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Freitag, 24.04.2020 -

Fans

Die Legenden des WSV

... und ihre Erfolgsgeschichten.


Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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Das erste Bundesligaspiel! 

Während die Welt still steht, schauen wir auf uns: Der WSV und seine Geschichte! Mit unseren WSV-Classics hoffen wir, dass wir euch mit Bild und Video ein wenig Ablenkung bieten können. 

"Spätsommer 1972. Im Wuppertaler Stadion am Zoo finden sich zwischen 12.000 und 13.000 Zuschauer ein. So genau weiß man das heute nicht mehr. Die Stimmung ist gigantisch, denn der WSV trifft nach einer fulminanten Aufstiegsrunde in die Bundesliga im ersten Spiel der höchsten Spielklasse Westdeutschlands auf den 1. FC Kaiserslautern. Im Tor Manfred Müller, im Mittelfeld Jürgen Kohle und im Sturm Günter "Meister" Pröpper! Das Spiel nimmt erst spät Fahrt auf: Der angesprochene Kohle erzielt in der 63. Minute die Führung, kurz vor dem Abpfiff erhöht Manfred Cremer zum 2:0 für das Team von Trainer Horst Buhtz und Wuppertal ist in Fußballdeutschland endlich wieder auf der Karte!"

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Legendenporträts - Teil 1: Erich "Sonny" Haase

Wenn der schnelle Sprinter Haase auf der Außenbahn des Stadions anzog, ließ er reihenweise Verteidiger stehen. Später kümmerte er sich dann als Abwehrmann selbst um Offensivgrößen wie Uwe Seeler. Aber der Reihe nach...

1956 kam Erich "Sonny" Haase aus Bremen zum WSV. Vorher war er 1953/54 bereits für ein kurzes Intermezzo beim Mutterverein des WSV, SSV 04 Wuppertal, wo er aber nur kurz blieb. Zwei Jahre später also der endgültige Wechsel zu unserem Verein, wo er in knapp 13 Vertragsspielerjahren zu einem der umjubeltsten Akteure wurde. In der ersten Haase-Spielzeit wurden der österreichischen Nationalspieler Erich Probst verpflichtet, ebenfalls ein gewisser Horst Szymaniak - eine gefährliche Flügelzange wurde geboren!

Auch privat konnte der spätere Sparkassenmitarbeiter Wuppertal schnell als Heimat annehmen: Er lernte seine Frau Lilo kennen. Drei Mal spielte Haase in der B-Nationalmannschaft, Bundestrainer Sepp Herberger setzte auf seiner Position aber lieber auf Hans Schäfer vom 1. FC Köln. Auch den Abstieg 1958 ging "Sonny" mit und wurde als Verteidiger umfunktioniert. Hier schaltete er auch Start-Stürmer Uwe Seeler weitestgehend aus, der mit dem HSV im DFB-Pokal 1963 ins mit 38.000 Zuschauern prall gefüllte Stadion am Zoo kam. Bis 1967/1968 blieb er dem WSV treu und ist, wenn es die Gesundheit zu lässt, auch bis heute mit 87 Jahren immer wieder gern Gast bei Spielen im Stadion am Zoo.

Lieber Sonny, bleib weiter gesund und lebensfroh!

Dein WSV

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Legendenporträts - Teil 2: Jean-Louis "Tava" Tavarez

Tavarez, Pröpper, Jung und Co.: Mit den WSV-Legendenporträts stellen wir euch in der sportfreien Zeit regelmäßig Spieler vor, die den Status "Legende" erreicht haben. Einige haben wir natürlich schon auf dem Schirm, schreibt uns trotzdem gern, wer eurer Meinung nach noch ein solches Porträt verdient hat verdient hat!

Vom US Rail Thiès bis nach Wuppertal - die Reise für Jean-Louis Tavarez hätte kürzer sein können, ihn aber wahrscheinlich nicht glücklicher gemacht. Mit 23 kam "Tava" erst nach Deutschland und verbrachte seine ersten sechs Jahre in Mönchengladbach beim Rheydter SV in der Oberliga Nordrhein. Dort spielte er mehrfach gegen den WSV. Zum Wechsel kam es dann 2001, mit 29 Jahren. Wo schon einige Spieler an ihr Karriereende denkt, fängt Tava erst an: Über 200 Mal lief er in der ersten und zweiten Mannschaft für den WSV auf und lieferte mehrere legendäre Spiele für unseren Verein. Ein Tor ist den meisten von uns sicherlich noch sehr prägend im Gedächtnis: Nachdem Markus Bayertz im Derby gegen Rot Weiss Essen 2004 das 1:0 erzielte, machte Tava den Deckel in der 83. Minute drauf. Aber nicht einfach nur so: Nachdem er den Essener Keeper umkurvte, konnte er ohne Gegenwehr noch ein wenig vor der Linie tänzeln und einen Übersteiger zeigen. Das Stadion am Zoo tobte!

