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WSV
Montag, 16.11.2020 -

Vorstand

„Ist in Wuppertal leistungsorientierter Fußball gewünscht und gewollt?“

Das große neunzehn54-Vorstandsinterview - Teil 1

Im Stadion am Zoo traf sich die neunzehn54-Redaktion für Ausgabe 4 des WSV-Stadionmagazins mit dem Vorstand - Thomas Richter (Sport), Melanie Drees (Finanzen) und Ulrich Zerrath (Restrukturierung) - zu einem ausführlichen Gespräch über die aktuelle Lage beim WSV und die nächsten Ziele. Hier ist Teil 1 des großen Vorstandsinterviews:

Guten Tag zusammen. Für den Gesamtkontext würden wir gerne mit der Saison 2019/20 beginnen, in der ein so genannter „Schmalspuretat“ aufgestellt wurde. Der WSV wandelte permanent an der Schwelle zur Insolvenz. Wie kann man den Verlauf der Saison 2019/20 rückblickend zusammenfassen?

M. Drees: Der Teamgeist der Mannschaft hat in dieser Saison intern einiges bewirkt. Die Jungs haben nicht viel verdient, aber wirklich bemerkenswerten Einsatz für den Verein gezeigt, weil sie einfach davon überzeugt waren, dass der WSV eine Zukunft hat und sie ein Teil davon sein können. Und diese Einstellung haben sie an die Fans transportiert. Ich möchte der gesamten Mannschaft - auch den Spielern, die uns mittlerweile verlassen haben - ausdrücklich dafür danken, dass sie trotz aller Querelen ihr komplettes Herzblut für den WSV gegeben haben. Mein ebenso großer Dank geht an die Ehrenamtlichen und die Übungsleiter, die den Verein in dieser enorm schwierigen Zeit unterstützt haben.

Ist die Etatplanung bis zur Corona-Pandemie soweit aufgegangen?

M. Drees: Ja, wir haben es geschafft, nach den Zahlen, von denen wir zu Beginn der Saison ausgehen konnten, im Plan zu sein. Aber dann kam Corona, womit natürlich niemand rechnen konnte. Das hat uns sozusagen komplett die Beine weggehauen und es ging nichts mehr.

Mit der Corona-Pandemie kamen der Saisonabbruch und die entsprechenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Zu diesem Zeitpunkt war auch Thomas Richter schon dabei. Wie ist der WSV durch diese Zeit gekommen?

M. Drees: Es gab nicht nur keine Zuschauereinnahmen mehr, sondern auch keine Sponsoreneinnahmen, denn ohne Leistung gibt es eben kein Geld. Für uns war von jetzt auf gleich alles weg. Zu diesem Zeitpunkt ist Herr Runge bei uns eingesprungen und hat die gesamte Zeit die wesentlichen Fixkosten, also insbesondere die Spielergehälter, getragen.

