MENÜ
05
Dez
BSC
14:00
WSV
Sonntag, 22.11.2020 -

Trauer

Der WSV trauert um Sturmlegende Erich „Sonny“ Haase

Ein Nachruf der neunzehn54-Redaktion

Im Alter von 88 Jahren verstarb am 20. November Erich „Sonny“ Haase. Der WSV trauert um einen untadeligen Sportsmann, der dem Verein insgesamt fast 13 Jahre die Treue hielt und von 1956 bis 1968 zwölf Jahre lang ununterbrochen das Trikot der Rot-Blauen trug. Kein Spieler blieb dem Verein länger treu als Haase. Noch vor Gründung des Wuppertaler SV 1954 spielte „Sonny“ kurzzeitig für einen der beiden Vorgängervereine, den SSV 04 Wuppertal, von wo aus er zunächst einmal zu Werder Bremen zurückkehrte.

Wenn „Sonny“ Haase den Turbo zündete, ging ein Raunen durch das Publikum im Stadion am Zoo und die gegnerischen Verteidiger hatten große Mühe, dem WSV-Linksaußen mit den Sprinterqualitäten zu folgen. Nach dem Aufstieg in die Oberliga West im Jahr 1956 kam Erich Haase, den alle Welt nur Sonny nannte, als 24-Jähriger von Werder Bremen an die Wupper. Mit dem österreichischen Nationalspieler Erich Probst und dem ein Jahr zuvor gekommenen Horst Szymaniak bildete er beim WSV eine gefürchtete Flügelzange.

In der Schwebebahnstadt wurde er schnell heimisch. Hier lernte er 1957 seine Frau Lilo kennen - die kurz vor „Sonny“ am 16. November verstarb - und vorbei war es mit dem eigentlich geplanten Wechsel zu einem Spitzenclub wie dem 1. FC Kaiserslautern. Selbst der legendäre Fritz Walter legte sich nach einem 2:2 seiner Roten Teufel - die mit allen 1954er-Weltmeistern angetreten waren - im März 1957 bei einem freundschaftlichen Vergleich, bei dem Haase beide Treffer erzielte und die Abwehr der Gäste im Stadion am Zoo durcheinander wirbelte, persönlich ins Zeug, um den von Sepp Herberger dreimal in die deutsche B-Nationalmannschaft Berufenen zu einem Wechsel in die Pfalz zu locken.

Auch als der WSV 1958 trotz großer Namen den bitteren Abstieg in die 2. Liga antreten musste, blieb „Sonny“ im Tal. Trainer Robert „Zapf“ Gebhardt stellte Haase später in die Abwehr. Als kompromissloser Stopper meldete der Ex-Stürmer am 8. August 1963 im unvergessenen Pokalspiel gegen den HSV (0:1) vor 38.000 Zuschauern im Zoo-Stadion auch Uwe Seeler ab. 1968 beendete Haase, der bis zur Pensionierung bei der Stadtsparkasse Wuppertal beschäftigt war, seine aktive Laufbahn, trainierte kurze Zeit erfolgreich die Amateure des Wuppertaler SV und brachte so manches Talent heraus.

Bis zu Beginn der Corona-Pandemie war „Sonny“ gemeinsam mit seiner Ehefrau Lilo ständiger und gern gesehener Gast auf der Tribüne des Stadions am Zoo bei den Spielen der Rot-Blauen. Eingefleischte WSV-Fans haben Sonny Haase nie vergessen.

Der Wuppertaler SV wird Erich Haase stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Quelle: neunzehn54

×