Dem bald 48-Jährigen den Ball wegzunehmen, ist wohl unmöglich. Noch bis zur letzten Saison spielte er in der Kreisliga A für Grün-Weiß Wuppertal.

Wuppertal ist der Senegalese treu geblieben, wie er vor dem letzten Pokalfinale mit einem unnachahmlichen Motivationsvideo gezeigt hat.

Dir nur das Beste, Tava!

Dein WSV

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Legendenporträts - Teil 3: Manfred Müller

Fünf Jahre stand Manfred Müller im Tor des WSV und war damit Teil der Aufstiegsmannschaft in die Bundesliga 1971 und des Erstligateams zwischen 1972 und 1975. Trainer Horst Buhtz holte Müller 1971 in seinen Kader. Vom Ligakonkurrenten Schwarz-Weiß Essen wechselte er und konnte sich auf Anhieb als Stammtorwart etablieren. Die Gründe dafür sind so einfach wie logisch: "Manni" stand für klassisches Torwartspiel, das schnörkellos und ohne übertriebene Flugeinlagen auskam. Er hielt einfach den Ball fest! Gerade in der ersten Bundesligasaison, in der der WSV den vierten Rang erreichte und sich für den UEFA-Cup qualifizieren konnte, war er ein enorm wichtiger Rückhalt für seinen Coach Buhtz. 

Nach dem Abstieg hielt es ihn noch eine Saison bei unserem Verein, bis er zum 1.FC Nürnberg wechselte. Aber auch nach seiner Zeit beim WSV hatte das Leben für Torwart Müller Höhen und Tiefen übrig: Im Mai 1978 überlebte Müller einen schweren Verkehrsunfall unverletzt. Er hatte sich mit seinem Wagen auf nasser Straße dreimal überschlagen. Nur einen Monat später wurde er für die Franken zum Helden, als er am 9. Juni 1978 im Essener Georg-Melches-Stadion im entscheidenden Relegationsspiel um den Bundesligaaufstieg einen Elfmeter von Horst Hrubesch hielt und somit den Franken den Aufstieg in die Bundesliga sicherte. Später wechselte er als Ersatzkeeper zum FC Bayern München und heuerte noch einmal bei den Nürnbergern an. 

Aber auch nach der aktiven Karriere blieb Müller dem Fußball treu, wenn auch auf ganz andere Art: Er gründete seine eigene Video- und Fernsehproduktionsfirma. Seit 1987 war er bei RTL und Sat 1- für Sendungen wie „ran“ Produzent und lieferte exklusiv die Außenübertragungen. Heute ist Manfred Müller 72 und lebt in Nürnberg, wo er 2013 beim FCN auch für ein Jahr im Aufsichtsrat saß.

Wir hoffen es geht dir gut, Manni! 

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Legendenporträts - Teil 4: Horst Buhtz 

Er war einer DER Trainer in der WSV-Geschichte: Horst Buhtz! Mit dem WSV in der Bundesliga, Pröpper und Co. trainiert und sechs Jahre an der Wupper geblieben. Um denen zu zeigen, die ihn nicht erleben durften, wie Buhtz Fußball und die Definition eines Sportmanns gelebt hat, hier ein Beispiel aus Bundesligazeiten, das sich erst vor einer Woche jährte: Die durch die Verwicklung in den 1973er Bundesligaskandal geschwächten Schalker steckten tief im Abstiegskampf und nach einer Stunde beim Spiel des WSV gegen die Knappen steht es 4:1 für Rot und Blau. Horst Buhtz ordnete Schonung an, „um den ohnehin schon leidgeprüften Gegner nicht zu deklassieren.“ Es blieb beim 4:1 als Endergebnis.

Buhtz war als Spieler in Italien aktiv, galt zwischen 1952-1957 beim AC Turin als "il tedesco" (der Deutsche) und war der zweite deutsche Italienlegionär überhaupt. Kurz zuvor feierte er sein erstes (und einziges) B-Länderspiel für Deutschland.

