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Foto: Christian Toben

1. Mannschaft
Sonntag, 09.08.2026 18:41 Uhr | neunzehn54-Redaktion

Sieg der Moral im Elfmeterschießen

Zum Pflichtspielauftakt der Saison 2026/27 empfing der Wuppertaler SV am heutigen Sonntag in der 1. Runde des Niederrheinpokals die SpVg Schonnebeck. Die Partie fand im Stadion am Zoo unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. WSV-Fans hatten die Möglichkeit, das Spiel gemeinsam im Barmer Bahnhof zu verfolgen und die Mannschaft aus der Ferne zu unterstützen.

Ein Aufeinandertreffen mit der SpVg Schonnebeck hatte es erst im Achtelfinale der vergangenen Niederrheinpokal-Saison gegeben. Am 14. Oktober 2025 hatte der WSV am Schetters Busch durch ein Tor von Kadi Atmaca in der 75. Minute mit 1:0 gewonnen und war ins Viertelfinale eingezogen.

WSV-Trainer Tim Schneider nahm im Vergleich zur Testspiel-Generalprobe gegen Arminia Bielefeld U21 vor einer Woche zwei Änderungen im Feld vor: Für Linus Fröhlich und Serhat Kacmaz begannen Sam Sausmikat und Dario Biancardi. Zudem stand Fotios Adamidis von Beginn an im Tor, während Maurice Horn auf der Bank Platz nahm.

Das Spiel war gerade einmal 32 Sekunden alt, da ergab sich für den WSV die Großchance auf die frühe Führung. Duje Goles wurde lang über die rechte Seite geschickt, ging am herauseilenden Gästekeeper Jan Fauseweh vorbei und legte quer in die Mitte, doch Arlind Bajrami setzte den Abschluss aus etwa 14 Metern über das leere Tor. Der WSV blieb in der Anfangsphase das aktivere Team, lief früh an und kam immer wieder zu Ballgewinnen. Die nächste Großchance ergab sich in der 19. Minute: Semir Saric zog aus 18 Metern mit links ab, doch der rechte Pfosten rettete für den bereits geschlagenen Schonnebecker Torwart. Duja Goles setzte den Abpraller anschließend aus elf Metern wiederum über das leere Tor. Auf der Gegenseite blieb ein Freistoß von Moritz Isensee aus 25 Metern ungefährlich (21.). Nach zwei weiteren Halbchancen des WSV - Freistoß Semir Saric (24.) / Schuss von Ariyoh Yussuf Ayinla (27.) - kam die SpVg Schonnebeck mit der ersten echten Torchance zur Führung: Yan Marcos Friessner Montas tauchte nach Doppelpass an der Strafraumgrenze frei vor Fotios Adamidis auf und vollendete zum 0:1 (28.).

Damit nicht genug. Nach Vorlage von Moritz Isensee überwandt Friessner Montas den WSV-Keeper zum zweiten Mal - 0:2 (30.). Zu diesem Zeitpunkt agierte der WSV in Unterzahl, da Ayinla verletzungsbedingt an der Seitenlinie behandelt wurde. Trotz Reaktion von Trainer Tim Schneider, der Felix Herzenbruch für den verletzten Ariyoh Yussuf Ayinla in die Partie brachte, zeigte der Doppelschlag Wirkung. Schonnebecks Friessner Montas traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (34.) und Fotios Adamidis rettete im Eins-gegen-eins stark gegen Marcio Elia Lopes da Silva do Vale (38.). Der WSV versuchte ins Spiel zurückzukommen, doch mehr als ein Schuss von Eren Albayrak, den Jan Fauseweh mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte, ließ der Gegner nicht zu (40.). So ging es nach bitterem Spielverlauf mit 0:2 in die Halbzeitpause. Der WSV hatte es versäumt, seine Großchancen zur Führung zu nutzen und musste nach dem Rückstand sogar froh sein, dass Schonnebeck nicht noch nachgelegt hatte.

Und die Gäste waren es auch, die den ersten Abschluss der zweiten Halbzeit zu verbuchen hatten, doch der Schuss von Robin Brandner landete in den Armen von Fotios Adamidis (47.). In der Folge versuchte der WSV das Spiel nach vorne zu verlagern - und lief in einen Konter: Friessner Montas setzte sich im Laufduell durch und erzielte seinen dritten Treffer – 0:3 (53.). Nach einer Stunde reagierte Trainer Tim Schneider mit einem Doppelwechsel. Arian Amyn und Linus Fröhlich kamen in die Partie. Ein Wechsel, der Wirkung zeigte. Der eingewechselte Arian Amyn setzte auf der linken Seite gut nach, brachte den Ball in die Mitte und Eren Albayrak verkürzte per Kopf zum 1:3 (61.). Der WSV blieb am Drücker. Semir Saric jagte einen Schuss aus 22 Metern über das Tor (63.). Genauer zielte wenig später der ebenfalls eingewechselte Linus Fröhlich: Als ihm ein abgewehrter Ball im Rückraum vor die Füße fiel, traf Fröhlich per Dropkick zum 2:3-Anschlusstreffer (66.).

