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Jan
WSV
14:00
SVL
Dienstag, 01.12.2020 -

Regionalliga West

Gegenspieler: SV Straelen

Unser Stadionmagazin neunzehn54 stellt den morgigen Gast vor

Neuer Versuch: Am morgigen Mittwoch, den 2. Dezember 2020 empfängt der WSV den SV Straelen zum Nachholspiel. Anstoß im Stadion am Zoo ist um 19:30 Uhr. In Ausgabe 3 des WSV-Stadionmagazins "neunzehn54" wurde der Gast - zum Zeitpunkt der ursprünglichen Spielansetzung am 24. Oktober - wie folgt vorgestellt.

Nur ein Jahr nach dem Abstieg ist der SV Straelen zurück in der Regionalliga West. Die Mannschaft von Trainerin Inka Grings lag zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs mit 19 Punkten Vorsprung bereits uneinholbar vorne. Mit zahlreichen namhaften Neuzugängen soll der Klassenerhalt diesmal geschafft werden.

Bei dieser Mission muss der Verein von der niederländischen Grenze jedoch ohne Erfolgstrainerin Inka Grings auskommen. Die 41-jährige Europameisterin trat nach etwas mehr als einem Jahr im Juni von ihrem Posten zurück. Das Verhältnis zwischen Grings und Hermann Tecklenburg war anscheinend nicht mehr das Beste: Der Bauunternehmer, seit mehr als 40 Jahren Hauptsponsor und der unumstrittene Boss, empfand die gemeinsamen Sitzungen als „reine Inka-hat-immer-Recht-Veranstaltungen.“ Die Nachfolge trat Grings‘ Co-Trainer Benedict Weeks an. Der erst 30-jährige Inhaber der A-Lizenz trainierte schon vor 10 Jahren Jugendmannschaften beim SC Union Nettetal und führte 2019 die erste Mannschaft des 1. FC Mönchengladbach als Cheftrainer zum Aufstieg in die Oberliga.

Nach sieben Spielen stehen die Grün-Gelben mit sechs Punkten auf dem vierzehnten Tabellenplatz. Dabei hatte es das Auftaktprogramm allerdings in sich: Mit Düsseldorf II, Fortuna Köln, Münster und Mönchengladbach II trafen die Straelener bereits auf vier Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Der einzige Saisonsieg wurde gegen Schalke II eingefahren, gegen Düsseldorf II, RWO und Rödinghausen wurden Unentschieden erreicht. Die entscheidenden Wochen kommen für den SV Straelen also wohl erst noch. Trotzdem zeigte sich Tecklenburg mit dem Saisonstart nicht zufrieden: „Borussia Mönchengladbach II war beispielsweise kein schwerer Gegner. Da steht eine bessere A-Jugend-Mannschaft auf dem Platz, die es ganz einfach zu schlagen gilt.“ Diese bessere A-Jugend-Mannschaft schlug unsere Mannschaft zwei Wochen später jedoch mit 5:1 und steht hinter der besseren A-Jugend von Borussia Dortmund auf Platz 3 der Tabelle.

Die Aufstiegsmannschaft um die ehemaligen WSV-Spieler Kevin Weggen und Shun Terada wurde mit dreizehn Neuzugängen verstärkt. Während Shun Terada nach 20 Toren in 17 Spielen zu Rot-Weiß Oberhausen wechselte, stand Weggen bisher in jedem Spiel auf dem Platz. Mit Robin Udegbe, der auf die Erfahrung aus über 180 Regionalligaspielen zurückblickt, wurde ein erfahrener Torwart verpflichtet. Der 29- jährige hatte sich in der dritten Liga beim KFC Uerdingen zuvor nicht durchsetzen können. Neuer Kapitän und Abwehrchef ist der niederländische Profi Ferry de Regt von Helmond Sport, der 80-mal für VVV-Venlo in der Eredivisie auflief und später 219-mal in der zweiten niederländischen Liga zum Einsatz kam. Der 21- jährige Linksverteidiger Jelle van Benthem entschied sich gegen eine Vertragsverlängerung beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo und unterschrieb stattdessen für zwei Jahre in Straelen. Für ganz vorne wurde Terence Groothusen (23) verpflichtet. Der 1,92 m große Stürmer spielte zuletzt in Malta beim FC Hibernians, mit dem er an der Qualifikation zur Europa League teilnahm. Er ist laut Straelens Sportlichem Leiter Stephan Houben „torgefährlich, durchsetzungsstark und bringt nebenbei auch noch die nötige Schnelligkeit mit.“ Diese Fähigkeiten zeigte er bislang laut Tecklenburg jedoch nicht regelmäßig: „Der Auftritt von Terence gegen Mönchengladbach hat mich stark an mein letztes Seniorenjahr erinnert, als ich mich mit 38 Jahren über den Platz geschleppt habe. Und da spielt er auch noch die beleidigte Leberwurst, als er ausgewechselt wird.“

Ende September folgte dann die spektakulärste Verpflichtung: Sinan Kurt, einst als eines der größten Talente im deutschen Fußball gehandelt, unterschrieb bis zum Saisonende an der Römerstraße. Der Mönchengladbacher hatte sich zuletzt beim SV Straelen fit gehalten, nachdem sein Vertrag beim österreichischen Zweitligisten WSG Tirol im Sommer 2019 nicht verlängert worden war. Seitdem war der inzwischen 24-jährige Offensivspieler vereinslos. 2014 wechselte er aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München und debütierte im März 2015 unter Pep Guardiola in der Bundesliga. Dabei blieb es bei den Bayern dann allerdings auch. 2016 wechselte Kurt für 500.000 Euro zu Hertha BSC Berlin, konnte sich aber auch dort nicht durchsetzen. Beim SV Straelen will er jetzt einen neuen Anlauf wagen. Gegen Rödinghausen legte er in seinem ersten Einsatz nach schönem Solo das 1:0 durch Vedran Beric auf.

(Die Zitate von Stephan Houben und Hermann Tecklenburg sind der Rheinischen Post vom 24.06.20 und 23.09.20 entnommen)

Quelle: neunzehn54

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