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Dez
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WSV
Freitag, 06.11.2020 -

Regionalliga West

Im Gespräch mit Stefan Vollmerhausen (Alemannia Aachen)

Morgen begrüßen wir Alemannia Aachen mit unserem Aufstiegstrainer Stefan Vollmerhausen im Stadion am Zoo. Die Alemannia ist nach einer bitteren Niederlage im Finale des Mittelrheinpokals gut in die Saison gestartet und seit der Heimniederlage am ersten Spieltag gegen den derzeitigen Tabellenführer Borussia Dortmund U23 ungeschlagen. Vor dem Spiel hat sich die neunzehn54-Redaktion für Ausgabe 4 des WSV-Stadionmagazins, das in Kürze erscheint, mit Stevie unterhalten.

Hallo Stevie, du bist nach deiner Zeit beim WSV in das Nachwuchsleistungszentrum von Bayer 04 Leverkusen gewechselt. Wie war deine Zeit dort?

Das war eine sehr angenehme Zeit bei einem sehr guten Arbeitgeber. Es gab viele neue Dinge, die ich in so einem großen Club mitgenommen habe. Es war eine tolle Erfahrung, in so einem Leistungszentrum gearbeitet zu haben.

Was war genau deine Aufgabe und wie viele Trainer arbeiten in einem Nachwuchsleistungszentrum?

Das ist schon ein großer Apparat: Es gibt Kopfballtrainer, Athletiktrainer, Alternativsporttrainer, Techniktrainer und die Mannschaftsverantwortlichen. Für die U15, U17 und U19 hast du jeweils zwei hauptverantwortliche Trainer. Ab der U12 sind die Trainer hauptamtlich angestellt. Ich war der Mannschaftsverantwortliche für die U15.

Wie gefällt dir deine neue Aufgabe und wie ist die Situation bei Alemannia Aachen gerade?

Für einen Trainer ist Alemannia Aachen, glaube ich, im Regionalliga-Bereich einer der attraktivsten Vereine, die man in Deutschland trainieren kann. Dazu zählt aber sicherlich auch der WSV. Das sind halt Traditionsvereine und bei denen macht es dann immer Spaß zu arbeiten. Es ist eine tolle Stadt, es ist ein Verein mit einem tollen Umfeld und großen Ambitionen - leider aktuell, wie bei vielen anderen Traditionsvereinen auch, mit vielen Problemen. Seit meiner Unterschrift hat sich fast wöchentlich etwas an der Gesamtsituation verändert. Nichts ist eigentlich so, wie wir es in den Gesprächen geplant hatten. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich alle darum bemühen, dass der Verein überlebt. Es ist gerade ein echter Überlebenskampf. Uns ist ein Drittel vom Etat weggebrochen, seit sieben Monaten haben wir keine Zuschauereinnahmen mehr. Bei Aachen mit 5.500 bis 6.000 Zuschauern im Schnitt war das schon ein großer Anteil. Dann ist das ja leicht nachzuvollziehen.

Welche Ziele hattet ihr euch denn eigentlich für diese Saison gesetzt?

Die Mannschaft stand zwar beim Abbruch der letzten Saison auf dem sechsten Tabellenplatz, hatte aber 28 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Rödinghausen. Deshalb hatten wir es uns ursprünglich als Ziel gesetzt, diesen Abstand nach oben zu verkürzen. Wir wollten nach und nach die nächsten Schritte machen und näher oben ran rücken. Davon kann aber jetzt keine Rede sein. Wir gucken natürlich schon, dass wir unsere Punkte sammeln und unsere jungen Spieler entwickeln. Aber primär geht es jetzt darum, zu überleben.

Mal abgesehen vom Pokalfinale könnt ihr mit eurem Saisonstart zufrieden sein, oder?

Mal abgesehen davon, dass wir drei oder vier Spiele weniger haben als alle anderen und deshalb jetzt ganz viele englische Wochen haben werden, muss man schauen, wie wir da mit unserem kleinen Kader und vielen Verletzten durchkommen. Aber klar, 14 Punkte aus sieben Spielen ergeben einen Punkteschnitt von zwei. Das ist schon in Ordnung. Aber es stehen jetzt auch schwierige Aufgaben an - wenn wir die Spiele denn spielen dürfen.

Ihr habt ja auch erst fünf Gegentore kassiert. Die Abwehr scheint zu stehen.

Davon zwei in der Nachspielzeit am letzten Samstag! Wir haben 3:0 geführt. Nichtsdestotrotz haben wir eine gute defensive Stabilität und arbeiten weiter daran diese zu optimieren. Aber gut, es war wichtig, die drei Punkte zu holen.

Wie schätzt du den WSV ein und was erwartest du für ein Spiel?

Ich glaube, ich habe ein ganz gutes Bild von der Mannschaft, weil der WSV immer gegen unseren nächsten Gegner spielt. Von daher habe ich eigentlich so gut wie jedes Spiel gesehen, zwei oder drei im Stadion am Zoo. Ich glaube, dass Stephan Küsters, besonders auch zum Ende des Transferfensters hin, gut verpflichtet hat, gute Schritte gemacht hat. Ich sehe den WSV nach einer schwierigen Phase jetzt mit Thomas Richter, Stephan Küsters und auch im Hintergrund mit der Unterstützung von Friedhelm Runge wieder auf einem guten Weg. Das ist schon eine mehr als ordentliche Regionalligamannschaft, der eigentlich - bei optimalem Verlauf - auch ein Platz im oberen Drittel zuzutrauen ist.

Vielen Dank für das Gespräch, Stevie!

Quelle: neunzehn54

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