Th. Richter: Ich bin im Januar dazugekommen. Nach der Trennung von Karsten Hutwelker bin ich gefragt worden, ob ich helfen könne. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, habe ich zugesagt. Das Ziel aller - und damit der Auftrag an mich - war, sportlich die Liga zu halten. Das war die Ausgangssituation, in der ich im Januar zunächst einmal meine Zusage bis zum Saisonende gegeben habe. Mir wurde im Folgenden allerdings schnell klar, dass die Gemengelage hier beim WSV nicht nur schwierig und unübersichtlich, sondern dramatisch war. Nach relativ kurzer Zeit wurde mir das Ausmaß der Situation deutlich, insbesondere dass man sich von Monat zu Monat hangeln musste, um die Finanzierung der laufenden Saison sicherzustellen. Dabei war natürlich völlig klar, dass es sich nur um eine kurzfristige Ausnahmesituation handeln kann, die keinen Bestand als eine Dauerlösung haben durfte. Im sportlichen Bereich musste die Trainerfrage zeitnah entschieden werden. Nach meinem ersten Gespräch mit Pascal Bieler war schnell klar, dass er die Mannschaft hauptverantwortlich als Cheftrainer übernimmt, mit aller Rückendeckung und dem vollsten Vertrauen. Ich denke, dass die Mannschaft -  mit den Spielern, die im Januar noch dazugekommen waren - die Qualität hatte, den Klassenerhalt sportlich zu schaffen. Die Mannschaft hatte und hat Substanz, Wille und Leidenschaft. Der Teamgeist, den Melanie ansprach, war für mich bereits im Januar erkennbar. Ich bin nach wie vor felsenfest davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt auch sportlich geschafft hätten, wenn Corona nicht gekommen wäre. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs standen wir auf einem Nichtabstiegsplatz und selbst wenn es Absteiger gegeben hätte, wären wir nach Quotientenregel und sämtlichen anderen Berechnungen definitiv immer drin geblieben. Dann wurden wir aber von den Ereignissen überholt, was die wirtschaftliche Seite angeht und ich persönlich muss ganz klar sagen: Friedhelm Runge war in dem Moment der Retter des Vereins, indem er die Zahlung der ohnehin spärlichen Spielergehälter bis Saisonende gesichert hat. Dank der Unterstützung von Friedhelm Runge konnten wir den Spielern eine seriöse Basis bieten, die Phase des Lockdowns - mit stillgelegtem Trainings- und Spielbetrieb - gemeinsam zu überstehen. Damit konnten wir wiederum ein klares Signal an die Spieler senden, dass beim WSV eine Verlässlichkeit herrscht, mit der wir im nächsten Schritt in eine Planung gehen konnten, was die kurz- und mittelfristige Ausrichtung des WSV angeht.

Etwa ab Mitte 2020 wurde Friedhelm Runge dann als „Ankersponsor“ vorgestellt. Was heißt diese Rolle konkret?

Th. Richter: Ganz konkret heißt das, dass der WSV ohne Friedhelm Runge nicht überlebensfähig gewesen wäre. Das muss man ganz klar und ohne „wenn“ und „aber“ betonen. Herrn Runge liegt der WSV so sehr am Herzen, dass er den Verein nicht untergehen lassen wollte. Ankersponsor heißt, dass er für diese und nächste Saison die Basis sicherstellt, so dass wir mit einem vernünftig kalkulierten Etat und sauberen, glatten Spielerverträgen eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Beine stellen konnten. Vor allem mit Verträgen, bei denen die Spieler sich nicht schon am 20. des Monats fragen müssen, wie sie die restlichen zehn Tage überstehen sollen. Herr Runge als Ankersponsor hat damit sichergestellt, dass wir das Jahr der Konsolidierung angehen können, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich.

Im Juni 2020 hat der WSV die zweite Insolvenz nach 2013 angemeldet. Was waren die Gründe für den Antrag?

Th. Richter: Die Situation - auch und gerade durch die Folgen der Corona-Pandemie - hat sich nach Prüfung aller Umstände so dargestellt, dass so hohe Verbindlichkeiten auf dem Verein gelastet haben, dass die Beantragung der Insolvenz unumgänglich war.

U. Zerrath: Die Einleitung des Insolvenzverfahrens war der einzige und auch richtige Schritt. Auf dem Wuppertaler SV lasteten Verbindlichkeiten von 1,5 Millionen Euro, 400.000 Euro waren sofort fällig und 1,1 Millionen Euro waren Darlehen, die natürlich eines Tages zurückgezahlt werden müssen. Aus der Ertragskraft Zuschauereinnahmen ist dies nicht möglich. Jeder Regionalligist stellt einen Etat auf aus Zuschauereinnahmen, Merchandising und hauptsächlich Sponsoren. Und kein Sponsor ist bereit, für die Altverbindlichkeiten zu bezahlen. Es besteht somit die Erwartungshaltung der Sponsoren, dass der Verein schuldenfrei ist. Aus diesem Grund wurde das Insolvenzverfahren mit dem Ziel eingeleitet, das Vorerwähnte zu erreichen. Wir stehen in ständigem Austausch mit dem eingesetzten Sachwalter, Herrn Dr. Andres, der den Insolvenzplan für gut befunden hat. Nach der Gläubigerversammlung im November wird der WSV, wenn alles planmäßig verläuft, schuldenfrei sein. Einen anderen Weg hätte es nicht gegeben und anders wäre eine Sponsorengewinnung nicht möglich gewesen. Ganz konkret: Ein Trikotsponsor wie die Stölting Group aus Gelsenkirchen wäre nicht eingestiegen, wenn es hier keine Zukunftsperspektive gegeben hätte. Und zu dieser Zukunftsperspektive hat eben auch der Ankersponsor Friedhelm Runge beigetragen, der bereit war zu helfen, jedoch zur Grundvoraussetzung gemacht hat, sich von den Altverbindlichkeiten zu befreien.

