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Montag, 02.12.2019 -

neunzehn54

"Ich bin froh, dass der WSV mir diese Chance ermöglicht!"

Unser Stadionmagazin neunzehn54 im Gespräch mit unserem Mittelfeldspieler Joey Müller.

Wir trafen uns zum „Eins zu Eins“ - Gespräch mit unserem Sommerneuzugang Joey Paul Müller. Der 19-jährige Mittelfeldspieler stieß kurz vor dem ersten Meisterschaftsspiel gegen Alemannia Aachen zur Mannschaft, zählt seitdem zum Stammpersonal und stand bei jedem Punktspiel auf dem Feld. Im letzten Sommer unterschrieb Joey Paul Müller beim DSC Arminia Bielefeld einen Dreijahresvertrag und wurde anschließend für zwei Jahre an den WSV ausgeliehen.

Joey Paul Müller wurde in Gütersloh geboren und wuchs dort mit seiner Familie auf. Seine Eltern lernten sich in Ostwestfalen kennen, als sein aus Manchester stammender Vater als Angehöriger der britischen Armee dort stationiert war. Joey und sein Vater sind gleichermaßen sportbegeistert. Neben ihrem Interesse fürs Boxen und das Fitnessstudio verbindet beide die Begeisterung für den Fußball. Ihr Lieblingsclub auf der Insel ist Manchester United. Joey zeigt sich im Gespräch tief beeindruckt vom Old Trafford, als er sich an die Stadiontour zurückerinnert, an der er teilgenommen hat. Doch nicht nur Vater und Sohn sind fußballbegeistert, sondern mit Mutter und Schwester auch der weibliche Teil der Familie. Durch Joeys Werdegang wurde die gesamte Familie eigentlich Anhänger von Arminia Bielefeld, doch auch der Wechsel nach Wuppertal hat ihre Begeisterung nicht gemindert: Joeys Mutter und Schwester kommen zu fast jedem Spiel ins Tal und feuern unsere Nummer sechs und die rot-blaue Einheit an.

Seine Fußballlaufbahn begann der defensive Mittelfeldspieler im Kindesalter in der Jugend des Gütersloher Turnvereins und spielte anschließend beim FC Gütersloh. Nachdem ihn die Arminia aus Bielefeld gesichtet hatte, wechselte er in der Winterpause 2011 zum heutigen Zweitligisten. Die ersten Jahre fuhr seine Mutter ihren Schützling zum Training, doch ab der U13 stieg er immer häufiger alleine in die Bahn, um zum Fußballplatz zu gelangen. Ab 2011 durchlief Joey die gesamte Jugend im Nachwuchsleistungszentrum der Ostwestfalen. Im Jahr 2014 zog seine Mutter mit ihren beiden Kindern nach Bielefeld, um den Tagesablauf besser organisieren zu können. Durch den Umzug war der Weg zum Trainingsgelände kürzer, zudem ging Joey ab diesem Zeitpunkt auf eine neue Schule in Bielefeld. In der Jugend zählte er, genau wie beim WSV, fast immer zum Stammpersonal und kam in jedem Jahrgang auf viele Einsätze, häufig im offensiven Mittelfeld oder auf der linken Seite. Auch in der U19-Bundesliga kam unser Sommerneuzugang in Bielefeld bereits im ersten Jahr zu zahlreichen Einsätzen, obwohl er ein Jahr jünger als die meisten Mit- und Gegenspieler war, wodurch er früh viel Erfahrung sammeln konnte. Nach dem Abstieg aus der A-Junioren-Bundesliga führte Joey die Mannschaft der Arminia ein Jahr später in der Westfalenliga als Kapitän aufs Feld, was ihn nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterbrachte, wie er schildert: „Das hat mich ein Stück weit geformt, weil ich die Aufgaben als Spielführer übernommen habe, wie zum Beispiel das Reden mit den Schiedsrichtern. Früher war ich nicht der Typ dafür.“

Erste Erfahrungen bei den Profis von Arminia Bielefeld

Aufgrund seiner guten Leistungen kam Joey Paul Müller zu mehreren Einsätzen in der Landesauswahl und wurde immer häufiger in die Profimannschaft der Arminia eingeladen, wo er mittrainieren und bei Testspielen mitwirken durfte. Als eines seiner Highlights nennt er das Testspiel gegen den damaligen Erstligisten Hannover 96, in dem der Trainer auf ihn zählte. Im Winter zuvor durfte unser Neuzugang mit der ersten Mannschaft der Arminia ins Trainingslager fahren. Mit den Profis unterwegs zu sein und zu trainieren beschreibt er als wichtigen Lerneffekt: „Ich wurde sehr gut aufgenommen, doch es herrscht ein ganz anderes Klima bei den Profis.“ Doch nicht nur auf dem Fußballplatz gab es Erfolgserlebnisse für den jungen Mann, konnte er trotz des hohen Aufwands für sein Hobby doch auch die Fachhochschulreife am Oberstufenkolleg in Bielefeld erwerben. Dort wurde der gebürtige Gütersloher zuletzt immer häufiger vom Unterricht befreit, damit er auch vormittags am Training teilnehmen oder mit ins Trainingslager reisen konnte, was dem damaligen Schüler jedoch nur gestattet wurde, weil die Noten stimmten. Joey erinnert sich, dass seine Eltern hinsichtlich seiner Leidenschaft für den Fußball immer voll hinter ihm gestanden und ihm den Rücken gestärkt, gleichzeitig aber auch vollen Einsatz in der Schule gefordert hätten.

