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Samstag, 04.12.2021 -

1. Mannschaft

Tabellenführer nach 3:0 in Wegberg-Beeck

Königs und Rodrigues Pires nutzen zwei Standardsituationen, Aboagye sorgt für die Entscheidung

Am 19. Spieltag der Regionalliga West reiste der WSV zum Auswärtsspiel beim FC Wegberg-Beeck ins dortige Waldstadion. Der FC Wegberg-Beeck belegte vor der Begegnung den 16. Tabellenplatz. In 18 Saisonspielen hatte die Mannschaft von Trainer Mark Zeh bislang zweimal gewonnen und achtmal unentschieden gespielt. Zuletzt gab es vier Remis in Folge, u.a. beim SV Straelen (0:0) und im letzten Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen (1:1).

Beim WSV fehlten Christopher Schorch, Kevin Hagemann, Noah Salau, Joelle Tomczak und Torhüter Michele Cordi weiterhin verletzungsbedingt, auch Kingsley Sarpei fiel kurzfristig aus. Dominik Bilogrevic (Rot in Gladbach) und Semir Saric (Gelb-Rot gegen Lotte) waren gesperrt. Im Vergleich zum 2:1-Heimsieg gegen die Sportfreunde Lotte am vergangenen Samstag standen Philipp Hanke, Jannis Kübler und Roman Prokoph anstelle von Moritz Montag, Semir Saric und Kingsley Sarpei in der Startaufstellung.

Mit Meik Kühnel und Kevin Weggen (Startformation) sowie Tom Meurer (Ersatzbank) standen drei Akteure im Kader der Heimmannschaft, die in der Vergangenheit schon einmal das rot-blaue Trikot getragen haben. Der letzte WSV-Sieg in Wegberg-Beeck liegt bereits einige Jahre zurück: Am 17.02.2002 gab es am 20. Spieltag der Saison 2001/02 vor 450 Zuschauern einen 4:1-Erfolg (Tore: 2 x Markus Bayertz, Thomas Rietz und Andreas Gellert).

Die heutige Begegnung begann mit einem Schreckmoment für Rot-Blau. Der FC Wegberg-Beeck holte mit dem ersten Angriff gleich mal einen Eckball heraus. Im Anschluss an diesen kam Mittelstürmer Shpend Hasani im Strafraum zum Abschluss, setzte den Ball aber über die Latte. Anschließend wurde der Charakter der Partie recht schnell deutlich: Der WSV suchte mit Vorteilen in puncto Ballbesitz den Weg zum gegnerischen Tor, während die Gastgeber auf Umschaltaktionen lauerten - so auch in der 10. Minute: Nach einem Ballverlust der Gäste spielte Wegberg-Beeck schnell nach vorne, Justin Hoffmanns schlug eine Flanke von links mit Effet in Richtung Tor, doch in der Mitte verpasste Muja Arifi den Kopfball. Bei Regen und auf seifigem Rasen hatte der WSV zunächst Mühe, seine Ballbesitzvorteile in gefährliche Aktionen umzusetzen. Nach einem Freistoß von Kevin Rodrigues Pires von links trat Durim Berisha am Fünfmeterraum bei einer versuchten Direktabnahme ein Luftloch (13.) und ein Schuss von Kevin Rodrigues Pires aus der zweiten Reihe stellte kein Problem für den Keeper des Gastgebers, Stefan Zabel, dar (19.). Niklas Heidemann fand mit einer Flanke von links den Kopf von Roman Prokoph, doch erneut war Stefan Zabel zur Stelle, der den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte (29.).

In einer kampfbetonten und unangenehmen Partie kam der WSV schließlich durch eine Standardsituation zur Führung: Nach Eckball von Kevin Rodrigues Pires setzte sich Marco Königs im Zentrum unwiderstehlich durch und erzielte per Kopf das 0:1 (31.). Wegberg-Beeck wollte sofort antworten, doch Sebastian Patzler klärte einen Schuss von Shpend Hasani zur Ecke (33.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann zum zweiten Mal Jubel auf Seiten von Rot-Blau - erneut nach einer Standardsituation: Kevin Rodrigues Pires schlenzte einen direkten Freistoß aus 18 Metern sehenswert ins rechte obere Toreck - 0:2 (43.), gleichzeitig der Halbzeitstand.

Die zweiten 45 Minuten starteten mit einem Wechsel in der Offensive der Gastgeber (Jonathan Benteke Lifeka kam für Aram Abdelkarim) und mit einer Torchance der Gäste: Kapitän Felix Backszat setzte sich an der Strafraumkante gegen drei Gegenspieler durch, sein Schuss strich aber am rechten Pfosten vorbei (49.). Bei immer schwierigeren Bedingungen (der Regen wurde noch stärker und der Platz noch tiefer) blieb die Begegnung weiter kampfbetont. Wegberg-Beeck stand aufgrund des Rückstands naturgemäß unter Zugzwang, während der WSV nun seinerseits die Partie kontrollieren und auf Umschaltaktionen lauern konnte. Hinten wurden allenfalls Halbchancen zugelassen: Bei einem Gewühl im Fünfmeterraum klärte die WSV-Abwehr mit vereinten Kräften gegen den eingewechselten Jonathan Benteke Lifeka (59.) und ein Schuss von Shpend Hasani aus halbrechter Position im Sechzehner rauschte rechts am kurzen Pfosten vorbei (69.).