Beinhaltet der Insolvenzplan, dass bereits Gespräche mit den Gläubigern geführt wurden?

U. Zerrath: Nein. Mit dem Insolvenzplan wurde dem Gericht ein Vorschlag gemacht, wie es weitergehen könnte. Zu dem Plan gehört, die Profiabteilung demnächst auszugliedern. Zu dem Plan gehört, den Gläubigern eine gewissen Quote zu unterbreiten, mit der der Verein erhalten bleibt und die Gläubiger besser gestellt sind, als in die Pleite zu gehen. Das Gericht hat den Insolvenzplan als schlüssig beurteilt und angenommen. Auch der Sachwalter hat den Insolvenzplan bestätigt. Nun liegt es an den Gläubigern, in einem Termin, der noch vom Gericht bestimmt wird, zu entscheiden. Die Gläubiger werden zuvor schriftlich über den Insolvenzplan informiert, nehmen dann an dem Termin teil und stimmen ab. Es sollte zu erwarten sein, dass die Gläubiger vernünftigerweise für die unterbreitete Quote stimmen anstatt letztlich gar nichts zu bekommen.

Muss die Entscheidung einstimmig erfolgen?

U. Zerrath: Nein, es müssen sich zwei Mehrheiten ergeben. Zum einen die Kopfmehrheit, das heißt mehr als die Hälfte der ca. 50 Gläubiger muss zustimmen, und zum anderen die Summenmehrheit, das heißt der mehrheitliche Teil der ca. 1,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Ergeben sich die beiden Mehrheiten, muss das Ergebnis von allen akzeptiert werden.

Der WSV wäre ab dem Moment dieser Entscheidung schuldenfrei?

U. Zerrath: Richtig, das wäre der letzte Schritt. Der WSV wäre absolut schuldenfrei und die neue Saison wäre bereits abgesichert durch Sponsoren.

Das Insolvenzverfahrens wird in Eigenverwaltung abgewickelt, richtig?

U. Zerrath: Richtig. Die Eigenverwaltung bestand seit der Antragstellung. Seit dem 25. Juni waren wir in vorläufiger Eigenverwaltung, so lange noch nicht über die Insolvenzeröffnung entschieden worden war, und seit dem 1. September sind wir in endgültiger Eigenverwaltung. Die Geschicke des Vereins werden durch den Vorstand bestimmt und unterliegen der Überwachung des Sachwalters sowie - gemäß der satzungsrechtlichen Bestimmungen - der Überwachung des Verwaltungsrats, der ständig informiert wird. Der Sachwalter bekommt jeden Auszug und jeden Vertrag zugestellt. Um das nochmals klarzustellen: Ziel der Eigenverwaltung ist die Fortführung des Vereins und nicht die Zerschlagung. Eine Eigenverwaltung würde keinen Sinn machen, wenn der Verein ohnehin eines Tages liquidiert und im Vereinsregister gelöscht würde. Ich kann sagen, dass derzeit alles nach Fahrplan läuft, wie es von uns angedacht gewesen ist. Und im nächsten Schritt soll dann - so hat es der Verwaltungsrat beschlossen - die Ausgliederung der ersten Mannschaft bis zum Saisonstart am 1. Juli 2021 abgeschlossen sein.

