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Jan
WSV
14:00
SVL
Dienstag, 08.12.2020 -

Verein

„Wir möchten zeigen, dass es auch anders geht“

Zur Saison 2019/20 gründete der WSV auf Initiative von Frank Niederhoff und Stefan Schey zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte eine Frauenfußballmannschaft. Die Premierensaison in der untersten Spielklasse, der Frauenkreisliga Gruppe 3, verlief aufregend. 18 Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage bedeuteten den Aufstieg als Tabellenführer in die Bezirksliga Gruppe 2. Dort möchte das Team nun erst mal ankommen und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Ein neunzehn54-Bericht zur aktuellen Lage unserer Frauenmannschaft

Stefan Schey sitzt im WSV-Fanshop und bringt rot-blaue Fanartikel an Mann, Frau und Kind. Er spricht mit leiser Stimme und macht einen ausgeglichenen Eindruck. Wenn man es nicht besser wüsste, käme man nicht auf die Idee, dass dieser Mann quasi in jeder Sekunde unter Hochdruck mehrere Dinge gleichzeitig für den WSV erledigt. Enorm viel Zeit und Herzblut steckt er dabei in die Arbeit für das WSV-Frauenfußballteam, kümmert sich zum Beispiel um deren Ausrüstung. Doch was ist sein Antrieb? „Ich mache das aus Respekt gegenüber dem Frauenfußball. Erfahrungen zeigen, dass Frauen woanders die gebrauchten Trikotsätze der Herren tragen müssen. Wir möchten einen anderen Weg gehen und zeigen, dass es auch anders geht.“ So war es auch eine Selbstverständlichkeit, nach dem Aufstieg den kompletten Kader mit in die Bezirksliga zu nehmen: „Wir haben mit allen ausführliche Videokonferenzen geführt. Jede Spielerin, die bleiben wollte, haben wir mit in die Bezirksliga genommen. Als Dankeschön, weil diese Spielerinnen schließlich alles mit aufgebaut haben.“

Respektvoller Umgang - eine Philosophie, die den Nährboden bereitet für mannschaftliche Geschlossenheit und eine positive Atmosphäre, die die Spielerinnen zu schätzen wissen. So sagt die 23-jährige Laura Zimmermann, die trotz höherer Angebote im Sommer 2020 beim WSV geblieben ist: „Ich fühle mich beim WSV sehr gut aufgehoben. Hier bekommt man das Gefühl vermittelt, dass man zum WSV gehört und nicht bloß eine Mannschaft nebenbei ist. Hier habe ich sehr gute Freundinnen gefunden.“ Die 18-jährige Mittelfeldspielerin Nele Lehnert äußert sich ähnlich: „Ich bin gerne beim WSV geblieben wegen der Freundschaften, die man hier geschlossen hat.“

Der Start in die Bezirksliga verlief vielversprechend

Naturgemäß wurde der Kader nach dem Aufstieg punktuell verstärkt, wobei Stefan Schey betont, dass keine Spielerin aktiv bei einem anderen Verein abgeworben wurde, sondern Kandidatinnen von sich aus zum Probetraining erschienen sind. Die Rolle des Aufstiegsfavoriten, die dem WSV teilweise von anderen Clubs zugeschrieben wird, weist Stefan Schey entschieden von sich: „Natürlich will man als Sportler jedes Spiel gewinnen, aber wir sind nicht so vermessen zu sagen, wir spielen ganz oben mit. Da gibt es aktuell stärkere Teams in der Liga. Unser Ziel ist es, in der Liga anzukommen, eine vernünftige Runde zu spielen sowie nach und nach etwas aufzubauen. Wir mussten letztes Jahr nicht aufsteigen und dieses Jahr auch nicht. Wir wollen Spaß am Fußball haben und einen möglichst ansehnlichen Fußball spielen.“

Überhaupt räumt Stefan Schey mit einem Vorurteil auf, mit dem die Mannschaft teilweise konfrontiert wird: „Natürlich ist der Wuppertaler SV ein großer Name, der für Aufmerksamkeit und möglicherweise mehr Zuschauer als woanders sorgt. Wir sind aber als reine Hobbygruppe an den Verein angeschlossen, in der viel auf Eigeninitiative beruht. Hier verdient keiner Geld - weder Trainer, noch Spielerinnen oder sonst wer.“ Entsprechend hoch ist auch der Einsatz von Artur Serek (Cheftrainer), Pascal Serek (Co-Trainer) und Sebastian Weiberg (Torwarttrainer), sowie Pamela Serek, Sabrina Himmelreich und Jens Himmelreich (Betreuer/innen) zu bewerten, ohne die der Aufbau der Abteilung erst gar nicht möglich gewesen wäre. So treffen sich die Frauen neben Beruf, Ausbildung und Studium zwei Mal wöchentlich in ihrer Freizeit für jeweils eineinhalb Stunden zum Training. Die Fußballbekleidung und -ausrüstung, für die jede Spielerin einen Eigenanteil entrichten musste, wird natürlich selbst gereinigt und geputzt.

Der Start in die Bezirksligasaison verlief für den Aufsteiger durchaus vielversprechend. Fünf Siegen stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber. Die WSV-Frauen freuen sich über jede Unterstützung durch die rot-blaue Anhängerschaft. Aus den bekannten Gründen musste und muss der Spielbetrieb jedoch im November und Dezember zunächst einmal pausieren.

Quelle: neunzehn54

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