Mit zunehmender Spieldauer musste Wegberg-Beeck nun immer mehr öffnen, was dem WSV Räume eröffnete, den Sack endgültig zuzumachen. Ein Kopfball des eingewechselten Phillip Aboagye nach Flanke von Philipp Hanke senkte sich über das Tor (77.). Wenige Minuten später gab es Tormöglichkeiten quasi im Minutentakt: Flanke Felix Backszat, Kopfball Jannis Kübler - gehalten von Stefan Zabel (81.). Flanke Marco Königs, Volleyabnahme Kevin Rodrigues Pires - erneute Parade von Stefan Zabel (82.). Phillip Aboagye drang im Dribbling in den Sechzehner ein, legte den Ball am Torwart vorbei, doch ein Abwehrspieler der Gastgeber konnte im letzten Moment zur Ecke klären (83.).

In der 85. Spielminute dann das in dieser Phase längst überfällige dritte Tor: Niklas Heidemann lief über den linken Flügel, seine flache Hereingabe fand im Strafraum Phillip Aboagye, der zur endgültigen Entscheidung einschob - 0:3 (85.). Ein Spielstand, bei dem Schiedsrichter Alexander Ernst am Ende keine Notwendigkeit einer Nachspielzeit sah.

Der WSV gewann nach einem harten Stück Arbeit verdient mit 3:0 in Wegberg-Beeck, weil die Mannschaft von Trainer Björn Mehnert in der ersten Halbzeit mit einem Plus an Spielanteilen zwei Standardsituationen zur Führung nutzte und in der zweiten Halbzeit unter schwierigen Bedingungen mehr zuzusetzen hatte als der Gegner. Aufgrund des Unentschiedens von Preußen Münster bei der U21 des 1. FC Köln (1:1) und des gestrigen Ausfalls der Begegnung von Tabellenführer Rot-Weiss Essen bei Rot Weiss Ahlen belegt Rot-Blau aktuell Platz 1 der Regionalliga West.

Abwehrspieler Durim Berisha zeigte sich nach dem Schlusspfiff rundum zufrieden: "Es waren vom Platz her schwierige Verhältnisse, aber wir haben es heute gut gemacht. Wir haben gewonnen und wieder zu null gespielt. Die Mentalität hat wieder gestimmt und wir haben uns in jeden Ball reingeworfen. Wir haben uns vorne Chancen herausgespielt und diese dann auch genutzt. Die Spieler, die von der Bank kommen, geben immer 100 Prozent und es freut mich, dass "Abo" ein Tor gemacht hat. Heute bin ich insgesamt sehr zufrieden."

Niklas Heidemann brachte es auf den Punkt: "Spitzenreiter zum Abschluss der Hinrunde, besser kann die Hinrunde nicht laufen. Jetzt stehen noch zwei Spiele in diesem Jahr auf dem Programm, da wollen wir auch noch das Maximum mitnehmen. Es macht einfach Spaß auf dem Platz."

Der Torschütze zum 3:0, Phillipp Aboagye, lobte insbesondere den Einsatz des Teams: "Wir haben wieder alles reingegeben auf so einem Platz. Wir haben 120 Prozent gegeben, das war super. Wir freuen uns über den Sieg und umso mehr über die Platzierung. Es geht immer weiter und weiter. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."

Kevin Rodrigues Pires sah eine Leistungssteigerung nach schwierigem Beginn: "Die ersten zehn Minuten sind wir auf dem schwierigen Boden nicht so gut in das Spiel gekommen. Dann haben wir das Spiel aber mehr und mehr in den Griff bekommen, hatten mehr Ballstafetten und mehr Spielanteile. Dann machen wir das Ding rein und ich denke, der Sieg war mehr als verdient."

Mittelfeldspieler Niklas Fensky, der im Sommer 2020 von unserem heutigen Gegner nach Wuppertal wechselte, freute sich über seine Einwechslung und die vorübergehende Tabellenführung: "Ich war schon sehr glücklich darüber, gerade heute hier in Beeck meine Einsatzminuten bekommen zu haben. Dass wir dann auch noch die drei Punkte mitgenommen haben, macht es umso schöner. Auch wenn es vielleicht erst einmal nur eine kurze Momentaufnahme ist, ist es trotzdem sehr, sehr schön, Spitzenreiter zu sein." Unsere Nummer 17 sah die erste Halbzeit von außen wie folgt: "Es war schwierig, bei den Platzverhältnissen Fußball zu spielen. Von daher war uns schon vor der Partie klar, wie wichtig heute Standardsituationen werden können. Umso schöner, dass diese uns zu unserem Glück und der 2:0-Pausenführung verholfen haben."

