MENÜ
29
Jan
WSV
14:00
SVS
Anzeige
Donnerstag, 02.12.2021 -

1. Mannschaft

„Ich habe mich schnell wieder sehr wohlgefühlt beim WSV“

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit Rückkehrer Niklas Heidemann

Nach drei Jahren in Münster ist Niklas Heidemann zur Saison 2021/22 zum WSV zurückgekehrt. Seitdem ist der 26-Jährige auf der linken Außenbahn gesetzt. Im Sommer stieg er zudem in den Familienbetrieb in Schwerte ein. Die neunzehn54-Redaktion hat sich mit ihm für Ausgabe 6 des WSV-Stadionmagazins über seine Zeit in Münster und seine Rückkehr nach Wuppertal unterhalten.

Niklas, du bist 2018 vom WSV nach zwei erfolgreichen Jahren zu Preußen Münster in die dritte Liga gewechselt. Wie ist es dir dort ergangen?

Die Jahre in Wuppertal waren mit einer wirklich coolen Truppe sehr schön. Es war dann natürlich toll, dass ich mich in der Zeit so gut entwickelt habe, dass ich den Sprung in den Profibereich geschafft habe. In Münster in der dritten Liga zu spielen, war für mich eine ganz neue Erfahrung. Zum Glück kannte ich den Verein, das Stadion und das ganze Drumherum schon, da ich dort in der U16 und U17 gespielt habe. Es lief dann von Anfang an sehr gut für mich, da ich mir schon in der Sommervorbereitung einen Stammplatz erkämpfen konnte. Für mich war alles neu und viel größer als in der Regionalliga. In der ersten Saison haben die Fans uns überall unterstützt und die Stimmung war sehr gut. Wir hatten geile Spiele wie das Derby gegen Osnabrück vor 16.000 Zuschauern an der Bremer Brücke. Am Betzenberg in Kaiserslautern vor 25.000 oder in Rostock vor 15.000 Zuschauern ging es auch richtig ab. Trotz des Abstiegs im zweiten Jahr hatte ich in den drei Jahren eine sehr schöne Zeit und viel Spaß.

Ist dir die Umstellung aus sportlicher Sicht nicht schwergefallen?

In der dritten Liga wird einem in allen Bereichen noch ein bisschen mehr abverlangt - bei der Technik, der Taktik, der Spielgeschwindigkeit oder auch der Physis. Klar muss man sich da anpassen, aber ich hatte den Sprung in der Sommervorbereitung ganz gut geschafft.

Wolltest du nach dem Abschied aus Münster nicht weiter in der dritten Liga spielen?

Wir haben in Schwerte einen Familienbetrieb mit 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nach dem Abitur habe ich bewusst mit meinem Bruder die Entscheidung getroffen, die Nachfolge in der Firma stemmen zu wollen. Der erste Schritt war dann das Studium zum Versorgungstechniker, das ich parallel zum Fußballer-Alltag beim WSV absolviert habe. Es war dann eine glückliche Fügung, dass ich genau beim Schritt zu Preußen Münster mein Studium beendet hatte und mich dort als Vollprofi mal komplett nur auf den Fußball konzentrieren konnte. Jetzt war aber der Zeitpunkt gekommen, den Einstieg in die Firma zu finden.

Wie ist es dann zu deinem Wechsel zum WSV gekommen?

Ich habe die Bindung nach Wuppertal nie verloren, weil ich mich noch mit den Jungs getroffen habe oder auch mal im Stadion war. Deswegen wusste ich eigentlich immer ganz gut darüber Bescheid, was beim WSV so abgeht. Wir haben es dann geschafft eine Konstruktion zu schaffen, sodass ich beim WSV spielen und gleichzeitig den Schritt in die Firma machen konnte, worüber ich sehr glücklich bin.

Hast du dich denn schnell wieder eingelebt?

Einige Spieler aus meiner ersten Zeit beim WSV sind ja immer noch dagewesen. Außerdem habe ich mit Piro, Marco und Lion schon bei Münster zusammengespielt. Dazu waren Gaetano Manno in der sportlichen Leitung, Dirk Schneider oder Dr. Tim Heinz für mich natürlich auch bekannte Gesichter, sodass ich mich sehr schnell wieder eingelebt habe und mich sehr wohlfühle. In dieser Mannschaft macht es heute genau wie früher einfach Spaß!

