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Freitag, 02.04.2021 -

Regionalliga West

Gegenspieler: VfB Homberg

Im Gespräch mit Sunay Acar (VfB Homberg)

Im Sommer hat Trainer Stefan Janßen, der den VfB Homberg zuvor von der Landesliga in die Regionalliga geführt hatte, den Verein nach fünf Jahren verlassen. Sein Nachfolger ist Sunay Acar, der schon in der Jugend für die Schwarz-Gelben spielte und seit 2008 als Spieler und Trainer ununterbrochen im Verein aktiv ist. Vor der Begegnung am 33. Spieltag der Regionalliga West hat sich die neunzehn54-Redaktion für Ausgabe 8 des WSV-Stadionmagazins mit dem 42-Jährigen unterhalten.

Hallo Sunay, wie zufrieden bist du bisher mit der Saison?

Wir hatten nach dem Weggang von Stefan Janßen einen Umbruch und mussten viele neue Spieler integrieren. Der Start war deshalb schwierig und es war auch wegen Corona eine Herausforderung, sich als Team zu finden. Corona hat jede Mannschaft getroffen. Aber es war hart, nach einem Lauf mit drei Siegen im November wegen eines Corona-Falls in Quarantäne zu müssen. Mit vielen Verletzten und ohne hauptamtliche Fußballer, die sich nur auf den Fußball konzentrieren müssen, entstehen dann viele Nebengeräusche, die wir aber, glaube ich, gut gemeistert haben. Letztes Jahr war es um diese Zeit schon aus, aber dieses Jahr wollen wir am Ende über dem Strich sein. Das ist möglich, aber wir müssen dafür noch vieles richtig machen und mehr arbeiten als die anderen. Wenn uns das gelingt, bin ich zufrieden.

Mit Cottrell Ezekwem habt ihr im Winter einen Innenverteidiger geholt, der direkt Stammspieler geworden ist.

Wir mussten im Winter drei Abgänge verkraften und haben mit ihm einen neuen Spieler geholt. Er hat sich gut reingearbeitet und ist gut in die Mannschaft reingekommen. Er hat bei uns eine Woche probetrainiert, wir fanden ihn gut und es hat auch menschlich gepasst. Er kam jetzt vom ZFC Meuselwitz und wurde bei 1860 München ausgebildet. Mit seiner Größe von über zwei Metern gibt er uns sehr viel Stabilität, die wir brauchen, da wir vorher zu viele Gegentore nach Standards bekommen haben. Wir mussten was machen, da uns Mo Redjeb mit seiner physischen Stärke verlassen hat, um sein Studium in den USA fortzusetzen.

Es wird gerade über den Restart in den unteren Ligen diskutiert. Wie siehst du das als Vertreter von einem kleineren Verein?

Du dürftest in den unteren Ligen in meinen Augen nicht weiterspielen. Ohne uns kleinreden oder als Regionalligist arrogant wirken zu wollen: Wir erleben das besonders in den letzten sechs Monaten. Wir wissen wie es ist, mittwochs abends nach Aachen oder Rödinghausen zu fahren und am nächsten Morgen um sechs Uhr aufstehen und zur Arbeit gehen zu müssen - was das für Körner kostet. Ich frage mich, wie die das machen wollen. Normalerweise machst du nach vier Wochen Sommerpause eine Vorbereitung von fünf bis sechs Wochen, um auf den Punkt genau fit zu sein. Jetzt liegen die Jungs seit vier bis fünf Monaten flach. Und die sollen jetzt drei Wochen Zeit haben, sich auf 15 Spiele mit Niederrheinpokal innerhalb von acht Wochen vorzubereiten? Unabhängig von Corona fliegen denen doch dann die Muskeln und Kreuzbänder um die Ohren. Das ist für mich nicht machbar und im Moment so ein bisschen Träumerei. Die Gesundheit der Spieler sollte immer das Maß sein.

Letztes Jahr waren einige Mannschaft abgeschlagen, jetzt ist die Liga ausgeglichener. Woran liegt das?

Die Qualität ist generell, finde ich, um anderthalb Ligen höher als in der Oberliga. Fehler werden einfach viel, viel schneller bestraft. Aber wir haben dazugelernt, und die anderen Jungs haben das bestimmt auch. Ich finde es auch spannender, wenn keine Mannschaft mit acht oder neun Punkten unten steht. Wir haben zu Hause gegen Dortmund gepunktet, wir haben Wuppertal und Köln geschlagen - das macht ja auch den Fußball aus, wenn die Kleinen mal die Großen schlagen können. Alles ist ein bisschen enger geworden und die Qualität ist ein bisschen höher als letztes Jahr.

Was erwartest du für ein Spiel im Stadion am Zoo?

Ein ganz anderes als in der Hinrunde. Im Winter war ich ein bisschen mit Stephan Küsters in Kontakt - wir kennen uns schon sehr lange. Er hat einiges bewegt: Die Mannschaft hat ein ganz anderes Gesicht und einen neuen Trainer. Die letzten Ergebnisse haben gezeigt, dass diese tolle Truppe nicht da unten hingehört. Wuppertal hat im Winter knallhart nachgelegt, an Qualität hinzugewonnen und menschlich scheint es auch zu passen. Das ist die einzige Mannschaft, von der du sagst: ‚Die haben sich enorm verstärkt‘. In der Hinrunde hatten wir sie in einer Phase bei uns, als sie nicht gut drauf waren. Wir haben einen großen Fight geliefert und ein knappes 2:1 geholt. Wir müssen jetzt nochmal eine Schippe drauflegen, um bei euch etwas mitnehmen zu können.

Danke für das Gespräch!

Quelle: neunzehn54

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