M. Drees: Bekanntermaßen war uns zwischenzeitlich die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Ich habe mit Hochdruck daran gearbeitet, dass wir sie zurückbekommen, was erfreulicherweise nun eingetreten ist. Die Erste Mannschaft wäre immer wieder das Risiko, weshalb die Gemeinnützigkeit aberkannt werden könnte. Zum Schutz der Jugend und des Gesamtvereins - damit die Gemeinnützigkeit künftig erhalten bleibt und die Abteilungen über Spenden finanziert werden können - ist die Ausgliederung der Ersten Mannschaft der einzig logische Schritt.

U. Zerrath: Man macht dies aus zwei Gründen: Es gibt viele Sponsoren, die für die Jugend spenden, aber nicht die anhängende Profiabteilung mitfinanzieren möchten. Diese Sponsoren spenden nur an den Verein, wenn der wirtschaftliche Träger ausgegliedert ist. Der zweite Punkt ist, dass im Falle einer Ausgliederung das wirtschaftliche Risiko beschränkt ist auf den wirtschaftlichen Träger. Aus meiner Berufserfahrung kann ich sagen: Im Fall der Fälle würde sich eine Insolvenz nur noch auf den wirtschaftlichen Träger beziehen und man hätte es bei der Abwicklung viel einfacher, weil man nur noch den wirtschaftlichen Träger austauschen müsste. Im Osten ist dies gang und gäbe, siehe das Beispiel Chemnitzer FC. Es geht nicht der Verein in die Insolvenz, sondern nur der wirtschaftliche Träger.

M. Drees: Natürlich ist es so, dass Spenden zweckgebunden sind, das heißt, sie dürfen nicht in den wirtschaftlichen Bereich fließen und dort verwendet werden. Trotzdem herrscht in der Allgemeinheit die Befürchtung, dass eine Spende an den Verein ihren Zweck verfehlt und „weg“ ist, wenn es der Ersten Mannschaft nicht gut geht.

U. Zerrath: Im Zeitraum, als uns die Gemeinnützigkeit aberkannt worden war, haben wir im Übrigen natürlich keine Spenden angenommen, so dass diesbezüglich kein Schaden entstanden ist.

Bedeutet die Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft einen Vorteil bei der Gewinnung von Sponsoren?

U. Zerrath: Ja, sicher. Die Sponsoren möchten ja nicht nur Geld geben, sondern auch einen gewissen Einfluss haben. Das haben sie bei einem eingetragenen Verein nicht. Aber in einer Gesellschafterversammlung können sie eine gewisse Stimmenanzahl geltend machen und ihre Ziele einbringen.

