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Dienstag, 10.05.2022 -

1. Mannschaft

„Mein Kompliment gilt dem Team und dem ganzen Staff"

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit Stephan Küsters

Eine sehr gute Regionalliga-Saison ist fast beendet - Zeit, ein (vorläufiges) Fazit zu ziehen. Dies tat die neunzehn54-Redaktion für Ausgabe 11 des WSV-Stadionmagazins zusammen mit unserem Sportdirektor Stephan Küsters und sprach mit ihm außerdem über die kommende Spielzeit.

Hallo Stephan, die erste Regionalliga-Saison mit einer Mannschaft, die du komplett zusammengestellt hast, ist fast vorbei. Wie fällt dein Fazit aus?

Der Trainer, Gaetano Manno und ich haben die Mannschaft als Team zusammengestellt. Wir stecken bei mir im Büro die Köpfe den ganzen Tag zusammen und tauschen uns aus. Von daher freut es mich natürlich, dass es so gut geklappt hat. Wir hatten nur vorübergehend einen kleinen Einbruch, aber den muss man der Mannschaft auch zugestehen. Wir waren letztes Jahr auf einem Abstiegsplatz und haben uns seitdem zu einem Aufstiegsaspiranten entwickelt. Wenn mir das vorher einer gesagt hätte, hätte ich blind unterschrieben. Mein Kompliment gilt dem Team und dem ganzen Staff. Das, was alle geleistet haben, ist einfach richtig, richtig gut! Niederlagen wie gegen Bonn oder Düsseldorf sind bitter - aber daran sieht man, woran es vielleicht noch fehlt. Da sind wir aber nicht alleine, alle anderen Mannschaften in unserer Tabellenregion haben immer mal wieder solche Spiele gehabt. Es ist unheimlich schwierig, immer alles zu 100 Prozent rauszuhauen und durch die Liga zu marschieren - dafür ist die Liga auch zu ausgeglichen. Deshalb bin ich mit dem, was wir bis jetzt erreicht haben, einhundertprozentig zufrieden.

Wenn wir gegen Bonn und Düsseldorf gewonnen hätten, wären wir wohl bis zum Schluss ganz oben dabei gewesen. Bis du deshalb enttäuscht?

Nein. Natürlich ist die Enttäuschung am Spieltag da, aber am nächsten Tag arbeiten wir das wieder auf. Wir haben eine Topmannschaft - aber noch keine Mannschaft, die so konstant ist, dass sie den ersten beiden Paroli bieten kann. Essen und Münster sind dann doch in der Breite noch etwas besser aufgestellt. Von daher freue ich mich einfach, dass wir wirklich so eine geile Truppe haben, die als Mannschaft auftritt und nicht nur in der Kabine, sondern auch auf dem Platz eine gute Stimmung hat.

Hat dich die Entwicklung einzelner Spieler in dieser Saison besonders überrascht?

Wir als Mannschaft haben uns die ganze Saison über stetig weiterentwickelt - auch wenn wir zwischendurch mal Spiele verloren haben, wir kommen immer wieder zurück. Ich glaube, das ist auch entscheidend. Wir verlieren gegen Düsseldorf, gewinnen dann aber im nächsten Spiel gegen den 1. FC Köln in Unterzahl. Das ist das beste Beispiel: Die Jungs wollten so nicht aus der englischen Woche herausgehen, sondern noch ein Spiel gewinnen. Der Teamgeist und diese Mentalität sind unsere Stärke - deshalb möchte ich auch niemanden herausheben.

Wir konnten in der Liga bisher kein Topspiel gewinnen - gegen Essen haben wir sogar zweimal verloren.

In den beiden Ligaspielen gegen Essen waren wir einfach nicht da und überhaupt nicht gut. Das ärgert mich natürlich auch extrem. Ich bin da genauso angefressen wie die Spieler. Die Jungs sehen jeden Tag, wozu sie in der Lage sind, aber wenn man dann keines der Topspiele in der Liga gewinnt, zehrt das an jedem einzelnen.

Ihr stellt gerade den Kader für die nächste Spielzeit zusammen. Gibt es dafür schon ein Saisonziel?