Torhüter Sebastian Patzler, der in der gesamten Hinrunde der Regionalliga West nur zehnmal hinter sich greifen musste, zog folgendes Fazit: "Es ist natürlich eine schöne Momentaufnahme, heute an der Tabellenspitze zu stehen. Wir haben eine sehr, sehr, sehr starke Hinrunde gespielt und müssen uns nicht dafür verstecken, da wir nicht mit Glück da stehen, wo wir stehen. Wir haben unseren Abdruck in der Liga hinterlassen, aber die Rückrunde wird nicht einfacher. Jedes Spiel in dieser Liga ist schwierig und wir müssen weiter Vollgas geben, aber den Moment können wir heute genießen." Dass die heutige Partie auch kein Selbstgänger werde würde, war „Patze“ schon vorher bewusst: "Es war uns klar, dass es kein fußballerischer Leckerbissen wird, dabei haben wir es sogar teilweise ganz gut gemacht. Wir hatten in der ersten Minute hinten etwas Glück, aber dann schießen wir nach einer Ecke das 1:0. Beim 2:0 war es ein überragender Freistoß von „Piro“ und anschließend machen wir es gut und bekommen auch keinen Riesendruck mehr. Hut ab vor den Jungs."

Unser sportlicher Leiter Stephan Küsters wollte nicht lange über die Platzverhältnisse sprechen und zog ein Fazit zu der mit dem heutigen Sieg abgeschlossenen Hinrunde: "Ich finde, trotz der Witterungsverhältnisse war der Platz noch in Ordnung, da haben wir schon andere Plätze erlebt. Ich denke, bei uns wäre es heute auch nicht besser gewesen - eher noch schlechter. Die Jungs sind solche Platzverhältnisse also gewohnt. Aber Platz hin oder her, wir haben heute alles rausgehauen. Es war das letzte Hinrundenspiel und wir haben die Hinrunde noch einmal vergoldet. Ich bin umso mehr stolz auf die Mannschaft, die jedes Spiel annimmt als ob es ein Finale wäre und ich denke, deshalb haben wir auch so viele Punkte geholt. Es zeichnet diese Truppe aus, dass sie immer zusammenhält, auch in Phasen, in denen es nicht so gut läuft, aber davon hatten wir bisher zum Glück nicht so viele. Wir haben uns nach dem Essen-Spiel aufgerafft, als einige bereits der Meinung waren, wir könnten mit den Top-Mannschaften noch nicht mithalten. Wir hatten ja selbst nicht den Anspruch, eine absolute Top-Mannschaft in der Liga zu sein, aber wir haben uns in diese Richtung entwickelt und stehen nicht unverdient im ersten Drittel der Tabelle."

Weiter geht es in der Liga am nächsten Samstag, den 11.12.2021 beim SV Rödinghausen. Anstoß im Häcker Wiehenstadion ist wie gewohnt um 14:00 Uhr.

Aufstellung FC Wegberg-Beeck:

1 Stefan Zabel - 23 Justin Hoffmanns, 4 Nils Hühne, 33 Kevin Weggen 17 Sebastian Wilms, 30 Jeff-Denis Fehr (88. 14 Maurice Passage) - 5 Maximilian Fischer (58. 31 Yannik Leersmacher), 20 Meik Kühnel - 8 Muja Arifi (76. 11 Marc Kleefisch), 9 Shpend Hasani, 21 Aram Abdelkarim (49. 19 Jonathan Benteke Lifeka)

Trainer: Mark Zeh

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Sebastian Patzler - 14 Philipp Hanke (89. 2 Moritz Montag), 27 Kevin Pytlik, 25 Lion Schweers, 22 Durim Berisha, 33 Niklas Heidemann - 5 Felix Backszat, 10 Kevin Rodrigues Pires, 6 Jannis Kübler (88. 17 Niklas Fensky) - 18 Roman Prokoph (76. 23 Phillip Aboagye), 48 Marco Königs (89. 11 Xhuljo Tabaku)

Trainer: Björn Mehnert

Stadion: Waldstadion Beeck

Zuschauer: 420

Tore: 0:1 Königs (31.), 0:2 Rodrigues Pires (43.), 0:3 Aboagye (85.)

Gelbe Karten: Leersmacher (72.) - Berisha (79.)

Ecken: 4:6

Schiedsrichter: Alexander Ernst / Assistenten: Jörn Schäfer, Bastian Börner

Spielbericht: neunzehn54-Redaktion

FC Wegberg-Beeck – WSV | Regionalliga 21/22

Fotos von: Wuppertaler SV

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