Das Spiel war nun wieder scharf gestellt. Dann die 78. Spielminute: Semir Saric brachte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld mit dem rechten Fuß gefährlich in Richtung Tor, Jan Fauseweh parierte den Kopfball eines WSVers aus kurzer Distanz und Jaden Korzynietz versenkte den Abpraller zum vielumjubelten 3:3-Ausgleich im Netz. Die Partie blieb ereignisreich. Fotios Adamidis parierte einen Schuss von Friessner Montas (83.) und blieb auch im Eins-gegen-eins gegen Simon Skuppin Sieger (84.). Wenig später zeigte Schiedsrichter Jens Laux Eren Albayrak nach einer Grätsche im Mittelfeld die Rote Karte (84.). In der Folge schnürte Schonnebeck in Überzahl den WSV bis zum Schlusspfiff am eigenen Strafraum ein. Adamidis klärte in höchster Not zur Ecke (87.) und fischte in der siebten Minute der Nachspielzeit den letzten Kopfball der Partie aus dem Winkel. Dann war Schluss und der WSV, der sich mit toller Moral zurück ins Spiel gekämpft hatte, ging in Unterzahl in die Verlängerung.

In dieser war die Spielanlage eindeutig: Die SpVg Schonnebeck hatte den Ballbesitz, der WSV verteidigte zu Zehnt am eigenen Sechzehner. In der ersten Hälfte ließ Tim Schneiders Team auf diese Weise keine wirkliche Torchance des Gegners zu, kam aber auch selbst zu keinen eigenen Entlastungsaktionen. Je länger die Partie in der zweiten Hälfte der Verlängerung dauerte, desto nervenaufreibender wurde es, doch die Spieler in den rot-blauen Trikots warfen sich im Sechzehner in jeden Schuss und spätestens Torhüter Fotios Adamidis war auf dem Posten. Die letzten Minuten der Begegnung hielten dann noch die größten Aufreger der Verlängerung parat. Erst zielte Schonnebecks Friessner Montas aus aussichtsreicher Position knapp rechts vorbei (118.), dann schoss Linus Fröhlich bei der einzigen Offensivaktion des WSV in der Verlängerung drüber (119.). Es ging ins Elfmeterschießen.

Und hier bewies der WSV Nerven. Während alle rot-blauen Schützen trafen, scheiterte Schonnebecks Denzel Oteng Adjei beim dritten Elfmeter am linken Pfosten. Zum Matchwinner wurde schließlich Fotios Adamidis, der den fünften Elfmeter von Simon Skuppin aus der Ecke fischte. Somit zog der WSV durch einen Sieg der Moral (3:3 nach 0:3-Rückstand und ab der 84. Minute in Unterzahl) in die 2. Runde des Niederrheinpokals ein.

Am kommenden Sonntag, den 16. August 2026 tritt der WSV zum Start der Oberliga Niederrhein beim Mitabsteiger SSVg Velbert an. Anpfiff in der IMS Arena ist um 15:00 Uhr. Zu einem Wiedersehen mit der SpVg Schonnebeck wird es dann schon am 2. Spieltag im Stadion am Zoo kommen (Freitag, 21. August 2026, 19:30 Uhr).

Aufstellung Wuppertaler SV:

1 Fotios Adamidis – 27 Ariyoh Ayinla (32. 3 Felix Herzenbruch), 4 Noel Westenberger, 39 Kilian Bielitza (54. 6 Genc Laiqi), 5 Jaden Korzynietz – 7 Semir Saric, 21 Dario Biancardi – 11 Sam Sausmikat (60. 26 Linus Fröhlich), 8 Duje Goles (80. 9 Brightney Igbinadolor), 33 Arlind Bajrami (60. 17 Arian Amyn) – 10 Eren Albayrak

Trainer: Tim Schneider

Aufstellung SpVg Schonnebeck:

37 Jan Klaus Fauseweh – 3 Ibrahim Kanat, 7 Moritz Isensee (97. 14 Leif Linnig), 9 Kevin Kehrmann, 11 Robin Andre Brandner  (71. 30 Youssef Kamboua) , 16 Henrik Scheibe, 18 Yan Marcos Friessner Montas, 24 Noah Kloth, 25 Tim Kuhlmann, 27 Denzel Oteng Adjej 28 Marcio Elia Lopes Da Silva Do Vale (71. 6 Simon Skuppin)

Trainer: Dirk Tönnies

Stadion: Stadion am Zoo

Zuschauer: keine

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Friessner Montas (28., 30., 53.), 1:3 Albayrak (61.), 2:3 Fröhlich (66.), 3:3 Korzynietz (78.)

Elfmeterschießen: 0:1 Kloth, 1:1 Korzynietz, 1:2 Scheibe, 2:2 Herzenbruch, 2:2 Oteng Adjej verschießt, 3:2 Biancardi, 3:3 Kamboua, 4:3 Saric, 4:3 Skuppin verschießt

Gelbe Karten: Schneider (96.) / Kuhlmann (17.)

Rote Karte: Albayrak (84.)

Ecken: 1:7

Schiedsrichter: Jens Laux / Assistenten: Philipp Langer, Oualid El Hahaoui