Nach seiner starken Jugendlaufbahn ging für Joey Paul Müller ein Traum in Erfüllung: Er durfte einen Profivertrag beim DSC Arminia Bielefeld unterzeichnen. Die harte Arbeit hatte sich ausgezahlt, etwa die vielen Extraeinheiten im Fitnessstudio, die für Joey selbstverständlich sind. Der Vertrag bei den Ostwestfalen ist bis zum 30.06.2022 datiert. Doch da es für Joey ein zu großer Sprung von der zweithöchsten Junioren- in die zweithöchste Seniorenliga gewesen wäre, suchte er sich einen neuen, klassentieferen Verein für zwei Spieljahre und so stieß der Mittelfeldakteuer im Sommer zum WSV ins Bergische Land. Für ihn war klar, dass er die Chance nutzen möchte, um seinen Traum vom Profifußball zu verwirklichen und sich voll aufs Fußballgeschäft zu konzentrieren. Der junge Spieler wohnt weiterhin mit seiner Schwester und seiner Mutter in Bielefeld und pendelt zu jeder Trainingseinheit sowie anderen Terminen ins Tal, was Joey als große Umstellung beschreibt. In den meisten Fällen fährt der 19-jährige mit der Deutschen Bahn vom Hauptbahnhof in Bielefeld nach Wuppertal. Die letzten Meter vom Döppersberg werden in der Regel mit der Schwebebahn zurückgelegt. „Das ist echt cool und ich fahre damit sehr gerne“, betont Joey. Langweilig wird es ihm auf der Fahrt jedenfalls nicht, denn mit Mittelstürmer Gianluca Marzullo wohnt ein weiterer Spieler des aktuellen WSV-Kaders in Bielefeld, so dass die beiden fast immer zusammen anreisen und sich auf der Fahrt oft verquatschen. Ihr Lieblingsthema dabei, wen wundert es: Fußball. In den Fällen, in denen Joey den Weg von Bielefeld nach Wuppertal alleine zurücklegt, hört er gerne Rap-Musik, sowohl aus den USA als auch aus Deutschland. Falls der WSV zu einer ungünstigen Zeit ein Spiel hat, fahren Müller und Marzullo auch mal mit dem privaten PKW die Strecke zum Stadion am Zoo. In Wuppertal fühlt sich Joey seit dem ersten Tag sehr wohl: „Ich wurde super aufgenommen und wir verstehen uns alle gut.“ Und er fügt hinzu: „Vielleicht verstehen wir uns auch gerade so gut, weil so viele neue Spieler gekommen sind.“

„Sie sind immer da und unterstützen uns, auch wenn es nicht so gut läuft“

Vom Stadion am Zoo ist unser Stammspieler ebenfalls angetan. In einem solch großen Stadion mache es viel Spaß zu spielen. Joey betont, dass es für ihn eine Ehre sei, für den Wuppertaler Sportverein zu spielen: „Der Verein hat eine Riesentradition und hat ja auch schon sehr hoch gespielt.“ Der 19-jährige macht keinen Hehl daraus, dass es für ihn eine neue Erfahrung sei, die meisten Spiele in richtigen Fußballstadien anstatt wie früher auf Sportplätzen zu absolvieren. Er spricht für sich und die gesamte Mannschaft, wenn er davon schwärmt, dass die Unterstützung der Fans jederzeit zu spüren sei: „Sie sind immer da und unterstützen uns, auch wenn es nicht so gut läuft.“

Immer mal wieder kommen Scouts von Arminia Bielefeld und beobachten Joeys Leistungen im rot-blauen Dress. Unser Mittelfeldspieler steht naturgemäß weiterhin in Kontakt mit den Verantwortlichen aus Ostwestfalen. Sein großes Ziel ist es, sich beim WSV weiterhin täglich zu verbessern und dann den Sprung zurück auf die Alm zu schaffen: „Ich hoffe, dass das alles klappt und ich die Chance bekomme, höher zu spielen.“ Natürlich verfolgt er die Entwicklung in Bielefeld und freut sich über den aktuellen Höhenflug: „Sie haben eine starke Mannschaft, aber dass es so gut läuft, damit habe ich nicht gerechnet.“

Wir wünschen Joey Paul Müller weiterhin alles Gute für seine Karriere, die nächsten Jahre im Tal, sowie dass er seine privaten und sportlichen Ziele erreichen wird!


Quelle: neunzehn54

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