Als Trainer war Horst Buhtz vor dem Engagement in Wuppertal in Saarbrücken, Neunkirchen und Hannover tätig. Ab 1968 dann für unseren Club. Nach drei Saisons unter den Top der zweiten Liga konnte Buhtz in der Aufstiegssaison auf frische Kräfte zählen und so einen historischen Aufstieg in die Bundesliga umsetzen. Acht Spiele in der Aufstiegsrunde wurden gewonnen - Rekord! Ganz Wuppertal war auf den Beinen beim Bundesligaaufstieg! Einem vierten Platz in der Premierensaison folgten Abstiegskampf in Saison zwei und drei in der Bundesliga. Als 18. ging es 1975 dann wieder runter in die 2. Bundesliga Nord. Da war Horst Buhtz aber schon gar nicht mehr an der Wupper auf der Bank, sondern am Bosporus: Besiktas Istanbul klopfte nach der Buhtz Entlassung im Oktober 1974 an und konnte den gebürtigen Magdeburger bis 1976 binden. Insgesamt gesehen war Horst Buhtz ein echter Aufstiegstrainer: Er führte nicht nur den WSV, sondern auch Neunkirchen, Nürnberg und Uerdingen aus der zweiten Liga in die erste Spielklasse.

1987 beendete er seine Karriere als Trainer mit 64 Jahren und einem Aushilfsdienst für acht Spiele bei Fortuna Köln.

Bis zu seinem Tod 2015 lebte er in Langenfeld - in den Köpfen von vielen WSV Fans ist er bis heute!

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Legendenporträts - Teil 5: Emil Meisen

Wir reisen erneut in eine Zeit zurück, in der man den Beat Club schaute, die Hosen Schlag hatten, das Bonanzarad ein Thema war und man mit einer Lavalampe sein Jugendzimmer verschönert hat: Die 60er / 70er! Und damit auch in eine Zeit, in der man im Stadion am Zoo regelmäßig Bundesligaspiele sehen konnte. Zwei Jahre dieser Zeit erlebte Emil Meisen mit. Davor war er bereits seit 1963 für unsere Farben aktiv.

Den ersten sportlichen Höhepunkt in Wuppertal erlebte Meisen am 7. August 1963 vor 38.000 Zuschauern im Stadion am Zoo. Der Bundesligist Hamburger SV war zu Gast und das bedeutete auch: Uwe Seeler und Gert Dörfel waren an diesem Tag seine Gegenspieler. Mit einer knappen 0:1 Niederlage musste man sich den Hamburgern zwar geschlagen geben, lieferte aber eine starke Partie ab. Gerade aus heutiger Sicht bemerkenswert: In seiner gesamten Karriere, egal ob er in der zweitklassigen Westliga mit dem WSV spielte oder aber in der Bundesliga, ging Emil Meisen Vollzeit arbeiten. Insgesamt 30 Jahre machte er täglich seinen Dienst bei der Dresdner Bank. In einem Interview mit der WZ von 2009 sagte er dazu: "Da hat Horst Buhtz schon mal ein Auge zugedrückt, wenn ich nach einem Achtstundentag in der Bank eine halbe Stunde später beim Training noch nicht Vollgas geben konnte."

Nach wechselhaften ersten Jahren beim WSV bekam der vielseitige Techniker starke Männer an die Seite gestellt: Neutrainer Buhtz holte Spieler mit Potential und konnte für die Saison 69/70 mit Günter Pröpper einen Torjäger und mit Gustav Jung den passenden Flügelflitzer und Flankengeber verpflichten - zwei Mal spielte man deswegen in der Aufstiegsrunde, verpasste die erste Liga aber knapp. Nach der legendären Aufstiegsrunde des WSV in der darauffolgenden Saison durfte man dann aber doch jubeln. 

In der Bundesliga spielte Meisen vor dem guten Torhüter Manfred Müller einen technisch starken Libero, Vorstopper Miss bekämpfte zumeist mit Erfolg die gegnerischen Torjäger. Meisen gab als zentraler Spieler gerne mal den Takt vor.Nach zwei Jahre Bundesliga, einem Auftritt im UEFA-Pokal und dem gerade noch abgewendeten Abstieg aus der Bundesliga beendete er 1974 sein Engagement beim WSV. Bei seinem Jugendverein TuRU Düsseldorf ließ Emil Meisen seine Karriere ab der Saison 1974/75 ausklingen. Heute, mit 80 Jahren, lebt er bei Düsseldorf.

Lieber Emil, wir hoffen, dass es dir gut geht und würden uns freuen, wenn wir dich, obwohl du nicht mehr so viel mit dem Fußball zu tun haben sollst, bald mal wieder im Stadion begrüßen dürfen!

Das erste Spiel in der Bundesliga.

Legende 1: Erich "Sonny" Haase

Legende 2: Jean-Louis Tavarez

Legende 3: Manni Reichert

Legende 4: Horst Buhtz

Legende 5: Emil Meisen

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