zuschauer immer wieder zu Szenenapplaus animierte. So wurden die Sportfreunde Lotte nahezu über die gesamten zweiten 45 Minuten vom eigenen Tor ferngehalten und keine einzige wirklich gefährliche Torchance zugelassen. Auf schwierigen Platzverhältnissen und in Unterzahl spielte der WSV seine Kontermöglichkeiten aber nicht präzise genug aus, um seinerseits zum dritten Treffer zu kommen. So sahen die Zuschauer in der zweiten Halbzeit bis zum Ende der zweiminütigen Nachspielzeit einen Abnutzungskampf ohne nennenswerte Torchancen.

Durch den unter dem Strich verdienten 2:1-Sieg gegen die Sportfreunde Lotte - nach einer ersten Halbzeit mit Chancenplus und einer zweiten Halbzeit, in der man in Unterzahl nichts Nennenswertes zugelassen hatte - fuhr der WSV den elften Saisonsieg ein und steht mit nunmehr 39 Punkten weiterhin auf dem dritten Tabellenplatz.

Mannschaftskapitän Felix Backszat, der nach überstandener Krankheit wieder auf dem Platz stand, zog nach dem Schlusspfiff folgendes Fazit: "Wir sind in den ersten Minuten gut ins Spiel reingekommen, konnten unseren Druck aufbauen, hatten dann aber zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, was unseren Gegner immer wieder eingeladen hat, um zu kontern. Das Spiel der Lotter war natürlich auch darauf ausgelegt. So kam dann die eine oder andere gefährliche Situation gegen uns zustande. Wir machen trotzdem das 1:0 und kriegen dann nach einer blöden Aktion den Ausgleichstreffer. Für unseren Spielverlauf war es aber super, dass wir direkt wieder mit 2:1 in Führung gehen konnten. Von daher hatten wir immerhin das Glück einer Führung, als Semir kurz vor der Pause die gelb-rote Karte bekommen hat." Wie sah unsere Nummer 5 die Entscheidung? "Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte der Schiedsrichter bei der ersten Aktion von "Sema" nicht gleich die gelbe Karte ziehen müssen, wie auch beim indirekten Freistoß zuvor in der ersten Halbzeit, als ich einen vermeintlichen Rückpass auf "Patze" gespielt haben soll, wo aus meiner Sicht auch das Fingerspitzengefühl fehlte. So waren wir dann natürlich eine lange Zeit in Unterzahl." In Sebastian Patzler sah "Backa" auch heute wieder einen starken Rückhalt: "Den indirekten Freistoß hat er ganz stark pariert und hatte auch danach die eine oder andere gute Aktion. Wie wir aber insgesamt als Mannschaft im Kollektiv verteidigt haben, das war einfach top. Auf diese Art und Weise kann man dann auch einmal bis zu einem gewissen Punkt eine Unterzahl verkraften. Es war sicherlich sehr anstrengend und intensiv - und es kann bei so einem knappen Spielstand auch immer mal einer durchrutschen.“

Angreifer Kingsley Sarpei, der den 1:0-Führungstreffer des WSV ganz stark vorbereitet hatte, beschrieb die Szene wie folgt: "Ich habe einen tollen Pass von Kevin Pytlik bekommen, dem ich auf der rechten Seite nachgegangen bin. Ich hatte ein gutes Eins-zu-Eins gegen meinen Gegenspieler und bin an diesem vorbei. Dann habe ich gesehen, dass Semir aus dem Rückraum kam. Da er mir ebenfalls schon vorgelegt hatte und meinte, ich könne ihm auch mal einen auflegen, habe ich das einfach gemacht." Noch in der Schlussphase der ersten Halbzeit musste der Torschütze dann mit Ampelkarte vom Platz, was unsere Nummer 29 wie folgt bewertete: "Das war schon sehr unglücklich. Bei seiner ersten gelben Karte hat er sich den Ball aufgrund des schwierigen Platzes etwas zu weit vorgelegt. Dann direkt für seine zweite Aktion vom Platz zu fliegen, das ist schon sehr hart vom Schiedsrichter gewesen."

Weiter geht es in der Liga am nächsten Samstag, den 04.12.2021, beim FC Wegberg-Beeck. Anstoß im Waldstadion Beeck ist wie gewohnt um 14:00 Uhr.

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Sebastian Patzler - 2 Moritz Montag, 27 Kevin Pytlik, 25 Lion Schweers, 22 Durim Berisha, 33 Niklas Heidemann - 5 Felix Backszat, 10 Kevin Rodrigues-Pires, 7 Semir Saric - 29 Kingsley Sarpei (62. 23 Phillip Aboagye), 48 Marco Königs (78. 18 Roman Prokoph)

Trainer: Björn Mehnert

Aufstellung Sportfreunde Lotte:

24 Michael Ngemba Luyambula - 11 Dominique Domröse, 6 Timo Brauer, 5 Dominic Minz, 4 Luis Allmeroth, 31 Adrian Goransch (63. 9 Nils Stettin) - 13 Karam Han, 8 Muhammed Emir Terzi - 7 Emre Sabri Aydinel (73. 29 Tyson Richter), 23 Exauce Andzouana (80. 16 Niklas Determann), 10 Cedric Euschen

Trainer: Andy Steinmann

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: 978

Tore: 1:0 Saric (16.), 1:1 Minz (24.), 2:1 Königs (28.)

Gelbe Karten: Saric (21.) - Goransch (50.), Richter (90.+1)

Gelb-Rote Karte: Saric (44.)

Ecken: 4:3

Schiedsrichter: Tobias Severins / Assistenten: Waldemar Stor, Jonathan Lautz

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

WSV - SF Lotte | Regionalliga 21/22

Fotos von: Benjamin Lenz

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