Man muss immer berücksichtigen, was die Konkurrenz macht und wer noch in diese Liga kommt. Wir wollen uns natürlich nächstes Jahr wieder verbessern und die Lücke zu den Topteams kleiner machen. Das ist unser Ziel und unser Anspruch. Deshalb haben wir auch schon die meisten unserer Leistungsträger unter Vertrag. Jetzt geht es darum, uns auf der einen oder anderen Position noch mal zu verändern. Wir wollen ein bisschen Erfahrung reinkriegen, die uns in diesem Jahr bei einigen Gegentoren in den letzten Minuten ein bisschen gefehlt hat. Gaetano, Mehne und ich arbeiten in Verbindung mit unseren Vorständen Thomas Richter und Peter Neururer fleißig und akribisch und wir versuchen, mit geringeren finanziellen Mitteln als Münster oder RWE einen guten Kader zusammenzustellen. Wir schauen uns viele Spieler an, tauschen uns Tag für Tag aus und versuchen, den Kader bestmöglich zu ergänzen. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal bei unseren zahlreichen Unterstützern, Fans, Sponsoren und Ehrenamtlern bedanken, die eine solche Saison überhaupt erst möglich gemacht haben. Mein besonderer Dank und mein größter Respekt gelten dabei Friedhelm Runge, dessen Unterstützung für den WSV einfach einmalig ist: Vielen Dank, Friedhelm! Für den nächsten Schritt und um die Lücke zu den Topteams komplett zu schließen, müssen wir uns aber breiter aufstellen und weitere tatkräftige Unterstützer aus der Wuppertaler Wirtschaft dazugewinnen. Ein Saisonziel würde ich deshalb immer erst herausgeben, wenn der Kader steht. Jetzt zu sagen, wir wollen aufsteigen, wäre komplett der falsche Weg. Wir wollen besser sein als in der laufenden Saison - das sollte erstmal unser Ziel sein.

Zwei Neuzugänge stehen schon fest. Was erwartet ihr euch von Lukas Demming (22), der vom SC Wiedenbrück zu uns kommt?

Lukas ist ein junger, sehr laufstarker Spieler, der fußballerisch gute Fortschritte gemacht und schon eine Führungsrolle übernommen hat. Er ist ein „Ballklauer“, der im zentralen Mittelfeld flexibel einsetzbar ist. Wir haben schon länger über ihn nachgedacht, weil er als ruhiger, sachlicher Junge auch vom Charakter her gut in unsere Truppe passt. Er schwingt keine großen Reden, sondern packt an. Er hatte mit Sicherheit auch einige andere Anfragen, aber wir waren früh dran, haben uns sehr um ihn bemüht und freuen uns darüber, dass er zum WSV kommt.

Wie kann uns Tobias Peitz (23), den ihr vom SV Straelen geholt habt, weiterhelfen?

Tobi hat schon ein bisschen mehr Erfahrung als Lukas. Er hat sich in Straelen ebenfalls gut weiterentwickelt. Er hat Ziele, möchte beim WSV in einem großen Stadion vor vielen Fans spielen und hier den nächsten Step machen. Er kann kicken, macht mitunter verrückte Sachen und spielt auch mal Bälle, mit denen keiner rechnet. Gleichzeitig kann er aber auch dem Gegner wehtun. Das ist eine gesunde Mischung, die wir gerne in unseren Reihen haben wollen.

Gibt es noch andere Positionen, für die du Spieler verpflichten möchtest?

Wir suchen noch einen typischen Sechser, der die Position hält und genau weiß, was er dort zu tun hat. Dieser Spieler soll ein Bindeglied zwischen Abwehr und Sturm sein und die ganze Geschichte lenken und führen. Diese Fähigkeit hat uns dieses Jahr ein paarmal gefehlt, weswegen wir auch die späten Gegentore bekommen haben. Ich möchte jetzt aber auch niemanden von uns kritisieren. Da waren wir halt im Flow und man darf den Jungs ja eigentlich auch nicht böse sein, wenn sie die Position nicht halten, der Mannschaft helfen wollen und viel laufen. Aber auf der Sechs muss man stehen. Das hat mir dieses Jahr ein bisschen gefehlt.

Brauchen wir vorne mehr Tempo?

Wir brauchen ein bisschen mehr Tiefe und mehr Tempo. Da sind sich Marco und Roman ähnlich. Deswegen werden wir auf jeden Fall noch jemanden holen. Man darf aber auch Valdet Rama nicht vergessen, der mit und ohne Ball eine extreme Tiefe hat und trotz seiner 34 Jahre immer noch sehr athletisch ist. Leider hat er mit einigen Rückschlägen im Moment viel Pech. Aber ich freue mich darauf, ihn wieder auf dem Platz zu sehen und ich bin optimistisch, dass er stärker als je zuvor zurückkommt.

Stehen auf der anderen Seite schon Abgänge fest?

Nein, wir haben zwar schon lose Gespräche darüber geführt, wer gehen könnte, sind uns aber noch nicht zu einhundert Prozent im Klaren. Ich bin immer ein Fan davon, das mit den einzelnen Spielern zu besprechen und anschließend kompakt bekannt zu geben. Das ist dann mein unangenehmer Job. Aber jede Mannschaft, die einen Spieler von uns bekommt, kann sich über einwandfreie, fleißige Jungs freuen, mit denen es einfach Spaß macht zusammenzuarbeiten.

Danke für das Gespräch, Stephan!

Quelle: neunzehn54

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