Vorbericht: Wuppertaler SV — TSV Meerbusch
Am Freitagabend um 19:30 Uhr empfängt der Wuppertaler SV den TSV Meerbusch im Stadion am Zoo. Mit einem Durchschnittsalter von 22,3 beziehungsweise 22,9 Jahren treffen zwei der jüngsten Mannschaften der Oberliga Niederrhein aufeinander. Beide Vereine haben nach umfangreichen personellen Umbrüchen einen schwierigen Saisonstart erlebt, zuletzt jedoch eine unterschiedliche sportliche Entwicklung genommen.
Mit fünf Ligasiegen in Folge und einem Torverhältnis von 15:0 haben sich die Rot-Blauen bis auf den achten Tabellenplatz vorgearbeitet. Zuletzt gewann der WSV beim SV Sonsbeck mit 3:0. Eren Albayrak erzielte zwei Treffer, Brightney Igbinadolor sorgte in der Nachspielzeit per Elfmeter für den Endstand. Mit 16 Punkten aus elf Spielen hat die Mannschaft ihren schwierigen Saisonstart sportlich also weitgehend aufgeholt. Gegen Meerbusch bietet sich nun die Gelegenheit, die Erfolgsserie vor heimischem Publikum fortzusetzen.
Meerbusch mit neuem Trainer im Aufwind
Deutlich schwieriger gestaltet sich die bisherige Saison für den TSV Meerbusch. Nach einem großen Umbruch im Sommer mit 18 Abgängen und ebenso vielen Neuzugängen fanden die Blau-Gelben zunächst nicht in die Erfolgsspur. Aus den ersten acht Ligaspielen holte die Mannschaft von Trainer Johannes Dahms lediglich zwei Punkte. Anfang Oktober folgte die Trennung.
Mit Robert Palikuca übernahm anschließend ein erfahrener Fußballfachmann, der bereits als Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg sowie in leitenden Funktionen im Ausland tätig war. Der 48-Jährige hatte Meerbusch bereits zwischen 2014 und 2016 trainiert und kehrte zunächst als Interimslösung zurück.
Unter seiner Leitung zeigte der TSV zuletzt erste Fortschritte. Auf den ersten Saisonsieg gegen Viktoria Jüchen-Garzweiler (3:2) folgten eine 2:4-Niederlage beim 1. FC Monheim und ein 2:2 gegen Germania Ratingen. Damit sammelte Meerbusch in drei Spielen vier Punkte – doppelt so viele wie an den ersten acht Spieltagen zusammen.
Auch spielerisch sieht der Verein inzwischen eine positive Entwicklung. Insbesondere an der Konstanz über die gesamte Spielzeit muss die junge Mannschaft jedoch weiter arbeiten. TSV-Manager Christoph Peters zeigte sich zuletzt mit Palikucas Arbeit so zufrieden, dass bereits die Wintervorbereitung mit ihm geplant wird.
Trotz der Fortschritte steht Meerbusch mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 12:26 weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die spielfreie Woche nutzte das Trainerteam, um intensiv mit der Mannschaft zu arbeiten. Für den WSV dürfte der Gegner deshalb schwerer einzuschätzen sein, als es die bisherigen Ergebnisse vermuten lassen.
Zwei junge Mannschaften mit unterschiedlichen Perspektiven
Bemerkenswert ist nicht nur der Saisonverlauf, sondern auch die Altersstruktur beider Mannschaften. Mit durchschnittlich 22,3 Jahren stellt der WSV den zweitjüngsten Kader der Oberliga Niederrhein, der TSV Meerbusch folgt mit 22,9 Jahren unmittelbar dahinter.
Während die junge Wuppertaler Mannschaft nach Abstieg und Neuaufbau zunehmend zusammenfindet, hat sich Meerbusch über Jahre als Ausbildungsstation für Nachwuchsspieler etabliert. Der Verein bietet insbesondere Talenten, die den Sprung aus einem Nachwuchsleistungszentrum nicht unmittelbar schaffen, eine neue Perspektive.