Th. Richter: Ungeachtet aller Möglichkeiten, die wir haben - denn es gibt bekanntlich unterschiedliche Formen von Kapitalgesellschaften - bleibt aus meiner Sicht trotzdem die alles entscheidende Frage: Wenn wir dieses Jahr der Konsolidierung auf beiden Ebenen, wirtschaftlich und sportlich, erfolgreich gemeistert haben, ist im Folgenden in Wuppertal leistungsorientierter Fußball gewünscht? Und damit ist natürlich konkret eine entsprechende Finanzierung der Abteilung „Erste Mannschaft“ gemeint. Das kann, will und wird nicht Friedhelm Runge alleine sein, so viel ist ganz klar. Friedhelm Runge hilft, aber wenn leistungsorientierter Fußball in der Tradition mit der Marke WSV hier in Wuppertal gewünscht und gewollt ist, dann muss die Finanzierung von mehreren Seiten erfolgen. Vom Fanpotenzial her wissen wir alle, was hier in Wuppertal möglich ist, wenn man solide und seriös arbeitet, dafür kennen wir den Verein alle lange genug. Aber die Frage, ob leistungsorientierter Fußball in Wuppertal gewünscht ist, muss ungeachtet aller möglicher Formen einer Kapitalgesellschaft noch beantwortet werden. Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, wenn Friedhelm Runge zwei Jahre lang sämtliche Abmachungen einhält, aber nicht gleichzeitig das Fundament für leistungsorientierten Fußball geschaffen wird. Klar, wir haben Corona, die Wirtschaft leidet, wir haben Einschnitte im privaten und persönlichen Bereich. Wir als WSV haben dieselben Probleme wie alle anderen Regionalligisten auch, nämlich dass wir die Zuschauereinnahmen nicht kalkulieren können. Wir müssen davon ausgehen, dass uns dieser Zustand bis auf Weiteres begleitet. Umso wichtiger ist es, dass wir Überzeugungsarbeit dafür leisten, dass hier in Wuppertal wieder etwas auf breiter Ebene bewegt wird im Sinne des WSV. Wenn das nicht der Fall sein sollte, sage ich auch ganz klar: Wir wollen nicht mehr in dieselbe Situation hineingeraten, die wir jetzt gerade durchgestanden haben. Dann wäre die Konsequenz, dass der Etat, den wir auf die Beine stellen können, nicht für leistungsorientierten Fußball ausreichen würde. Die Regionalliga ist weder Profi-, noch Amateurliga, sondern hängt irgendwo dazwischen. Jeder weiß, wie schwierig es ist, von der vierten in die dritte Liga aufzusteigen, wo man wieder Einnahmen aus der Fernsehvermarktung erzielen könnte. Und wenn diese Ambitionen nicht gewünscht wären, müsste man konsequenterweise wieder in die Oberliga zurückgehen oder in der Regionalliga Jahr für Jahr ums sportliche Überleben kämpfen. Wir werden jedoch nicht mehr zulassen, dass der Verein beispielsweise in zwei Jahren wieder in einer Schieflage dasteht, denn das macht überhaupt keinen Sinn. Nochmal: Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem diese alles entscheidende Frage beantwortet werden muss.

U. Zerrath: Ich kann das wie folgt unterstützen: Als ich hier hingekommen bin, habe ich Herrn Runge erst kennengelernt. Er ist authentisch. Er möchte keine One-Man-Show sein, denn das hat er nicht nötig. Er möchte erreichen, dass der Verein breiter aufgestellt ist. Diese Bereitschaft ist im Moment noch nicht da, aber der Trend muss ganz klar in diese Richtung gehen. Allen muss klar sein, dass Herr Runge zwei Jahre abdeckt und in diesem Prozess müssen mehr Sponsoren gewonnen werden. Die Sponsoren kommen dann, wenn hier eine positive Stimmung herrscht. Diese positive Stimmung ist aus meiner Wahrnehmung nach anfänglicher Skepsis mittlerweile entstanden. Natürlich kann man Herrn Runge nur dankbar sein für die finanzielle Absicherung in dieser schwierigen Zeit, denn man hat keine Sicherheiten durch zum Beispiel Fernsehgelder oder einer Runde im DFB-Pokal, aber ein Verein darf nicht abhängig sein von einem einzigen Sponsor, sondern muss breit aufgestellt sein. Und die Voraussetzung ist natürlich, dass der WSV wieder in der Stadt angenommen wird. Nach allem, was ich mitbekomme, ist der Verein diesbezüglich auf einem guten Weg.

Th. Richter: Es sollte bei potenziellen Unterstützern in der Stadt auch nicht der Eindruck entstehen, dass ihr mögliches Engagement nicht nötig wäre, weil Herr Runge da ist. Das wäre fatal und nicht im Sinne der Sache - nicht im Sinne des Wuppertaler SV und nicht im Sinne einer mittelfristigen positiven Perspektive des Vereins.

M. Drees: Meiner Meinung nach sollte die Einstellung sich ändern, ständig nach Gründen zu suchen, warum man den Verein gerade nicht unterstützt. Es ist wichtig, dass man sich wieder zum Verein bekennt. Wenn man zum Beispiel die Ausgliederung macht, würde dies die Attraktivität für Investoren steigern, denn diese hätten eine Mitsprachemöglichkeit im Rahmen der Gesellschafterversammlung. Sie wären direkt dabei anstatt außerhalb zu stehen und hätten höhere Anreize, ihr Geld einzusetzen.

Fortsetzung folgt

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