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Mittwoch, 14.04.2021 -

Regionalliga West

Gegenspieler: Borussia M'gladbach U23

Im Gespräch mit Heiko Vogel (Borussia M'gladbach U23)

Im Sommer 2019 war Heiko Vogel als Coach des KFC Uerdingen beim Niederrheinpokal-Finale im Stadion am Zoo. Heute kehrt er als Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach zur Nachholbegegnung des 27. Spieltags der Regionalliga West zurück. Vor dem ursprünglichen Spieltermin (Samstag, 20. Februar 2021) hat sich die neunzehn54-Redaktion für Ausgabe 7 des WSV-Stadionmagazins mit ihm unterhalten.

Wie ist das Wetter in Mönchengladbach und wie sind die Trainingsbedingungen?

Arktische Temperaturen und arktische Verhältnisse - wir haben heute minus sechs Grad gehabt. Es hat den ganzen Vormittag stark geschneit und war windig. Wir waren ein bisschen auf dem Kunstrasen, aber das war es dann auch.

Können Sie im Nachwuchsleistungszentrum nicht in der Halle trainieren?

Nein, wegen Corona müssen wir auch da stark improvisieren. Geschlossene Räume nutzen wir nur begrenzt, weil wir nicht mit der ganzen Mannschaft reinkönnen. Das erfordert im Moment maximale Flexibilität und Innovativität.

Sie haben den Trainerposten der U23 im Sommer übernommen. Wie zufrieden sind Sie bisher mit der Leistung ihrer Mannschaft?

Ich bin sehr zufrieden. Ich muss erst einmal konstatieren, dass die Regionalliga West mit den namhaften Traditionsvereinen sehr stark, vielleicht die stärkste Regionalliga ist. Wir müssen in nahezu jedem Spiel ans Limit gehen. Das ist genau das, was eine sehr junge U23 für die Entwicklung der Spieler braucht. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen, bis jetzt hat sie die Erwartungen absolut übertroffen.

Daran, wie gut die Aufsteiger in der dritten Liga zurechtkommen, sieht man ja die Stärke der Regionalligen.

Ja, kaum eine dieser Mannschaften hat in der dritten Liga etwas mit dem Abstieg zu tun. Oder wie gut Essen uns im DFB-Pokal repräsentiert: Dass eine Spitzenmannschaft der Regionalliga West ins Viertelfinale vorgedrungen ist, spricht für die Qualität dieser Liga. Insofern gilt mein Kompliment der ganzen Liga, der Leistungsdichte und dann natürlich meiner Mannschaft.

Ihre Mannschaft hat ziemlich zuverlässig gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte gepunktet, gegen die Mannschaften von oben - mit Ausnahme von Münster - aber nicht gewinnen können. Wo können Sie sich da noch verbessern?

Man muss ja immer die einzelnen Spiele sehen. Gegen Essen haben wir direkt nach einer dreiwöchigen Corona-Quarantäne gespielt. Deshalb waren wir nicht in Bestbesetzung und nicht im Vollbesitz unserer Kräfte. Gegen Dortmund haben wir ein formidables Spiel gemacht, aber es haben vier Leistungsträger gefehlt. Wir mussten dann verletzungsbedingt und wegen Absprachen mit der ersten Mannschaft wechseln. Bis zur 70. Minute haben wir noch 1:0 geführt (Endstand: 5:1 für Dortmund, Anm. d. Red.). Also, ich sehe das ganz und gar nicht so wie Sie und mache das nicht an den Ergebnissen fest. Ganz im Gegenteil: Wir haben in den Spielen gegen die unteren Mannschaften die meisten Punkte liegen gelassen - gegen den VfB Homberg, Bergisch Gladbach und die Sportfreunde Lotte haben wir verloren.

Ist Ihre Mannschaft nicht stärker, wenn sie das Spiel machen kann?

Wir tun uns eher ein bisschen leichter, wenn eine Mannschaft mitspielt. Aber wie gesagt, ich finde die Leistungsdichte wirklich enorm. Man darf keine Mannschaft unterschätzen. Alle haben eine Berechtigung in der Liga und alle können punkten. Bergisch Gladbach war bei unserem 2:1-Sieg brandgefährlich. Den perfekten Gegner, gegen den wir uns leichter tun, gibt es daher nicht. Alle Mannschaften haben die Qualität, uns ärgern zu können. Aber wenn wir unsere Leistung bringen und ans Limit gehen, können wir natürlich auch jede Mannschaft schlagen - den Ersten sowie den Letzten der Liga.

Trotzdem haben Sie jetzt 70 Punkte als Ziel ausgegeben.

Wir haben bei einem Nachholspiel 32 Punkte in der Hinrunde geholt. Jetzt müssten wir, um die 70 zu erreichen, 38 Punkte holen. Das ist doch ein vernünftiges Ziel. Man will ja die Rückrunde besser abschließen als die Hinrunde. Ich denke, dass das realistisch ist. Zumindest ist das ein Anreiz für die Mannschaft und ich finde es immer gut, ein klar formuliertes Ziel in Form von Punkten zu haben. Dann schauen wir mal, wo wir am Ende des Tages stehen. Natürlich müssen wir dafür gut performen. Aber ich gehe auch davon aus, dass meine junge Mannschaft sich entwickelt und noch größere Leistungsreserven hat als andere Teams.

Das Hinspiel war mit 5:1 deutlich. Was erwarten sie für ein Spiel im Stadion am Zoo?

Es war deutlich, aber man muss fairerweise sagen, dass uns auch nahezu alles gelungen ist. Gerade zu Beginn haben wir eine gnadenlose Effizienz gezeigt. Das Resultat hat den Verlauf nicht zu 100 Prozent widergespiegelt. Jetzt haben wir, glaube ich, ganz andere Voraussetzungen. Ich habe meiner Mannschaft auch in der Hinrunde gesagt, dass mit Wuppertal eine richtig gute Truppe kommt. Durch die Neuzugänge ist die Qualität mit Sicherheit nicht schlechter geworden. Dementsprechend erwarte ich ein superschweres Spiel, was uns wieder einmal an die Leistungsgrenze führen muss. Unser Ziel ist es natürlich, die drei Punkte zu holen. Und wenn wir es schaffen, an unsere Leistungsgrenze zu kommen, stehen unsere Chancen für einen dreifachen Punktgewinn nicht schlecht. Euer Team hat bestimmt auch das Hinspiel noch im Kopf und will ein bisschen was gut machen. Das wird eine superschwere Sache für uns. Ich hoffe auf die gleiche Effizienz unsererseits wie im Hinspiel (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!

Quelle: neunzehn54

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