Ihr seid seit 14 Spielen ungeschlagen und vorne mit dabei. Hast du erwartet, dass es direkt so gut läuft?

Wir mussten uns in der Sommervorbereitung erst mal finden, aber danach hatten wir schon das Gefühl, dass etwas möglich ist. Man weiß am Anfang der Saison natürlich nicht so richtig, wo man steht, aber dieses Gefühl wurde jetzt so ein bisschen bestätigt. Wir haben einfach einen guten Lauf und einen guten Teamspirit. Daran arbeiten wir täglich auf dem Platz. Wir sind sehr fokussiert und zielorientiert unterwegs. Wir sind erfolgreich und ich hoffe, dass sich das auch noch ein bisschen mehr auf die Ränge überträgt. Im Spiel gegen Aachen hatte ich echt ein gutes Gefühl - da kam was von den Rängen zurück. Ich habe mich auch darüber gefreut, dass der Trompeter auf der Gegengeraden mal wieder da war. Dadurch kommt wieder eine gute Stimmung ins Stadion. Wir wollen mit unserem Fußball begeistern, damit wir das Stadion wieder voll bekommen.

Die letzten Jahre waren mit zwei Insolvenzen usw. für viele Fans nicht einfach...

Das stimmt, aber wir wollen nach vorne schauen und mit unserem Fußball weiter begeistern, um die Wuppertaler Fans wieder aufzuwecken.

Was kann man denn sportlich noch verbessern?

Zu verbessern gibt es immer was. Wir haben jetzt langsam angefangen, eine gewisse Stärke bei Standards zu entwickeln. Das kann als Dosenöffner sehr von Vorteil sein. Die Standards waren vorher so ein bisschen unser Manko, klappen aber jetzt schon besser. Mit unserer Verteidigung können wir bei der geringen Anzahl an Gegentoren zufrieden sein, offensiv haben wir beim 5:0 gegen Aachen auch überzeugt. Ich denke, es gilt an den Kleinigkeiten zu arbeiten, um in den Topspielen, in denen wir bisher oft Unentschieden gespielt haben, noch ein paar Prozentpunkte mehr rauszuholen, um diese Spiele für uns zu entscheiden.

Wo kannst du dich noch verbessern?

Auch ich möchte mich jeden Tag verbessern. Natürlich gilt es an der Scorer-Statistik zu arbeiten und langsam auch mal ein Tor zu schießen - ich hatte ja schon viele Möglichkeiten. Leider ist der Knoten bisher noch nicht geplatzt. Hinten wollen wir natürlich in so vielen Spielen wie möglich die Null halten.

Ihr spielt diese Saison meistens mit Dreierkette. Besonders nach der Verletzung von Kevin Hagemann musst du die gesamte Seite alleine beackern. Hat das großen Einfluss auf dein Spiel?

Hage vor sich zu haben, der immer ein, zwei Spieler auf sich zieht, ist natürlich angenehm. Dadurch kann man noch mal in andere Räume reinlaufen oder ihn hinterlaufen. Alleine ist man ein bisschen mehr auf sich selbst angewiesen. Mit unserer Besetzung auf den beiden Flügeln sind wir aber ganz gut aufgestellt, weil wir Spielertypen sind, die die Linie hoch und runter rennen können. Durch unsere Dreierkette haben wir natürlich die Sicherheit bei Offensivaktionen, weil die drei da hinten den Laden im Griff haben und es auffangen können, wenn mal ein Konter läuft. Wenn man mal einen Fehler macht oder nicht rechtzeitig da ist, sind die anderen für einen da, um den Ball zu gewinnen.

Mit der Arbeit im Betrieb und dem Fußball hast du bestimmt schon viel zu tun. Was machst du ansonsten in deiner Freizeit?

In der Freizeit, die übrig ist, versuche ich mich mit Tennis und Golf zum Ausgleich ein bisschen abzulenken.

Danke für das Gespräch, Niklas!

Quelle: neunzehn54

×