Das prominenteste Beispiel ist Saïd El Mala. Der heutige Bundesligaspieler des 1. FC Köln wechselte 2021 nach seinem Abschied aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach gemeinsam mit seinem Bruder Malek nach Meerbusch. Zwei Jahre lang spielte er dort in der U17 und erzielte in 32 Begegnungen bemerkenswerte 31 Treffer. Über Viktoria Köln führte sein Weg schließlich in die Bundesliga.
Auch sein älterer Bruder Malek hat inzwischen den Sprung in Deutschlands höchste Spielklasse geschafft. Erst am vergangenen Sonntag feierte er beim 1:1 des 1. FC Köln bei Union Berlin sein Bundesligadebüt und erzielte wenige Minuten nach seiner Einwechslung den Ausgleichstreffer. Für den TSV Meerbusch ist die Entwicklung der beiden Brüder ein eindrucksvolles Beispiel für die eigene Nachwuchsarbeit.
Wiedersehen mit ehemaligen Spielern
Mit Franz Langhoff kehrt ein ehemaliger WSV-Torhüter ins Stadion am Zoo zurück. Der 27-Jährige stand in der Saison 2022/23 im Kader der Wuppertaler und absolvierte 14 Regionalligaspiele. Inzwischen gehört er zu den erfahrenen Leistungsträgern der Meerbuscher Mannschaft und wusste zuletzt insbesondere beim 2:2 gegen Ratingen mit mehreren Paraden zu überzeugen.
In die andere Richtung führt der Karriereweg von Ariyoh Ayinla. Der Wuppertaler Außenverteidiger spielte von 2023 bis 2025 für den TSV Meerbusch und wechselte nach einem Zwischenstopp beim VfB Homberg im vergangenen Sommer zum WSV.
Personell muss Meerbusch weiterhin voraussichtlich auf Mittelfeldspieler Yasin Bas verzichten, der sich einen Meniskusriss zugezogen hat und operiert werden muss. Beim WSV kehrt dagegen das Trainerteam an die Seitenlinie zurück: Ismail Jaroui und Torwarttrainer Philipp Pentke haben ihre Sperren aus dem Pokalspiel gegen Ratingen beim Auswärtssieg in Sonsbeck abgesessen.
Letztes Aufeinandertreffen vor zehn Jahren
Die bislang einzigen Ligaduelle zwischen beiden Vereinen fanden in der Saison 2015/16 statt. Damals konnte der WSV beide Begegnungen mit 3:1 für sich entscheiden.
Bemerkenswert: Beide Meerbuscher Treffer erzielte ausgerechnet der ehemalige WSV-Kapitän Dennis Schmidt, der im Sommer 2015 zum TSV gewechselt war. Beim Hinspiel am 15. November 2015 brachte er Meerbusch bereits in der 17. Minute in Führung, ehe Dalibor Gataric, Marvin Ellmann und Enes Topal die Partie zugunsten des WSV drehten.
Auch beim Rückspiel am 22. Mai 2016 im Stadion am Zoo war Schmidt erfolgreich. Vor 2.105 Zuschauern brachte Noah Salau den WSV zunächst in Führung, ehe der frühere Wuppertaler per Foulelfmeter ausglich. Anschließend sorgte Ercan Aydogmus mit zwei Treffern für den 3:1-Endstand. Der WSV stand zu diesem Zeitpunkt bereits als Oberliga-Meister fest.
Erfolgsserie soll fortgesetzt werden
Nach dem spielfreien Wochenende steht für beide Mannschaften die nächste wichtige Aufgabe an. Der WSV möchte seinen positiven Trend bestätigen und weitere Punkte sammeln. Meerbusch hingegen will die ersten Fortschritte unter Robert Palikuca in weitere Punkte ummünzen und den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herstellen.
Anstoß im Stadion am Zoo ist am Freitagabend um 19:30 Uhr. Eintrittskarten sind im Online-Ticketshop des WSV erhältlich.
