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Mittwoch, 09.12.2020 -

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Laura Zimmermann: „Ich habe einfach Lust auf Fußball“

Ein Portrait der neunzehn54-Redaktion

Laura Zimmermann ist Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der WSV-Frauenmannschaft. Mit 12 Toren in 12 Kreisliga-Spielen 2019/20 und neun Treffern in den ersten sieben Bezirksligapartien 2020/21 ist sie zudem enorm torgefährlich. Höchste Zeit für eine Vorstellung der 23-jährigen.

Im Alter von gerade einmal 18 Jahren brach für Laura Zimmermann eine Fußballwelt zusammen. Soeben hatte sie die niederschmetternde Diagnose erhalten: Kreuzband- und Meniskusriss, Knorpelschaden – Operation. Dabei war sie doch gerade „auf dem Sprung“. Sie hatte die U-Mannschaften bei Bayer Leverkusen durchlaufen und war Teil der Bundesliga-Mannschaft gewesen, für die sie auch schon ein Freundschaftsspiel bestritten hatte. Aufgrund des extrem hohen Trainingspensums hatte Laura jedoch die Entscheidung getroffen, zunächst das Abitur zu machen und übergangsweise beim SV Jägerhaus-Linde „am Ball“ zu bleiben, um nach der Schule ihre Fußballlaufbahn in Leverkusen auf höchstem Niveau weiter zu verfolgen. Doch die schwere Verletzung machte ihr einen Strich durch die Rechnung, was natürlich zunächst nicht leicht zu akzeptieren war: „Das war eine harte Zeit, in der ich mich oft gefragt habe, warum ich? Ich habe befürchtet, nie mehr Fußball spielen zu können.“ Doch nach zwei Jahren stand Laura wieder auf dem Platz, spielte mit Schmerzen und der Ungewissheit, ob das Knie halten würde. Es hielt - und Laura wagte den fußballerischen Wiedereinstieg beim FC Remscheid. Nach nur einem Monat löste sich die Mannschaft jedoch bereits wieder auf. Dann sah Laura im Sommer 2019 eine Facebook-Meldung, in der der Wuppertaler SV zwecks Gründung einer Damenmannschaft Spielerinnen suchte und meldete sich bei Stefan Schey.

Aufgewachsen auf dem Fußballplatz

Laura Zimmermann begann im Alter von fünf Jahren in Remscheid mit dem Fußballspielen. Reine Mädchenmannschaften gab es nicht, so dass sie zunächst bei den Jungs mitspielte. Rückblickend eine schöne Zeit: „Das Spielen in den Jungenmannschaften hat viel mehr Spaß gemacht - vom Tempo und Ehrgeiz her. Ich habe dort Körpereinsatz und Durchsetzungsvermögen gelernt.“ Für Lauras Eltern sei es das Schönste gewesen, jedes Wochenende auf dem Fußballplatz zu stehen und ihre Tochter dort aufwachsen zu sehen. Auch ihr Bruder und Großvater sind fußballbegeistert. Noch heute wird sie durch ihre Familie leidenschaftlich unterstützt. Mit 14 Jahren wechselte Laura zu Bayer Wuppertal in eine Mädchenmannschaft, absolvierte Spiele für die Niederrhein-Auswahl und wurde schließlich von Bayer Leverkusen gesichtet. Ein Jahr U15, zwei Jahre U17-Bundesliga, Einsätze in der Mittelrhein-Auswahl und schließlich Training in der ersten Mannschaft: Auch in Leverkusen ging es zunächst immer weiter bergauf und Laura kam in den Genuss, mittels Fahrdienst des Vereins zwischen Wuppertal und Leverkusen zu pendeln. „Man fühlt sich ganz gut dabei, das ist schon was Tolles“, gibt die heute 23-jährige zu. Doch trotz solcher Annehmlichkeiten tat sich ein erster Wendepunkt im Leben auf, der Laura zu einer wichtigen Entscheidung brachte: „Abitur und Erstligafußball in Leverkusen, das hat zeitlich nicht funktioniert. Man hätte mit Fußball nicht ausreichend verdient, deshalb war es mir wichtiger, zunächst meinen Schulabschluss zu machen und etwas Anständiges zu lernen. Ich wollte außerdem genug Zeit für mich selbst und meine Freunde haben.“ Laura machte ihr Abitur auf der Erich-Fried-Gesamtschule in Ronsdorf und spielte währenddessen bei Jägerhaus-Linde, um anschließend planmäßig nach Leverkusen zurückzukehren. Doch dann kam die Verletzung.

Heute arbeitet Laura Zimmermann als Auszubildende zur Personaldienstleistungskauffrau bei einem Personaldienstleister in Elberfeld. Sie wohnt in Remscheid, an der Grenze zu Wuppertal, und trifft sich in der Freizeit gerne mit Freundinnen, zum Beispiel zum Essen oder Shoppen. Lauras Fußballwelt ist nach ihrem Wechsel zum WSV wieder in Ordnung. Mit ihrer Erfahrung, spielerischen Klasse und Torgefahr möchte sie der jungen Mannschaft in ihrer Entwicklung helfen. „Fußball beim WSV ist mein Hobby, das ich - auch ohne Geld zu bekommen - so gerne mache, dass ich dafür auf andere Sachen verzichte. Ich weiß, was ich will. Ich habe einfach Lust auf Fußball und Lust zu gewinnen“, sagt die 23-jährige, die im Gespräch dasselbe Selbstbewusstsein ausstrahlt wie auf dem Platz.

Wir wünschen Laura Zimmermann Gesundheit, Erfolg in ihrem beruflichen Werdegang und viele Tore im rot-blauen Trikot!

Quelle: neunzehn54

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